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Die Impulse der 'Religionstheologie' Schleiermachers für die Ausbildung der Religionswissenschaft(en)
Freiheitliche Software im Kontext einer Ethik der Digitalisierung
Unter DOI 10.18452/24777 liegt eine Fassung der Arbeit vor, in der die Korrekturen gegenüber der ursprünglich von den Gutachtern bewerteten Version der Transparenz wegen sichtbar sind. In dieser Fassung DOI 10.18452/24777.2 sind diese (und weitere) Korrekturen für ein angenehmeres Schriftbild direkt eingepflegt.Diese systematisch-theologische Abschlussarbeit wurde 2021 als Prüfungsleistung im 1. Theologischen Examen und in Reaktion auf die ebenfalls 2021 erschienene Denkschrift „Freiheit digital : Die Zehn Gebote in Zeiten des digitalen Wandels“ der Evangelischen Kirche in Deutschland verfasst.
Vor dem Hintergrund von Charles Taylors Auseinandersetzung mit dem negativen und positiven Freiheitsbegriff Isaiah Berlins sowie einer konstitutiven Schrift der Free Software-Bewegung einerseits (Richard Stallmans „Initial Announcement“) und einer der Open Source-Initiative andererseits (Eric Raymonds „The Cathedral and the Bazaar“) stellt sie erstens die These auf, dass die Verwendung des Begriffes „Open Source“ einen Bedeutungshorizont negativer Freiheitskonzeption mit sich trägt, der vor dem Hintergrund der positiven Freiheitskonzeption, welche die EKD-Denkschrift zum Ausgangspunkt ihres ethischen Reflexionsangebots erklärt, problematisch sein könnte. Zweitens wird in der Arbeit diskutiert, inwiefern der Begriff „Free Software“ bzw. „Freie Software“ einer positiven Freiheitskonzeption entspricht und deswegen im Vergleich zum Begriff „Open Source“ zwar nicht vollumfänglich anschlussfähig, aber zumindest anschlussfähiger zum in der Einleitung der Denkschrift angeführten Freiheitsverständnis der „Freiheit eines Christenmenschen“ nach Martin Luther ist.
Abschließend wird drittens auf Basis der dargestellten Indizien gefragt, inwiefern das Freiheitskonzept Freier Software hinsichtlich einer „Ethik der Digitalisierung“ innerhalb einer „Ethik des Sozialen“ (Torsten Meireis) entsprechende Reflexionen bereichern könnte.
Die Arbeit möchte dazu anregen, die Begriffswahl nicht nur, aber vor allem in theologischen Beiträgen mit Digitalisierungsbezügen zu reflektieren, da in vielen entsprechenden Beiträgen der Begriff „Open Source“ gewählt wird und diese so eine negative Freiheitskonzeption mittragend sein können – dies vor allem, wenn in ihnen der Begriff vom ursprünglichen Software-Kontext auf kirchlich-theologische Sachverhalte hin übertragen wird
Paul Ricœur und seine Rezeption (in) der deutschsprachigen protestantischen Theologie
Die Arbeit geht einem Rezeptionsgeschehen zwischen Theologie und Philosophie im 20.Jahrhundert nach, das nach dem Verhältnis von Sprache und Wirklichkeit fragt. Rudolf Bultmanns Kerygma und Martin Heideggers Ereignis versuchen zu beschreiben, wie Sprache auf die Wirklichkeit und die Existenz wirkt. Ernst Fuchs und Gerhard Ebeling gehen in ihrer Hermeneutischen Theologie von einer christologischen Verhältnisbestimmung aus: Weil Gott im Wort wirkt, ist der Mensch sprachlich bestimmt. Ihr Konzept Wortgeschehen verbindet die sprachliche mit der existentialen Ebene, um das Wort Gottes als dynamisch und rechtfertigend wirkmächtig zu interpretieren.
Der Philosoph Paul Ricœur rezipiert diese theologische Verhältnisbestimmung. Er versucht mit seiner Hermeneutik des Symbols, der Metapher und des Textes, existentiale Strukturen und Wirkweisen von Sprache zu beschreiben und setzt sich dazu auch mit dem Wortgeschehen auseinander. Allerdings weist Ricœurs Rezeption des theologischen Konzeptes auf strukturelle und hermeneutische Probleme hin. Ricœurs eigener Entwurf eines hermeneutischen Prozesses bezieht Struktur und Bedeutung des Textes, sowie Kritik und Glaube des Verstehenden in den Interpretationsvorgang ein und öffnet sich für bibelhermeneutische Überlegungen. Der Philosoph Ricœur wird daher theologisch vielfach rezipiert. Eine konkrete Schnittstelle stellt die Gleichnisdiskussion ab den 1970er Jahren dar, an der Ricœur sich beteiligt und in der seine Hermeneutik theologisch rezipiert wird. Gleichzeitig vertieft diese Diskussion das Konzept Wortgeschehen, weil sie sprachliche Mechanismen und deren existentiale Wirkung genauer beschreibt.
