Universitätsverlag Hildesheim (UV - Universität Hildesheim)
Not a member yet
190 research outputs found
Sort by
Effekte der videogestützten Selbstreflexionsmethode One-Take-Video auf die Kommunikations- und Präsentationskompetenzen angehender Lehrkräfte
Die vorliegende Studie überprüft die Wirksamkeit der videogestützten Selbstkonfrontationsmethode One-Take-Video (vgl. McCammon 2014) auf die verbalen und nonverbalen Präsentationskompetenzen von Lehramtsstudierenden über die Zeit. Hierzu erstellten 63 Teilnehmer*innen eines Bachelormoduls im Rahmen der Lehramtsausbildung semesterbegleitend insgesamt vier Kurzvorträge als One-Take-Video zu relevanten Seminarinhalten. Anschließend bewerteten sechs studentische Raterinnen höheren Semesters die Präsentationskompetenzen der Studierenden mithilfe eines Rückmeldebogens und verschriftlichten zudem ein individuelles Feedback. Die Ergebnisse der einfaktoriellen Varianzanalyse zeigen einen signifikanten Haupteffekt des Faktors Zeit auf die Präsentationskompetenzen der Studierenden. Im paarweisen Vergleich der Messzeitpunkte zeigen sich zudem signifikante Verbesserungen aller Skalen für die ersten drei Videos.
DOI 10.18442/11
Niedersächsische Lehrpfade – wie können traditionelle Bildungsinstrumente eine Bildung für nachhaltige Entwicklung ermöglichen?
Zurzeit stellen Lehrpfade trendige informelle Bildungsinstrumente dar, die trotz ihres Potenzials für die Implementation der Bildung für nachhaltige Entwicklung im informellen Bildungsbereich meist allein in ihrer Konzeption im Wissenschaftsdiskurs thematisiert werden. Diesem Forschungsdefizit geht die Studie am Beispiel von Niedersachsen nach, wofür diese auf die erstmalige niedersächsische Bestandsaufnahme und Systematisierung von Lehrpfaden abzielt, um daran anschließend das Maß an Potenzialen von spezifischen Lehrpfaden für die Bildung für nachhaltige Entwicklung herauszustellen sowie einen Lehrpfad als Beispiel guter Praxis zu identifizieren. Zielführend hierfür ist das sequentielle Mixed-Methods-Design, das die Querschnittstudie zum Lehrpfadbestand mit der qualitativ-kriterialen Potenzialanalyse in Bezug auf die Bildung für nachhaltige Entwicklung verzahnt. Die Querschnittstudie stellt die 426 erfassten Lehrpfade als bundeslandweites informelles Bildungsinstrument heraus. Die Lehrpfade ballen sich einerseits inner- und außerhalb von Großschutzgebieten und kommen andererseits vereinzelt im städtischen Zentrum oder in Stadtnähe vor. Dabei zeichnet sich die Prävalenz der klassischen Lehrpfade ab, die sich bis auf wenige Ausnahmen auf der Landkreisebene fortsetzt. Demzufolge dominiert die deskriptive Vermittlungsform bei den Lehrpfaden. Zudem existieren hauptsächlich botanisch-zoologische und naturbezogene Pfadthemen sowie Wald- und Forstthemen. Das Maß an Potenzialen für die Bildung für nachhaltige Entwicklung misst den untersuchten Lehrpfaden die Rolle eines nützlichen Bildungsinstruments für die Bildung für nachhaltige Entwicklung zu. Der Wald-Erlebnis-Pfad Zweidorfer Holz ist dafür ein Beispiel guter Praxis und differenziert sich zu den anderen Lehrpfaden im Wesentlichen durch seine herausragende pädagogische Aufbereitung. Einige Lehrpfade zeigen bei den regionalen Produkten und dem Pfadinformationsgehalt kaum Potenziale. Überdies besteht bei allen untersuchten Lehrpfaden Nachholbedarf in der sprachlichen Komplexität der Informationsaufbereitung und der Bereitstellung von Weginformationen. Schließlich entwickelt sich mit dem Transfer des für die Analyse angewandten Kriterienkatalogs auf weitere Lehrpfade ein qualitätsvolles Evaluationsinstrument für die Lehrpfadqualität in Bezug auf die Bildung für nachhaltige Entwicklung. Dieser Kriterienkatalog und die Studienerkenntnisse schaffen Orientierungspunkte für die Generalüberholung der niedersächsischen Lehrpfadkultur und tragen somit zur Implementation der Bildung für nachhaltige Entwicklung in den informellen Bildungsbereich bei
