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Augustus und die Initiatoren des Kaiserkultes in den Poleis der Provinz Asia
Burkhard Emme [Mechanismen der Macht. Augustus und die Initiatoren des Kaiserkultes in den Poleis der Provinz Asia] stellt in seinem Beitrag fest, dass die griechischen Philoi, welche wichtige Verbindungen zu Rom aufwiesen, eine tragende Rolle bei der Einführung des Kaiserkultes in den städtischen Zentren Kleinasiens und damit zugleich bei der Umsetzung des Prinzipatsgedankens einnahmen. Gleichzeitig agierten die lokalen Eliten mit vergleichbaren Mitteln wie der Princeps selbst. So hatten sie zahlreiche Ämter inne und präsentierten sich als fürsorgliche und spendable Euergeten, was ihre herausragende Rolle – ähnlich wie die des Kaisers – legitimieren sollte.Not Reviewe
Zur Rekonstruktion der kaiserzeitlichen Halle am Nordmarkt in Milet
In dem Beitrag wird die von A. von Gerkan entwickelte und in der Forschung bis heute gültige Rekonstruktion der kaiserzeitlichen Halle am Nordmarkt von Milet kritisch analysiert und eine alternative Rekonstruktion vorgestellt. Das Hauptergebnis dieser Revision besteht in der Feststellung, dass die Ostseite des Baus nicht wie von von Gerkan angenommen mit einer geschlossenen Wand sowie einer Blendordnung aus Halbsäulen sondern stattdessen mit einer offenen Säulenstellung zu rekonstruieren ist. Abschließend wird kurz auf die sich hieraus ergebenden Konsequenzen für das kaiserzeitliche Stadtbild an dem neuralgischen Punkt zwischen Hafentor und Südmarkt eingegangen.Since its publication in 1922 the reconstruction of the so called North Market by A. von Gerkan has remained unchallenged. There is, however, reason to doubt von Gerkan’s reconstruction of the imperial phase of the building. The author argues that the front of the eastern section of the complex that was erected in the 2nd cent. A.D. is to be restored with full columns rather than with a screen wall with half-columns attached to it. Finally, further consequences for the urban landscape of Miletus in imperial times are discussed.Makalede, A. von Gerkan tarafından geliştirilen ve araştırmada şimdiye kadar geçerli olan, Milet kuzey pazar yerinde bulunan İmparatorluk Dönemi galerisinin rekontrüksiyonu eleştirel olarak analiz edilmiş ve alternatif bir rekonstrüksiyon öne sürülmüştür. Bu revizyonun ana sonucu, yapının doğu tarafının Gerkan tarafından tahmin edildiği gibi yarım sütunlardan oluşan bir düzenleme ve bir duvara sahip olmayıp bunun yerine açık bir sütun yerleştirmesi şeklinde canlandırılabileceğinin saptanmasından ibarettir. Son olarak kentin İmparatorluk Döneminde güney pazarı ve liman kapısı arasında bulunan kritik nokta için bundan çıkarılan sonuçlara kısaca değinilmektedir
Barbara Sielhorst, Hellenistische Agorai. Gestaltung, Rezeption und Semantik eines urbanen Raumes. (Urban Spaces, Bd. 3.) Berlin/Boston, De Gruyter 2015
The Emergence and Significance of the Palaestra Type in Greek Architecture
Seit ihrem Aufkommen im 4. Jh. v. Chr. bildeten Palästren die typische Bauform griechischer Gymnasien. Der Beitrag diskutiert Funktion und Bedeutung dieser Architekturform aus zwei Perspektiven. Einerseits wird die Identifikation mehrerer Bauten kritisch hinterfragt (Argos, Epidauros, Milet, Paestum, Sikyon). Davon ausgehend wird die Kombination von Peristylhof, Exedra und Waschraum (Lutron) als ein Kriterienkatalog definiert, mit dessen Hilfe sich in aller Regel die typologische Deutung eines Baus als Palästra begründen lässt. Andererseits wird die Bedeutung des Peristylmotivs vor dem weiteren Hintergrund des zeitgenössischen Städtebaus erörtert. Dabei wird deutlich, dass das Peristyl auch im Fall der Gymnasia zur Schaffung funktional sowie sozial exklusiver Räume genutzt wurde
Reconstruction of the Banquet Building of Ptolemy II
Der von Ptolemaios II. errichtete ephemere Bankettbau, der durch die Beschreibung bei Athen. Deipn. 5, 196 a – 197 a überliefert ist, war bereits verschiedentlich Gegenstand altertumswissenschaftlicher Untersuchungen. Der vorliegende Beitrag zielt darauf ab, die Rekonstruktion des Baus neuerlich zu hinterfragen. Mittels einer eingehenden Analyse des Textes sowie anhand von Vergleichen mit zeitgenössischen Bauten der griechischen Architektur wird ein neuer Rekonstruktionsvorschlag vorgestellt. Auf dieser Grundlage wird abschließend die architekturtypologische und sozialhistorische Stellung des Baus erörtert.The ephemeral banquet building erected by Ptolemy II and described in Athen. Deipn. 5, 196a – 197a has been under discussion among scholars for a considerable period of time. The present article seeks to revise previous reconstructions on the basis of a precise analysis of the literary description of the building. Accordingly, an alternative solution is proposed and the architectural and socio-historical significance of the building is discussed
