Universitätsverlag Hildesheim (UV - Universität Hildesheim)
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    Die Bedeutung hangumgelagerter Substrate für die Bodengenese auf Carbonatgestein im Westmediterranraum

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    Viele Landoberflächen im Mediterranraum sind durch wellige bis steile Hänge charakterisiert. Nichtsdestotrotz erfuhren die hängigen Landschaftselemente seitens der geomorphologisch-bodengeographischen Forschung in der Vergangenheit nur wenig Beachtung. Der bodengeographische Kenntnisstand beruht weitgehend auf der Untersuchung von (fast-)ebenen Landschaften, wie Flussund Meeresterrassen oder Plateau- und Beckenlagen. Entsprechend nehmen bodengenetische Entwicklungskonzepte kaum Bezug zur Substratgenese durch Umlagerungsprozesse am Hang. Ziel der Arbeit ist daher, die Bedeutung der Substratbildung als Voraussetzung für die natürliche Bodenentwicklung auf Kalkgesteinen zu erfassen. Weiterführend wird anhand der Verbreitung von Substraten und der Abhängigkeit zur Pedogenese eine substratorientierte bodengenetische Modellvorstellung entwickelt. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit werden geomorphologisch-bodengeographische Untersuchungen am Fallbeispiel eines Hangsystems auf Kalkgesteinen in der portugiesischen Estremadura durchgeführt. Basierend auf bodengeographischen Geländeuntersuchungen mit vertiefter Analyse des petrographischen Spektrums aus Kalkgesteinsvarietäten werden Stoffflussbahnen entlang der den Hang gliedernden Dellensysteme identifiziert, die die Verbreitung von allochthonen Substraten in Zwischenspeicherpositionen determinieren. Bestätigt durch einfache physikochemische Laboruntersuchungen kann eine eindeutige Abhängigkeit des vorzufindenden Bodenmosaiks zur Substratgenese im Meso- bzw. Mikrorelief gezeigt werden, die vorrangig durch spülaquatische Hangumlagerungsprozesse und untergeordnet auch durch gravitativen Versatz gesteuert ist. Gesamtmetallquotienten, granulometrische Analysen und exemplarisch quantitative Phytolithbestimmungen bestätigen die Substratgliederung der Pedone. Auch mit Hilfe einer adaptierten Faziesneutralen Lagenbeschreibung (aFNL) als feldmethodisches Werkzeug zur Schichtabgrenzung in mediterranen Kalksteinböden kann der Nachweis einer eindeutigen Koinzidenz der Bodenentwicklung an die Substratgenese auf Kalkgesteinen geführt werden. Die umfangreichen Aufschlussuntersuchungen zeigen auf der fast ebenen Hochfläche einen kleinräumigen Wechsel zwischen voll entwickelten Terra fuscae in allochthonen Substraten fuscae (ADHOC-ARBEITSGRUPPE BODEN 2005; IUSS WORKING GROUP WRB 2014: Calcaric Chromic Cambisol) und geringmächtigen (Locker-)Syrosemen oder (Para-) Rendzinen auf autochthonem Kalkgestein (AD-HOC-ARBEITSGRUPPE BODEN 2005; IUSS WORKING GROUP WRB 2014: Calcaric Regosols, (Renzic) Calcaric Leptosol). Die Verbreitung der Pedone entspricht der Verteilung von Karsttaschen und -schlotten gegenüber den Festgesteinsdurchragungen. Am Hang auf Kalkgesteinen sind ebenfalls allochthone Substrate (Hangsedimente) die Grundlage für die Verbreitung von Terra fuscae, die aber an die Verläufe von flachen Dellensystemen gebunden sind. Außerhalb der Dellen können auf autochthonen Carbonatgesteinen bzw. -aschen ebenfalls lediglich (Locker-)Syroseme oder (Para-)Rendzinen vorgefunden werden. In Unterhangbereichen treten meist eher flachgründige, selten auch mehrgliedrige, kolluviale Überdeckungen der Böden hinzu, die als Ergebnis anthropogen initiierter Bodenerosion der jüngeren Landschaftsgeschichte interpretiert werden. Zur Erklärung des anzutreffenden Bodenmosaiks wird im Rahmen der Arbeit ein substratgenetisch orientiertes, konsequent allochthonistisches Bodenentwicklungsmodell in Anlehnung an LORZ (2008a, 2008b) entworfen, das prinzipiell auch auf andere Hanglagen im Mediterranraum übertragbar ist. Aus der Befundlage ist zu konstatieren, dass das bodengeographische Muster regelhaft, ubiquitär und systematisch von der jeweiligen horizontalen und vertikalen Konfiguration der Ausgangssubstrate determiniert wird. Dabei wird Fern- und Lokalstaubeinträgen, die häufig als allochthone Komponente in bekannten autochthonen Pedogenesemodellen für den Mediterranraum einbezogen sind, nur eine untergeordnete Bedeutung beigemessen. Fortgeschrittenere Bodenentwicklungen, wie Terra fuscae, sind an allochthone Substrate (Hangsedimente; Regolithisierung) gebunden. Die Regolithisierung unter Einbeziehung von Pedosedimenten ist Voraussetzung für mächtigere und weiter entwickelte Böden (Terra fuscae) sowohl am Hang als auch auf der Hochfläche

