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    Anorectal malformations

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    Anorectal malformations (ARM) are rare congenital anomalies with an overall prevalence of 3.32 per 10,000 pregnancies. ARM describe a spectrum of anomalies of the anus and rectum ranging from a minimally displaced anal canal to a complete fusion of the anorectum, vagina and urethra with hypoplastic sphincter and pelvic floor muscle. Aberrant septation of the hindgut with anomalous cloacal membrane during weeks 6 to 9 of gestation form the developmental basis for a spectrum of anomalies defined as ARM. Although underlying specific syndromes and occasional familiar occurrence suggest genetic aetiology, most ARM are non-syndromic and their causal genetic mechanisms and non-genetic insults remain unclear. ARM is a clinical diagnosis, generally made early after birth via careful inspection of the perineum. Prenatal detection remains rare, and modern technical developments have added little to prenatal diagnostics. ARM is corrected surgically. Since its introduction in 1982, posterior sagittal anorectoplasty is the most common surgery for ARM reconstruction. Subsequent surgical adaptations focus on minimizing iatrogenic operative injury by limiting surgical invasiveness. They include laparoscopic procedures and shortening of incisions with confined dissection in open surgery. Although outcomes in patients with ARM have evolved throughout the past decades, there is urgent need for further improvements both in functional outcomes and quality of life. The importance of psychosocial experiences of affected patients is increasingly recognized. Continued research is necessary to improve prenatal detection, to elucidate genetic and epigenetic alterations and to refine optimal surgical procedures

    Systematische Identifizierung und Charakterisierung ursächlich genetischer Faktoren seltener urorektaler und gastrointestinaler Fehlbildungen

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    Urorektale und gastrointestinale Malformationen sind menschliche Entwicklungsdefekte, die sich mit einem breiten phänotypischen Spektrum manifestieren und genetisch sehr heterogen sind. Die Ätiologie ist in den meisten Fällen bisher unbekannt. Das übergeordnete Ziel der hier vorgelegten Arbeit ist es, die genetischen Ursachen urorektaler und gastrointestinaler Fehlbildungen zu identifizieren und aufzuklären. In der vorliegenden Arbeit lag der Fokus zuerst auf dem Blasenekstrophie-Epispadie-Komplex (BEEK). In einer vorangegangenen Studie wurde die ISL1-Region als Risikolokus für multifaktorielle KBE-Phänotypen identifiziert. In der hier vorliegenden Arbeit wurde diese Region im Rahmen einer Replikationsstudie in sieben verschiedenen Kollektiven untersucht. Die ISL1-Region wurde erfolgreich in allen sieben Kohorten repliziert. Durch die vormals durchgeführte Exom-Analyse in acht KE-Eltern-Kind-Trios wurde ein Risikogen SLC20A1 identifiziert. Das Risikogen SLC20A1 wurde in 526 BEEK-Patienten re-sequenziert und insgesamt zwei neue de novo Varianten und eine neue vererbte Variante wurden in drei unabhängigen Familien bestätigt. Ein weiterer Fokus der vorliegenden Arbeit hatte die VATER/VACTERL-Assoziation im Blick. In der vorliegenden Studie wurde eine Array-basierte Analyse zu ursächlichen Kopienzahlveränderungen (CNV) in 75 Patienten mit VATER/VACTERL-Assoziation und 40 Patienten mit VATER/VACTERL-ähnlichem Phänotyp durchgeführt. Insgesamt wurden 13 Mikrodeletionen und sieben Mikroduplikationen in 20 unabhängigen Patienten identifiziert, die nicht in gesunden Kontrollen zu finden waren. Dabei konnte eine Mikrodeletion in der chromosomalen Region 17q12 als de novo bestätigt werden. Im letzten Teil der vorliegenden Arbeit lag der Fokus auf angeborenen Ösophagusatresien mit und ohne tracheo-ösophagealer Fistel (EA/TEF). Mittels Whole-Exome Sequencing (WES) wurden 31 Eltern-Kinder-Trios untersucht. Dabei konnten 24 Varianten in 23 Genen und 18 unabhängigen Patienten mit Hilfe von Sanger Sequenzierung bestätigt werden. Zusammenfassend hat die vorgelegte Arbeit dazu beigetragen bisher nicht bekannte genetische Faktoren für die untersuchten Fehlbildungen zu identifizieren und zu bestätigen. Dadurch hat die vorgelegte Arbeit einen wichtigen Beitrag zum besseren Verständnis der Ursachen urorektaler und gastrointestinaler Fehlbildungen und letztendlich der Entwicklung dieser Organstrukturen geleistet

