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Integrierte Mobilität im Ruhrgebiet: Konzeptstudie
Verkehrsstaus, unpünktliche und nicht aufeinander abgestimmte öffentliche Verkehrsmittel und nur rudimentär ausgebaute Radwege beschreiben einige Herausforderungen, mit denen sehr viele Menschen umgehen müssen. Das Ruhrgebiet mit über fünf Millionen Bewohnerinnen und Bewohnern ist von solchen Problemen besonders betroffen, weil es sich um einen polyzentrischen Ballungsraum mit sehr vielen städtischen Eigenlogiken handelt. Welche Anforderungen stellen sich unter solchen Bedingungen an integrierte und nachhaltige Mobilität?
In der zweiten Jahreshälfte 2019 wurden in Kooperation zweier Lehrstühle der Ruhr-Universität Bochum (Prof. Dr. L. Pries/Fakultät für Sozialwissenschaft und Prof. Dr. M. Roos/Fakultät für Wirtschaftswissenschaft) mit Förderung durch die Emschergenossenschaft in einem Pilotprojekt (1) Studierende und Beschäftigte der Ruhr-Universität Bochum zu gegenwärtigen Mobilitätsgewohnheiten und zukünftigen Mobilitätserwartungen befragt, (2) in einer Fallstudie Lösungsmöglichkeiten für die technische und organisatorische Weiterentwicklung von innerbetrieblicher Mobilität der Mitarbeitenden entwickelt und (3) durch systematische Recherchen und Interviews nationale und internationale Erfahrungen im Hinblick auf die Entwicklung integrierter Verkehrssysteme zusammengefasst. Dieser Bericht fasst die wichtigsten Ergebnisse der Untersuchung zusammen und macht insgesamt elf Vorschläge für die Entwicklung eines nachhaltigen integrierten Mobilitätssystems im Ruhrgebiet.
Bitte zitieren Sie die folgenden Angaben: Pries, Ludger/Roos, Michael (unter Mitarbeit von Florian Lewalder, Maximilian Dirks, Valerie Donath, Kai-David Klärner und Katharina Leikard). 2020. Integrierte Mobilität im Ruhrgebiet – Konzeptstudie. Bochum: Ruhr-Universität Bochum. https://dx.doi.org/10.13154/rub.149.12
Jenseits des Homogenitätsmodells der Kultur: Zur Analyse von Transnationalität und kulturellen Interferenzen auf der Grundlage der hermeneutischen Wissenssoziologie
Amelina A. Jenseits des Homogenitätsmodells der Kultur: Zur Analyse von Transnationalität und kulturellen Interferenzen auf der Grundlage der hermeneutischen Wissenssoziologie. SFB 882 Working Paper Series. Vol 4. Bielefeld: DFG Research Center (SFB) 882 From Heterogeneities to Inequalities; 2012.Der Aufsatz erweitert die aktuellen Forschungsstrategien der Transnationalisierungsforschung
um die kulturtheoretische Perspektive. In Anlehnung an Andreas Reckwitz, Ulf Hannerz und
Homi Bhabha wird ‚Kultur‘ als ein Prozess der Sinngebung beschrieben. Folglich werden
transnationale Formationen, wie multi-lokale Familien, Diasporen und Organisationen als
diejenige soziale Einheiten definiert, die sich durch die Interferenz, also Überlagerung, von
Sinnmustern und Wissensordnungen auszeichnen.
Auf der Grundlage dieser Annahmen fasst der Aufsatz zentrale Elemente einer transnational
orientierten hermeneutischen Wissenssoziologie zusammen, die Akteursstrategien des
Umgangs mit kulturellen Interferenzen in den Mittelpunkt rückt. Als erstes werden die
Vorteile von multi-lokaler Ethnographie (und der an sie angelehnten Erhebungsformen)
hervorgehoben, die eine innovative Form der qualitativen Erhebung von
grenzüberschreitenden Phänomenen darstellt. Als zweites wird die modifizierte Strategie der
Dateninterpretation in Anlehnung an die hermeneutische Wissenssoziologie vorgeschlagen:
Forscherinnen bleiben offen in Bezug auf die mögliche Pluralität und Überlagerung der
Sinnmuster sozialer Akteure. Als drittes wird vorgeschlagen, die Reflexivitätssteigerung ins
methodische Verfahren zu integrieren, in dem die Forschung in kulturell-heterogenen und
interdisziplinären Forschungsteams organisiert wird. Somit bietet die Methode der
transnational orientierten hermeneutischen Wissenssoziologie eine komplexitätsadäquate
Rekonstruktion kultureller Interferenzen im Kontext von grenzüberschreitenden
Sozialpraktiken
Politische Werte in der Einwanderungsgesellschaft: eine Studie zur Typologie bürgerschaftlicher Orientierungen in einem multiethnischen Stadtbezirk
Zusammenfassung: Die Dissertation reflektiert und demonstriert, wie sich pro-soziale Handlungs-orientierungen in der Migrationsgesellschaft erschließen lassen. Anhand einer empirischen Studie mit engagierten Bewohner_innen eines multiethnischen Großstadtquartiers werden deren Narra-tive zum Engagement rekonstruiert, darin die Sinnhaftigkeit eines alltäglichen Handelns im Quartier sortiert und hinsichtlich ihrer Genese aufgeklärt. Die Überlegungen zur bürgerschaftlichen Orientie-rung in der Migrationsgesellschaft haben in dieser Arbeit drei Ausgangspunkte: Erstens ist die Idee affektiv besetzter kultureller Schemata und Deutungen zentral. Diese Idee lässt sich anhand der Auseinandersetzung über Werteentstehung und -bindung bei Hans Joas gut nachvollziehen. So sind nach dessen Argumentation bestimmte Schemata – etwa Ideale, persönliche Ziele oder Be-wertungsmaßstäbe – als Handlungsorientierungen nicht einfach da, sondern entstehen aufgrund spezifischer Artikulationen besonders interpretationsbedürftiger Erfahrungen immer wieder