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Der "schwedische Stil" in Deutschland : Von Carl Larsson über den Funktionalismus zu IKEA
"In den späten 80er-Jahren des 19. Jahrhunderts kombinierten die Künstler Carl und Karin Larsson klassische Einflüsse mit warmen schwedischen Folklorestilen. Sie schufen ein Modell für schwedisches Einrichtungsdesign, das heute weltweite Achtung genießt. In den 50er-Jahren des 20. Jahrhunderts entstanden die Stile der Moderne und des Funktionalismus zur gleichen Zeit, in der Schweden eine Gesellschaftsform entwickelte, die auf sozialer Gleichheit basiert. Das IKEA Sortiment [...] baut auf diese schwedischen Einrichtungstraditionen auf." Dieses Zitat stammt vom Unternehmen IKEA selbst, und seine Aussage gilt es zu überprüfen: Baut IKEA tatsächlich auf schwedischen Einrichtungstraditionen auf, und was ist eigentlich "typisch schwedisch"? Ist es der Stil, der auf den Aquarellen Carl Larssons abgebildet ist, der damit um 1900 seine Landsleute zu "gutem Geschmack" erziehen wollte? Oder sind es die funktionalistischen Interieurs aus der Entstehungszeit des schwedischen Wohlfahrtsstaates? Was wir Deutschen unter schwedischem Stil verstehen und wie wir ihn umsetzen, wird anhand deutscher Wohnzeitschriften in dieser Dissertation genauso untersucht wie die Entwicklung der unterschiedlichen Wohnstile in Schweden und Deutschland. Der Zeitraum dieses historischen Überblicks liegt hauptsächlich zwischen Carl Larssons Lebens- und Schaffenszeit ab Mitte des 19. Jahrhunderts und der Eröffnung des ersten IKEA-Möbelhauses in Deutschland Mitte der 1970er Jahre; es schließt sich daran jedoch auch ein kurzer Abriss über die Wiederentdeckung des "Schwedischen Stils" im Rahmen einer umfassenden Retro-Welle an. Und schließlich zurück zur Eingangsfrage: Ist IKEA wirklich so schwedisch wie der Konzern vorgibt? Wo ist das schwedische Element in den Katalogen? Um Antworten auf diese Fragen zu bekommen, wurden die in Deutschland erschienenen IKEA-Kataloge von 1974 bis 2013 jeweils stichprobenartig untersucht. Als Ergebnis ist festzustellen, dass IKEAs Sortiment tatsächlich auf den beiden genannten schwedischen Stilen aufbaut, die sich kontinuierlich in allen deutschen Katalogen wiederfinden - einer Darstellung, die sich kaum von der Präsentation "typisch schwedischer" Interieurs in deutschen Wohnzeitschriften unterscheidet. Die in ausgewählten deutschen Magazinen vorgestellten Interieurs sind dabei zwar nicht repräsentativ für Schweden, sie erwecken bei den Lesern allerdings den Anschein von Authentizität und Allgemeingültigkeit. Schweden wird auch noch im Jahre 2013 oft als das Sehnsuchtsland dargestellt, das es seit der wilhelminischen Zeit für Deutsche immer wieder gewesen ist. Begleittexte und Bildauswahl, sowohl in den deutschen IKEA-Kataloge als auch in deutschen Wohnzeitschriften, beziehen sich dabei immer wieder auf Carl Larssons gemalte vorindustrielle ländliche Idylle oder den Wohlfahrtsstaat, der "demokratisches Design" in der Welt bekannt gemacht hat
Erzählen vom Anfang : Schöpfungs- und Gründungsmythen im hochmittelalterlichen Island