    1. Editorial

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    Das Editorial stellt die Kontur und die Beiträge des Themenhefts zu den dokumentarischen Methoden des Fallarchiv Kindheitspädagogische Forschung vor. DOI 10.18442/06

    4. Analytisches Schreiben in der Ethnographie

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    Der Beitrag beschäftigt sich mit der Verschriftlichung der in der Teilnehmenden Beobachtung gemachten Erfahrungen. Mit Blick auf die bereits immer auch schon analytische Explikation von Situationen in diesen Verschriftlichungen reflektiert die Autorin anhand eines mehrfach umgeschriebenen Beobachtungssequenz, wie sich in der mitunter mühsamen, wiederholten und immer wieder modifizierenden Verschriftlichung des Erlebten Strategien des ‚Dokumentierens‘ und des ‚Konstruierens‘ miteinander verschränken. Der Beitrag zeigt dabei auf, dass Methodenentwicklung auch bedeutet, den richtigen gegenstandsangemessenen Schreibstil zu finden. Aus einem Luxemburger Forschungsprojekt zum Alltag von Kindern im Feld der frühen Bildung, Betreuung und Erziehung stellt sie verschiedene Versionen eines ‚Beobachtungsprotokolls‘ zur Verfügung

    3. Dokumentarische Interpretation von Gruppendiskussionen mit Kindern

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    Gruppendiskussionen mit Kindern gelten als Möglichkeit, sowohl intragenerationale Kommunikation zwischen Kindern als auch intergenerationale Verständigungen zwischen Angehörigen verschiedener Generationen in den Blick zu nehmen (Heinzel, 2012). Aus kindheitstheoretischer Perspektive können so in spezifischer Art und Weise die konjunktiven Erfahrungen über Kindheit und Erwachsen-sein analysiert werden (Fangmeyer & Mierendorff, 2017). Im Hinblick auf dieses Erkenntnisinteresse wird im Beitrag die komparative Interpretation (formulierende und reflektierende Interpretation) von zwei Sequenzen aus Gruppendiskussionen mit Kindern vorgestellt (u.a. Bock, 2010; Wopfner, 2012).Die Gruppendiskussionen wurden im Kooperationsprojekt „Bildungs- und Erziehungspartnerschaft zwischen Familie und Grundschule: Positionen und Perspektiven von Kindern“ unter Leitung von Professorin Tanja Betz erhoben (Bertelsmann Stiftung/Goethe-Universität Frankfurt am Main).1 Insgesamt wurden – neben narrativen leitfadengestützten Interviews – 13 Gruppendiskussionen mit Dritt- und Viertklässlern an fünf Grundschulen in Hessen und Rheinland-Pfalz geführt und dokumentarisch ausgewertet. In der Studie wurden drei sinngenetische Typen rekonstruiert, in denen sich kontrastive Handlungsorientierungen von Kindern im Verhältnis von Familie und Grundschule wiederspiegeln (Betz, Bischoff, Eunicke & Menzel, i.V.).In den für den Beitrag ausgewählten Sequenzen behandeln die zwei vorgestellten Gruppen das Thema Schüler-Eltern-Lehrer-Gespräch [sic] in kontrastiver Art und Weise. Neben der Darstellung der Interpretationsschritte, in denen auch Fokussierungsakte (Nentwig-Gesemann, 2010) interpretiert werden, wird ein Schwerpunkt auf Herausforderungen in der Interpretation gelegt. Hierzu gehört z.B. der analytische Umgang mit ‚Nebenschauplätzen‘ und ‚Schweiger*innen‘ (Spyrou, 2015) in der Diskussion. DOI 10.18442/06

