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    Junge Akademie Magazin

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    Liebe Leserinnen, liebe Leser, das Thema Zeit spielt in diesem Magazin eine besondere Rolle. Mit dem Verbleib derselben beschäftigten sich über 700 Teilnehmer der letzten Preisfrage „Wo bleibt die Zeit?“. Grund genug für die Junge Akademie, es nicht bei der Preisverleihung zu belassen, sondern mit einer szenischen Lesung an die Antworten auf die Preisfrage anzuknüpfen – der Beitrag „Wir haben keine Zeit, also langsam“ gibt einen Einblick. Während die Initiatoren der Lesung gegenwärtiges Wissen erfolgreich so zu inszenieren wussten, dass es in Zukunft in Erinnerung bleiben wird, versuchen Forscher in einem anderen Kontext, aus der Vergangenheit kommend auf Phänomene in der Zukunft zu schließen. Im Essay „Alle reden vom Wetter, wir nicht – Vom Klimawandel und der Veränderlichkeit des Meeresspiegels“ wird klar: Die Vergangenheit ist ein einzigartiger Schlüssel zu Erkenntnissen über die globalen Klimaveränderungen. Zeitlos und somit immer aktuell ist die interdisziplinäre Herangehensweise an Themenstellungen; dies ist ein wesentliches Charakteristikum der Jungen Akademie. Das Symposium „per.SPICE! – Wirklichkeit und Relativität des Ästhetischen“ verdeutlichte gelebte Interdisziplinarität in der Jungen Akademie: Quantenphysiker, Philosophen, Psychologen, Theater und Musikwissenschaftler sowie Künstler fanden im Frankfurter Künstlerhaus Mousonturm zusammen. Moden kommen und gehen und kehren wieder – davon sind, wie dem frisch erschienenen „Campus-Knigge“ der Arbeitsgruppe „Manieren!“ zu entnehmen ist, auch die der Wissenschaft nicht ausgeschlossen. Derzeit ultramodisch in der Wissenschaftswelt sind die Begriffe der „Elite“ und der „Exzellenz“. Ist die Junge Akademie elitär? Welche Auswirkungen hat Exzellenzförderung auf die Wissenschaftslandschaft? Ein Streitgespräch versucht Antworten aus unterschiedlichen Perspektiven zu geben. Der Hauptinitiator der Jungen Akademie war Professor Dr. Dr. h.c. mult. Paul B. Baltes. Er starb am 7. November. Mit ihm verliert die Junge Akademie einen Gründervater, der die Junge Akademie stets kritisch und wohlwollend begleitet hat. Ein Nachruf soll die Erinnerung an ihn wahren. Für die Junge Akademie könnte 2007 ein entscheidendes Jahr werden, denn ihre Fortführung nach 2010 steht zur Debatte. Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften und die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina hatten das Projekt im Jahr 2000 mit finanziellen Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der VolkswagenStiftung ins Leben gerufen. Nun wird die „Kommission Junge Akademie“, von den Mutterakademien gegründet, über die Zukunft des Projekts beraten. Dann wird sich zeigen, ob es der Jungen Akademie gelungen ist, sich als Stimme des akademischen Nachwuchses so deutlich Gehör zu verschaffen, dass man diesen Akzent auch in Zukunft im wissenschaftspolitischen Stimmengewirr nicht missen möchte

