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Neuronale Korrelate der Verarbeitung visueller sexueller Stimulation unter Amisulprid und Reboxetin : eine placebokontrollierte fMRT-Studie an gesunden Probanden
An der Modulation sexueller Funktionen sind eine Vielzahl von endokrinen, peripheren und zentralnervösen Prozesse beteiligt. Eine Reihe an funktionellen Magnetresonanztomographie-Studien (fMRT-Studie) zeigte dabei erhöhte subkortikale und kortikale neuronale Netzwerkaktivierungen, die den einzelnen Phasen des sexuellen Reaktionszyklus zugeordnet werden konnten. Über den Einfluss der verschiedenen Neurotransmitter auf die neuronalen Strukturen zur Verarbeitung sexueller Stimuli ist jedoch wenig bekannt. Die Aufklärung dessen ist nicht nur aus neurowissenschaflticher, sondern auch aus klinischer Sicht von Bedeutung, da sexuelle Funktionsstörungen eine häufige unerwünschte Arzneimittelwirkung von Antidepressiva und Antipsychotika sind. In einer fMRT-Studie mit gleichem Design wurden die neuronalen Korrelate visueller sexueller Stimulation und die subjektiv empfundene sexuelle Funktion unter dem selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer Paroxetin und dem Dopamin-/Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer Bupropion an gesunden Probanden untersucht. Um das Verständnis zum Einfluss monoaminerger Systeme auf die neuronalen Korrelate visueller sexueller Stimulation zu erweitern, führten wir eine randomisierte, placebokontrollierte fMRT-Studie an gesunden, heterosexuellen, männlichen Probanden unter noradrenerger und antidopaminerger Medikation im Vergleich zu Placebo durch. Aufgrund des bekannten gleichsinnigen Einflusses von Dopamin auf die sexuellen Funktionen, sowie bekannter sexueller Funktionsstörungen unter Antipsychotika, erwarteten wir unter antidopaminerger Medikation eine verminderte Aktivierung im menschlichen Belohnungssystem, einhergehend mit verminderter subjektiver sexueller Funktion. Noradrenerg wirksame Pharmaka wurden im Zusammenhang mit sexueller Funktion bisher nur in depressiven Kollektiven untersucht. Aufgrund des beschriebenen günstigen Effekts erwarteten wir hier eine un-veränderte beziehungsweise erhöhte neuronale Aktivierung mit unveränderter subjektiver sexueller Funktion. Im Rahmen der randomisierten, placebokontrollierten fMRT-Studie nahmen 19 Probanden getrennt durch eine 14-tägige Auswaschphase jeweils für sieben Tage 4 mg des selektiven Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmers Reboxetin, 200 mg des selektiven Dopamin-Antagonisten Amisulprid und Placebo ein. Als Stimulusmaterial diente eine etablierte Videoclip Aufgabe mit erotischen und emotional positiven Sequenzen. Mittels eines Selbstbeurteilungsfragebogens wurde die subjektive sexuelle Funktion unter der Studienmedikation erfasst. Darüber hinaus wurden weitere psychometrische Skalen und neuropsychologische Tests durchgeführt. Unter keinem der beiden Studienmedikamente kam es im Vergleich zu Placebo zu schweren unerwünschten Arzneimittelwirkungen, Sedierung oder Beeinflussung basaler kognitiver Funktionen, welche die Interpretation unserer Ergebnisse hätte konfundieren können. Unter Amisulprid zeigte sich weder eine Veränderung der subjektiven sexuellen Funktion, noch eine veränderte neuronale Aktivierung im Vergleich zu Placebo. Eine mögliche Erklärung könnte in der Pharmakodynamik des Wirkstoffes liegen, der in einer niedrigen Dosierung, wie wir sie in unserer Studie verwendet hatten, ein prodopaminerger Effekt zugeschrieben wird. Unter Reboxetin zeigte sich hingegen im Vergleich zu Placebo eine subjektiv verminderte sexuelle Funktion in mehreren Phasen des sexuellen Reaktionszyklus, die vermutlich durch die beobachtete verminderte neuronale Aktivierung im rechten Nucleus caudatus vermittelt wird. Dies wird durch die gefundene positive Korrelation der verminderten neuronalen Aktivierung in dieser Region