    Das Hildesheimer Jesuitenkolleg (1592-1773): Visionäre – Reformer – Modernisierer: Effektivität und Polyvalenz – geostrategische Missionsarbeit in der Diaspora

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    Der Beitrag informiert einschlägig über den archivalischen Bestand, die Bibliothek, den Personalbestand, die Schulen, Kunst- und Grabdenkmäler sowie das missionarische Wirken der Jesuiten während ihrer 180-jährigen Geschichte in Hildesheim. DOI 10.18442/03

    Der demographische Wandel und seine Auswirkungen im Ortsteil Barsinghausen-Bantorf in der Region Hannover

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    Der demographische Wandel in Deutschland, der sich insbesondere durch Überalterungs- und Schrumpfungsprozesse auszeichnet, betrifft immer mehr Regionen und hat Auswirkungen auf die Nachfrage und Tragfähigkeit von Daseinsvorsorgeeinrichtungen. Aufgrund der ungünstigen demographischen Entwicklungen in den Neuen Bundesländern seit den frühen 1990er Jahren können dort vor allem ländliche Regionen und die entwickelten Handlungskonzepte als Schaufenster für zukünftige Entwicklungen in anderen Teilen Deutschlands dienen. Der Ortsteil Barsinghausen-Bantorf in der Region Hannover ist von Schrumpfungstendenzen betroffen und könnte von den bereits gemachten Erfahrungen profitieren. In dieser Studie werden anhand einer empirischen Untersuchung der demographische Wandel und seine Auswirkungen auf die Daseinsvorsorge für Barsinghausen-Bantorf aufgezeigt. Dabei helfen zwei unterschiedliche Szenarien, mögliche Entwicklungen bis zum Jahr 2030 zu skizzieren. Darauf aufbauend wird die Übertragbarkeit von Daseinsvorsorge-bezogenen Nachhaltigkeitsinnovationen geprüft, die bereits in anderen Regionen Deutschlands erprobt werden. Die Studie zeigt, dass neue Kooperationsformen zwischen Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft für eine nachhaltige regionale Entwicklung nötig sind. The demographic change in Germany which is particularly characterized by processes of ageing and shrinking affects more and more regions and has consequences for the people’s demand for and the communities’ capacity to provide services of general interest. Due to the unfavorable demographic development in the Neue Bundesländer since the early 1990s, especially rural communities there as well as their strategic concepts can be considered as showcases for future developments in other German regions. Barsinghausen-Bantorf is a shrinking district in the Hannover Region that could benefit from those experiences. In this study, the demographic change and its impacts on the provision of general services of interest in Barsinghausen-Barntorf is analyzed by means of an empirical study. Thereby, two scenarios help to outline possible developments until the year 2030. On this basis it is investigated whether sustainability innovations concerning the provision of services of general interest that have already been tested in other regions can be transferred to the district. The study shows that new forms of cooperation between the state, the economy and the civil society are needed for a sustainable regional development

    Editorial Band 2

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    Editorial Band 6

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    Die Rittersturzkonferenz. Verkannt und vernachlässigt!

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    Die Rittersturz-Konferenz ist Ausdruck des Kalten Krieges und unmittelbare Folgeerscheinung westalliierter Maßnahmen. Bereits auf der Konferenz der Ministerpräsidenten aller vier Zonen in München wurde die Diskrepanz zwischen den Westzonen und der Ostzone deutlich. Die ostzonalen Ministerpräsidenten wollten vornehmlich über die Einheit Deutschlands verhandeln. Als sich dieser Wunsch nicht realisieren ließ, reisten sie ohne Ergebnis ab. Damit zeichnete sich schon am 6./7. Juni 1947 das Ende der Existenz Deutschlands als Einheit ab

    Befragung von Schüler/innen der Sekundarstufe I zu Naturerfahrung und Geomedien im Kontext von Bildung für nachhaltige Entwicklung