    Junge Akademie Magazin

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    Liebe Leserinnen, liebe Leser, zum zweiten Mal ist die sommerliche Festveranstaltung der Jungen Akademie nicht nur ein Aufnahmeritus, sondern auch eine Abschiedsfeier. Wieder lässt ein Jahrgang von Mitgliedern die Institution, nein, die Lebens-phase namens „Junge Akademie“ hinter sich und führt den übrigen Bewohnern dieser temporären intellektuellen Behausung vor Augen, dass Diskontinuität zum Plan des Projekts gehört, an dem jeder von ihnen für fünf Jahre beteiligt ist. Es handelt sich um das eigentümliche Projekt einer Akademie, die das Adjektiv „jung“ wie das bunte Windrädchen in ihrem Logo vor sich herträgt; einer Akademie, die zwar reifen oder gar wachsen, aber (anders als ihre Mitglieder) nicht altern kann; einer Akademie, deren Mitglieder wie die „Trockenwohner“ in den Berliner Mietshäusern der Gründerzeit ihre Bleibe wieder verlassen müssen, bevor sie sich allzu häuslich darin eingerichtet haben. Diese Akademie hat kein Haus, ist keines und will auch keines sein – schließlich sind Häuser der Verwitterung ausgesetzt. Sie verdankt Ihre Kontinuität und erkennbare Gestalt vielmehr einer alle fünf Jahre komplett vollzogenen Umschichtung ihrer Mitglieder. Was soll das sein? Eine akademische Wanderdüne, die durch den Raum der Wissenschaft und nebenbei auch noch über die deutsche Landkarte getrieben wird? Ein fünfzigköpfiger intellektueller Heuschreckenschwarm, der e-mail-gestützt von Projekt zu Projekt schwirrt? Oder ein wandernder Wellenkamm, der manches in Bewegung setzt und das eine oder andere brauchbare Stück ans Ufer schwemmt? Jedenfalls ist diese Akademie mit ihren gestaffelten Mitgliedschaften unter anderem auch ein rhythmisches, genauer gesagt ein arbeitsrhythmisches Experiment; ein Experiment in der Gestaltung wissenschaftlicher Arbeitszeit. Es kommt also nicht von ungefähr, dass die Frage nach der Gestaltbarkeit von Zeit eine Leitfrage des vorliegenden Heftes bildet, angefangen mit der diesjährigen Preisfrage: Über 700 Teilnehmer haben für uns nach dem Verbleib der Zeit gefahndet und dabei versucht, Bleibendes zu zeitigen. Die preisgekrönten Einsendungen stellen wir vor. Unter ihnen findet sich ein Kartenspiel der Lebensalter, halb Quartett, halb Schwarzer Peter, das dazu einlädt, Bilder der Lebenszeit zockend in Umlauf zu bringen. Um die Gestaltbarkeit von Zeit geht es auch im Expertengespräch dieses Heftes, das dem wohl wichtigsten Aggregatzustand von Zeit in modernen Gesellschaften gewidmet ist: der Arbeit und ihrer Zukunft. Musikalische Zeit Schließlich stand im Mittelpunkt der Tagung „Rhythmen im Gehirn“, die von der Arbeitsgruppe „Rhythmus“ der Jungen Akademie in Bangor (Wales) veranstaltet wurde. Wir berichten in diesem Heft ferner über eine Veranstaltungsreihe der Arbeitsgruppe „Abwehr“ sowie vom „British-German Frontiers of Science Symposium“. Neu im Junge Akademie Magazin ist die Rubrik Porträt, mit der wir von nun an die Gelegenheit nutzen wollen, einzelne Mitglieder sowohl persönlich als auch wissenschaftlich etwas eingehender vorzustellen, als dies im Rahmen der handelsüblichen Fünf-Zeilen-Biographien möglich ist

