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Paula Hertwig – Genetikerin im 20. Jahrhundert: eine Spurensuche
Die Wissenschaftlerin Paula Hertwig (1889–1983) gehört neben der Physikerin Lise Meitner und der Botanikerin Elisabeth Schiemann zu den herausragenden weiblichen deutschen Gelehrten im 20. Jahrhundert. Sie ist Angehörige jener Generation, in der für Frauen nach der Durchsetzung des Frauenstudiums erstmals auch eine Karriere in Forschung und Lehre an den Universitäten möglich wurde. Paula Hertwig entstammte einer Gelehrtenfamilie und lebte jahrzehntelang mit ihrem Bruder, dem Anatomen Günther Hertwig (1888–1970), zusammen. Als Genetikerin am Berliner Institut für Vererbungsforschung erlebte sie zunächst den internationalen Aufbruch der Genetik, später die Verwicklung der Vererbungswissenschaft in die nationalsozialistische Rassenideologie und den Niedergang der Forschungsmöglichkeiten während der Kriegsjahre. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde sie an die Universität in Halle (Saale) berufen und hatte hier in verantwortlicher Position (als Dekanin bzw. Prodekanin einer Medizinischen Fakultät aus überwiegend bürgerlichen Professoren) die Auseinandersetzungen der Genetiker mit dem Lyssenkoismus, einer ideologiebasierten, sowjetischen Pseudotheorie, zu bestehen und sah sich mit politischen Verfolgungen von Studenten und Mitarbeitern der Martin-Luther-Universität in der sowjetischen Besatzungszone bzw. der frühen DDR konfrontiert. Ihre Forschungen trugen zur Erkenntnis des schädlichen Einflusses von Strahlen auf das Erbgut (speziell des Menschen) bei. Obwohl es keinen geschlossenen Nachlass von Paula Hertwig gibt, versucht die Biographie mit Hilfe vieler bisher noch unberücksichtigter Dokumente den besonderen Lebensweg von Paula Hertwig im spannungsvollen politischen Umfeld des 20. Jahrhunderts zu rekonstruieren
HANS GALLWITZ, Member of Leopoldina, the German Academy of Natural Scientists
Seit 1946 lehrte der Geologe HANS GALLWITZ in Halle und war an der Universität und in der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina engagiert tätig. Sowohl im Kollegenkreis der Fakultät als auch im Kreis der halleschen Leopoldinamitglieder war er sehr geschätzt und übernahm in beiden Institutionen wichtige Funktionen als Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät bzw. als Sekretär der Naturwissenschaftlichen Abteilung der Leopoldina. An der Universität kam er aus politischen Gründen in Konflikte. Eine erste große politische Auseinandersetzung mit der Universitätsleitung ergab 'sich 1953, als die FDJ (Freie Deutsche Jugend) eine Kampagne gegen die Studentengemeinde durchführte. 1958 wurde gegen GALLWITZ ein Disziplinarverfahren angestrengt, weil er einem jungen Studenten eine Westreise „unberechtigt“ befürwortet hatte. Ein weiterer Vorwurf erwuchs ihm aus seiner Mitgliedschaft im „Spirituskreis‘“ , der 1958 in einer außerordentlichen Senatssitzung verboten wurde. Der massive politische Druck, der auf GALLWITZ lastete, bewegte ihn dazu, eine Dienstreise nach Wien anzutreten, obwohl er nach ärztlichem Rat aus gesundheitlichen Gründen nicht hätte fahren sollen. Auf der Rückreise von der Tagung in Wien, wo er auch die Leopoldina vertreten hatte, starb HANS GALLWITZ.After arriving in Halle in 1946, HANS GALLWITZ became an active member of the Martin-LutherUniversity and Leopoldina, the German Academy of Natural Scientists. He was valued by his colleagues in both institutions and held several important positions, including Dean of the University and Secretary of the scientific section of the Academy. He had political difficulties at the university, beginning in 1953, when the East German youth organization FDJ campaigned against students who established an ecclesiastical student group. In 1958, GALLWITZ was the object of a politically motivated disciplinary investigation, partly because of his association with the "Spiritus" group, which was dissolved in the same year by a special meeting of the academic senate of the university. Under political pressure, GALLWITZ attended a meeting in Vienna, despitepoor health and against his doctor's advice. He died on the return journey from Vienna
Vorträge und Abhandlungen zur Wissenschaftsgeschichte 2010
Der Band enthält 11 Vorträge aus den wissenschaftshistorischen Seminaren der Leopoldina und zeigt damit die große Themenvielfalt dieser Veranstaltungen. Behandelt werden u. a. die Problemkreise „Die Natur als Magierin: Zum paracelsischen Erbe neuzeitlicher Medizin“ (H. Schott), „Georg Ernst Stahls medizinische Theorie und der Pietismus des 18. Jahrhunderts“ (J. Helm), „Die tamilische Heilkunde in der Wahrnehmung der pietistischen Missionare der dänisch-halleschen Tranquebar-Mission in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts“ (J. N. Neumann), „Matthias Jacob Schleiden und die Versammlungen Deutscher Naturforscher und Ärzte“ (I. Jahn), „Von der Adria an die Nordsee. Meeresbiologische Forschung in der Kaiser-Wilhelm-/Max-Planck-Gesellschaft“ (M. Kazemi) und „Wandel und Wende in der ostdeutschen Wissenschaft – Pflanzenbiochemie als institutionelles Beispiel“ (B. Parthier). Biographische Fragestellungen verfolgen die Beiträge „Johann von Lamont (1805–1879) – ein Pionier des Erdmagnetismus“ (H. Soffel), „Der (un)bekannte Reformer – Wilhelm Friedrich Georg Behn (1808–1878) und die Reorganisation der Leopoldina“ (M. Kaasch) und „,Bambusstrategie‘. Max Planck in der NS-Zeit“ (E. Henning). Der Abschluss eines Bandes der Leopoldina-Ausgabe von Goethes Naturwissenschaftlichen Schriften (Zur Farbenlehre und Optik nach 1810 und zur Tonlehre) bildet den Hintergrund eines weiteren Referates (T. Nickol), während ethische Fragen im Fokus der Ausführungen über „Euthanasie in Geschichte und Gegenwart – im Spektrum zwischen Lebensbeendigung und Sterbebeistand“ (D. von Engelhardt) stehen. Drei Abhandlungen ergänzen den Band. Sie behandeln Leben und Wirken von Otto Meyerhof und Karl Lohmann (E. Hofmann) und widmen sich Fragen der Leopoldina-Geschichte, u. a. dem „Ende des Wanderlebens“ der einst mit den jeweiligen Präsidenten ihren Sitzort wechselnden Akademie (M. Kaasch) bzw. den Gründen für die schließlich dauerhafte Ansiedelung der Leopoldina in Halle an der Saale (W. Berg und M. Kaasch)