    Kandidatengenanalyse zur Identifikation von Suszeptibilitätsvarianten für die Soziale Phobie

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    Einleitung: Die soziale Phobie (SAD) ist eine häufige psychiatrische Erkrankung multifaktorieller Genese. Für die Beteiligung genetischer Faktoren an der Krankheitsentstehung sprechen die Befunde aus Familien- und Zwillingsstudien. Bisher konnten allerdings nur wenige genetische Risikovarianten für die SAD gefunden werden. Durch deren Identifizierung erhofft man sich ein besseres Verständnis der zugrunde liegenden Pathomechanismen, um so Fortschritte in der Diagnostik, Therapie und Prävention der SAD erzielen zu können. Methoden: Da Hinweise auf ein gemeinsames genetisches Risikoprofil unter psychiatrischen Erkrankungen existieren, erfolgte die systematische Untersuchung genetischer Varianten mit bereits beschriebener Assoziation zu anderen psychiatrischen Erkrankungen auf ihren prädisponierenden Effekt bei der Entwicklung einer SAD. In einem Fall-Kontroll-Kollektiv aus 321 SAD-Patienten sowie 804 Kontrollen wurden 24 Einzelnukleotid-Polymorphismen (SNPs) genotypisiert und anschließend auf Assoziation zur SAD untersucht. Zusätzlich wurden quantitative Assoziationsanalysen zur Symptomstärke und zum Grad an Schadensvermeidung durchgeführt. Ergebnisse: Keine der untersuchten Varianten zeigte eine signifikante Assoziation zur SAD nach Bonferroni Korrektur. Der SNP rs140701 im Gen des Serotonintransporters (SLC6A4) erreichte nominale Signifikanz. Das Ergebnis für rs140701 konnte durch Ausschluss der Patienten mit komorbider Panikstörung, trotz deutlich kleinerer Fallzahl (188), bestärkt werden. Die stärkste Assoziation zur Symptomstärke und zum Grad an Schadensvermeidung bestand für den Polymorphismus rs10994359 im Gen ANK3. Schlussfolgerung: Die vorliegende Studie deutet auf die Beteiligung von SLC6A4 in der Ätiologie der SAD hin. Zudem scheint ein Einfluss von ANK3 bei der Entwicklung von ängstlich vermeidender Persönlichkeit mit Auswirkungen auf die Symptomstärke der SAD möglich

    Vergleich des Laktatspitzenspiegels im Serum, der Laktatserum-Clearance und der Urinlaktatausscheidung als prognostischer Marker für das postoperative Ergebnis und die Komplikationsrate bei Kindern nach Herzoperation

