1,720,974 research outputs found
Gesichtete Devianzen.
Im folgenden Beitrag möchte ich das Spannungsfeld Normalisierung/Optimierung in der Evolutionspsychologie erkunden und danach fragen, woraus diese Normen ihre besondere Macht beziehen. Ich konzentriere mich dabei auf die sogenannte evolutionspsychologische Attraktivitätsforschung und setze meine Befragungen bei einem ihrer konservativsten Rückgriffe an: bei ihrem Bezug auf evoluti-onstheoretische Psychologien des 19. Jahrhunderts. Dabei soll mir eine genauere Betrachtung der Visualisierungsverfahren, die zur analogen oder (später) digitalen Generierung von ‚schönen‘, ‚normalen‘ und ‚hässlichen‘ Gesichtern eingesetzt werden, dazu dienen, einige generalisierte Reflexionen über den Zeitvektor der Normalisierung anzustellen. Meine These ist, dass diesen Verfahren ein linearer Zeitbegriff zugrundeliegt, der die Zukunft direkt aus der Gegenwart ableitet und dazu beiträgt, gegenwärtige Verhältnisse nicht nur zu legitimieren, sondern zu reproduzieren und zu stabilisieren
Bild und Norm. Editorial.
Der Themenschwerpunkt der Sektion "Bild Wissen Technik" für die Ausgabe 1.2011 widmet sich dem Zusammenspiel von Norm, Bildlichkeit und Technik
Going Beyond Counting First Authors in Author Co-citation Analysis
The present study examines one of the fundamental aspects of author co-citation analysis (ACA) - the way co-citation
counts are defined. Co-citation counting provides the data on which all subsequent statistical analyses and mappings
are based, and we compare ACA results based on two different types of co-citation counting - the traditional type that
only counts the first one among a cited work's authors on the one hand and a non-traditional type that takes into
account the first 5 authors of a cited work on the other hand. Results indicate that the picture produced through this non-traditional author co-citation counting contains more coherent author groups and is therefore considerably clearer. However, this picture represents fewer specialties in the research field being studied than that produced through the traditional first-author co-citation counting when the same number of top-ranked authors is selected and analyzed. Reasons for these effects are discussed
Zwischen regulierter Perspektive und heimsuchender Wirkung.
In diesem Artikel wird der Frage nachgegangen, wie die Vorgänge der Normierung und der Regulierung der Perspektive im Feld medialer Repräsentation wirken. Zunächst werden zwei Behauptungen Susan Sontags diskutiert und problematisiert: Erstens, dass die Fotografie keine Deutungen liefern kann und das Verständnis daher immer auf schriftliche Analysen angewiesen ist; zweitens, dass es die Fotografie nicht vermag, eine dauerhafte ethische oder politische Kraft zu entfalten, weil ihre Wirkung letztlich immer ästhetisierend ist. Anschließend wird anhand von Judith Butlers Analyse des Rahmens und der Rahmung medialer Repräsentation und insbesondere der Fotografie einerseits untersucht, wie Normen in Zeiten des Krieges wirken; ande-rerseits wird die Frage gestellt, wie es dennoch möglich ist, dass die Fotografie eine die Wirkung der Normen unterwandernde Kraft entfalten kann
Variations on the Author
“Variations on the Author” discusses two of Eduardo Coutinho’s recent films (Um Dia na Vida, from 2010, and Últimas Conversas, posthumously released in 2015) and their contribution to the general question of documentary authorship. The director’s filmography is characterized by a consistent yet self-effacing form of authorial self-inscription: Coutinho often features as an interviewer that rather than express opinions propels discourses; an interviewer that is good at listening. This mode of self-inscription characterizes him as an author who is not expressive but who is nonetheless markedly present on the screen. In Um Dia na Vida, however, Coutinho is completely absent form the image, while Últimas Conversas, on the contrary, includes a confessional prologue that moves the director from the margins to the center of his films. This article examines the ways in which these works stand out in the filmography of a director who offers new insights into the notion of cinematic authorship
Karl Blossfeldts Pflanzenaufnahmen als Typusphotographien.
