suburban. zeitschrift für kritische stadtforschung
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    632 research outputs found

    Kinder bewegen Stadt: Choreografische Beobachtungen räumlicher Aneignungspraktiken

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    Der Text untersucht das Raumaneignungsverhalten von Kindern und Jugendlichen in städtischen Räumen aus einer choreografischen Perspektive. Unter Rückgriff auf fünf Gespräche mit Expert_innen aus Pädagogik, Tanz/Choreographie und Kulturvermittlung entstand eine Sammlung choreografischer Praktiken von Kindern und Jugendlichen in städtischen Räumen. Diese Sammlung wird wiederum zu einem eigenen künstlerischen Forschungsformat: ein Bewegungsscore (eine Reihe von Handlungsaufforderungen), der die Leser_innen dazu einlädt, die Ergebnisse des Beitrags selbst anzuwenden und damit die ästhetische Wahrnehmungswelt junger Menschen unmittelbar in die eigene Praxis kritischer Stadtforschung zu übersetzen.The text examines the way in which children and young people appropriate urban spaces from a choreographic perspective. Drawing on five interviews with experts from the fields of pedagogy, dance/choreography and cultural mediation, a collection of choreographic practices of children and teenagers in urban spaces evolved. This collection is then again turned into an artistic research format of its own kind: a movement score (a series of calls to action) which invites the readers to apply the results of this contribution themselves, thus translating the aesthetic perceptual world of young people directly into their own practice of critical urban researc

    Angestaubt: Rezension zu Jürgen Hasse (2020): Wohnungswechsel. Phänomenologie des Ein- und Auswohnens. Bielefeld: transcript.

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    Jürgen Hasse hat mit Wohnungswechsel. Phänomenologie des Ein- und Auswohnens einen Essay vorgelegt, der auf Erfahrung mit Umzügen schließen lässt. Es ist ein seltsamer und schöner Text. Seltsam, weil die literarisch-phänomenologische Schreibweise und Sprache in den raumbezogenen Wissenschaften bedauerlicherweise nur noch selten anzutreffen ist. Schön, weil es denkwürdig und anregend ist, dem Autor auf seiner verdichteten Erkundung des Phänomens zu folgen

    Platform urbanism: Labour, migration and the transformation of urban space

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    Der Beitrag analysiert, wie digitale Plattformen urbanes Arbeiten und Leben ebenso verändern wie die gelebte Räumlichkeit und die materielle Architektur der Stadt. Davon sind nicht nur Arbeitsverhältnisse berührt, sondern auch alltägliche Formen und Praktiken von Mobilität, Konsum oder Reproduktion. Basierend auf umfassenden ethnografischen Forschungen beschreiben wir erstens den Aufstieg der Plattformarbeit in Berlin, insbesondere am Beispiel von Uber, Deliveroo und Helpling. Wir nehmen neue Formen algorithmischer Organisation, Kontrolle und Überwachung von Arbeit im Stadtraum in den Blick und zeigen, dass Plattformarbeit primär migrantisch ist. Davon ausgehend skizzieren wir zweitens die Umrisse eines entstehenden Plattform-Urbanismus. Das umfasst sowohl ein Verständnis der Räume und Geografien digitaler Plattformen als auch eine theoretische Perspektivierung des Begriffs. Drittens betonen wir, dass kritische Analysen des emergenten Plattform-Urbanismus zeigen können, wie Plattformen darauf abzielen, unverzichtbare urbane Infrastrukturen zu werden. Allerdings zeigt sich, dass diese Infrastrukturwerdung urbaner Plattformen kein reibungsloser Prozess ist, sondern politisch und ökonomisch umkämpft.The contribution analyses how digital platforms transform labour and life just as well lived space and material architecture of the contemporary city. This concerns not only labour relations, but also everyday forms and practices of mobility, consumption or reproduction. Based on extensive ethnographic research, we describe, firstly, the rise of platform labour in Berlin, with a focus on Uber, Deliveroo and Helpling. We analyse new forms of algorithmic organization, control and measure of labour in urban space and describe platform labour as primarily migrant work. Secondly, we sketch the outlines of an emerging platform urbanism, which includes an understanding of the spaces and geographies of digital platforms as well as a theoretical perspectivation of the term. And thirdly, we emphasize that critical analyses of emerging platform urbanism can help to understand how platforms aim to become indispensable urban infrastructures. This infrastructural emergence of urban platforms is not a smooth process, however, but is politically and economically contested