Vorträge und Abhandlungen zur Wissenschaftsgeschichte 2011/2012
Der Band versammelt Vorträge aus den wissenschaftshistorischen Seminaren der Leopoldina einerseits und Abhandlungen zur Wissenschafts- und Akademiegeschichte andererseits. So werden Goethes Leiden und Krankheiten, Rousseaus Verhältnis zu den Wissenschaften und die Asklepiosmedizin in der römischen Kaiserzeit behandelt. Die Beiträge zu Institutionen untersuchen die Entwicklung der Max-Planck-Gesellschaft seit ihrer Gründung bis zur Gegenwart im Überblick, zeigen die Leopoldina in den DDR-Jahren im Netz der Staatssicherheit und folgen dieser Naturforscherakademie auf den Spuren Darwins. Außerdem werden die Anfänge der Leopoldina-Ausgabe von Goethes naturwissenschaftlichen Schriften dargestellt. Einen Schwerpunkt des Bandes bilden die Biographien hervorragender Forscher: des Botanikers Otto Renner (1883–1960), der als Genetiker und Leopoldiner gewürdigt wird, und des Biochemikers Otto Meyerhof (1884–1951), dessen Wirken als vielseitiger Gelehrter, Verfolgter des NS-Regimes und Emigrant analysiert wird
Going Beyond Counting First Authors in Author Co-citation Analysis
The present study examines one of the fundamental aspects of author co-citation analysis (ACA) - the way co-citation
counts are defined. Co-citation counting provides the data on which all subsequent statistical analyses and mappings
are based, and we compare ACA results based on two different types of co-citation counting - the traditional type that
only counts the first one among a cited work's authors on the one hand and a non-traditional type that takes into
account the first 5 authors of a cited work on the other hand. Results indicate that the picture produced through this non-traditional author co-citation counting contains more coherent author groups and is therefore considerably clearer. However, this picture represents fewer specialties in the research field being studied than that produced through the traditional first-author co-citation counting when the same number of top-ranked authors is selected and analyzed. Reasons for these effects are discussed
Variations on the Author
“Variations on the Author” discusses two of Eduardo Coutinho’s recent films (Um Dia na Vida, from 2010, and Últimas Conversas, posthumously released in 2015) and their contribution to the general question of documentary authorship. The director’s filmography is characterized by a consistent yet self-effacing form of authorial self-inscription: Coutinho often features as an interviewer that rather than express opinions propels discourses; an interviewer that is good at listening. This mode of self-inscription characterizes him as an author who is not expressive but who is nonetheless markedly present on the screen. In Um Dia na Vida, however, Coutinho is completely absent form the image, while Últimas Conversas, on the contrary, includes a confessional prologue that moves the director from the margins to the center of his films. This article examines the ways in which these works stand out in the filmography of a director who offers new insights into the notion of cinematic authorship
Appropriate Similarity Measures for Author Cocitation Analysis
We provide a number of new insights into the methodological discussion about author cocitation analysis. We first argue that the use of the Pearson correlation for measuring the similarity between authors’ cocitation profiles is not very satisfactory. We then discuss what kind of similarity measures may be used as an alternative to the Pearson correlation. We consider three similarity measures in particular. One is the well-known cosine. The other two similarity measures have not been used before in the bibliometric literature. Finally, we show by means of an example that our findings have a high practical relevance.information science;Pearson correlation;cosine;similarity measure;author cocitation analysis
Dispelling the Myths Behind First-author Citation Counts
We conducted a full-scale evaluative citation analysis study of scholars in the XML research field to explore just how different from each other author rankings resulting from different citation counting methods actually are, and to demonstrate the capability of emerging data and tools on the Web in supporting more realistic citation counting methods. Our results contest some common arguments for the continued
use of first-author citation counts in the evaluation of scholars, such as high correlations between author rankings by first-author citation counts and other citation
counting methods, and high costs of using more realistic citation counting methods that are not well-supported by the ISI databases. It is argued that increasingly available digital full text research papers make it possible for citation analysis studies to go beyond what the ISI databases have directly supported and to employ more
sophisticated methods
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