Beiträge zur mediävistischen Erzählforschung (BmE)
Not a member yet
    256 research outputs found

    Vom Erzähler zum Regisseur. Konrads von Würzburg ›Minneleich‹

    Get PDF
    Der Beitrag geht der Frage nach, wie Konrad von Würzburg in seinem sogenannten ›Minneleich‹ sein Thema präsentiert. Dabei stellt sich die Frage, ob wirklich eine mythologische Erzählung vorliegt oder ob Konrad nicht viel mehr eine Abfolge von Bildern präsentiert, die zwar einer Bildlogik gehorchen, deren narrative Verknüpfung der Text aber gerade nicht leistet. Im Beitrag wird neben der Präsentation der Bilder auch dem Einsatz formaler Mittel nachgegangen. Konrad erweist sich in dem Text eher als Regisseur (lebender) Bilder denn als genuiner Erzähler in einer zumindest im deutschsprachigen Bereich per se nicht erzählenden Gattung

    Konrad von Würzburg als Erzähler. Einführung

    Get PDF
    Konrad von Würzburg hat sich wie kein zweiter deutschsprachiger Autor des 13. Jahrhunderts in vielen verschiedenen literarischen Genres betätigt. Das vorliegende Themenheft stellt erstmals in systematischer Weise die Frage nach dem Profil Konrads als Erzähler und nimmt sein Œuvre aus der Perspektive neuerer narratologischer Arbeiten und Erkenntnisse in den Blick. Dazu gehören die viel diskutierten Problemkreise um Möglichkeiten der Unterscheidung zwischen Autor und Erzähler oder zwischen Fiktionalität und Faktualität wie auch ganz grundsätzlich die Frage danach, was Erzählen überhaupt und konkret im europäischen Mittelalter ausmacht. Die Beiträge des Themenheftes wollen mit ihren Fallstudien zum Werk Konrads von Würzburg Ideen und Anstöße zur weiteren Diskussion anbieten

    Responsionen. Konrads von Würzburg Erzählkunst im ›Heinrich von Kempten‹

    Get PDF
    Auf der Grundlage eines Vergleichs mit der entsprechenden Partie in Gottfrieds von Viterbo ›Pantheon‹ arbeitet der Artikel Konrads von Würzburg Erzählen im ›Heinrich von Kempten‹ als Responsionskunst heraus. Im Kern ist diese eine Kombination von sorgfältiger erzählerischer Strukturierung und punktueller anekdotischer Memorabilität. Die korrelative Tektonik sowie die szenische Anschaulichkeit und Intensität verstärken sich im ›Heinrich von Kempten‹ gegenseitig, ohne aber eine solch klare didaktische Richtung vorzugeben wie die ›Pantheon‹-Partie. Der ›Heinrich von Kempten‹ bietet so eine Facette des Erzählers Konrad, die nicht von stilistisch-blümendem und glänzendem Überschwang, sondern von einer Klarheit des respondierenden Erzählens geprägt ist

    Konrads ›Klage der Kunst‹ im Kontext von Sangspruchdichtung und allegorischem Ich-Erzählen

    Get PDF
    Die ›Klage der Kunst‹ Konrads wird auf dem Hintergrund und in Bezug zur Sangspruchdichtung sowie der Textfamilie allegorischer Erzählungen in der ersten Person untersucht. Während Strophik, Sangbarkeit und kunst-Thematik das Werk in den Kontext der Sangspruchdichtung rücken, stellt es sich durch seinen Umfang, seine Narrativität und das Erzähltempus, das die Handlung zwar nicht dominiert, aber rahmt, an die Seite erster früher Erzählexperimente, die Dialog, Streit oder Rede als erlebte Erfahrung eines Ich präsentieren wie das ›Frauenbuch‹ Ulrichs von Liechtenstein, das aber – ähnlich wie Konrads ›Klage der Kunst‹ – zu seiner Zeit offenbar nur mäßig erfolgreich, jedenfalls nur unikal überliefert, ist. Konrad scheint der erste zu sein, der in der höfischen Literatur das Erzählen in der ersten Person mit Allegorizität verknüpft. Er nutzt dieses neue und in der späteren Literatur so überaus fruchtbare Erzählformat geschickt, um seine eigene literarische Meisterschaft unter anderem in den Gestalten von wildekeit und kunst unter Beweis zu stellen, zu thematisieren und szenisch zu verhandeln

    Gattung und Geschlecht. Intertextualität im Prolog des ›Engelhard‹ Konrads von Würzburg

