suburban. zeitschrift für kritische stadtforschung
Not a member yet
    632 research outputs found

    Ein Desiderat der historischen Urbanistik: Rezension zu Nina Kreibig (2022): Institutionalisierter Tod: Die Kultur- und Sozialgeschichte der Berliner Leichenhäuser im 19. Jahrhundert. Bielefeld: transcript.

    Get PDF
    Nina Kreibigs Dissertation untersucht die Entstehung und Entwicklung von Leichenhäusern in Berlin im 19. Jahrhundert und beleuchtet dabei deren Bedeutung aus medizinischer und sozialer Perspektive. Sie zeigt auf, wie diese Einrichtungen als Reaktion auf die Unsicherheit bei der Todesfeststellung und die Angst vor dem Scheintod entstanden und sich unter dem Einfluss hygienischer Bedenken weiterentwickelten. Mit ihrer detaillierten Analyse und der Auswertung umfangreicher Archivalien schließt Kreibig eine Forschungslücke und leistet einen wertvollen Beitrag zur Sozial-, Medizin- und Kulturgeschichte Berlins

    Editorial

    Get PDF
    Unser 25. Heft ist als offene Ausgabe ohne Themenschwerpunkt konzipiert – und doch stellen gleich drei Aufsätze aktuelle Konflikte in ostdeutschen Städten ins Zentrum ihrer Analyse. Dies kann als Beleg für die Dringlichkeit dieses Themas gelten, das in der Stadtforschung bislang noch unzureichend behandelt wurde und wir freuen uns sehr, diese Beiträge veröffentlichen zu können

    Radical refiguration: Spaces of everyday normalization of the populist radical right

    No full text
    Obwohl der Aufstieg radikal rechter Kräfte auch innerhalb der Stadt- und Raumforschung einen immer prominenteren Platz einnimmt, fehlt es weitgehend sowohl an einer empirisch gesättigten Analyse ihrer tatsächlichen Effekte auf lokale Gemeinschaften als auch an einer konzeptionellen Debatte über die Rolle temporalen Wandels. Der Beitrag präsentiert Ergebnisse einer mehrjährigen qualitativen Längsschnittstudie mit dem Ziel, sich spezifischen lokalen Wandlungsprozessen anzunähern, denen im Kern die Normalisierung lokaler, radikal rechter Parteikader und ihrer Deutungsmuster zugrunde liegt. Norbert Elias’ Denken in Figurationen, so argumentiert der Text, kann dabei helfen, diese Prozesse sowie ihre räumlichen Dimensionen zu erschließen. Im Ergebnis zeigt die Studie, dass radikal rechte Normalität längst ein Faktum ist, das im Lokalen neue Verhältnisse zwischen Etablierten und Außenseiter_innen schafft und mit dem es politisch umzugehen gilt, anstatt es wegzureden. Mit dem Prozess der Etablierung radikaler Rechter gewinnen zudem exkludierende, antiurbane Raumbilder und ‑politiken an Gewicht – auch jenseits radikal rechter Kader und ihrer Unterstützer_innen. Für Gegner_innen ihrer Politiken verengen sich die Handlungsspielräume zunehmend und Ermüdung macht sich breit.Although the rise of radical right forces is becoming increasingly prominent also within urban and spatial studies, there is a lack of both an empirically saturated analysis of their actual effects on local communities as well as of a conceptual debate on the role of spatial and temporal change. This paper presents results of a multiannual qualitative longitudinal study with the aim of approaching specific local processes of change, which are essentially based on the normalization of local radical right party cadres and their patterns of interpretation. Norbert Elias’ concept of figurations, the text argues, can help to analyze these processes and their spatial dimensions. As a result, the study shows that radical right normality has long been a fact that creates new relationships between the established and the outsiders at a local level and which needs to be dealt with politically instead of explaining it away. With the establishment of the radical right, exclusionary, anti-urban spatial images and policies are also gaining weight, even beyond radical right cadres and their supporters. For opponents of their policies, the scope for action is increasingly narrowing and fatigue is spreading.

    The right of the dead in urban space: Comment on Johanna Hoerning and Lucas Pohl „Zum Verhältnis von Stadt, Sterben und Tod“

    No full text
    Das Sterben ist eine alltägliche Praxis, nicht nur in den urbanen Zentren. Doch zeigen sich aus geschichtswissenschaftlicher Perspektive erhebliche Desiderate. Obgleich seit einigen Jahren eine „neue Sichtbarkeit des Todes“ postuliert wird, verweist diese neue Beschäftigung vielfach auf Vorstellungen über den Tod und das Sterben und weniger auf Realitäten des Todes. Der folgende Beitrag fokussiert auf die architektonischen und institutionellen städtischen Strukturen, die als Topoi des Todes mit Tod und Sterben verbunden sind. Unter dem Schlagwort „Recht auf Stadt“ wird an dieser Stelle auf Ansprüche, aktuelle Transformationen und historische Prozesse verwiesen und damit die Frage aufgeworfen, welchen Stellenwert die Thematik in unserer heutigen Gesellschaft einnimmt.Dying is an everyday practice not only in urban centres. However, from a historiographical perspective, there are considerable desiderata. Although a „new visibility of death“ has been postulated for some years now, this new engagement often refers to ideas about death and dying rather than to the realities of death. The following contribution focuses on the architectural and institutional urban structures that are associated with death and dying as topoi of mortality. Under the catchphrase „right to the city“, reference is made here to claims, current transformations and historical processes, thus raising the question of the significance of the topic in our current society

