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Burkhard Liebsch: Subtile Gewalt. Spielräume sprachlicher Verletzbarkeit. Weilerswist: Velbrück 2007 (254 S.) […] [Sammelrezension]
Rezension von: 1. Burkhard Liebsch: Subtile Gewalt. Spielräume sprachlicher Verletzbarkeit. Weilerswist: Velbrück 2007 (254 S.; ISBN 978-3-9388-0835-1; 29,90 EUR); 2. Burkhard Liebsch: Menschliche Sensibilität. Inspiration und Überforderung. Weilerswist: Velbrück 2008 (459 S.; ISBN 978-3-9388-0853-5; 68,00 EUR)
Was uns antreibt:Versuch einer Standortbestimmung im Rückblick auf Unruhe und Begehren im Diskurs der Moderne
Seit dem Anbrechen der Neuzeit haben zahlreiche Bewegungsbegriffe rhetorisch Karriere gemacht, die eine ständige Steigerung des jeweils bewegt Gedachten implizieren. Dabei werden dem menschlichen Leben selbst innere Antriebsquellen zugeschrieben – von bloßer Unruhe bis hin zu einer Neugier, die sich in ständiger Erwartung des Neuen selbst stimuliert, verbraucht und verzehrt. Der Vortrag ermittelt vor diesem ideengeschichtlichen Hintergrund die aktuelle Tragweite des Triebbegriffs. Burkhard Liebsch lehrt Politische Theorie und Ideengeschichte an der Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie der Universität Leipzig. Schwerpunkt seiner Arbeit sind Begriffe des Politischen in kulturwissenschaftlicher Perspektive, Theorien der Geschichte, Begriff und Geschichte des Selbst, Hemeneutik und Phänomenologie. Er war Gastdozent an den Universitäten Sofia, Debrecen, Bukarest, Bamberg, Vilnius und Belgrad, Gastprofessor an der Universität Ulm, Fellow am Wissenschaftszentrum Nordrhein-Westfalen und am Forschungsinstitut für Philosophie Hannover sowie apl. Professor für Philosophie an der Universität Bochum
Der Komplex der Zeugenschaft und der Begriff der politischen Welt : eine Revision in historischer Perspektive
Burkhard Liebsch geht es um eine sozialphilosophische Thematisierung von Zeugenschaft im Zusammenhang mit dem Begriff der 'politischen Welt'. Dem erkenntnistheoretischen Begriff der 'Welt' in der modernen Philosophie (als von epistemischen Subjekten geteilte und aus vorliegenden oder zu erschließenden Tatsachen konstituierte Welt) wird ein sozialphilosophischer entgegengehalten, in dem es grundsätzlich um die "Lebbarkeit des Lebens in einer mit Anderen geteilten Welt" geht. Gerade diese Lebbarkeit, die vor allem auf die menschliche Erfahrung abzielt, ist das, was bezeugt wird, sowie das Selbst derer, die diese Erfahrung zum Ausdruck bringen. Die soziale Existenz wird durch Andere bezeugt, die einen Einzelnen im Zuge der Aufnahme in die miteinander geteilte Welt zugleich in die Position möglicher Zeugenschaft versetzen. Die grundsätzliche Form des Bezeugens kann aber nur in der Erfahrung des Gehört- und Beachtetwerdens existieren und auf Vertrauen als Herstellung von Konstanz für diese Weltstruktur basieren, was auch die Wahrhaftigkeit des Zeugen miteinbezieht. Der Zeuge, die performierte Bezeugung und das Bezeugte bilden ein soziales Geschehen, das der kooperativen Evidenzgewinnung dient und zugleich immer ethische Dimensionen impliziert. Sämtliche Voraussetzungen und Dimensionen der Zeugenschaft bilden für Liebsch einen "Komplex der Zeugenschaft", der sich als hermeneutisch durchaus nützlich erweist, um den Bezug des Zeugnisses auf eine radikal fraglich gewordene Welt "im Zeichen des Desasters" (Maurice Blanchot) zu beleuchten, das heißt im Zusammenhang mit Formen von extremer politischer Gewalt, die "ihre Opfer dem Anschein nach einer radikalen Weltlosigkeit überantworten sollte" und somit "die elementarste Voraussetzung der Zeugenschaft" und die Möglichkeit des Bezeugens selbst in Frage stellen
Derridas Glas zwischen Hegel und Levinas
