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    Shmuel Noah Eisenstadt: Kulturtheoretische Zivilisationsanalyse

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    Shmuel Noah Eisenstadt wurde am 10. August 1923 in Warschau geboren. Seine Eltern waren wie der Rest der weit verzweigten, ursprünglich aus Weißrussland stammenden jüdischen Familie stark vom Zionismus geprägt. So emigrierte 1935 auch Eisenstadts Mutter — der Vater, Zahnarzt von Beruf, war frühzeitig verstorben — mit ihrem einzigen Sohn nach Palästina, um sich in Tel Aviv als Bankangestellte niederzulassen. Dort besuchte Eisenstadt zunächst das Gymnasium, bevor er 1940 an der Hebräischen Universität von Jerusalem das Studium der Geschichte und Soziologie aufnahm. Die zionistische Bewegung, die jüdische Einwanderung nach Palästina und die Gründung des Staates Israel in einer sicherheitspolitisch prekären Umwelt, seine Stellung zur arabischen Bevölkerung, aber auch seine Beziehungen zur jüdischen Diaspora — all dies sind Erfahrungen und Themen, mit denen sich Eisenstadt angefangen von seinen frühen migrations- und jugendsoziologischen Arbeiten bis in sein Spätwerk hinein kontinuierlich beschäftigte (vgl. Eisenstadt 1985 und 1992a). Sie prägten die Denkbewegung, an deren Ende ein in verschiedenste Disziplinen hinein ragendes kultur- und zivilisationstheoretisches Forschungsprogramm stehen sollte

    Victor Turner

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    Die Rehabilitierung der Dinge: Rezension zu "Vom Geist der Sache: Zur Kritik der Verdinglichung" von Dirk Quadflieg

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    Quadflieg, Dirk: Vom Geist der Sache - Zur Kritik der Verdinglichung. Frankfurter Beiträge zur Soziologie und Sozialphilosophie, Bd. 27. Frankfurt am Main: Campus Verlag 2019. 978-3-593-50665-

    Romantik und Demokratie: Überlegungen zum Politischen am Anfang der Romantik

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    Der Autor fragt nach dem Zusammenhang der frühromantischen Ästhetik im Ausgang des 18. Jahrhunderts und der modernen Massendemokratie. Lassen sich kunstimmanente Kriterien finden, nach denen beurteilt werden kann, welche ästhetischen „Befreiungsimpulse“ zur Stärkung einer demokratisch organisierten Gemeinschaft beitragen und welche dagegen Gefahr laufen, antidemokratische Organisationsformen zu propagieren? Die Argumentation erfolgt in drei Schritten. Im ersten Schritt folgt der Autor den Überlegungen Carl Schmitts, dass gerade die Offenheit des Romantikbegriffs auf eine Politik der Romantik hinweist. Anders als Schmitt liest er die Unbestimmtheit nicht als etwas, das politische Ordnungen zerstört (mithin also un- oder antipolitisch wäre). Gerade die Fähigkeit, alles zum Anlass eines neuen Romans nehmen zu können, könnte – so das Argument - überhaupt erst in die Lage versetzen, sich selbst an der gemeinsamen Gestaltung der politischen Ordnung zu beteiligen. Romantische Literatur und demokratische Politik, so die Idee, basieren im Kern auf derselben Voraussetzung: sie basieren beide auf der Möglichkeit sprachfähiger Individuen, welche sich in ihren eigenen Worten einander verständlich machen können. Für diese Überlegung stützt er sich neben der Autor*innen strukturalistischer Theorie wie Roman Jakobson auf die politische Ästhetik Jacques Rancières, insbesondere dessen Verknüpfung von Politik und Literatur. Nachdem im ersten Schritt die Offenheit des Romantikbegriffs als politisches Moment vorgeschlagen und im zweiten Schritt mit Rancière dieses politische Moment vertieft wurde, schlägt er im dritten Schritt eine politisch-ästhetische “Urszene” im Anfang der Romantik vor. Gestützt auf der Kant-Lesart Hannah Arendts vermutet er, dass zwischen Kants Kritik der Urteilkraft und der Formulierung der romantischen Theorie bei August Wilhelm Schlegel ein neues Verhältnis zwischen Kunst und Politik aufscheint und von den romantischen Autor*innen aufgegriffen wird

    Going Beyond Counting First Authors in Author Co-citation Analysis

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    The present study examines one of the fundamental aspects of author co-citation analysis (ACA) - the way co-citation counts are defined. Co-citation counting provides the data on which all subsequent statistical analyses and mappings are based, and we compare ACA results based on two different types of co-citation counting - the traditional type that only counts the first one among a cited work's authors on the one hand and a non-traditional type that takes into account the first 5 authors of a cited work on the other hand. Results indicate that the picture produced through this non-traditional author co-citation counting contains more coherent author groups and is therefore considerably clearer. However, this picture represents fewer specialties in the research field being studied than that produced through the traditional first-author co-citation counting when the same number of top-ranked authors is selected and analyzed. Reasons for these effects are discussed

    Zygmunt Bauman: die ambivalente Verfassung moderner und postmoderner Kultur

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    Das Werk des polnischen Soziologen Zygmunt Bauman wird zusammenfassend dargestellt. Geprägt durch die Erfahrungen des nationalsozialistischen und kommunistischen Totalitarismus, des Krieges und des Exils, steht für Bauman die Förderung von Verantwortung, Freiheit und Autonomie des Individuums im Zentrum seiner Arbeit. Um Aufklärung mit dem Ziel der menschlichen Einsicht zu erreichen, ist eine soziologische Auseinandersetzung mit der Kultur unverzichtbar. In der postmodernen Kultur verlieren nach Bauman die traditionellen und lokalen Bindungen an Bedeutung. Wenn Mobilität zur vorherrschenden Lebensform wird, schrumpfen auch die Möglichkeiten des kollektiven Handelns. Bauman ist der Überzeugung, dass in der Postmoderne die menschlichen Beziehungen ihre moralische Bedeutsamkeit verlieren, wobei die Adiaphorisierung durch neue Mechanismen verstärkt wird. (GB

    Variations on the Author

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    “Variations on the Author” discusses two of Eduardo Coutinho’s recent films (Um Dia na Vida, from 2010, and Últimas Conversas, posthumously released in 2015) and their contribution to the general question of documentary authorship. The director’s filmography is characterized by a consistent yet self-effacing form of authorial self-inscription: Coutinho often features as an interviewer that rather than express opinions propels discourses; an interviewer that is good at listening. This mode of self-inscription characterizes him as an author who is not expressive but who is nonetheless markedly present on the screen. In Um Dia na Vida, however, Coutinho is completely absent form the image, while Últimas Conversas, on the contrary, includes a confessional prologue that moves the director from the margins to the center of his films. This article examines the ways in which these works stand out in the filmography of a director who offers new insights into the notion of cinematic authorship
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