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    Hintergrund und Ziele: Nach herzchirurgischer Intervention bei angeborenen Herzfehlern ist die Laktatkonzentration im Serum ein etablierter Parameter zur frühen Abschätzung des Risikos für postoperative Komplikationen, Morbidität und Mortalität. Die Messung von Laktat im Urin birgt möglicherweise Vorteile in der Aussagekraft gegenüber der Bestimmung von Laktat im Serum und wurde in diesem Zusammenhang bisher noch nicht evaluiert. Es wird die Studienhypothese untersucht, dass das Urinlaktat dem Laktat im Serum in der Aussagekraft überlegen ist. Zudem soll als zweite Studienhypothese bestätigt werden, dass die Laktatclearance der alleinigen Bestimmung des Laktatspitzenspiegels überlegen ist. Methoden: Es wurde eine prospektive Beobachtungsstudie mit insgesamt 261 Patienten durchgeführt. Das Laktat im Urin wurde bei Aufnahme auf Intensivstation sowie 4 h postoperativ abgenommen und sowohl labortechnisch als auch im Blutgasanalysegerät (BGA-Gerät) ausgewertet. Die Serumeinzelwerte wurden als intraoperative Maximalkonzentration, als erste Blutgasanalyse (BGA) auf Intensivstation und als Gesamtspitzenspiegel erfasst. Die Laktatclearance wurde berechnet für die Zeit ab dem Gesamtspitzenspiegel bis 7 d, Reanimation, Dialyse, neurologische Komplikation) und weiteren Studienendpunkten (Aufenthalt Intensivstation, Aufenthalt Krankenhaus, Intubationsstunden, Dauer Katecholaminunterstützung) untersucht. Ergebnisse und Beobachtungen: Die Bestimmung von Laktat im Urin war in diesem Studiensetting sowohl in der Laboranalyse als auch in der BGA der Bestimmung von Laktat im Serum nicht überlegen. Es konnte weder zu den MAEs noch zu den Studienendpunkten eine stärkere Korrelation im Vergleich zu den Werten im Serum gefunden werden. Es bestätigte sich jedoch die Studienhypothese, dass die Bestimmung der Laktatclearance der Bestimmung des Laktatspitzenspiegels im Serum überlegen war. Dies war vor allem für die Laktatclearance vom Maximalwert bis zu einer Laktatkonzentration < 2 mmol/L zu beobachten. Für die Korrelationen zu den Studienendpunkten waren im Durchschnitt höhere Effektstärken zu beobachten, z. B. für die endgültige Extubation mit r = 0,595 (p < 0,001) der Laktatclearance < 2 mmol/L im Vergleich zum maximalen intraoperativen Laktatwert mit r = 0,378 (p < 0,001). Auch für die MAEs zeigte sich im Vergleich zu den anderen untersuchten Laktatwerten durchschnittlich betrachtet höhere Effektstärken mit einem Cohen’s d von 0,882 bis 2,720 (p < 0,050), ausgenommen Neurokomplikationen. (Praktische) Schlussfolgerungen und Diskussion: Eine Bestimmung des Urinlaktats nach Operationen (OPs) bei angeborenen Herzfehlern weist in dieser Studie keinen Vorteil zur Bestimmung der Laktatserumwerte auf. Es zeigte sich jedoch eine Überlegenheit der Laktatclearance gegenüber den Serumeinzelwerten

    Systemische Identifizierung genetischer Ursachen der VATER/VACTERL-Assoziation und isolierter anorektaler Malformationen

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    Das Akronym der VATER/VACTERL-Assoziation definiert das seltene, gleichzeitige Auftreten von Wirbeldefekten (V), anorektalen Fehlbildungen (A), Herzfehlern (C), tracheoösophagealen Fisteln inklusive oder ohne Ösophagusatresie (TE), Nieren (R)- und Extremitätenfehlbildungen (L). Für eine vollständige Begriffsdefinition sind Fehlbildungen in drei Organsystemen notwendig. Eine VATER/VACTERL-like Situation besteht bei zwei gleichzeitig auftretenden, oben beschriebenen Anomalien. Anorektale und kloakale Malformationen (ARM) können sowohl isoliert als auch in bis zu 60 % der Fälle gemeinsam mit anderen Fehlbildungen vorkommen. Das Krankheitsspektrum reicht bis zu komplex ausgeprägten Malformationen, welche operativ korrigiert werden müssen. Der genetische Einfluss der Kandidatengene FOXF1, HSPA6, HAAO und KYNU auf die VATER/VACTERL-Assoziation und anorektalen Malformationen war bis dato weitgehend unbekannt. Ziel der Arbeit war die Genuntersuchung in einer großen Patientengruppe mittels paralleler Re-Sequenzierung unter Anwendung der „Molekular Inversion Probes (MIP)“. Es konnten zwei als krankheitsverursachend vorhergesagte Varianten in dem Kandidatengen FOXF1 identifiziert werden. FOXF1 wurde bereits bei Patienten mit alveolärer Kapillardysplasie und einem Patienten mit ARM vorbeschrieben, im Mausmodell konnte ein FOXF1-Einfluss auf die Entwicklung der Atemwege, des Magen-Darm-Traktes und Herz-Kreislauf-Systems nachgewiesen werden. Die gefundenen FOXF1-Genvarianten der zwei Patienten mit einer isolierter ARM und einer TE mit kardialen Defekten wurden per Sanger-Sequenzierung bestätigt, genauso wie deren Vererbung durch die gesunden Mütter. Unsere MIP-Analyse legt nahe, dass die Gene FOXF1, HSPA6, HAAO und KYNU in der Fehlbildungsgenese der VATER/VACTERL-Assoziation und isolierter ARM keine große Rolle spielen. Wir konnten die Benignität der überwiegenden Zahl an Einzelnukleotid-Polymorphismen nachweisen. Bei dieser schwerwiegenden Erkrankung mit hoher Rate an Totgeburten und Sterbefällen innerhalb des ersten Lebensjahres sind daher Folgeuntersuchungen für eine tiefgehendes Verständnis der Fehlbildungsentstehung enorm wichtig