Nachdem das Wortgeschehen philosophisch wie theologisch weiterentwickelt wurde, erweist es sich in der Frage nach einer Hermeneutik des Wortes Gottes als dienliches Konzept, weil es die sprachliche Ebene des Wortes Gottes mit hermeneutischen und theologischen Begründungen seiner existentialen Wirkung verbindet.This dissertation investigates a mutual reference between theology and philosophy in the 20th century dealing with the issue of the relation between language and reality. Rudolf Bultmann‘s Kerygma and Martin Heidegger‘s Ereignis try to describe, how language effects reality and existence. In their Hermeneutical Theology, Ernst Fuchs and Gerhard Ebeling define a christological relation: Because God acts through the word, human existence is defined through language. Their concept Wortgeschehen relates linguistic to existential layers of meaning in order to interpret the word of God as dynamic and justifying.
The philosopher Paul Ricœur refers to this theological relation. In his hermeneutics of symbols, metaphors and texts, he tries to describe existential structures and effects of language and concerning this question also discusses the Wortgeschehen. Yet, Ricœur‘s reference to the theological concept points out structural and hermeneutical problems. Ricœur‘s own concept of a hermeneutic process integrates structure and meaning of a text, as well as the critical and faithful understanding into the process of interpretation. His position is open for hermeneutics of the Bible. Thus, there are several theological references to the philosopher. The discussion on parables in the 1970s represents a concrete intersection of both disciplines, involving Ricœur and the theological reception of his hermeneutics. At the same time the discussion elaborates the concept Wortgeschehen describing language mechanisms and existential effects more precisly.
Through its continuing philosophical and theological development the Wortgeschehen proves a helpful concept concerning the question of hermeneutics of the word of God, because it connects the linguistic layer of the Word of God to hermeneutic and theological reasons of its existential effect
Zur theologischen Gesprächskultur - kritische Anmerkungen. Ein Essay
Im Verlauf der Diskussion um die Kanonizität des Alten Testaments, die durch einen Aufsatz aus der Feder von Notger Slenczka provoziert wurde, hat einer seiner Kollegen, Christoph Markschies, die Diskussion über diese Frage abgelehnt mit der Begründung, die Diskussion über die Kanonizität des AT gleiche der Diskussion der Frage, ob die Erde nicht doch eine Scheibe sei. Der vorliegende Text geht zurück auf einen Vortrag über 'theologische Gesprächskultur'. In der Linie von Sokrates bis Petrus Abaelard versucht der Verfasser zu zeigen, dass das europäische Verständnis von Wissenschaft begründet ist in der Bereitschaft, auch die scheinbar unerschütterlichen Überzeugungen und Gewissheiten in Frage zu stellen. Das ist begründet in der Einsicht, dass alle unsere Erkenntnisse, auch die allerselbstverständlichsten, Täuschung sein können (griechisch 'doxa – Schein' im Gegensatz zur 'aletheia – Wahrheit' [so Sokrates nach Platon]).
Im letzten Abschnitt des Textes wird gezeigt, dass die Überzeugung, dass die Erde eine Scheibe ist, um die die Sonne und die anderen Planeten kreisen (auch nach Copernicus) wahr in dem Sinne, dass Menschen unvermeidlich an eine Perspektive gebunden sind, die durch ihren Leib markiert ist, eine Perspektive, aus der unvermeidlich die Sonne auf- und untergeht (und nicht die Erde sich dreht) und Nord und Ost feste Richtungen sind, die nicht ineinander übergehen (was der Fall ist, wenn man die Kugelgestalt der Erde in Rechnung stellt). Das Zugeständnis, dass in gewisser Hinsicht (!) die Erde eine Scheibe ist, impliziert die Anerkennung, dass wir an eine Leib-Perspektive gebunden sind und für uns als endliche Wesen der Weg zur Wahrheit die Infragestellung und Diskussion aller Wahrheitsansprüche ist, auch derer, die wir für selbstverständlich halten – wie Sokrates nicht zu wissen beansprucht, sondern sich dadurch ausgezeichnet weiss, dass er nicht weiss, sondern in Frage stellt.During a debate on the canonicity of the Old Testament provoked by a paper from Notger Slenczka, one of his colleagues, Christoph Markschies, refused to engage in a dispute on this subject that, according to him, had been firmly settled quite some time ago. He compared the discussion on the canonicity of the Old Testament to a debate on whether or not, after all, the earth really is flat. The paper presented here originates from a talk on the ‘culture of dialogue in theology'. In following a path from Socrates to Peter Abelard, it is argued that the European concept of science is rooted in the readiness to challenge even the most widely accepted convictions and certitudes. This approach follows from the insight that all of our truth-claims, even the most deeply rooted ones, could somehow be deceptive appearances.
- At the conclusion of the paper, it will be shown that the conviction that the earth is flat and the sun and the planets are revolving around the earth can be considered true in the sense that human beings are tied to a perspective that is defined by their body – a perspective from which the sun rises and sets and North and West are fixed directions and are not merging into each other as they actually do if one takes into consideration the spherical shape of the earth. Thus, to admit that, in a way, the earth is flat, means to acknowledge that we are tied to a body-perspective, as the inhabitants of the cave in Plato's parable are tied to their seats and by that to a perspective. For finite beings, inevitably, the world of human life (Lebenswelt) contradicts their scientific insights and vice versa: even a scientist experiences 'sunrise' and 'sunset'. Thus, any genuine path toward truth requires that one challenge and question even the most basic truth claims on a given subject matter, and especially those that are taken for granted.Not Reviewe
454-456 [Rezension] Kollmannsberger, Peter, Die schöpfungstheologische Frage nach dem Personsein des Menschen in den Dogmatiken von Michael Schmaus und Johann Auer
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