neu. Zweitens nimmt die Arbeit Anregungen aus der Migrationsforschung auf: Weil für Selbst- und Fremdidentifikationen sowie soziale Ausschlüsse die Konstruktion von Zugehörigkeit über Kultur und Werte eine Rolle spielt, nimmt diese Arbeit in seiner Analyse insbesondere auf die konstrukti-vistischen Ansätze des boundary making Bezug. Drittens wird an eine kultursensible Zivilgesell-schaftsforschung angeschlossen, die auf die bottom-up-Erzeugung von Bedeutungen und den bio-graphisch geronnenen Sinn von zivilgesellschaftlichen Handlungen verweist. Dabei nutze ich die Perspektive der Critical Citizenship Studies, wonach Bürgerschaft nicht als feststehender Status zu verstehen sei, sondern als eine Haltung, die sich jede_r – unabhängig von Geschlecht, Klasse, Her-kunft, … – aneignen könne. Die empirische Studie greift auf die dokumentarische Forschungsmethode zurück. Diese ermöglicht es, verschiedene Orientierungsrahmen einer bürgerschaftlichen Orientierung zu rekonstruieren und als jeweils implizites Wissen in konjunktiven Erfahrungsräumen zu begreifen. Das Ergebnis der empirischen Analyse besteht – kurz zusammengefasst – darin, dass die Engagierten vor allen Din-gen ein Sorgen um etwas erzählen, wie auch eine Haltung gegenüber Grenzen. Gerade im Ausü-ben zivilgesellschaftlicher Handlungen erzählen Engagierte von starken Erfahrungen, die sie in ih-rem Engagement oder ihrer Überzeugung bestärken und in einer Nachbarschaft, Gruppe, Glau-bensgemeinschaft oder einem lebensweltlichen Milieu verankern. Solcherlei Beispiele betreffen etwa das eigene Elternsein, Erfolge zivilgesellschaftlicher Arbeit, Freundschaften oder schlicht die Erfahrung, gebraucht zu werden. Der Kontext, in den die eigene Biographie gestellt wird bzw. aus dem heraus die erzählte Geschichte als sinnvoll erscheint, ist aber weit weniger kommunitär-substantiell, denn relational. Beide impliziten Sinnstrukturen – die Sorge und die Bezugnahme auf Grenzen – laufen entsprechend meiner Rekonstruktion in Fragen des Zeiterlebens und Welterzeu-gens zusammen: Eine Sorgehaltung strukturiert umso fundamentaler die Erzählung, umso mehr im hier und jetzt Erfahrungen der Krise, des Wandels oder auch der Umorientierung aufgerufen wer-den. Für die Orientierung auf Grenzziehungen scheinen hingegen Erfahrungen der persönlichen Betroffenheit und des Wandels von Migrationsregimen und -ordnungen relevant. Insofern im Ma-terial die untereinander verschiedenen Erfahrungen und Visionen zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eine Rolle spielen, beschreibe ich die maßgeblichen Erfahrungskontexte für die Sinn-genese der Erzählungen in drei verschiedenen Generationen im Sinne einer Ungleichzeitigkeit des Gleichzeitigen. Ich unterscheide die Generation der sorglos Etablierten von einer Generation trans-formativer Grenzsensibilität und einer Generation der restaurativen Grenzsensibilität. Darin versu-che ich jene Erfahrungsräume auszudrücken, die auf eine relationale, einander kontrastierende Art und Weise Wirklichkeiten im multiethnischen Quartier hervorbringen
Going Beyond Counting First Authors in Author Co-citation Analysis
The present study examines one of the fundamental aspects of author co-citation analysis (ACA) - the way co-citation
counts are defined. Co-citation counting provides the data on which all subsequent statistical analyses and mappings
are based, and we compare ACA results based on two different types of co-citation counting - the traditional type that
only counts the first one among a cited work's authors on the one hand and a non-traditional type that takes into
account the first 5 authors of a cited work on the other hand. Results indicate that the picture produced through this non-traditional author co-citation counting contains more coherent author groups and is therefore considerably clearer. However, this picture represents fewer specialties in the research field being studied than that produced through the traditional first-author co-citation counting when the same number of top-ranked authors is selected and analyzed. Reasons for these effects are discussed
Variations on the Author
“Variations on the Author” discusses two of Eduardo Coutinho’s recent films (Um Dia na Vida, from 2010, and Últimas Conversas, posthumously released in 2015) and their contribution to the general question of documentary authorship. The director’s filmography is characterized by a consistent yet self-effacing form of authorial self-inscription: Coutinho often features as an interviewer that rather than express opinions propels discourses; an interviewer that is good at listening. This mode of self-inscription characterizes him as an author who is not expressive but who is nonetheless markedly present on the screen. In Um Dia na Vida, however, Coutinho is completely absent form the image, while Últimas Conversas, on the contrary, includes a confessional prologue that moves the director from the margins to the center of his films. This article examines the ways in which these works stand out in the filmography of a director who offers new insights into the notion of cinematic authorship
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