mit dem subjektiv verminderten sexuellen Interesse gestützt. Eine noradrenerge Medikation scheint daher bei gesunden Probanden vorwiegend motivationale Aspekte sexueller Stimulation zu modulieren. Unsere Ergebnisse liefern erste Hinweise auf die zentralnervöse Ätiologie von verminderter sexueller Funktion unter noradrenergen Substanzen, wie sie auch in mehreren Fallberichten beschrieben wird. Aufgrund des dualen Wirkmechanismus von Amisulprid in Abhängigkeit von der Dosierung sollten weitere Untersuchungen mit ähnlichem Design bei gesunden Probanden unter unterschiedlicher Dosis durchgeführt werden. Zusammenfassend tragen unsere Studienergebnisse dazu bei, zentralnervös oder arzneimittelinduzierte sexuelle Funktionsstörungen ätiologisch aufzuklären beziehungsweise zumindest besser zu verstehen, um in Zukunft dadurch bedingter Therapieinadhärenz entgegenzuwirken
Untersuchung neuronaler Korrelate von sozialem Ausschluss und negativem Feedback ohne sozialen Kontext - Eine klinische Studie bei Patientinnen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung im Vergleich zu gesunden Kontrollprobandinnen
Ergebnisse neuerer Untersuchungen deuten darauf hin, dass bei Experimenten zu negativem sozialem Feedback im Sinne von sozialem Ausschluss und negativem, eher kognitivem Feedback im Rahmen von Fehlerverarbeitung ähnliche Muster der neuronalen Verarbeitung bestehen. Für negatives Feedback in besonderem Maß empfänglich sind Patientinnen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung. Wir untersuchten 15 Patientinnen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung und 17 gesunde Kontrollprobandinnen mittels funktioneller Kernspintomografie. Beim Cyberball-Experiment zu sozialem Ausschluss zeigten Patientinnen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung relative Minderaktivierungen in pgACC und vlPFC, denen Aufgaben bei der Wahrnehmung bzw. Regulation von Emotionen zugeschrieben werden. Neuronale Veränderungen kamen allerdings nicht nur bei der Ausschluss-, sondern insbesondere auch bei der Einschlussbedingung zum Vorschein. Dies unterstützt die These der veränderten Wahrnehmung und negativen Voreingenommenheit von sozialen Interaktionen bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung. Beim Go/NoGo-Experiment fanden wir zwischen den beiden Gruppen keine signifikanten Unterschiede der Verhaltensdaten oder der neuronalen Aktivierungen in den Hauptregionen für Fehlerverarbeitung. Unsere Ergebnisse unterstützen somit die Annahme von aufgabenspezifischen Verhaltensabweichungen im sozialen Kontext bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung, denen sich funktionelle neuronale Veränderungen zuordnen lassen
Reaktivität des Endocannabinoid-Systems im Kontext von Angstkonditionierung bei gesunden Probanden
Das Endocannabinoid-System (ECS) konnte in jüngerer Vergangenheit als wichtige regulatorische Komponente stress- und angstassoziierter Vorgänge tierexperimentell charakterisiert werden und birgt – seiner guten pharmakologischen Zugänglichkeit wegen – großes Potential für künftige pharmakotherapeutische Interventionen. Dafür notwendig ist aber zunächst eine Replikation entsprechender Befunde am Menschen. Schwerpunkt der vorliegenden, translationalen Studie war deshalb die Untersuchung der Endocannabinoide Anandamid (AEA) und 2-Arachidonylglycerol (2-AG) in Zusammenhang mit der physiologischen Stressantwort gesunder, männlicher Probanden (Alter: 18-30 Jahre) während der Phasen der Konditionierung (Versuchstag 1) und Extinktion (Versuchstag 2) eines Angstkonditionierungsexperimentes. Als konditionierte Stimuli (CS+) fanden geometrische Formen Verwendung. Ein unangenehmer, an der Tibia applizierter Hitzereiz diente als unkonditionierter Stimulus (UCS). Insgesamt nahmen 55 Person an der als fMRT-Untersuchung angelegten Studie teil. Ausgewertet wurde in der vorliegenden Arbeit ein 22 Probanden umfassendes