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    Die Jahre 2005-2014 wurden von der UN zur Weltdekade für „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) erklärt. Das Bildungsziel von BNE besteht darin, individuelle Bewusstseins- und Verhaltensänderungen zu schaffen und den Schüler/innen eine aktive Teilnahme an der Umsetzung lokaler, nachhaltiger Entwicklungen zu ermöglichen. BNE stellt eine wichtige Schlüsselqualifikation dar, die auch in immer mehr niedersächsischen Kerncurricula berücksichtigt wird. Das Fach Geographie bietet sich mit seiner ganzheitlichen Betrachtung des Mensch-Natur-Verhältnisses an, Lösungsansätze für ökonomische, ökologische und soziale Probleme zu finden und somit einen Beitrag zur Bildung für nachhaltige Entwicklung zu leisten. Von Vertreter/innen der BNE wird gefordert, dass mit der BNE auch neue Medien und Methoden in die Schule gelangen, die über die bloße Stoffvermittlung in Form „trägen Wissens“ hinausgehen. Das verlangt nach einem neuen Verhältnis zwischen Lehrkraft und Lernenden sowie nach Lehr- und Lernformen, bei denen die Schüler/innen eine aktive Rolle einnehmen. Dazu gehören auch Naturerfahrung und digitale Medien. Letztere motivieren Schülerinnen und Schüler besonders und können daher einen großen Beitrag zum Erwerb von BNE-Kompetenzen leisten, denn ein Großteil der Freizeit wird vor dem Computer statt in der Natur verbracht. Die Kindheit hat sich in den letzten Jahrzehnten in den Bereichen Familie, Freizeitverhalten, Medien und Erziehung stark verändert. Die Schüler/innen machen weniger Naturerfahrungen und wenden sich verstärkt dem Computer und anderen digitalen Medien zu. Das führt dazu, dass sie sich zunehmend von der Natur entfremden, die ihnen als zu langweilig und wenig reizvoll erscheint. Damit einher geht ein abnehmendes Interesse an naturbezogenen Themen sowie Umweltbewusstsein.Daher ist es das Ziel dieser Arbeit, die Bedeutung von Naturerfahrung und digitalen Medien als Beiträge für eine erfolgreiche Umsetzung von BNE im Geographieunterricht zu untersuchen. Dabei werden alters-, geschlechts- und schulformspezifische Unterschiede sowie der kulturelle Hintergrund der Schüler/innen berücksichtigt. Die Frage lautet, wie die Zielsetzungen der BNE am besten erreicht werden können. Bereits in der Agenda 21 wurde beschrieben, dass BNE im formellen wie im informellen verankert sein soll. Ebenso führen jedoch auch nationale und internationale Dokumente die stetig wachsende Bedeutung von Medienkompetenz auf, die die Schüler/innen möglichst früh erwerben sollen. Der BNE dient wie der Umweltbildung das Umweltbewusstsein mit den Bereichen Wissen, Wahrnehmung, Wertorientierung, Verhaltensintention und Verhalten als Grundlage. Diese drei Bereiche fügen sich zu einem Spannungsdreieck zusammen. Nachdem zuvor die Forschungsfelder „(digitale) Medien“ und „außerschulisches Lernen“ jeweils einzeln in ihrer Bedeutung für BNE betrachtet wurden, geht es nun darum zu ermitteln, ob sie als konkurrierende oder einander ergänzende Beiträge zur Umsetzung von BNE fungieren können. Die Art der Gestaltung des Unterrichts und der Freizeit wirkt sich auf das Umweltbewusstsein der Schüler/innen aus, welches in nachhaltiges Handeln münden soll.Zur empirischen Untersuchung hiervon wurden mithilfe eines standardisierten Fragebogens in einer geschichteten Vollerhebung 1206 Schülerinnen und Schüler der 5. und 9. Klassen in allen Haupt-, Real- und Gesamtschulen der Stadt Hildesheim sowie 53 Geographielehrkräfte befragt. Der Schüler/innenfragebogen bezog sich auf die Bereiche Freizeitgestaltung, Umweltbewusstsein, Naturerfahrung und Mediennutzung in Freizeit und Unterricht.In der Auswertung wurde zuerst die Freizeitgestaltung der Schüler/innen bezüglich ihrer Mediennutzung und Naturerfahrungen betrachtet. Anschließend