suburban. zeitschrift für kritische stadtforschung
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    „We are not all in Görlitzer Park“: Black Britons defending against racism and negotiating colonial afterlives in Berlin

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    Wie setzen BiPOC-Brit_innen in Berlin Staatsbürgerschaft und Klassenprivilegien ein, um sich vor Rassismus zu schützen und mehr Wertschätzung zu erfahren? Der hier gewählte feministisch-intersektionale Ansatz verdeutlicht die Verschränkungen von Klasse, Staatsbürgerschaft, Geschlecht und race als ineinandergreifende Vergesellschaftungsprozesse, die Wirkung entfalten, um rassistische Positionierungen im urbanen Raum zu umgehen. Dieser Beitrag erforscht, wie Britishness als kulturelle und rechtlich relevante Kategorie zum Schutz vor Rassismen mobilisiert wird und so im außerbritischen Kontext einen Bedeutungswandel erfährt. Er erörtert, inwiefern der Bezug auf Britishness häufig dazu dient, schwarze Menschen ohne britischen Pass und Klassenprivilegien oder ohne höhere Bildung als sozial untergeordnet zu positionieren. Durch den empfundenen Abstand zur einstigen Kolonie und die gelebte Nähe zur Metropole der Kolonialmacht – und somit zu whiteness – werden verschiedenartige Formen von Blackness zur Kennzeichnung von Wertigkeit produziert, die jedoch in urbanen Räumen wie Berlin weißzentrisch geprägt und marginalisiert bleiben.How do BiPOC Britons in Berlin draw on their citizenship and class privilege in order to protect themselves from racism, and gain recognition and value? This paper takes an intersectional feminist approach to examine how class, citizenship, gender, and race are intertwined as interlocking socialization processes that work to circumvent racist positioning in urban spaces. The article explores how Britishness is mobilized as a culturally and legally relevant category for protection against racism, thus undergoing a shift in meaning outside of the British context. It discusses the extent to which the reference to Britishness often serves to position Black people without a British passport and class privileges, or without higher education, as socially subordinate. The greater the geographical distance from the former colony and the closer the proximity to the imperial metropolis – and, by extension, to whiteness – the more prestige and social status Blackness gains. While these forms Blackness „civilized“ by the metropolis may be positioned as more valued forms of Blackness, but this position remains marginalized in its relation to whiteness. The historical materiality of Blackness becomes visible through the spatial negotiations of BiPOC British people in Berlin

    The shattered dream of public water: Why Barcelona failed to municipalise its water infrastructure

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    Obwohl das akademische Interesse für (Re-)Kommunalisierungen städtischer Wasserinfrastrukturen in den letzten Jahrzehnten gewachsen ist, bleiben erfolglose Fälle weitestgehend unbeachtet. Der Beitrag untersucht den gescheiterten Versuch der Kommunalisierung der Wasserver- und Abwasserentsorgung in Barcelona unter der progressiven Stadtregierung von Barcelona en Comú (2015-2023). Trotz vielversprechender politischer Voraussetzungen unter einer munizipalistischen Stadtregierung sowie der starken Unterstützung durch soziale Bewegungen konnte das Vorhaben nicht realisiert werden. Ausgangspunkt ist die These, dass in der urbanen Wasserwirtschaft starke Beharrungskräfte privatwirtschaftlicher Logiken wirken, die durch historische Entwicklungen, institutionelle Arrangements und Machtkonstellationen bedingt sind. Der Beitrag identifiziert technische, eigentumsbezogene, diskursive und legislative Stabilisierungsmechanismen, die die Position des privaten Wasserversorgers sichern. Zudem plädiert er dafür, den Misserfolgen progressiver städtischer Projekte als analytisch aufschlussreiche Konstellationen urbaner Machtverhältnisse mehr Aufmerksamkeit zu schenken, um daraus konkrete Schlussfolgerungen für die Gestaltung zukünftiger Vorhaben zu ziehen.While academic interest in the (re-)municipalisation of urban water infrastructures has grown in recent decades, unsuccessful cases have remained largely unexamined. This article investigates the failed attempt to municipalise water and wastewater services in Barcelona under the progressive city government of Barcelona en Comú (2015-2023). Despite promising political conditions under a municipalist city government and strong support from social movements, the project could not be realised. The article is based on the thesis that strong inertial forces of private-sector logics are at work in the urban water sector, which are conditioned by historical developments, institutional arrangements, and power constellations. The article identifies technical, ownership-related, discursive, and legislative stabilisation mechanisms that secure the position of the private water provider. Furthermore, it argues for paying more attention to the failures of progressive urban projects as analytically insightful constellations of urban power relations, in order to draw concrete conclusions for the design of future projects