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    Liebe Leserinnen, liebe Leser, leben die Wampar nun auf Elephantine oder doch in der Emmendinger Vorbergzone? Wer dieses Heft zur Hand nimmt, begibt sich auf eine Reise durch philippinische Felder und süddeutsche Silberbergwerke, seziert Papyrusfalten, vernimmt Wahl-Raps, schaut ins Innerste deutscher Hörsäle und versteht – für einen einzigen, unmessbaren Moment – (wirklich!), was Quanten tun, bevor er das Heft, etwas unwillig und doch gut informiert, an den nächsten Leser weiterreicht. Personalmanagement – das klingt an deutschen Universitäten noch reichlich fremd. Können Hochschulen von Unternehmen lernen? Die „Perspektive“ dieses Magazins beschäftigt sich vor dem Hintergrund eines vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft ausgelobten Wettbewerbs mit dem Ringen um Richtlinien und Empfehlungen für ein effizientes Hochschul- und Wissenschaftsmanagement. Wer hat die Wahl? Nein, diese Frage soll hier nicht noch einmal gestellt werden – haben wir doch so vielfältige und spannende Antworten darauf erhalten, dass die Jury – ja, natürlich – vor eine äußerst kurzweilige Wahl gestellt war. Begeistert von einem wunderbar gelungenen Testversuch mit der Preisfrage 2005 wird auch die Preisfrage 2006 einen Abend und seine Besucher in hoffentlich unerhörte Bewegung versetzen. Apropos: Auf einer Exkursion im Schwarzwald ließ die Donnerstimme Gregor Markls Granitfelsen und Erdspalten vor unseren Au-gen wie Butter schmelzen und das, was Abertausende von Jahren braucht, so lebendig werden wie die Dinosaurier in Spielbergs „Jurassic Park“. Eifrig sammelten wir harmlos aussehende Steine, um sie im häuslichen Experiment, wie unterwiesen, in Essigwasser aspirinmäßig sprudeln zu lassen. Dass begeisterte Lehrer vieles bewegen können, bestätigt das Porträt von Verena Lepper, deren weit verzweigter, vielsprachiger Pfad zwischen den Disziplinen mit einer motivierenden Geschichtslehrerin begann. Diesen Pfad kreuzt der Weg von Bettina Beer an der Frage, was geschieht, wenn sich Kulturen, Leben, Biografien mischen. Dabei zeigt sich manchmal ganz überraschend, dass die scheinbaren Verlierer tatsächlich gar keine sind, und ein guter Riecher für spannende Fragen durchaus etwas mit der Funktion der Nase zu tun haben kann. Dem akademischen Stallgeruch mit einer frischen Brise zu begegnen und seinen zumeist selbstgestrickten, von Versuch und Irrtum inspirierten Lehrkünsten aushäusig zu Leibe zu rücken motiviert ein hochschuldidaktisches Seminarangebot für JA-Mitglieder. Der Antrieb hinter diesen Selbstversuchen kommt nicht zuletzt in der neu gegründeten „AG Lehre“ zum produktiven Ausdruck: Was wird aus der akademischen Lehre? Aber auch: Was macht gute Lehre aus? Wir haben gute Lehre jedenfalls schon erlebt: Nach zwei bestrickenden Kostproben freuen wir uns auf weitere Streiche aus dem Kreis der AG „Grenzen der Quantentheorie“, bereits liebevoll „ AG Quanten“ gekürzelt, die sich in diesem Heft vorstellt. Selten hat man einen so glasklaren Blick in die wirren Abgründe von Raum, Zeit und Sein werfen dürfen. Da fragt man sich doch: Existiert dieses Heft auch dann, wenn ich es nicht lese

    Low energy ion-solid interactions: a quantitative experimental verification of binary collision approximation simulations

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    Ultra-low energy ion implantation has become an attractive method for doping of two-dimensional materials and ultra-thin films. The new dynamic Monte Carlo program IMINTDYN based on the binary collision approximation allows a reliable prediction of low energy implantation profiles and target compositional changes, as well as efficient simulation of high energy light ion scattering. To demonstrate the quality of these predictions and simulations, we present a model case experiment where we implanted W ions into tetrahedral amorphous carbon with low (10 keV) and ultra-low (20 eV) ion energies and analyzed the W implantation profiles with high resolution Rutherford backscattering spectrometry (HR-RBS). This experiment is compared with a complete simulation of all aspects of ion-solid-interactions of the experiment using the new IMINTDYN program. A unique novel simulation option, also relevant for implantation into 2D materials, is the inclusion of the vacancy as target species with dynamic vacancy generation and annihilation. Whereas simulations neglecting vacancy formation cannot reproduce the measured implantation profiles, we find excellent agreement between simulated and measured HR-RBS spectra. We also demonstrate the important role of simultaneous weak collisions in the binary collision approximation at low projectile energies