Subsample, in dem auch die elektrodermale Aktivität (EDA) zur Quantifizierung der physiologischen Stressreaktion aufgezeichnet worden war. Vor und nach dem jeweiligen Versuchstag erfolgte die Entnahme venöser Blutproben zur Bestimmung der AEA- beziehungsweise 2-AG-Plasmakonzentrationen mittels Liquid-Chromatographie-Tandem-Massenspektrometrie (LC-MS/MS). Eine Testung auf Vorliegen des FAAH (fatty acid amide hydrolase)-Polymorphismus C385A (rs324420) diente der Erfassung möglicher Gruppenunterschiede im Kontext des Experimentes. Im Rahmen einer ergänzenden explorativen Fragebogenanalyse wurden als potentielle Moderatorvariablen der physiologischen Stressantwort unter anderem das Erleben von Kindheitstraumata sowie potentiell traumatisierender Lebensereignisse (Kritische Lebensereignisse, Critical Life Events) eruiert. Im Zuge der Angstkonditionierung an Versuchstag 1 zeigte sich im Prä-Post-Vergleich ein signifikanter Abfall der durchschnittlichen AEA-Plasmaspiegel, während für 2-AG im Trend ein Anstieg zu verzeichnen war. Der Abfall der peripheren AEA-Konzentration korrelierte signifikant positiv mit dem Ausmaß der physiologischen Stressantwort (EDA) bei Präsentation des aversiven Hitzereizes, während eine höhere Stressantwort mit einem signifikant niedrigeren Anstieg der 2-AG-Spiegel einherging. Es konnte damit in der vorliegenden Untersuchung eine messbare Modulation des ECS durch akute Stressexposition gezeigt werden. Insbesondere der interventionsbedingte AEA-Abfall ist hierbei vereinbar mit tierexperimentellen Befunden, die einer Disruption des zentralnervösen AEA-Tonus durch erhöhte FAAH-Aktivität eine wesentliche Rolle in der Initiierung der neuroendokrinen Stressantwort zuschreiben. An Versuchstag 2 wiederum war für Probanden mit höheren AEA-Plasmakonzentrationen ein signifikant schnellerer Abfall der EDA als Zeichen einer besseren Extinktionsleistung messbar. Träger des FAAH-Polymorphismus C385A hatten zudem im Gruppenvergleich signifikant höhere AEA-Plasmakonzentrationen sowie einen deutlich schnelleren Abfall der physiologischen Stressantwort im Verlauf der Extinktionsphase vorzuweisen. Diese Befunde legen auch am Menschen eine Schlüsselrolle von AEA in der Extinktion aversiver Erinnerungen nahe. Für 2-AG ergaben sich in diesem Zusammenhang keine signifikanten Effekte. Während sich hinsichtlich erlebter Kindheitstraumata keine wegweisenden statistischen Assoziationen fanden, zeigten Probanden, die über eine höhere Anzahl Kritischer Lebensereignisse berichteten, eine signifikant niedrigere Stressantwort bei Präsentation des aversiven Hitzereizes. Das Erleben potentiell traumatischer Ereignisse ist damit als möglicher Moderator der physiologischen Stressreagibilität einzuordnen. Zusammenfassend leistet die vorliegende Studie bei häufig noch fehlender Replikation tierexperimenteller Erkenntnisse mit der Implementierung eines translationalen Angstkonditionierungsexperimentes einen wichtigen Beitrag zur Charakterisierung des humanen ECS im Kontext Stress- beziehungsweise angstassoziierter Vorgänge und kann zu einer theoretischen Grundlage für die Entwicklung zielgerichteter pharmakologischer Strategien in der Therapie von Angsterkrankungen und Traumfolgestörungen beitragen
Psychophysiologische Zusammenhänge bei Patienten der psychosomatischen Sprechstunde im Betrieb
Obwohl psychische Störungen große Auswirkungen auf die Freizeit und das Arbeitsleben haben, ist die Behandlung dieser Störungen in Deutschland verbesserungsbedürftig.
Die psychosomatische Sprechstunde im Betrieb ist ein kurzfristig verfügbares, niederschwelliges Angebot, mit dessen Hilfe die psychischen Beschwerden der Arbeitnehmer eruiert und behandelt werden können. Ziel der vorliegenden Studie war es, die psychosomatische Sprechstunde im Betrieb nicht nur im Hinblick auf die psychische Symptomverbesserung, sondern auch mit Hilfe somatischer Parameter zu untersuchen.