    „New“ arrival spaces between inclusion and exclusion: A literature analysis of spatial migration patterns in Europe

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    In diesem Beitrag werden die räumlichen Auswirkungen der zunehmenden Diversifizierung von Migrationsprozessen analysiert. Im Fokus stehen dabei sich neu formierende Ankunftsräume in Europa jenseits „traditioneller“ urbaner Migrationszentren. Auf Basis einer systematischen Literaturanalyse lassen sich fünf zentrale Dimensionen identifizieren, die die Ankunftsbedingungen für Neuzugewanderte vor Ort prägen: staatliche Interventionen und Integrationsregime, der Zugang zu Wohnraum, lokale Beschäftigungsmöglichkeiten, soziale Netzwerke und die Ausstattung mit sozialen Infrastrukturen und Dienstleistungen. Die Analyse zeigt, dass raumstrukturelle Merkmale wie Größe oder Lage allein keine ausreichenden Erklärungen für die Variationen in den Ankunftsbedingungen liefern. Vielmehr ergibt sich in jedem Ankunftsraum eine spezifische Kombination lokaler, institutioneller und gesellschaftlicher Faktoren, die den Zugang zu Teilhabechancen wesentlich beeinflussen. Der Beitrag plädiert für einen differenzierten Blick auf lokale Ankunftskontexte im Sinne des local turn in der Migrationsforschung, der die komplexen Wechselwirkungen zwischen lokalen und überörtlichen Bedingungen berücksichtigt.This article analyzes the spatial effects of the increasing diversification of migration processes. The focus is on newly forming arrival areas in Europe beyond „traditional“ urban migration centers. Based on a systematic literature review, five central dimensions can be identified that shape the local arrival conditions for newcomers: state interventions and integration regimes, access to housing, local employment opportunities, social networks, and the provision of social infrastructure and services. The analysis shows that spatial structural characteristics such as size or location alone do not provide sufficient explanations for the variations in arrival conditions. Rather, in each arrival area there is a specific combination of local, institutional and social factors that significantly influence access to opportunities for participation. The article argues for a differentiated view of local arrival contexts in the sense of the „local turn“ in migration research, which takes into account the complex interactions between local and supra-local conditions

    Editorial

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    Segregation gehört seit den Anfängen der Stadtforschung zu ihren zentralen Themen – höchste Zeit also, diesem prominenten Gegenstand auch in sub\urban einen Schwerpunkt zu widmen. Unser Themenschwerpunkt „Die segregierte Stadt“ versucht, den Begriff der Segregation neu zu rahmen, seine unterschiedlichen räumlichen, miteinander verbundenen Facetten zusammenzuführen und neue Felder der Segregationsforschung zu erschließen – ohne dabei die benachteiligenden Prozesse und Effekte aus dem Blick zu verlieren. Mit den hier versammelten Beiträgen ist die Thematik jedoch keineswegs erschöpft. Vielmehr versteht sich diese Ausgabe als Einladung zu einer vertiefenden Diskussion darüber, wie Segregation in der kritischen Stadtforschung weiter verhandelt werden kann.Segregation has been one of the central topics of urban research since its beginnings – reason enough to finally dedicate a thematic focus to this prominent subject in sub\urban. Our focus issue “The Segregated City” seeks to reframe the concept of segregation, to bring together its diverse and interconnected spatial facets, and to open up new fields in segregation research – without losing sight of the disadvantaging processes and effects it entails. However, the contributions gathered here do not exhaust the topic. Rather, this issue is intended as an invitation to deepen the discussion on how segregation can continue to be addressed within critical urban research

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    Eggenstein revisited: Conditions of segregation in single-family home areas in the context of the 1950s and 1960s and their effects in the presence