    Analog Algorithm – Landscapes of Machine Learning

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    In ihrem fotografischen Magazinbeitrag „Analog Algorithm – Landscapes of Machine Learning“, der auf ihrem gleichnamigen Buch basiert, nimmt uns die Fotografin Susanne Huth mit ins Silicon Valley, das Machtzentrum der technischen Innovation und der postindustriellen, neoliberalen Wirtschaftsordnung schlechthin. Mit ihren Arbeiten begibt sie sich auf einen Streifzug durch den etwa 70 Kilometer langen und 30 Kilometer breiten Landstrich in der San Francisco Bay Area, der Gegenstand globaler und kollektiver Fantasien zu sein scheint. Huths Bilder zeigen jedoch, dass es nicht ausreicht, lediglich über diesen Ort zu reden, zu behaupten, er habe mit seinen Technologien die Alltagsroutinen, Daten und digitale Identität einer jeden von uns erfasst und durchdrungen – ohne dass wir jemals da gewesen wären (Lübbke-Tidow 2020). Susanne Huths Schwarz-Weiß-Arbeiten brechen mit diesem Narrativ, indem sie das Silicon Valley als sozio-politischen Prozess beforschen, ihn als kulturelles Dispositiv begreifen und die strukturelle Transformation der Dienstleistungsgesellschaft zur Informationsgesellschaft nachzeichnen. Die dokumentierten Lagerhallen, Straßenzüge, Parkplätze, Gebäudekomplexe und Werbeplakate wirken nicht so schillernd oder innovativ wie die Marketingkampagnen der dort ansässigen Unternehmen, sondern brüchig und unspektakulär, fast schon alltäglich

    Urban Childhoods between Utopia and Dystopia: Social and Educational Science Informed Rationalisations of the Topos “Children in the City”

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    Der vorliegende Beitrag nimmt analytisch in den Blick, wie urbane Kindheiten in der sozial- und erziehungswissenschaftlich informierten Rede über Kinder in der Stadt rationalisiert werden. Dies geschieht, indem die spezifischen Rationalisierungsweisen aus der Rede herausgearbeitet werden, welche „Kinder“ und „Stadt“ diskursiv miteinander relationieren und hierüber topologisch letztlich zwischen Utopie und Dystopie positionieren. Angeleitet von dieser diskurstopologischen Perspektive wird der Topos nach einer kurzen Einleitung zunächst als expliziter Gegenstand empirischer, sozial- und erziehungswissenschaftlicher Forschung in den Blick genommen, bevor dann wesentliche Etappen der Rede über Kinder in der Stadt in Form von chronologischen Schlaglichtern nachgezeichnet werden. Im Anschluss hieran werden die Straßenkindheit und die pädagogische Provinz als vielschichtige und zentrale Narrative dieser Rede analysiert. Schlussgedanken führen die vorliegende Analyse wieder in die Rede ein und reflektieren den Topos „Kinder in der Stadt“ als eine Art „diskursive Heterotopie“.This article takes an analytical look at how urban childhoods are rationalised in social and educationally informed discourse about children in the city. This is done by elaborating the specific modes of rationalisation from the speech that discursively relate “children“ and “city” to each other and ultimately position them topologically between utopia and dystopia via this. Guided by this discourse topological perspective, after a brief introduction the topos will first be considered as an explicit object of empirical, social and educational research, before essential stages of the speech about children in the city will be traced in the form of chronological highlights. Following this, street childhood and the pedagogical province are analysed as multi-layered and central narratives of this speech. Concluding thoughts reintroduce the present analysis to the speech and reflect on the topos “children in the city” as a kind of “discursive heterotopia”

    Urban political ecology in prospect and retrospect

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    Zwischen den wahrgenommenen Grenzen der Urbanen Politischen Ökologie, der neolefebvrianischen Konzentration auf globale Urbanisierungsmuster und dem Aufschwung „neuer Materialismen“ ist die zeitgenössische theoretische Konzeptualisierung der urbanen Biosphäre in eine Art Sackgasse geraten. Seit ihrer Entstehung Mitte der 1990er Jahre hat die Urbane Politische Ökologie eine Reihe profilierter Beiträge zur Erforschung urbaner Umweltfragen geleistet, aber in den letzten Jahren sind einige konzeptionelle Spannungen und empirische Lücken sichtbar geworden. In diesem Essay befasse ich mich mit dem Erbe der „ersten Welle“ der Forschung in der Urbanen Politischen Ökologie und untersuche eine Reihe aktueller Herausforderungen, darunter die komplexeren Interpretationen von Handlungsmacht (Agency), Materialität und Subjektivität.The contemporary theorization of the urban biosphere has reached something of an impasse between the perceived limitations of urban political ecology, the neo-Lefebvrian emphasis on global patterns of urbanization, and the rise of “new materialisms”.  Since its emergence in the mid-1990s, urban political ecology has made a series of distinctive contributions to the study of urban environmental issues yet in recent years a series of conceptual tensions and empirical lacunae have become apparent.  In this essay I reflect on the legacy of the “first wave” of urban political ecology scholarship and consider a series of contemporary challenges including more complex interpretations of agency, materiality, and subjectivity.      &nbsp

    Tolerant racists: Struggling for Recognition in the German City: Review of Peter Bescherer / Anne Burkhardt / Robert Feustel / Gisela Mackenroth / Luzia Sievi (2021): Urbane Konflikte und die Krise der Demokratie – Stadtentwicklung, Rechtsruck und Soziale Bewegungen. Münster: Westfälisches Dampfboot.