    Portrait Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847)

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    F. Mendelssohn-B., (1809-1847), 1825, 16 J. Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847), 1825, 16 J., Öl/ Lwd., ca. 42 x 33 cm, proportionsgerecht in den Maßen des originalen Rahmens Der wohlhabende Bankier Mendelssohn reiste 1825 zu Geschäften nach Paris und traf mit seinem Sohn Felix am 22. März 1825 dort ein. Die Reise wurde für den jungen Mann, der die Laufbahn eines Musikers einzuschlagen gedachte, berufsentscheidend. Der junge Felix M.B. mußte sich wie üblich bei den Größen seiner Kunst v..

    Digitalisierung und Recht: Tagung des Vereins Junge Wissenschaft im öffentlichen Recht an der Bucerius Law School am 26. November 2016

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    Wir leben seit dem Ausgang des 20. Jahrhundert in einem „Digitalen Zeitalter“. Der „digitalen Revolution“ wird eine vergleichbare Umbruchskraft attestiert, wie seinerzeit der industriellen Revolution. Durch die rasante Entwicklung der Computertechnik ist eine nie dagewesene Vernetzung der Welt möglich geworden. Eine Informationsexplosion gewährt uns völlig neue Erkenntnisse. Gleichzeitig verschieben sich die Machtverhältnisse zwischen Markt und Staat im Zuge des digitalen Umbruchs. Die Rechtswissenschaft ringt um eine kohärente Einordnung der neuen Handlungsfelder in das bestehende System. Insbesondere für das Öffentliche Recht erwachsen aus den Chancen und Risiken der Digitalisierung neue Perspektiven und Forschungsfragen. Der vorliegende Band dokumentiert den JuWissDay 2016 zum Thema „Digitalisierung und Recht“, der am 26. November 2016 in den Räumlichkeiten der Bucerius Law School in Hamburg stattfand. Veranstaltet wurde die wissenschaftliche Nachwuchstagung vom Verein Junge Wissenschaft im Öffentlichen Recht

    Die »Sympathie mit dem Tode«: Thomas Manns Zauberberg zwischen Religion und Literatur

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    Unter der Prämisse einer Verflechtung von Religions- und Literaturgeschichte wird im vorliegenden Artikel der Zauberberg - Thomas Manns großes Projekt seiner mittleren Jahre - selbst als Teil der Religionsgeschichte (der Moderne) gelesen. Gerahmt durch eine Anbindung an das Feld von Religion und Literatur ist das Ziel, eine Öffnung der Deutungsmöglichkeiten von Literatur als Quelle mit religionshistorischem Potential aufzuzeigen. Der Zauberberg bietet sich an, weil er einerseits in einer religiös hoch produktiven - wie ambigen - Epoche der Moderne entstand und andererseits als Zeitroman seine Zeitgenossenschaft selbst in den Blick nimmt und reflektiert. Der Zauberberg als ein Beispiel fiktionaler Literatur soll hier als religionswissenschaftlicher Gegenstand in den Blick rücken und neue religionsgeschichtliche Perspektiven anbieten. Following a conceptual intertwining of the history of religions and the history of literature, the Magic Mountain - Thomas Mann’s major project during much of the middle of his life - here will be read as a part of the (modern) history of religions. Linked to the field of the study of literature and religion, the aim is to expand the possibilities of interpreting literature as a historical source with religio-historical value. Being written at a religiously highly productive - and ambiguous - moment of modernity and being highly self-reflective upon its own standing among its contemporaneity, the Magic Mountain is particularly apt to this proposition. As an example of fictional literature, it becomes a subject of research within the study of religion and thus opens historical perspectives
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