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    Ausgehend von der 1962 in der Zeitschrift Schöner Wohnen erschienenen Homestory „Wir hatten vier Dutzend Wünsche für unser Haus“ betrachtet dieser Beitrag anhand einer 1949-1969 erbauten Einfamilienhaus-Siedlung nahe Karlsruhe historische Bedingungen der Segregation in Einfamilienhausgebieten und ihre gegenwärtigen Fortschreibungen. Er untersucht die Zuteilung von Bauland, Instrumente der Eigentumsförderung und die Erreichbarkeit alltäglicher Bedürfnisse. Um zukunftsfähige Perspektiven für den Einfamilienhaus-Bestand zu entwickeln, bedarf es nicht nur einer Veränderung der baulichen Strukturen, sondern auch der dieser Wohnform zugrunde liegenden Strukturen der Segregation.Based on the home story “We had four dozen wishes for our house” published in the magazine Schöner Wohnen in 1962, this contribution examines the historical conditions of segregation in single-family home areas and their current continuations, using a single-family home development built between 1949 and 1969 near Karlsruhe as an example. It examines the allocation of building land, instruments for promoting home ownership, and the accessibility of everyday needs. In order to develop sustainable perspectives for the single-family home stock, it is necessary to change not only the structural conditions, but also the underlying structures of segregation that characterize this type of housing

    Feminist perspectives of pobladorxs on reparations: Demands of a self-organized housing association from Santiago de Chile

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    Die Landbesitzverhältnisse in Abya Yala haben koloniale Wurzeln. Dieser Beitrag fokussiert die Gegebenheiten in Chile, wo sich Landbesitz bis heute insbesondere in den Händen weniger aristokratischer Familien befindet. Obwohl häufig die Besitzverhältnisse darüber entscheiden, ob und wo Sozialwohnungen gebaut werden können, werden koloniale Landbesitzverhältnisse bei Debatten über fehlenden sozialen Wohnraum kaum berücksichtigt und Diskussionen über notwendige Reparationen häufig aus Planungsprozessen und akademischen Planungskontexten ausgeklammert. In unserem Beitrag beschreiben wir die Kämpfe der selbstorganisierten Agrupación por la vivienda Luchadores de Lo Hermida (Wohnvereinigung Kämpfer*innen von Lo Hermida) gegen ungleiche Landbesitzverhältnisse. Dabei stellen wir unsere Interpretation der Perspektiven der Wohnvereinigung LH auf Reparationsforderungen für würdige Wohnverhältnisse für den Stadtteil Lo Hermida (Santiago de Chile) dar. Wir zeigen, inwiefern integral-transformative Reparationen eine Möglichkeit zur Sichtbarmachung und Bekämpfung der historischen Ursachen geschlechtsspezifischer, rassifizierter und klassenbasierter Ausgrenzung und Gewalt darstellen. Abschließend erörtern wir, wie eine kritische Auseinandersetzung über Reparationen in der Wissenschaft und bei der Entscheidungsfindung im Bereich der Stadtplanung und -entwicklung aussehen könnte.Land ownership in Abya Yala has colonial roots. This article focuses on Chile, where land ownership is still in the hands of a few aristocratic families. Although ownership often determines whether and where social housing can be built, colonial land ownership is rarely considered in debates about the lack of social housing, and discussions about necessary reparations are often excluded from planning processes and academic planning contexts. In our contribution, we describe the struggles of the self-organized Agrupación por la vivienda Luchadores de Lo Hermida (Housing Association Fighters of Lo Hermida) against unequal land ownership and present their reparation demands for dignified housing conditions for the Lo Hermida neighborhood (Santiago de Chile). We manifest that integral-transformative reparations are a way of making visible and addressing the historical causes of gendered, racialized and class-based exclusion and violence. Finally, we show how a critical discussion of reparations in academia and in decision-making in the field of urban planning and development could look like