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    Der rezensierte Sammelband markiert den Auftakt für ein neues Forschungsfeld kritischer, deutscher Stadtforschung. Das ist nicht nur zeitgemäß, sondern überfällig. Die Autor*innen der Studie fokussieren insbesondere das städtische Moment rechter Narrative in der Stadtpolitik, entlang von Fragen städtischer Sicherheit, der Verkehrspolitik und der Wohnungsfrage in Leipzig und Stuttgart. Während sich die politisch Verantwortlichen ratlos zeigen, verschieben die Forscher*innen ihren Fokus auf die Mikrokonflikte der Lebenswelt: Eine dichte Beschreibung des städtischen Alltagslebens, die sich mit Blick auf Politikverdrossenheit – Resonanz versus Entfremdung –, vor allem aber durch die Unterscheidung zwischen Toleranz und Anerkennung rechter Narrative in der deutschen Stadt analytisch noch schärfen ließe. In Anbetracht bevorstehender Untersuchungen zur diskursiven Rahmung rechter Bewegungen (DFG-Netzwerk) ist das Forschungsfeld hiermit jedoch bestellt

    „Meine fotografische Arbeit ist Spiegelbild meines politischen Engagements.“: Interview mit der Fotografin Marily Stroux

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    Das Gespräch mit der Fotografin Marily Stroux führten Stefan Höhne und Verena Schreiber

    The Refugee District in Belgrade: A space of non-movements between neoliberal urban developments, Serbian migration management and EU-Border regimes

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    Durch internationale Fluchtbewegungen über die sogenannte Balkanroute bildete sich in Serbiens Hauptstadt Belgrad in den letzten Jahren ein sogenannter Refugee District heraus. Im Kontext von Migration und Flucht werden dabei zahlreiche Spannungsfelder auf unterschiedlichen räumlichen und politischen Ebenen sichtbar. Für Flüchtende kreieren diese eine Situation, die von Stillstand, Ausweglosigkeit, Kontrolle, Gefahr und Verdrängung geprägt ist. Allerdings führen die Vielschichtigkeit und die Diversität unterschiedlicher Akteur*innen, die bezüglich der Situation von Flüchtenden auf der Balkanroute wirkmächtig sind, auch zu Nischen, Widerständigkeiten und der Möglichkeit (neuer) Allianzen. Auf diese Weise entsteht eine kollektive Praktik der Nicht-Bewegung im Widerstand gegen die Unterdrückung und für globale Bewegungsfreiheit.International refugee movements via the Balkan route have resulted in the emergence of the so-called Refugee District in the Serbian capital Belgrade in recent years. In this process, different fields of tension on different spatial and political levels and within the context of migration and flight become visible. This creates a situation for refugees that is of standstill and hopelessness, control, danger and displacement. Though, the multidimensionality and diversity of the different actors, that are effective in relation to the situation of refugees on the Balkan route, leads to niches, the resistance and the possibility for the (new) alliances. This is how a collective practice of non-movement has developed in resistance to oppression and on behalf of global freedom of movement. For this reason, not only the Balkan route and thus the situation in Belgrade must from now on be more strongly integrated into the local discourse on safe harbours and German and European border and migration policy, but there are also opportunities for solidarity with refugees at the city level - by integrating the refugees into the protests against the neoliberal urban development project Belgrade Waterfront and by supporting and maintaining the infrastructure created in the Refugee District

    Higher, farther, wider. The endless city after COVID-19: Kommentar zu Stefan Höhne und Boris Michel „Das Ende des Städtischen? Pandemie, Digitalisierung und planetarische Enturbanisierung“

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    Dieser Artikel diskutiert in drei Teilen die Beziehungen des Städtischen und der Stadtforschung zum Thema Infektionskrankheiten am aktuellen Beispiel der Coronaviruspandemie. Meine Überlegungen beginnen mit der Periode vor der Pandemie, behandeln die Stadt(-forschung und -praxis) während der Pandemie und führen schließlich über den – derzeit noch hypothetischen – Punkt hinaus, an dem die Covid-19-Krise überwunden sein wird. Dabei wird argumentiert, dass die Bedrohung einer entstehenden Infektionskrankheit für das städtische Leben sowie die Wechselbeziehungen von extensiver Verstädterung und solchen Krankheiten lange bekannt waren, dass Covid-19 in den sich rasch entwickelnden räumlichen, sozialen und institutionellen Peripherien des Städtischen verheerende Folgen hat und dass der Neuanfang nach Covid-19 im Lichte eines „demokratischen Moments“ möglicher sozialer Veränderung gesehen werden muss.This article disusses in three parts the relationships of the urban and urban research with the topic of infectious diseases using the current coronavirus pandemic as an example. My considerations start with the period before the pandemic, treat urban research and praxis during the pandemic and lead ultimately beyond the – currently hypothetical – point, when the COVID-crisis will be overcome. I will argue that the threat from an emerging infectious disease for urban life and the dialectical relationships of extensive urbanization and such diseases have long been known, that COVID-19 had fatal consequences in the rapidly developing spatial, social and institutional peripheries oft he urban, and that the new beginning after COVID must be seen in light of a „democratic moment“ of possible societal change

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