Kindergärtnerinnen-Briefe als Dokumente historischer kindheitspädagogischer Forschung
Als historische Dokumentenanalyse arbeitet der Beitrag mit einem Ausschnitt aus einem Briefwechsel zwischen Friedrich Fröbel und Bernhardine Herold, die in einem der Fröbel’schen Kindergärten arbeitete. Briefe wie diese bilden als überlieferte Quellen für die historische (Kindheits-)Forschung ein wichtiges Datenmaterial. Von diesen Briefen ausgehend skizziert der Beitrag schrittweise exemplarisch, wie die Originalbriefe im Rahmen einer Dokumentenanalyse erhoben, in transkribierte Dokumente transformiert und im Anschluss an Wolfgang Klafkis hermeneutischen Ansatz der Textinterpretation ausgewertet wurden. Die im Beitrag skizzierten Schritte sind jedoch keine starren Arbeitsschritte, sondern orientieren sich an Prinzipien, die unter Verwendung method(olog)ischer Verfahren eigens für das gewählte Forschungsinteresse entwickelt wurden. Dabei zeichnet der Beitrag zugleich nach, welches Potential historische Quellen insbesondere für die Klärung des Beginns der Professionsgeschichte sowie hinsichtlich der Alltagserfahrungen innerhalb der Kindheitsinstitution entfalten. Zentral für die Qualität der Analysen der Briefe ist die hohe Bedeutung des historischen Kontextwissens, welches von den Forschenden entweder schon vor der eigentlichen Dokumentenanalyse oder parallel dazu durch Nachschlagen wie bspw. von sozialhistorischen Hintergründen angeeignet werden muss.
DOI 10.18442/09
Einleitung – Videografie in der Lehrer*innenbildung
Wolff, Dennis (2020): Einleitung – Videografie in der Lehrer*innenbildung. In:Hauenschild, Katrin et al. (Hrsg.) (2020): Videografie in der Lehrer*innenbildung.S. 7–9. (DOI: 10.18442/101
5. Dokumentarische Videointerpretation: Peer-Interaktionen in der Schule. Aushandlungen zwischen Hierarchisierung, Egalität und Konkurrenz
In diesem Beitrag werden empirische Beispiele aus der abgeschlossenen Dissertationsstudie „Inklusionen und Exklusionen in Schülerinteraktionen. Empirische Rekonstruktionen in jahrgangsübergreifenden Lerngruppen“ (vgl. Hackbarth 2017) mit den einzelnen Interpretationsschritten einer dokumentarischen Videointerpretation vorgestellt und diskutiert. Es handelt sich bei den Daten um videografierte Schüler*inneninteraktionen (von zwei bis vier Kindern im Alter von 6 bis 9 Jahren) in jahrgangsübergreifenden Gruppen an einer Förderschule sowie einer inklusiven Grundschule. Die Interaktionen sind spontan, eigeninitiiert und zumeist in Phasen der Wochenplanarbeit entstanden.
Für diesen Beitrag werden drei kontrastierende Fallbeispiele ausgewählt, welche die mit der relationalen Typenbildung (Nohl 2013) rekonstruierten Typen der Ko-Konstruktion, Instruktion und Konkurrenz und damit auch das komparative Vorgehen der dokumentarischen Interpretation veranschaulichen. Diesen Typen der aufgabenbezogenen Interaktionen unterliegen u.a. Dimensionen von symmetrischen vs. asymmetrischen Differenzkonstruktionen sowie hierarchischen, gleichberechtigten und konkurrierenden Positionierungen. Diese Dimensionen werden in dem Beitrag ebenso berücksichtigt, wie die übergeordnete Basistypik der aufgabenbezogenen Schülerinteraktionen. Diese konturiert sich als Orientierung an der Aufgabenerledigung, d.h. einer Orientierung an dem Erfüllen der Erwartungen, die an bzw. über schulische Aufgaben gestellt werden.Neben diesem komparativen Vorgehen wird an den ausgewählten Fallbeispielen das für die Interpretation mit dem für verbale Daten typische Begriffsinventar der dokumentarischen Gesprächsanalyse (vgl. Przyborski 2004) dargestellt. Berücksichtigt werden dabei auch visuell sichtbare Elemente, wie Gesten, Mimik und der Umgang mit den Dingen (vgl. u. a. Wagner-Willi 2004; Asbrand & Martens 2018).