    Evaluation des Einsatzes eines neonatalen Kolonisationsscreenings für die empirische Antibiotikatherapie von Sepsis und Pneumonie

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    Seit 2013 wird auf deutschen neonatologischen Intensivstationen ein wöchentliches Screening auf multiresistente gramnegative (MRGN) Bakterien durchge-führt. Die nationale Leitlinie der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) des Robert-Koch Institutes (RKI) empfiehlt neben der wöchentlichen Durchführung des Screenings außerdem die Berücksichtigung der Ergebnisse von Kolonisationsanalysen bei der Festlegung von Antibiotika-Behandlungsschemata im Infektionsfall. Ziel dieser monozentrischen retrospektiven Studie ist es, einen Einblick in die klinische Dichotomie von bakterieller Besiedelung und Infektionsraten sowie eine Evaluation des Nutzens eines neonatalen Kolonisationsscreenings für die empirische Antibiotikatherapie zu ermöglichen. Zusätzlich sollen anhand der Daten Risikofaktoren für den Erwerb resistenter Keime identifiziert werden. Für die retrospektive Untersuchung wurden mikrobiologische Daten aller zwischen Januar 2013 und Dezember 2021 in einem Level 1 Perinatalzentrum behandelten Neugeborenen analysiert. Hierfür erfolgte ein Vergleich zwischen der Besiedelung mit multiresistenten Erregern (MRE, umfasst MRGN, MRSA und VRE) und Serratia marcescens (SERMA) und den jeweiligen mikrobiologischen Befunden bei Sepsis und Pneumonie. Insgesamt wurden 917 Blut- und 1.799 Trachealsekretproben analysiert. Nach Anwendung der Kriterien des Krankenhaus-Infektions-Surveillance-Systems für Neugeborene (NEO-KISS) wurden 52 Fälle von Sepsis und 55 Fälle von Pneumonie in die Studie eingeschlossen. Eine Besiedelung mit MRE oder SERMA konnte bei 19,2% der Sepsispatienten und 34,5% der Pneumoniepatienten festgestellt werden. Unter den untersuchten Sepsispatienten konnte kein Fall auf MRE und nur ein Fall auf SERMA zurückgeführt werden, während bei den Pneumonien in zehn Fällen MRE und in einem Fall SERMA für die Infektion ursächlich waren. Als Risikofaktoren für den Erwerb einer Kolonisation mit oder einer Infektion durch MRE oder SERMA konnten wir die Late-Onset Pneu-monie (LOP) sowie die Geburt per Kaiserschnitt identifizieren. Das Kolonisationsscreening mag als nützliches Instrument für die frühzeitige Erkennung von nosokomialen Übertragungen und die zeitnahe Umsetzung von präventiven Hygienemaßnahmen dienen. Unsere Daten deuten jedoch darauf hin, dass die Berücksichtigung einer Kolonisierung mit MRE/SERMA den unnötigen Einsatz von Reserveantibiotika bei Neugeborenen fördern könnte und daher die Abdeckung des Kolonisationskeims bei der Wahl des Antibiotikums im Falle einer Infektion nicht uneingeschränkt zu empfehlen ist

    Going Beyond Counting First Authors in Author Co-citation Analysis

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    The present study examines one of the fundamental aspects of author co-citation analysis (ACA) - the way co-citation counts are defined. Co-citation counting provides the data on which all subsequent statistical analyses and mappings are based, and we compare ACA results based on two different types of co-citation counting - the traditional type that only counts the first one among a cited work's authors on the one hand and a non-traditional type that takes into account the first 5 authors of a cited work on the other hand. Results indicate that the picture produced through this non-traditional author co-citation counting contains more coherent author groups and is therefore considerably clearer. However, this picture represents fewer specialties in the research field being studied than that produced through the traditional first-author co-citation counting when the same number of top-ranked authors is selected and analyzed. Reasons for these effects are discussed