erfolgte eine analoge Untersuchung der entsprechenden Unterrichtsgestaltung. Als dritter Aspekt wurde das Umweltbewusstsein erhoben und das Zusammenspiel zwischen Freizeit-, Unterrichtsgestaltung und dem Umweltbewusstsein untersucht. Es stellte sich hierbei heraus, dass nicht das Umweltbewusstsein in seiner klassischen Betrachtung die Lebenswirklichkeit der Schüler/innen angemessen widerspiegelt, sondern eine „Nachhaltigkeitsorientierung“ identifiziert werden konnte. Diese beschreibt die Gemeinsamkeiten im Wissen, der Wertorientierung und dem Verhalten der Schüler/innen. Anders als bei Erwachsenen besteht bei ihnen ein großer Zusammenhang zwischen diesen Größen.Außerdem konnte festgestellt werden, dass eine große Konkurrenz zwischen der Mediennutzung und der Naturerfahrung in der Freizeitgestaltung der Lernenden besteht. Die Schüler/innen sind entweder natur- oder medienaffin. Die Jüngeren, Mädchen und Gesamtschüler/innen sind in den naturnahen Gruppen überproportional vertreten, wohingegen gerade Ältere, Jungen und Hauptschüler/innen eher zu einem sehr hohen Medienkonsum neigen. Ziel der BNE wäre es allerdings, eine hohe Medienkompetenz mit aktiver Naturerfahrung zu kombinieren. Dies erfüllt keine der identifizierten Gruppen. Die Nachhaltigkeitsorientierung der Schüler/innen korreliert stark mit den gemachten Naturerfahrungen. Außerdem besteht auch ein Zusammenhang zwischen der Naturerfahrung in der Freizeit und dem Interesse an einer intensiveren Beschäftigung mit Umweltthemen im Geographieunterricht. Die Mediennutzung in der Freizeit steht hingegen in keinem vergleichbar starken Zusammenhang zur Medienaffinität im Unterricht.Insofern konnte ein empirisches Modell identifiziert werden, welches eine Grenze im privaten Lebensumfeld weiter Teile der Schülerschaft beinhaltet. Naturerfahrung und Mediennutzung stehen im starken Konflikt miteinander. Auch die Nachhaltigkeitsorientierung derjenigen Gruppen Lernender, welche einen sehr hohen Medienkonsum aufweisen, leidet darunter.Um diese Lebenswirklichkeit aus der Perspektive des Geographieunterrichts aufzugreifen und unter Berücksichtigung der Ziele der BNE das zuvor beschriebene Spannungsverhältnis zwischen Medien und Naturerfahrung auflösen zu können, wurden daraufhin Handlungsempfehlungen entwickelt. Diese beziehen sich auf die Bereiche der Diversität, der Lehramtsausbildung, der tatsächlichen Unterrichtsgestaltung, der Freizeitbeschäftigung der Schüler/innen und den Einbezug weiterer Personen. Es stellte sich heraus, dass eine erfolgreiche Umsetzung von BNE passende Methoden und die Berücksichtigung von soziodemographischen Variablen (Diversität) benötigt, um allen Schüler/innen gerecht werden zu können. Das beinhaltet u. a. auch, dass das Internet im Unterricht nicht ignoriert, sondern gezielt eingesetzt wird. Um ein Interesse an nachhaltiger Entwicklung zu wecken, sollte bereits in jungen Jahren angesetzt werden, sodass eine Grundlage für nachhaltiges Verhalten im Erwachsenenalter geschaffen wird. Je älter die Schüler/innen werden, desto schwieriger ist es, auf ihr Verhalten einzuwirken und sie zu sensibilisieren. Mit den älteren Schüler/innen kann versucht werden, einen Zugang zu Nachhaltigkeitsthemen über die Medien zu schaffen.Es zeigt sich, dass am Ende der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ viele Projekte an Schulen erfolgreich durchgeführt wurden. Die erreichten Ziele bleiben jedoch weit hinter den Erwartungen zurück. So ist BNE noch immer v. a. der Fachöffentlichkeit bekannt, an vielen Schulen jedoch ist sie noch nicht etabliert und viele Lehrer/innen und erst recht die Schüler/innen wissen nichts mit dem Begriff anzufangen. Es besteht demnach weiterer Handlungsbedarf, um BNE zu verbreiten

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