Die Datenerhebung erfolgte im Zeitraum Mai 2017 bis Oktober 2018. Es wurden 42 Probanden für die Studie rekrutiert, von denen 23 Patienten zwischen vier und zwölf Therapiestunden im Rahmen der psychosomatischen Sprechstunde im Betrieb in Anspruch nahmen sowie zu Beginn und zum Abschluss Fragebögen sowie zwei 24-Stunden-
Herzratenvariabilitäts-Messungen durchführten.
Bei den subjektiv angegebenen psychischen Symptomen zeigte sich ein signifikanter Untergang bei der Depressivität, Ängstlichkeit, mit psychischer Gesundheit verbundener Lebensqualität, emotionaler und kognitiver Irritation und subjektiver Einschätzung der psychischen Gesundheit. Die Teilnehmer haben über hohe Zufriedenheit mit der Behandlung im Rahmen einer psychosomatischen Sprechstunde im Betrieb berichtet. Die Verteilung auf rMSSD Perzentilen wurde durch die psychosomatische Sprechstunde im Betrieb leicht verbessert. Dies ist besonders wichtig, da niedrige rMSSD-Werte mit schlechtem Outcome vergesellschaftet sind.
Die Studienergebnisse bestätigen die Nützlichkeit solchen Angebotes im Betrieb. Es sollten jedoch weiteren Studien durchgeführt werden, um noch mögliche Zukunftsperspektiven und Nutzen der psychosomatischen Sprechstunde im Betrieb zu untersuchen sowie die Ergebnisse zu replizieren
Going Beyond Counting First Authors in Author Co-citation Analysis
The present study examines one of the fundamental aspects of author co-citation analysis (ACA) - the way co-citation
counts are defined. Co-citation counting provides the data on which all subsequent statistical analyses and mappings
are based, and we compare ACA results based on two different types of co-citation counting - the traditional type that
only counts the first one among a cited work's authors on the one hand and a non-traditional type that takes into
account the first 5 authors of a cited work on the other hand. Results indicate that the picture produced through this non-traditional author co-citation counting contains more coherent author groups and is therefore considerably clearer. However, this picture represents fewer specialties in the research field being studied than that produced through the traditional first-author co-citation counting when the same number of top-ranked authors is selected and analyzed. Reasons for these effects are discussed
Variations on the Author
“Variations on the Author” discusses two of Eduardo Coutinho’s recent films (Um Dia na Vida, from 2010, and Últimas Conversas, posthumously released in 2015) and their contribution to the general question of documentary authorship. The director’s filmography is characterized by a consistent yet self-effacing form of authorial self-inscription: Coutinho often features as an interviewer that rather than express opinions propels discourses; an interviewer that is good at listening. This mode of self-inscription characterizes him as an author who is not expressive but who is nonetheless markedly present on the screen. In Um Dia na Vida, however, Coutinho is completely absent form the image, while Últimas Conversas, on the contrary, includes a confessional prologue that moves the director from the margins to the center of his films. This article examines the ways in which these works stand out in the filmography of a director who offers new insights into the notion of cinematic authorship
Appropriate Similarity Measures for Author Cocitation Analysis
We provide a number of new insights into the methodological discussion about author cocitation analysis. We first argue that the use of the Pearson correlation for measuring the similarity between authors’ cocitation profiles is not very satisfactory. We then discuss what kind of similarity measures may be used as an alternative to the Pearson correlation. We consider three similarity measures in particular. One is the well-known cosine. The other two similarity measures have not been used before in the bibliometric literature. Finally, we show by means of an example that our findings have a high practical relevance.information science;Pearson correlation;cosine;similarity measure;author cocitation analysis
Dispelling the Myths Behind First-author Citation Counts
We conducted a full-scale evaluative citation analysis study of scholars in the XML research field to explore just how different from each other author rankings resulting from different citation counting methods actually are, and to demonstrate the capability of emerging data and tools on the Web in supporting more realistic citation counting methods. Our results contest some common arguments for the continued
use of first-author citation counts in the evaluation of scholars, such as high correlations between author rankings by first-author citation counts and other citation
counting methods, and high costs of using more realistic citation counting methods that are not well-supported by the ISI databases. It is argued that increasingly available digital full text research papers make it possible for citation analysis studies to go beyond what the ISI databases have directly supported and to employ more
sophisticated methods
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