    Get PDF
    Der Beitrag behandelt eine besondere Spielart der Intertextualität, die man als ›transgenerisch‹ bezeichnen kann. Der Prolog des ›Engelhard‹ gewinnt sein formales und thematisches Profil aus der Überblendung verschiedener Gattungen, nämlich des höfischen Romans, des Minnesangs und der Sangspruchdichtung. Auf diese Weise beleuchtet er die komplexen Geschlechterverhältnisse, die sich aus der Verschränkung einer homosozialen mit einer heterosozialen Figurenkonstellation ergeben

    Wildern im eigenen Gefilde. ›Mehrwegphänomene‹ in Konrads Lyrik und Epik

    Get PDF
    Der folgende Essay widmet sich transgenerischen Elementen in Konrads von Würzburg Œuvre: in seiner Leich- und Sangspruchdichtung, in der ›Goldenen Schmiede‹ und der ›Klage der Kunst‹, im ›Partonopier‹ und ›Trojanerkrieg‹. Er ver­folgt dabei keine gattungstheoretische Perspektive, sondern konzentriert sich auf konkrete Korrespondenzen, die – auf der Ebene der Form, der Rhetorik und der Mo­tivik – Konrads Lyrik und Epik verlinken und sein Schaffen trotz dessen stilistischer wie thematischer Vielgestaltigkeit als ein homogenes auszeichnen

    Heterogene Autorschaft und digitale Textanalyse. Ein Experiment zum kompilatorischen Erzählstil Konrads von Würzburg

    Get PDF
    Der ›Trojanerkrieg‹ Konrads von Würzburg führt heterogenes Quellenmaterial antiker und mittelalterlicher Texte mit maximalen Integrationsansprüchen zusammen, ohne die Spannungen seiner monumentalen Kompilation leugnen. Während diese Ansprüche bislang vor allem aus poetologischen Selbstreflexionen abgeleitet und anhand herausgehobener Einzelepisoden diskutiert wurden, sucht der Beitrag die Frage nach Konrads Erzählstil in einem methodischen Neuansatz digitaler Literaturwissenschaft am Gesamttext empirisch zu überprüfen: Wie homogen bzw. heterogen adaptiert Konrad seine Quellenvorgaben, in welchem Maße prägen kompilatorische Züge auch die Oberfläche des Textes? Und inwiefern lassen sich daraus Rückschlüsse für das Erzählprofil des ›Trojanerkriegs‹ insgesamt ziehen? Wie stilometrische Binnenanalysen von Wort- und Formelverwendungen aufweisen, ist Konrads Roman weder durchgängig einem homogenen Integrationsstil verpflichtet noch einem heterogenen Kompilationsstil. Vielmehr lässt der Text signifikant unterschiedliche Partien hervortreten, die neue Fragen sowohl an Konrads auktoriale Programmatik als auch an die Konrad-Forschung stellen

    Fokalisierung im ‚Meleranz‘ des Pleier

    Get PDF
    Die Romane des Pleiers werden gern als Paradebeispiele für ein spät­arthurisches Erzählen angeführt, das vor allem bekannte Motive variierend wieder­erzählt. Demgegenüber möchte der Beitrag anhand des ›Meleranz‹ die Erzählweise mit einem narratologischen Zugriff analysieren. Im Zentrum der Untersuchung stehen Perspektivierungstechniken, die sich mit dem Begriff der Fokalisierung fas­sen lassen. Daran anknüpfend stellt sich die Frage nach möglichen und sinnvollen Funktions­zuschreibungen an das Konzept der Figur im Rahmen einer historischen Narratologie. Der ›Meleranz‹ harmonisiert die Erzählschemata von Artusroman und Feen­märchen, indem gezielt über die Figuren perspektiviert wird. Der dem Roman mehrfach bescheinigte ›Realismus‹ wird somit nicht nur mithilfe nivellierender An­gleichungen der hybriden Erzählstoffe verwirklicht; darüber hinaus etabliert der ›Meleranz‹ auch eine durch Fokalisierung unterstützte ›realistische‹ Erzählweise

    ›nû jage selbe, swaz dû wilt!‹ Narratologische Analyse und poetologische Interpretation einer metaleptischen ZeitRahmenÜberschreitung im ›Erec‹ (V. 7182–7187)