Karl Blossfeldts (1865-1932) photographisches Oeuvre ist Umschlagspunkt verschiedener theoretischer, wissenschaftlicher und ästhetischer Diskurse. Als wichtiger Vertreter der Neuen Sachlichkeit findet sich in seinen Bildern die materielle und stoffliche Oberfläche der Dinge thematisiert, doch steht er auch in einer monistischen Traditionslinie, die Kunst auf Natur rückbezieht und beide symbiotisiert. In diesem Text wird anhand von Urformen der Kunst, ein Bildband, in dem Blossfeldts Pflanzenaufnahmen 1928 erstmals veröffentlicht wurden, eine Lesart etabliert, die Blossfeldts Suche nach der formalen Urpflanze mit der Ästhetik verschiedener wissenschaftlicher und physiognomischer Ansätze im Bereich der Typenbildung kontrastiert. Während neuere Publikationen oftmals Anordnung und Abfolge der Bilder variieren, erlaubt die Erstpublikation eine Betrachtung der Photographien als konstruierte und zeitgleich normative Aufnahmen. Als visuelle Arbeit an einem Typus erweisen sich Blossfeldts Pflanzenbilder, so schlägt es der vorliegende Text vor, als Photographien, die das technische Medium einsetzen, um die eigene Gemachtheit zu verbergen – und derart Normen erst zu setzen wie zu legitimisieren
Appropriate Similarity Measures for Author Cocitation Analysis
We provide a number of new insights into the methodological discussion about author cocitation analysis. We first argue that the use of the Pearson correlation for measuring the similarity between authors’ cocitation profiles is not very satisfactory. We then discuss what kind of similarity measures may be used as an alternative to the Pearson correlation. We consider three similarity measures in particular. One is the well-known cosine. The other two similarity measures have not been used before in the bibliometric literature. Finally, we show by means of an example that our findings have a high practical relevance.information science;Pearson correlation;cosine;similarity measure;author cocitation analysis
Geregeltes Denken & gesteuertes Fühlen.
Ausgehend von der Entwicklung der Kybernetik und Kommunikationstheorie in den USA und England zur Mitte des 20. Jahrhunderts verfolgt dieser wissenschaftshistorische Beitrag die technizistischen Wurzeln der systemischen Psychotherapie und begreift Letztere zugleich als eine sozialtechnologische Interventionsform zur Normalisierung und Funktionalisierung pathologisierter Gruppen und Familien. In Abschnitt eins und zwei wird der anthropologisch-technomorphe Anteil des Denkstils der frühen Kybernetiker, welcher immer von weitreichenden humanwissenschaftlichen Ambitionen getragen war, unter besonderer Berücksichtigung der kybernetischen Auffassung vom Psychopathologischen sowie der in der Kybernetik präferierten diagrammatischen Darstellungsstrategie herausgearbeitet. In den Teilen drei und vier wird auf die systemisch-kybernetischen Denk- und Handlungsformen der ,Gruppe von Palo-Alto‘ eingegangen, v. a. im Hinblick auf deren spezifisches Krankheitsverständnis und der therapeutischen Praxeologie. Im fünften Abschnitt werden schließlich im Anschluss an Johann August Schülein und Jürgen Link die kybernetisch-technizistischen Hintergründe und Konsequenzen der Systemtherapie auf diagrammatischer, praxeologischer und gesellschafts-politischer Ebene kritisch diskutiert
Ausstellungen und normiertes Besucherverhalten.
In Ausstellungen wird oftmals eine normative Inszenierung vorgenommen und die Wahrnehmung der Besucher gesteuert: durch die Vorgabe eines Themas, durch Ausstellungstexte und -kataloge und eine eindimensionale und hierarchische Kunstvermittlung. Die Wahrnehmung der Bilder wird gesteuert und oftmals in eine größere Erzählung eingebunden. Auf der documenta 12, die 2007 von Roger Buergel und Ruth Noack kuratiert wurde, wurde versucht, verstärkt der individuellen Perspektive Raum zu geben. Durch verschiedene Eingriffe auf inhaltlicher und räumlicher Ebene sowie der Ebene der Vermittlung sollte ein Bewusstsein für die Legitimität und Vielfalt der eigenen Interpretationen und Aneignungen geschaffen werden. Den Kuratoren ging es darum, eine nicht-normative Ausstellung zu konzipieren, die aufgrund der sich zum Teil widersprechenden Setzungen einem Grenzraum des Sowohl-als-auch glich und Spielraum für vielfältige Verknüpfungs- und Übersetzungsleistungen bot. Im Aufsatz werden diese Eingriffe geschildert und auf ihre Wirksamkeit hin überprüft
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