    Titelbild

    No full text

    Rassistische Hunde und klassistische Ratten? Die mehr-als-menschliche Politik urbaner Ungleichheit

    Get PDF
    In Städten auf der ganzen Welt spiegeln, reproduzieren und transformieren Tiere urbane Ungleichheiten – doch ihre Rolle bei der Vermittlung sozialer Hierarchien ist weitgehend unerforscht. Zwar befasst sich die Stadtforschung inzwischen mit der Bedeutung von Infrastrukturen, Gütern und Dienstleistungen und hat so entscheidende Erkenntnisse darüber gewonnen, wie nichtmenschliche Wesen ungleiche Beziehungen vermitteln. Dass aber bestimmte Tiere – „politische Tiere“ – diese Ungleichheiten auch mitproduzieren, wurde bislang weitgehend übersehen. Dieser Beitrag konzentriert sich auf zwei wichtige urbane Bereiche, Sicherheit und öffentliche Gesundheit, die oft durch massive Ungleichheiten gekennzeichnet sind, und macht die Rolle, die bestimmte Schlüsseltiere – Hunde beziehungsweise Ratten – hier spielen, zum Ansatzpunkt der Analyse. Sicherheitshunde sind darauf trainiert, bedrohliche Personen anhand klassifizierter und rassifizierter Merkmale zu erkennen. Ratten fühlen sich in gehobenen Wohngegenden mit historischem Baubestand und vielen Grünflächen wohl – die von diesen Nagetieren ausgehenden Gefahren für die öffentliche Gesundheit und das damit verbundene Stigma dürften jedoch in überproportionalem Umfang Stadtbewohner_innen mit geringem Einkommen betreffen. Anhand von Forschungsergebnissen zu Sicherheitshunden in Kingston (Jamaika) und Ratten in Amsterdam diskutiert dieser Beitrag die Rolle von Tieren bei der Herausbildung sozialräumlicher Grenzen und bei der Verteilung von Ressourcen und Risiken zwischen verschiedenen urbanen Räumen und Bevölkerungen. Mit seinem Fokus darauf, wie diese beiden Arten „politischer Tiere“ mit Menschen und Infrastrukturen interagieren, entwirft der Beitrag eine Forschungsagenda zur Untersuchung der Frage, auf welche Weise die alltäglichen Begegnungen von Tieren mit ihrer kulturellen und materiellen Umwelt in ihrem Zusammenwirken zu (un-)gerechten gesellschaftlichen Ergebnissen führen.In cities across the world, animals reflect, reproduce and transform urban inequalities – yet their role in mediating social hierarchies remains undertheorized. Urban scholars have begun to highlight the importance of infrastructures and technologies in configuring access to essential goods and services. While this research provides key insights into how non-human entities mediate unequal relations, it has largely overlooked how certain animals – „political animals“ – also co-produce inequalities. This article focuses on two critical urban domains, security and public health, that are often characterized by stark inequalities, and takes the role of key animals within these domains – dogs and rats, respectively – as a new analytical entry-point. Security dogs are socialized to identify threatening individuals on the basis of classed and raced markers. Rats thrive in upscale neighborhoods with historical architecture and abundant green space – yet the public health risks and the stigma associated with these rodents may disproportionately affect low-income residents. Drawing on research on security dogs in Kingston, Jamaica and rats in Amsterdam, this talk discusses the role of animals in the formation of sociospatial boundaries, and the distribution of resources and risks across urban spaces and populations. Focusing on the interactions these two types of „political animals“ have with both humans and infrastructure, it sets out a research agenda for studying how animals’ everyday encounters with their cultural and material environments combine to result in (in-)equitable social outcomes

    From Kolonialinstitut to University: The spectre of German colonialism at the University of Hamburg