    Polylog: Sorgende Stadt zwischen Utopie und Strategie

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    Angesichts der sich zuspitzenden Sorgekrise rückt die Idee der „Sorgenden Stadt“ zunehmend in den Fokus von Aktivist*innen, Wissenschaftler*innen, Planer*innen und städtischen Akteur*innen. Das Konzept wird als Antwort auf die Krise der sozialen Reproduktion diskutiert, jedoch mit unterschiedlichen Schwerpunkten: Für manche ist das Konzept ein strategischer Kompass, der notwendige Veränderungen im Bereich Sorgearbeit in greifbare Maßnahmen übersetzt. Andere sehen darin einen Aufruf, unsichtbare Sorgearbeit in der Stadt sichtbar und wertgeschätzt zu machen. Es geht um die Schaffung von Infrastrukturen, die an den (Bedürfnissen der) Bewohner*innen ausgerichtet sind, sowie die Ermöglichung emanzipatorischer Sorgebeziehungen und Freiräume für neue Formen der Selbst- und Fürsorge. Dieser Text diskutiert verschiedene Ansätze und Praktiken der Transformation zu Sorgenden Städten und ist eine gekürzte und überarbeitete Version der Podiumsdiskussion „Sorgende Städte als Wegbereiter urbaner Sorgetransformationen!?“ der Tagung Neue Kulturgeographie 2024 in Münster. In verdichteter Form zeichnet der Text die Diskussion zwischen sechs Personen aus Aktivismus und feministischer Wissenschaft nach

    Thinking the urban with Bourdieu

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    Dieser in Form eines Dialogs mit dem Stadtsoziologen Clément Rivière gehaltene Beitrag beleuchtet einige zentrale Ideen meines Buchs Bourdieu in the city: Challenging urban theory (Wacquant 2023) und zieht daraus analytische Schlussfolgerungen. Ausgehend von Bourdieus Trialektik des symbolischen, sozialen und physischen Raums ergibt sich ein spezifisches Verständnis des Urbanen als Ort der Akkumulation und Ausdifferenzierung von Kapital sowie der Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Kapitalarten und der Kombination und Kollision unterschiedlicher Habitus. Die Stadt ist ein Nährboden für soziale Felder und zugleich ein Motor sozialer Perplexität. Territoriale Stigmatisierung resultiert aus der symbolischen Markierung entwerteten Raums. Das Gefängnis ist eine städtische Kerninstitution, die ins Zentrum der Soziologie der Produktion und Regulierung von Klasse und ethnischer Marginalität gerückt werden muss. Um die Stadt zu verstehen, muss man den strafenden Staat verstehen und umgekehrt.Written in the form of a dialogue with the urban sociologist Clément Rivière, this article spotlights some key ideas and draws out some analytic implications of my book Bourdieu in the City: Challenging Urban Theory (2023). We can build, based on Bourdieu “trialectic of symbolic, social and physical space,” a distinctive conception of the urban as the site for the accumulation, differentiation and contestation of varied species of capital and for the commingling and collision of variegated habitus. The city is a breeding ground for fields and an engine of social perplexity. Territorial stigmatization results from the symbolic marking of spoiled space. The jail is a core urban institution that needs to be brought to the forefront of the sociology of the production and regulation of class and ethnic marginality. To understand the city, you need to understand the penal state, and vice versa

    Der rechte Stadtdiskurs: mehr als reine Stadtfeindschaft: Rezension zu Johann Braun (2024): Stadt von Rechts. Über Brennpunkte und Ordnungsversuche. Berlin: Verbrecher.

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    Insbesondere ländliche Räume sind im Zuge des Aufstiegs (extrem) rechter Parteien zum Gegenstand gesellschaftlicher Auseinandersetzungen um Infrastrukturabbau, Austerität und „leftbehindness“ geworden. Dabei sind auch Städte vielfach Ziel rechter Mobilisierungen. Dieser Diagnose folgend zeichnet Johann Braun die gegenwärtige rechte Sichtweise auf Stadt nach, indem er zentrale Zeitschriften des organisierten Neonazismus, der kulturpolitisch rechten Publizistik und des Rechtskonservatismus auswertet. Braun arbeitet drei zentrale Topoi heraus: erstens eine städtebaulichen Tradition, zweitens die Stadtgesellschaft der Masse und drittens die Stadtpolitik mit Kontrollverlust. Das Verhältnis der politischen Rechten zur Stadt ist Braun zufolge sehr ambivalent: Einerseits markieren sie die Stadt der Gegenwart als elitär, global und widernatürlich, andererseits sehnen sie sich nach der Stadt der Normalität aus Natur, Gemeinschaft und Lokalität

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