Kein Kaiserkult: Rekonstruktion und Deutung der ›ara augusti‹ im Buleuterion von Milet
Das Monument im Hof des Buleuterions von Milet gilt seit den Untersuchungen von K. Tuchelt als prominentes Beispiel eines augusteischen Kaiserkultaltars. Demgegenüber vermag eine eingehende Analyse der in der Grabungspublikation vorgelegten Befunde aufzuzeigen, dass der Bau aller Wahrscheinlichkeit nach nicht als Altar zu rekonstruieren ist. Auch auf epigraphischer Grundlage ist eine Verbindung mit dem Kaiserkult nicht zu belegen. Im vorliegenden Beitrag wird stattdessen eine Rekonstruktion des Monuments als späthellenistische Memorialarchitektur vorgestellt. Damit wird die erstmals von H. Knackfuß vorgeschlagene Deutung als Memorialbau (»Ehrengrab«) über einhundert Jahre nach Vorlage der Grabungspublikation ausgehend vom archäologischen Befund untermauert.The monument in the courtyard of the bouleuterion at Miletus has been regarded as a prominent example of an Augustan imperial cult altar since the investigations by K. Tuchelt. Detailed analysis of the features described in the excavation publication can demonstrate, however, that the structure is in all probability not to be reconstructed as an altar. A connection with the imperial cult cannot be proved on the basis of epigraphy either. This article presents a reconstruction of the monument as late Hellenistic memorial architecture. Thus the interpretation as a memorial (»honorary tomb«) – first proposed by H. Knackfuß – is corroborated by reference to the archaeological record over one hundred years after the appearance of the excavation publication.Milet Bouleuterion’unun avlusundaki anıt, K. Tuchelt tarafından yapılan araştırmalardan beri, Agustus imparatorluk kültünün seçkin bir örneği olarak kabul ediliyordu. Buna karşın kazı raporunda sunulan buluntunun esaslı bir şekilde analizi, bu yapının büyük olasılıkla bir sunak olarak yorumlanmasının doğru olmayabileceğini göstermiştir. Epigrafik açıdan da imparatorluk kültüyle bir bağlantısı olduğunu gösteren bir veri yoktur. Bunun yerine, bu makalede anıt, Geç Hellenistik döneme ait, önemli bir kişinin anısına yapılmış bir mezar olarak tanımlanmaktadır. Böylece, ilk olarak H. Knackfuß tarafından önerilen (»Anıt Mezar«) yorumu, kazı raporunun yayımlanmasının üzerinden yüzyılı aşkın bir süre geçtikten sonra, arkeolojik buluntularla sağlam bir temele dayandırılmış olmaktadır
Die Silberbecher von Hoby: Narrative Strategie und diskursive Kontexte
Die beiden silbernen Skyphoi von Hoby wurden im Jahr 1920 im Grab eines germanischen ›Fürsten‹ auf der dänischen Insel Lolland gefunden. Bereits unmittelbar nach der Auffindung wurde das Becherpaar als Geschenk eines römischen Befehlshabers an seinen germanischen Verhandlungspartner gedeutet. Vor diesem Hintergrund erkannte die Forschung in der Reliefdarstellung des Achill-Bechers eine mythologische Allegorie für den Herrschaftsanspruch Roms gegenüber seinen barbarischen Nachbarn. Der vorliegende Beitrag zielt darauf ab, diese Deutung kritisch zu hinterfragen. Ausgehend von jüngeren Forschungsergebnissen zu Funktion und Diskursivierung von reliefiertem Trinkgeschirr wird argumentiert, dass die mythologischen Szenen beider Becher ursprünglich dazu bestimmt waren, im Kontext des römischen convivium zu einem Diskurs über die Rollen von Gast und Gastgeber anzuregen. Erst vor diesem Hintergrund wird auch die anschließende Verwendung des Becherpaares als diplomatisches Geschenk an ein Mitglied der germanischen Eliten verständlich, wobei das Zusammentreffen von Priamos und Achill als mythologisches exemplum für einen erfolgreich herbeigeführten Interessensausgleich dienen konnte.In 1920 a pair of high-quality Roman silver cups was discovered alongside other objects in the grave of a Germanic chieftain in Hoby, Denmark. The cups were immediately considered as a diplomatic gift of a high-ranking Roman official. Accordingly, the mythological scenes on the Achilles cup were perceived as an allusion to Roman dominance in the age of Augustus and to the person of the emperor in particular. The aim of this paper is to reconsider the interpretation of the Hoby cups with regard to their complex object biography. I argue that any interpretation of the mythological scenes of the cups should start with their primary context, i.e. the Roman convivium. In this context the scenes were probably meant to inspire a conversation about the different roles of guests and hosts. It is this primary conception of the cups as contrasting exempla that an interpretation in their later context(s) should depart from. With regard to the well-established interpretation of the cups as diplomatic gifts I argue that in the context of a Roman diplomatic mission the meeting of Priam and Achilles on the Achilles cup was probably conceived as an exemplum of two military leaders who reached an agreement despite the actual military confrontation of their respective parties