Ziel der Arbeit ist die Untersuchung von Schöpfungs-und Gründungsmythen im hochmittelalterlichen Island. Solchen mythischen Anfangserzählungen kommt für die Identitätsstiftung eine besondere Bedeutung zu. Es verwundert nicht, dass Island als erfolgreich neu besiedeltes Land, eine ganze Reihe von Gründungs- und Schöpfungsmythen entwickelt hat. Untersuchungsgegenstand sind unter anderem die eddischen Gedichte Grímnismál und Vafþrúðnismál sowie die historiographischen Werke Landnámabók und Íslendingabók. Bisherige Forschung betrachtete die isländischen Schöpfungsmythen oft komparativ und erklärte sie als indogermanisches Erbe. Die Gründungsmythen, also die Erzählungen über die Besiedlung Islands hingegen werden, da in historiographischen Werken überliefert, der Geschichtsschreibung zugeschlagen. Die Arbeit untersucht mythische Anfangserzählungen in beiden Bereichen, wobei es wesentlich schien, als Arbeitsgrundlage zunächst eine Definition des Mythos für Island im 12. Jh. zu finden. In dieser philologisch-literaturwissenschaftlichen Arbeit werden Mythosdefinitionen von Walter Burkert, G. S. Kirk und Jan Assmann zugrunde gelegt. Assmanns Arbeiten zum kulturellen Gedächtnis bilden die wesentliche Grundlage, den Mythos als beweglich („rekonstruktiv“) und funktionell zu betrachten. Es zeigte sich, dass die isländischen Autoren des Hochmittelalters sowohl im Bereich der Schöpfungsmythen als auch im Bereich der Gründungsmythen Denkformen und Erzählmuster aus der europäischen gelehrten Literatur des Hochmittelalters und der Bibel verwendeten. Es konnte festgestellt werden, dass die Mythen Züge des von Assmann definierten kulturellen Gedächtnisses aufwiesen, da kollektive Erzählungen entwickelt wurden, die je nach Zeitumständen für die Ausbildung der kollektiven Identität verwendet werden konnten. Es erwies sich aber auch, dass die Rolle einzelner Familien bei der Bildung dieser Erzählungen nicht unterschätzt werden darf, die diese Mythen durchaus in den Dienst der eigenen Interessen stellten
Schweden zwischen funkis und Villa Villekulla
Der erste Teil des Beitrags skizziert Foucaults Begriff der Biopolitik sowie dessen spezifische Weiterentwicklung bei Deleuze, Negri/Hardt und Agamben. Der zweite Teil behandelt die Entwicklung der schwedischen Architektur der 1930er Jahre (funkis-Bewegung, Kurzform für Funktionalismus) und den Einfluss des Social Engineering als skandinavische Ausprägung der Biopolitik und versucht dies am literarischen Beispiel einer Erzählung Karin Boyes sowie der der Villa Villekulla in Astrid Lindgrens Kinderbuch Pippi Langstrumpf zu illustrieren.Part one gives an outline of Foucault’s notion of biopolitics and its further development by Deleuze, Negri/Hardt, and Agamben. The second part takes Swedish architecture of the 1930’s (funkis; short for functionalism) and the impact of social engineering as a specific form of Scandinavian biopolitics under scrutiny. Two literary examples serve as an illustration: a short story by Karin Boye and the Villa Villekulla in Astrid Lindgren’s children’s book Pippi Longstocking
Going Beyond Counting First Authors in Author Co-citation Analysis
The present study examines one of the fundamental aspects of author co-citation analysis (ACA) - the way co-citation
counts are defined. Co-citation counting provides the data on which all subsequent statistical analyses and mappings
are based, and we compare ACA results based on two different types of co-citation counting - the traditional type that
only counts the first one among a cited work's authors on the one hand and a non-traditional type that takes into
account the first 5 authors of a cited work on the other hand. Results indicate that the picture produced through this non-traditional author co-citation counting contains more coherent author groups and is therefore considerably clearer. However, this picture represents fewer specialties in the research field being studied than that produced through the traditional first-author co-citation counting when the same number of top-ranked authors is selected and analyzed. Reasons for these effects are discussed
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