Beiträge zur mediävistischen Erzählforschung (BmE)
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Infrastrukturprojekte zur digitalen Lexikographie. Vorgestellt am Beispiel des Zentrums für Historische Lexikographie
Forschungsinfrastrukturen stellen Instrumente, Ressourcen und Dienstleistungen zur Verfügung, deren Ziele darin bestehen, Forschung, Lehre und Nachwuchsförderung zu unterstützen oder erst zu ermöglichen. Dieser aus den technischen Disziplinen stammende Ansatz hat sich innerhalb der letzten zehn bis fünfzehn Jahre auch im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften etabliert. Hier bieten sich gerade geisteswissenschaftliche Grundlagenwerke wie Editionen und Wörterbücher, die einerseits Forschungsgegenstand, andererseits aber auch Forschungsinstrument sind, als Basis entsprechender Infrastrukturen an. Im Beitrag wird mit dem vom BMBF geförderten Zentrum für Historische Lexikographie eine dieser Initiativen und die dort erzielten Ergebnisse vorgestellt
Digitale Infrastruktur und Forschungsdatenmanagement (Diskussionsbericht Sektion 3)
 
Figuren und ihr Handeln. Eine computergestützte Untersuchung von Figurenaktivitäten im Kontext von Figurenreferenzen mit Hilfe des Begriffssystems der MHDBDB
Im Kontext von Figurenreferenzen, die mit Hilfe der Annotationsumgebung CRETAnno teilautomatisch annotiert wurden, werden bestimmte Kategorien aus dem Begriffssystem der MHDBDB erfasst, die Aktivitäten von Figuren repräsentieren können. Diese Kategorien werden für vier Figurentypen (weibliche und männliche Hauptfigur, Zofen, Opponenten) ermittelt und mit einer Studie verglichen, die mit manueller Annotation Aktivitäten von Figurentypen erfasst hat – jeweils für ›Iwein‹, ›Tristan‹, ›Partonopier‹ und ›Mauritius von Craun‹. Es zeigt sich unter anderem, dass die automatische Erfassung v0n Aktivitäten eine Unterscheidung der Figurentypen in diesem Korpus ermöglicht. Mit Ausnahme der Aktivität ›Kopulieren‹, die meist nicht unmittelbar lexikalisch, sondern eher verhüllend oder metaphorisch adressiert wird, werden plausible Ergebnisse erzielt
B. Remetaphorisierungen zwischen Sprache, Kognition und Referenz: Kapitel aus: Remetaphorisierungen. Der Heilige Geist in der deutschen Literatur des Mittelalters
 
Digitalisierung von Handschriften und frühen Drucken, OCR (Bericht über Kurzvorstellungen und Diskussion Sektion 1)
 
ReM für Mediävist*innen. Perspektiven des Referenzkorpus Mittelhochdeutsch (1050–1350) für germanistisch-mediävistische Fragestellungen
In diesem Beitrag wollen wir illustrieren, wie die historischen Referenzkorpora für germanistisch-mediävistische Fragestellungen genutzt werden können. Wir tun dies anhand von drei beispielhaften Fragestellungen, für die wir das Referenzkorpus Mittelhochdeutsch auswerten: (i) Merkmalszuschreibung über Attribuierungen der Personennamen; (ii) Personifizierung; (iii) Metaphorisierung. Der Beitrag zeigt, wie das Referenzkorpus Mittelhochdeutsch und seine Annotationen (Lemma, Wortart) mit dem Korpussuchtool ANNIS durchsucht werden kann und wie die entsprechenden Treffer auch quantitativ ausgewertet werden können
Éléments narratifs communs entre la tradition des ›Tournoiements de dames‹ français et la ›Caccia di Diana‹ de Boccace
Starting from the consideration of the role that the presence of lists of famous women has played in the complex question of attributing the ‹Caccia di Diana› to Giovanni Boccaccio, this article investigates the possibility that the author was inspired by the French tradition of women\u27s tournaments for the construction of these catalogical sections. In fact, the examination of the few contemporary Italian examples suggests turning the attention to Gallo-Romance models (texts in which the poet, as in the ‹Caccia›, is a witness who gives an account, through poetry, of what he has personally seen): in the last part of this essay is discussed the probability that Boccaccio may actually have known and read these French texts during the years of his stay in Naples.Starting from the consideration of the role that the presence of lists of famous women has played in the complex question of attributing the ‹Caccia di Diana› to Giovanni Boccaccio, this article investigates the possibility that the author was inspired by the French tradition of women\u27s tournaments for the construction of these catalogical sections. In fact, the examination of the few contemporary Italian examples suggests turning the attention to Gallo-Romance models (texts in which the poet, as in the ‹Caccia›, is a witness who gives an account, through poetry, of what he has personally seen): in the last part of this essay is discussed the probability that Boccaccio may actually have known and read these French texts during the years of his stay in Naples
Fuchs und Dachs. Zur (Trans-)Formation einer interspezifischen Tiergemeinschaft im ›Roman de Renart‹ und im ›Reinhart Fuchs‹
In komparatistischer Perspektive wird die Formation und Transformation der speziesübergreifenden Figurenverbindung von Fuchs und Dachs untersucht, die für die altfranzösische wie die mittelhochdeutsche Tierepik gleichermaßen bedeutsam ist. Denn die Beziehung von Fuchs und Dachs nimmt im Erzähluniversum des ›Roman de Renart‹ wie des ›Reinhart Fuchs‹ eine Sonderstellung ein, da ihre Interaktion frei von Verrat ist. Beleuchtet werden sowohl die (nur vermeintlich zeitlosen) ›natürlichen‹ Hintergründe dieser Paarkonstellation im mittelalterlichen Tierwissen als auch die sozialen und kulturellen Prinzipien, Normen und Werte, auf welchen diese vertrauensvolle Verbindung fußt. Durch den Vergleich ausgewählter branches des ›Roman de Renart‹ mit der mittelhochdeutschen Adaptation des Fuchsepos wird dabei sowohl die Konstanz als auch die Variabilität dieser sozialen Gemeinschaft deutlich. Beantwortet werden sollen so die übergeordneten Fragen nach dem Beitrag dieses Figurenpaars zur tierepischen Reflexion politischer und kultureller Ordnungsentwürfe und nach der Veränderlichkeit jenes Nachdenkens im historischen Verlauf