DOI 10.18442/06
2. Dokumentarische Interpretation von Interviews: Gelungene frühpädagogische Arbeit aus Sicht einer Fachkraft
Das Material, das ich im vorliegenden Beitrag analysieren möchte, ist der Interpretationsarbeit meiner Dissertation entnommen (Bischoff, 2017). Die Dissertation beschäftigt sich mit der Frage nach der sozialen Herkunft von frühpädagogischen Fachkräften in Kindertageseinrichtungen und deren Bedeutung für pädagogisches Denken und Handeln. Vor dem Hintergrund gegenwärtig hoher Erwartungen an professionelle frühpädagogische Arbeit, u. a. Bildungsungleichheiten (im Schulsystem) entgegenzusteuern, habe ich aus habitus- und professionstheoretischer Perspektive insgesamt 14 berufsbiographische Leitfadeninterviews mit Fachkräften sowie Videomaterial von zwei Fällen analysiert. Acht dieser 14 Interviews habe ich mit Methoden der Habitushermeneutik (Bremer & Teiwes-Kügler, 2013) und der Dokumentarischen Methode zur Interpretation von Interviews (Nohl, 2017) ausgewertet. Es ging v. a. darum, die impliziten habitusspezifischen Orientierungen der Fachkräfte sowohl aus dem biographischen Material als auch aus dem Material zur pädagogischen Arbeit zu rekonstruieren.Im Schwerpunkt dieses Beitrags stelle ich die dokumentarischen Interpretationsschritte (in methodologischer und methodischer Anlehnung an Nohl, 2017) einer ausgewählten Textsequenz (zu ‚gelungener‘ pädagogischer Arbeit) detailliert dar. Dies beinhaltet Ausschnitte der formulierenden und reflektierenden Interpretation bis hin zu ersten Überlegungen zu expliziten Orientierungsschemata und dem sich andeutenden impliziten Orientierungsrahmen bzw. Habitus(Bohnsack, 2013). Besonders Augenmerk liegt auf der methodischen Umsetzung der reflektierenden Interpretation, zudem soll das Potenzial der komparativen Analyse als besondere Stärke der dokumentarischen Methode zur Interviewauswertung dargestellt werden. Hierzu wird eine Sequenz einer weiteren Fachkraft als empirischer Vergleichshorizont herangezogen.
DOI 10.18442/06
Habituelle Veränderungen der Beratungskompetenz durch Coachingausbildung: Eine qualitative Erhebung
Mittels qualitativer Interviews mit Ausbilderinnen und Ausbildern in der zweiten Phase der Lehrkräftebildung widmet sich die Autorin dem pädagogisch wie religionspädagogisch interessanten und aktuellen Thema des professionellen Beratungshandelns. Sie versucht mit der vorliegenden Studie die Frage zu beantworten, inwieweit sich der professionelle Habitus im Hinblick auf Gesprächsführungskompetenzen, Feedbackkultur und Haltungsausprägungen von Ausbilderinnen und Ausbildern im Kernseminar, die auch als Fachleiterin und Fachleiter für die Fächer Evangelische bzw. Katholische Religionslehre tätig sind, durch eine erfolgreich absolvierte Coachingausbildung im Hinblick auf die Umsetzung in alltäglichen Beratungssituationen im beruflichen Kontext verändert. Die Interviewauswertungen zeigen, dass sich in der subjektiven Wahrnehmung und im subjektiven Erleben der interviewten Personen das professionelle Handeln im Bereich der Beratung durch diese Coachingausbildung verbessert und sie maßgeblich zur beruflichen Professionalisierung beiträgt. Dies kann durch die Auffächerung in die Themenfelder ,Beratungskompetenz‘, ,Unterrichtsnachbesprechung‘, ,persönliche Menschenbildannahmen‘ und ,Ambivalenz von Benotung und Beratung‘ differenziert und konkret gezeigt werden.