Zur Chronologie des Dionysos-Heiligtums von Milet
Das Heiligtum des Dionysos in Milet wurde in den Jahren 1973–1975 unter der Leitung von Wolfgang Müller-Wiener ausgegraben, jedoch nicht abschließend publiziert. Die in diesem Zusammenhang entwickelte Chronologie des Heiligtums wirft in Anbetracht neuer Forschungsergebnisse zur Entwicklung der Stadt Milet und ihrer Heiligtümer in verschiedenen Punkten Fragen auf. Der vorliegende Beitrag zielt darauf ab, innerhalb der milesischen Sakrallandschaft Parallelen zu einzelnen Bauphasen des Dionysos-Heiligtums aufzuzeigen und auf diesem Weg das von Müller-Wiener entwickelte chronologische Gerüst kritisch zu hinterfragen.The sanctuary of Dionysos at Miletus was excavated in the years 1973–1975 under the direction of Wolfgang Müller-Wiener but not subsequently published. The chronology of the sanctuary that was developed in this connection is problematic in various points in the light of new research results on the development of the city of Miletus and its sanctuaries. This essay seeks parallels to construction phases of the sanctuary of Dionysos within the Milesian sacral landscape and thus subjects the chronological framework developed by Müller-Wiener to critical scrutiny.Milet’teki Dionysos Kutsal alanı, Wolfgang Müller-Wiener yönetiminde, 1973–1975 yılları arasında kazılmış, bununla birlikte, nihai yayını yapılmamıştır. Bu bağlamda, Milet kentinin gelişimi üzerine edinilen yeni araştırma sonuçları göze alındığında kutsal alanın kronolojisi farklı noktalarda sorular üretmektedir. Bunun üzerine bu makalede, Milet kutsal bölgesi içinde Dionysos kutsal alanının yapı safhalarının gösterilmesi amaçlanmış; bunu yaparken de Müller-Wiener tarafından geliştirilen kronolojik yapı sorgulanmıştır
»Das Märchen von den drei Märkten«: Bauten merkantiler Funktion und die städtebauliche Entwicklung des hellenistischen Milet
Das hellenistische und kaiserzeitliche Milet gilt seit den umfassenden Forschungen von Armin von Gerkan als Musterbeispiel einer Stadt, deren Weichbild zunehmend vom wachsenden Handelsgeschehen geprägt wurde. Maßgeblich für diese Vorstellung ist in erster Linie von Gerkans Identifikation mehrerer ausgedehnter Baukomplexe als Marktanlagen, die ihrer topographischen Lage nach gemeinhin als Nord-, Süd- und Westmarkt bezeichnet werden. Mit dem vorliegenden Beitrag wird dieses Modell erstmals kritisch hinterfragt. Anhand architekturtypologischer Kriterien wird aufgezeigt, dass sich sowohl die räumliche Verteilung von merkantilen Anlagen innerhalb der Stadt Milet als auch deren chronologische Einordnung anders darstellen, als bislang angenommen. Abschließend wird eine neue Bewertung der Rolle vorgenommen, die die merkantilen Bauten in der städtebaulichen Entwicklung Milets spielten.Ever since the publication of the works of Armin von Gerkan in the 1920s Miletus has been considered an example for the growing importance of trade and economic affairs that went together with the decline of political independence of the Greek poleis at the end of the Hellenistic period. The aim of this paper is to re examine von Gerkan’s theory on its material basis with market buildings being identifi ed on a typological basis. As a material orientated approach can show, the majority of market buildings where built at a much earlier stage of Milesian history than is usually thought, i. e. at the late 4th/early 3rd century B.C. Finally, with their construction being prior to that of many other public buildings, the importance of market facilities for the local economy and their impact on the urban development are discussed.Armin von Gerkan’ın yaptığı araştırmalardan bu yana Milet, Hellenistik ve İmparatorluk çağında ticaretin öneminin gittikçe arttığı bir şehir kavramını yansıtan bir ›örnek vaka‹ olarak kabul edilmektedir. Bu görüşün yerleşmesindeki en önemli etken von Gerkan’ın birkaç büyük yapıyı, topoğrafik konumlarına göre kuzey, güney ve batı çarşı olarak adlandırması olmuştur. Bu makalede bu model ilk kez eleştirel bir yaklaşımla irdelenmektedir. Mimari tipoloji kriterlerine dayanarak ticari işlevli olarak tanımlanan yapıların Milet kenti içindeki dağılımlarının vekronolojik konumlarının bugüne kadar kabul edilenden farklı olduğu gösterilmektedir. Sonuç olarak ticari işlevli yapıların Milet’teki kentsel gelişimde oynadığı rolün yeniden değerlendirilmesine çalışılmaktadır
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