    No full text
    2019 feierte die Universität Hamburg ihr 100-jähriges Jubiläum. Doch wann begann ihre Geschichte wirklich? Das Hamburgische Kolonialinstitut, das von 1908 bis 1919 der wissenschaftlichen Ausbildung von Kolonialbeamten diente, war im heutigen Hauptgebäude der Universität untergebracht. Das Kolonialinstitut war nicht nur der Vorläufer der Universität, sondern markierte auch die Entstehung einer der ersten Institutionen für höhere Bildung in der Hansestadt. Die Jubiläumsfeier spiegelt eine koloniale Amnesie wider, die eine Ausblendung dieses Teils der Universitätsgeschichte ermöglicht. In diesem Beitrag setzen wir uns kritisch mit der verdrängten Geschichte der Bildungsinstitution auseinander, indem wir folgenden Fragen nachgehen: Was bedeutet es für eine wissenschaftliche Institution, aus der deutschen Kolonialgeschichte hervorgegangen zu sein? Wie lässt sich diese Geschichte heute aus einer dekolonial- feministischen Perspektive rekonstruieren? Wir versuchen mit dem Beitrag in die offizielle Erinnerungskultur und -politik der Universität und in ihren amnestischen Umgang mit ihrem kolonialen Erbe zu intervenieren.In 2019, the University of Hamburg celebrated its 100th anniversary. However, when did its history actually begin? Hamburg’s Colonial Institute (Hamburgisches Kolonialinstitut), which provided scientific training for colonial civil servants from 1908 to 1919, was housed in what is now the University’s main building. The Kolonialinstitut was not only a forerunner of the University, but also marked the emergence of the first institutions of higher education in the Hanseatic city. The anniversary celebrations reflect a colonial amnesia that allows this part of the University’s history to be ignored. In this article, we discuss critically the history of this institution of higher education by exploring the following questions: What does it mean for an academic institution to have emerged from German colonial history? How can this history be reconstructed from a decolonial feminist perspective? We aim to intervene in the university’s official culture and politics of remembrance as well as in the amnesic approach to its own colonial heritage

    Space and criminalisation – Abstraction as an instrument of power? Review of Bernd Belina (2023): Gefährliche Abstraktionen. Regieren mittels Kriminalisierung und Raum. Beiträge 2005–2023. Münster: Westfälisches Dampfboot.

    No full text
    Urban policing has been criticised for quite some time. Belina\u27s collection of essays offers important insights into the question of how a positivistically legitimised reshaping of police power is currently being carried out via space and criminalisation. Belina argues that symbolic productions of space (e.g. crime mapping) lead to the spatialisation of crime, whereby social relations are disregarded. As the police use symbolic spatial productions to guide their actions and legitimise controls, marginalised people in particular become the focus of police controls. Under the guise of spatial abstractions, discrimination by the police is thus fuelled. My discussion reflects the findings of the book and raises further questions.Urbane Ordnungspolitik durch die Polizei steht seit geräumiger Zeit in der Kritik. Die Aufsatzsammlung von Bernd Belina bietet wichtige Erkenntnisse zu der Frage, wie sich gegenwärtig über Raum und Kriminalisierung eine positivistisch legitimierte Neuformierung polizeilicher Handlungsmacht vollzieht. Belina argumentiert, dass es in symbolischen Raumproduktionen (etwa bei Kriminalitätskartierungen) zur Verräumlichung von Kriminalität komme. Dabei werde von sozialen Verhältnissen abgesehen. Indem die Polizei symbolische Raumproduktionen handlungsleitend einsetze und durch sie Kontrollen legitimiere, gerieten insbesondere Marginalisierte in den Fokus polizeilicher Kontrollen. Unter dem Deckmantel räumlicher Abstraktionen werde so der Diskriminierung durch die Polizei Vorschub geleistet. Meine Rezension reflektiert die Erkenntnisse des Buches und wirft weitere Fragen auf

    Regression als Aufbruch? Kritische Geographien rechter Zukunftsentwürfe

    Get PDF
    Wie stehen Zukunft und Aufbruch im Verhältnis zum Reaktionären und Regressiven? Welche räumlichen Formen nehmen rechte Zukunftsentwürfe an? Und welche Ambivalenzen treten in diesen Spannungsverhältnissen zutage? Diese Fragen trägt die hier initiierte Debatte an empirische Kontexte heran und erprobt, wie sich Retrospektive und Regression explizit als Präfigurationen von Zukunft lesen lassen. Den Debattenaufschlag von Johann Braun und Anke Schwarz diskutieren Valentin Domann, David Higgins, Agnieszka Pasieka, Zita Seichter und Matt Varco

    Hinterbliebene Dinge

    Get PDF
    Was steht am Ende des Lebens? Neben den Beziehungen zu anderen Menschen und den dadurch hinterlassenen Spuren im Leben anderer stehen am Ende des Lebens auch die angesammelten Besitztümer. Sie erzählen Geschichten vergangener Leben, von Erinnerungen, Routinen, Ritualen und Erfahrungen. Sie haben ihre eigenen Biografien und zeichnen den Lebensweg eines Menschen nach. Was passiert mit all diesen Wegbegleitern, wenn die Person verstirbt und diese Gegenstände nicht mehr benötigt? Der Blick auf das Ende des Wohnens – und den Tod – eröffnet vielfältige Perspektiven auf das Leben selbst. In Anlehnung an mehr-als-menschliche Perspektiven zeigt sich, dass Wohnen ein Prozess mehr-als-menschlichen Zusammenwohnens darstellt, der durch Sorgebeziehungen konstituiert wird. Diese äußern sich im Ent-Sorgen der Wohnmaterialitäten sowie in der Aushandlung des Behaltens und Wegschmeißens mit anderen Wohnmitgliedern

    308

    full texts

    632

    metadata records
    Updated in last 30 days.
    suburban. zeitschrift für kritische stadtforschung
    Access Repository Dashboard
    Do you manage Open Research Online? Become a CORE Member to access insider analytics, issue reports and manage access to outputs from your repository in the CORE Repository Dashboard! 👇