    Get PDF
    ›Stimme und Ort‹ (Greulich 2018), ›Form und Sinn‹ (Kropik 2018) – exemplarisch spiegeln diese beiden Dualismen das ungebrochene Interesse an narratologischen und poetologischen Perspektiven auf Hartmanns ›Erec‹. Der vorliegende Aufsatz setzt bewusst bei nur drei, bisher eher vernachlässigten Verspaaren an und fragt – ausgehend von einem geschärften Begriffskonzept von ›Metalepse‹ – nach poetologischen Potenzialen der erzählerseitigen ›Einladung‹ des individuell angesprochenen Adressaten nach Penefrec. Die ›Gegenproben‹ anhand zweier prominenter metanarrativer Romanpassagen zeigen nicht nur auf die Möglichkeiten und Grenzen metaleptischer Partizipation im ›Erec‹, sondern auch auf jene einer (trans)historischen Narratologie

    «dans le haut-parleur de mon Alter Ego»: les je en trompe-l’œil du songe

    Get PDF
    Beyond the thematic and generic differences between ‹Le Songe de la Pucele› and ‹Le Songe de Pestilence›, the two allegorical dream narratives are built on a stratified and specular pluralization of the ‹I›, the undermining of the distinction between the first, second, and third persons, and the blurring of the figures representing the author. A split between the homodiegetic retrospective narrator (emerging from his dream and narrating it afterwards) and the intradiegetic dreamer (a character and the perceptual focus of the events in the dream), allows frequent jumps, shifts, and generalized ventriloquism: the ‹I›-narrator thus intermittently yields to the intra-oneiric ‹I› and to personifications through prosopopoeia, meaning personifications which give voice to nonpersons, whether these are transcendental ideas or representations of the character’s psyche, between whom paradoxical relationships of identity and difference are established. The dream thus offers the experience of another ghostly self, of an inner otherness which gives rise to new perceptions. The ‹I› tends to configure itself according to a changing, analogical or antagonist identity: between the feminine and the masculine in ‹Le Songe de la Pucele›, between an ‹I›-narrator and an anonymous third person, and between the author and the reader as clerical and specular figures in ‹Le Songe de Pestilence›. – The reference point of the ‹I› in the act of speaking, blurred and equivocal, serves a cognitive and hermeneutic purpose: it forces the reader to engage in a thought experience which includes varying gender perspectives and points of view on existential and political issues; the reader must constantly locate and identify the source and temporality of the voice in question. Thinking in the first person, through prosopopoeia, embedding, and metonymy, abolishes the boundaries between the self and other, inside and outside, single and multiple, speaker and speakerless, the singular and plural. The ‹I› thus becomes a formidable tool of fiction.Beyond the thematic and generic differences between ‹Le Songe de la Pucele› and ‹Le Songe de Pestilence›, the two allegorical dream narratives are built on a stratified and specular pluralization of the ‹I›, the undermining of the distinction between the first, second, and third persons, and the blurring of the figures representing the author. A split between the homodiegetic retrospective narrator (emerging from his dream and narrating it afterwards) and the intradiegetic dreamer (a character and the perceptual focus of the events in the dream), allows frequent jumps, shifts, and generalized ventriloquism: the ‹I›-narrator thus intermittently yields to the intra-oneiric ‹I› and to personifications through prosopopoeia, meaning personifications which give voice to nonpersons, whether these are transcendental ideas or representations of the character’s psyche, between whom paradoxical relationships of identity and difference are established. The dream thus offers the experience of another ghostly self, of an inner otherness which gives rise to new perceptions. The ‹I› tends to configure itself according to a changing, analogical or antagonist identity: between the feminine and the masculine in ‹Le Songe de la Pucele›, between an ‹I›-narrator and an anonymous third person, and between the author and the reader as clerical and specular figures in ‹Le Songe de Pestilence›. – The reference point of the ‹I› in the act of speaking, blurred and equivocal, serves a cognitive and hermeneutic purpose: it forces the reader to engage in a thought experience which includes varying gender perspectives and points of view on existential and political issues; the reader must constantly locate and identify the source and temporality of the voice in question. Thinking in the first person, through prosopopoeia, embedding, and metonymy, abolishes the boundaries between the self and other, inside and outside, single and multiple, speaker and speakerless, the singular and plural. The ‹I› thus becomes a formidable tool of fiction

    193

    full texts

    256

    metadata records
    Updated in last 30 days.
    Beiträge zur mediävistischen Erzählforschung (BmE)
    Access Repository Dashboard
    Do you manage Open Research Online? Become a CORE Member to access insider analytics, issue reports and manage access to outputs from your repository in the CORE Repository Dashboard! 👇