Derrida's "Glas" can be interpreted as a confrontation with Hegel after Levinas. Derrida's position in front of the great shadows of tradition (see "Violence and Mataphysics") becomes in "Glas" an exceeding of the limits, searching for the other as to the logos, for instance in the wound or in writing. Against the archeological 'Totality' of Hegel's system "Glas" does not oppose the eschatological 'Infinity' of a metaphysical alterity, but rather a 'finite infinity' of a transgressive desire. Language, art and literature, much more than the religious dimension, are the 'external' phenomenological transcendence, to which Hegel's system of absolute knowledge is measured. "Glas" is interpreted on the background of Derrida's reading of Levinas, in his Hegelianism/antihegelianism, in his relationship with Husserl and Heidegger, as well as in the perspective of dialectics versus dialogue, difference versus alterity
Orientierung und Ander(s)heit : Spielräume und Grenzen des Unterscheidens /
Dieses Buch erprobt eine neue Form philosophischen Schreibens: In sechs abwechselnd verfassten Kapiteln bringen die beiden Autoren, jeder in differenten Perspektiven und auf seine Weise, die sie gemeinsam berührende Frage zur Sprache: Kann man sich an Alterität, an Ander(s)heit orientieren? Oder unterläuft sie auf irritierende Art und Weise unsere Orientierungsbedürfnisse? Jede(r) Andere sei in ihrem bzw. in seinem Anderssein zu achten, so lautet eine verbreitete Forderung, die uns eine verbindliche Orientierung an der Alterität, Verschiedenheit oder Fremdheit Anderer nahegelegt. Darin liegt jedoch auch ein erhebliches Irritationspotenzial. Kann man sich an Anderen als solchen wirklich orientieren, wenn ihr Anderssein unaufhebbar bleibt? Verlangt Letzteres nach Orientierung und bietet es Orientierung, oder muss sich ein auf Orientierung elementar angewiesenes Leben gegen die von unaufhebbarer Alterität ausgehende Irritation durchsetzen? In ihrem wechselseitigen Dialog beziehen Burkhard Liebsch und Werner Stegmaier zwei bislang noch kaum miteinander verknüpfte Diskussionsfelder aufeinander: die differenztheoretisch beschriebene Alterität des Anderen einerseits und durch Weisen des Unterscheidens strukturierte Orientierungen andererseits, ohne die unser Leben schlechterdings nicht auskommt.Dieses Buch erprobt eine neue Form philosophischen Schreibens: In sechs abwechselnd verfassten Kapiteln bringen die beiden Autoren, jeder in differenten Perspektiven und auf seine Weise, die sie gemeinsam berührende Frage zur Sprache: Kann man sich an Alterität, an Ander(s)heit orientieren? Oder unterläuft sie auf irritierende Art und Weise unsere Orientierungsbedürfnisse? Jede(r) Andere sei in ihrem bzw. in seinem Anderssein zu achten, so lautet eine verbreitete Forderung, die uns eine verbindliche Orientierung an der Alterität, Verschiedenheit oder Fremdheit Anderer nahegelegt. Darin liegt jedoch auch ein erhebliches Irritationspotenzial. Kann man sich an Anderen als solchen wirklich orientieren, wenn ihr Anderssein unaufhebbar bleibt? Verlangt Letzteres nach Orientierung und bietet es Orientierung, oder muss sich ein auf Orientierung elementar angewiesenes Leben gegen die von unaufhebbarer Alterität ausgehende Irritation durchsetzen? In ihrem wechselseitigen Dialog beziehen Burkhard Liebsch und Werner Stegmaier zwei bislang noch kaum miteinander verknüpfte Diskussionsfelder aufeinander: die differenztheoretisch beschriebene Alterität des Anderen einerseits und durch Weisen des Unterscheidens strukturierte Orientierungen andererseits, ohne die unser Leben schlechterdings nicht auskommt
Wahrheit von Fiktion klar unterscheiden (?). Versuch einer interdisziplinären Operationalisierung von Ricoeurs Hermeneutik der Erzählung
Zwischen Nichtverstehen und Verstehen des Negativen : Konstellationen einer negativistischen Hermeneutik
Heterogene Männlichkeit. Skizzen zur gegenwärtigen Geschlechterfroschung
Kessel M. Heterogene Männlichkeit. Skizzen zur gegenwärtigen Geschlechterfroschung. In: Jäger F, Liebsch B, Rüssen J, Straub J, eds. Handbuch der Kulturwissenschaften: Themen und Tendenzen. Vol 3. Stuttgart: Metzler; 2004: 372-384
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