    Einfluss des Timings der antenatalen Kortikosteroidgabe auf die neonatale Morbidität in einem Frühgeburtenkollektiv zwischen 28+0 und 34+0 Schwangerschaftswochen mit Fokus auf das Respiratory Distress Syndrome

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    1. Zusammenfassung 1.1. Hintergrund und Zielsetzung Respiratorische Anpassungsstörungen im Sinne eines Respiratory Distress Syndrome (RDS) spielen eine bedeutende Rolle bezüglich der Mortalität und Morbidität bei Frühgeborenen. Der klinische Nutzen einer antenatalen Kortikosteroidgabe (ACS) gilt seit Jahrzehnten als bewiesen. Von wesentlicher Bedeutung ist das richtige Timing einer solchen RDS-Prophylaxe. Der größtmögliche Effekt wird erwartet, wenn eine ACS-Gabe zwischen sieben Tagen und 24 Stunden vor Geburt etabliert wird. Da eine wiederholte Gabe aufgrund möglicher Nebenwirkungen umstritten bleibt, kommt dem richtigen Zeitpunkt der Applikation eine besondere Bedeutung zu. Ziel dieser Arbeit ist es, den Zusammenhang zwischen der Effektivität und der zeitlichen Distanz einer RDS-Prophylaxe bis zur Geburt bei Frühgeborenen zwischen 28+0 und 34+0 Schwangerschaftswochen (SSW) aufzuzeigen und damit zur Findung des optimalen Zeitfensters einer ACS-Gabe beizutragen. 1.2. Material und Methoden In dieser Studie wurden retrospektiv Frühgeborene zwischen 28+0 und 34+0 SSW ermittelt, die in dem Zeitraum von 2010 bis 2013 im Universitäts-Perinatalzentrum Franken geboren wurden und in zwei Gruppen aufgeteilt: Gruppe 1: Mütter der Gruppe 1 erhielten in den letzten sieben Tagen vor der Geburt eine ACS-Gabe Gruppe 2: Mütter der Gruppe 2 erhielten in den letzten sieben Tagen vor der Geburt keine ACS-Gabe. In diese Gruppe zählen auch diejenigen, bei denen eine ACS-Gabe länger als sieben Tage zurückliegt. Primärer Outcomeparameter war dabei das Auftreten bzw. der Schweregrad einer respiratorischen Insuffizienz im Rahmen eines RDS. Sekundär wurden die Inzidenzen typischer Komorbiditäten wie der Intrazerebralen Hämorrhagie (ICH), der Periventrikulären Leukomalazie (PVL), der Bronchopulmonalen Dysplasie (BPD), der Neugeboreneninfektionen und der nekrotisierenden Enterokolitis (NEC) untersucht. 1.3. Ergebnisse Frühgeborene, deren Mütter innerhalb der letzten sieben Tage vor Geburt eine ACS-Gabe erhielten, erlitten signifikant seltener ein RDS im Vergleich zu denen, die keine RDS-Prophylaxe in diesem Zeitraum erhielten (40% vs. 62%, p=0,0009). Insbesondere war die Anzahl der Frühgeborenen, die ein höhergradiges RDS (Grad 2 bis 4) aufwiesen, in der unbehandelten Gruppe deutlich höher (p=0,0121). Zudem war die Rate an ICH (1% vs. 9%, p=0,0041) und Neugeboreneninfektionen (72% vs. 89%, p=0,0025) in der behandelten Gruppe signifikant niedriger. Für die Zielparameter NEC und PVL ergaben sich, bei einer insgesamt geringen Fallzahl von NEC und PVL in der Kohorte, keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen. 1.4. Fazit In der durchgeführten Studie konnten wir zeigen, dass eine RDS-Prophylaxe innerhalb von sieben Tagen vor der Geburt bei Frühgeborenen zwischen 28+0 und 34+0 SSW eine signifikante Senkung des Risikos, ein RDS zu erleiden, bewirken kann. Ferner vermag eine solche Prophylaxe ebenfalls das Auftreten einer ICH zu verringern und damit insgesamt zu einem verbesserten Outcome von ohnehin vulnerablen Frühgeborenen zu führen. Des Weiteren ließ sich eine niedrigere Rate an Neugeboreneninfektionen verzeichnen. Eine wichtige Rolle spielt zudem das Timing einer ACS-Gabe und damit konsekutiv die klinische Einschätzbarkeit einer drohenden Frühgeburtlichkeit
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