DOI 10.18442/hibtg-13
ISBN 978-3-487-15784-
Religiöse Vorstellungen von jungen Menschen mit vielseitig undefinierten Begabungen: Eine qualitative Untersuchung
Welche religiösen Vorstellungen haben Menschen mit vielseitig undefinierten Begabungen, die gemeinhin als Menschen mit „geistiger Behinderung“ bezeichnet werden, von Gott und der Welt? Und wenn sie Vorstellungen haben, wie sehen diese dann aus?Wer sich auf die Suche Antworten macht, stellt fest, dass es kaum Aussagen dazu gibt. Bei der Frage nach dem „Warum?“ wird deutlich, dass die Teilnahme von Menschen mit vielseitig undefinierten Begabungen an quantitativen oder qualitativen Untersuchungen sehr kritisch gesehen wird und es entsprechend wenige Untersuchungen mit dieser Personengruppe gibt.Diese Arbeit geht der leitenden Fragestellung „Welche Vorstellungen haben junge Menschen mit vielseitig undefinierten Begabungen aus dem Berufsbildungsbereich der Werkstätten für Menschen mit Behinderung von Gott und der Welt?“ im Rahmen des qualitativ-heuristischen Forschungsansatzes nach Gerhard Kleining mittels qualitativer Interviews und dem Einsatz des Rostocker Methodenensembles nach. Die Ergebnisse dieser Arbeit beeindrucken durch ihre Vielfalt und ihre Klarheit. Sie zeigen erstaunliche Überschneidungen und bieten deutliche Anschlussstellen für religiöses Lernen, Leben und Arbeiten in inklusiven Settings, die weit über die Möglichkeiten der (Berufs-)schulischen Begleitung hinausgehen.
DOI 10.25528/25
Forschungsdatenmanagement in der Musikethnologie
Dieses Buch gibt Einblick in die gegenwärtige Praxis von in Deutschland wirkenden MusikethnologInnen im Umgang mit Forschungsdaten. Exkurse führen dabei auch nach Großbritannien und in die USA, vor allem zum Repositorium Ethnographic Video for Instruction and Analysis Digital Archive in Bloomington. Aktuelle und potentielle Infrastrukturpartner für musikethnologisches Forschungsdatenmanagement in Deutschland, von Archiven über Medienrepositorien von Verlagen bis hin zu Forschungsdatenservices an Hochschulen, werden vor-gestellt. Ferner werden Möglichkeiten des Forschungsdatenmanagements in Zusammenarbeit mit Datenzentren und Datenarchiven und nationalen Lösungen wie dem DARIAH-DE Repositorium aufgezeigt. Zu den wichtigsten Erkenntnissen der Studie gehören spezifische fachliche Probleme der Musikethnologie durch ihren Umgang mit ethnographischem Material und außereuropäischen Musikkulturen, die wiederum spezifische Fragen hinsichtlich Urheberrecht und intellektuellem Eigentum mit sich bringen. Das Buch liefert wertvolle Empfehlungen zur Bereitstellung von Forschungsdaten für musikethnologisch Arbeitende aus der Perspektive der Musikethnologie und Informationswissenschaft.
DOI 10.18442/03
4. Dokumentarische Interpretation von Kinderzeichnungen: Kinder malen ihre KiTa
Die für diesen Beitrag ausgewählten Kinderzeichnungen von 4- bis 6-jährigen Kindern sind im Rahmen des Forschungs- und Praxisentwicklungsprojekts „Kinder als Akteure der Qualitätsentwicklung in KiTas“ entstanden. Die für das Projekt entwickelte Methode „Kinder malen ihre Kita“ wird mit folgendem Stimulus eingeleitet: „Ich möchte/wir möchten, dass ihr mir/uns mal unsere KiTa malt. Ihr könnt sie so malen, wie ihr denkt! Und ihr könnt mir/uns entweder während ihr malt, etwas zu eurem Bild erzählen oder auch danach, wenn es fertig ist“. Sowohl die Kinderzeichnungen als auch die Gespräche mit den Kindern werden einer Dokumentarischen Interpretation unterzogen. In dem Beitrag werden zum einen anhand von zwei Bildern die Arbeitsschritte der dokumentarischen Bildinterpretation und ihre Spezifität in Bezug auf Kinderzeichnungen detailliert vorgeführt. Zum anderen werden die beiden weiteren Bilder sowie die Gesprächssequenzen auf der Ebene der Komparation bzw. der Relationierung verschiedener Datensorten hinzugezogen. Der Beitrag fokussiert methodologische und methodische Fragen, arbeitet aber auch erste homologe Muster heraus, wie Kinder im Alter von vier bis sechs Jahren ihre KiTa in Bild und Text (re-) konstruieren und mit ihren Erfahrungen und Relevanzen ‚aufladen‘.
DOI 10.18442/06