suburban. zeitschrift für kritische stadtforschung
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Stadt und Kritik: Beitrag zur Debatte „Was ist Stadt? Was ist Kritik?“
Stadtsoziologie bedeutet in der deutschen Universitäts- und Wissenschaftslandschaft de facto ganz überwiegend Soziologie in der Stadt. Debatten und Forschungen etwa zu residenzieller Segregation sind wohl der deutlichste Ausdruck davon. Auf Definitionsversuche von Stadt wird meist verzichtet. Auch hier soll nur eine Annäherung erfolgen.ohne abstrac
Stadt als Metabolismus: Ort der Nicht-Nachhaltigkeit und der Kämpfe für Umweltgerechtigkeit: Beitrag zur Debatte „Was ist Stadt? Was ist Kritik?“
In meiner Forschung untersuche ich Problemstellungen zur Urbanisierung von Natur mit Ansätzen der Urbanen Politischen Ökologie. Diese untersucht gesellschaftliche Naturverhältnisse, die (a) in Städten zu erkennen sind und sich auf Fragen lokaler Umweltgerechtigkeit konzentrieren, die (b) von Städten produziert werden und Fragen zu urbanen Materialflüssen relevant machen und die (c) durch Städte erfolgen und Fragen zu den externalisierten Kosten des ressourcenintensiven Stadtlebens stellen. Damit werden Ausprägungen gesellschaftlicher Naturverhältnisse auf unterschiedlichen Maßstabsebenen sichtbar, in denen Städte materiell und diskursiv wirksam werden
Editorial
Die interdisziplinäre Stadtforschung hat sich in den vergangenen Jahren weiter ausdifferenziert. Nie zuvor wurde so vielfältig über städtische Phänomene, Urbanisierungsprozesse und urbane Theorien geforscht wie heute. Solche Forschungen werden mit unterschiedlichen Zielen und von unterschiedlichen Startpunkten aus betrieben, die sich auf unterschiedliche Traditionen und Routinen berufen. Stadtwissen entsteht dabei nicht zuletzt auch außerhalb der Akademie: im städtischen Alltag, in urbanen Bewegungen, in Initiativen und im stadtpolitischen Handeln. Dieses weite Feld der Entstehung von Stadtwissen und der damit verbundenen Positionierung ist der Bereich, den wir mit unserer Zeitschrift immer wieder erkunden
Housing as a profiling field for the AfD?
In den letzten Jahren hat die Alternative für Deutschland (AfD) das Thema Wohnen zunehmend in ihren Wahlprogrammen aufgegriffen und für die eigene politische Profilierung genutzt. Der Beitrag zeigt, inwiefern die Thematisierung des Wohnens bei der AfD so formuliert ist, dass es erhebliche Anknüpfungspunkte an rechtes Gedankengut herstellt. Der Beitrag thematisiert die damit verbundenen Herausforderungen für eine kritische Stadtforschung sowie für progressive soziale Bewegungen. Er plädiert dafür, sich der Gefahr der rechten Vereinnahmung des Themas Wohnen bewusst zu sein und sich deutlich von den rechten Übernahmeversuchen abzugrenzen sowie Gegenstrategien zu entwickeln.In recent years, the right-wing party Alternative für Deutschland (Alternative for Germany) has increasingly taken up the issue of housing in their electoral programmes and used it for their own political profiling. This paper shows how the party’s thematization of housing is articulated in a way which establishes considerable links to far-right ideas. The paper addresses the challenges which this development raises for critical urban research and progressive social movements. It pleads for sensitivity with respect to the danger of right-wing appropriation of housing as a topic, and clear distancing from right-wing attempts to take over the issue as well as a development of counterstrategies
Social media as digital intimate infrastructures: the example of Instagram: Comment on Jan Hutta and Nina Schuster „Infrastrukturen städtischer Intimität“
In meinem Debattenbeitrag zu Jan Huttas und Nina Schusters Einladung zu einem Gedankenspiel über Infrastrukturen städtischer Intimität thematisiere ich soziale Medien als digitale intime Infrastrukturen. Ich knüpfe damit an die von den Autor_innen aufgeworfene Frage an, „wo und wann Materialitäten und Verbindungen überhaupt infrastrukturellen Charakter [gewinnen]“ (Hutta/Schuster 2022: 7). Dazu rekonstruiere ich zunächst wie sich soziale Medien in unterschiedlichen Kontexten als digitale Infrastrukturen städtischer Intimität materialisieren. Anschließend reflektiere ich am Beispiel einer ethnographischen Beobachtung auf Instagram im Kontext von Kirgistan, wie soziale Medien eine fremde Intimität (Koch/Miles 2021), also intime Verbindungen zwischen sich nicht bekannten Stadtbewohner*innen, generieren und dadurch zu digitalen intimen Infrastrukturen werden.In my contribution to Jan Hutta\u27s and Nina Schuster\u27s invitation to a thought experiment on infrastructures of urban intimacy, I address social media as digital intimate infrastructures. I tie in with the question raised by the authors, "where and when materialities and connections [acquire] infrastructural character at all" (Hutta/Schuster 2022: 7). To this end, I first reconstruct how social media materialize in different contexts as digital infrastructures of urban intimacy. Then, drawing on ethnographic observations on Instagram in the context of Kyrgyzstan, I reflect on how social media generate a stranger intimacy (Koch/Miles 2021), that is, intimate connections between city dwellers who are unknown to each other, and thus become digital intimate infrastructures
On running and stasis. From the future of AIDS and the distribution of crises: Book review of Jih-Fei Cheng / Alexandra Juhasz / Nishant Shahani (Hg.) (2020): AIDS and the distribution of crises. Durham: Duke University Press.
Diese Rezension von AIDS and the distribution of crises verortet den von Jih-Fei Cheng, Alexandra Juhasz und Nishant Shahani herausgegebenen Sammelband im Kontext neuerer Arbeiten zur Kulturpolitik von HIV/AIDS. Dabei erweitern wir einige der vorgebrachten Argumente, um dem konzeptionellen Verständnis der „Verteilung von Krisen“ eine neue Richtung zu weisen – auch im Hinblick auf COVID-19. Wir stellen die Hauptargumente des Buchs anhand dreier von uns herausgearbeiteter und zum Teil ineinander verwobener analytischer beziehungsweise strategischer Rahmungen dar: Horten, Sich-Entziehen und Bewältigen. Anschließend diskutieren wir, wie es dem Buch gelingt, Geschichte und Gegenwart von marginalisierten Positionen aus zu erzählen – ohne Identität und die zu ihrer Beschreibung und Dokumentation verwendeten Begriffe zu essenzialisieren oder zu universalisieren –, und welche Spannungen damit verbunden sind.This review of the anthology AIDS and the distribution of crises, edited by Jih-Fei Cheng, Alexandra Juhasz and Nishant Shahani, locates the book in recent literature on the cultural politics of the HIV/AIDS epidemic, and expands on some of its arguments to offer new direction for conceptually grasping distributions of crisis in relation to COVID-19. We present the book’s main arguments according to what we have extracted to be three of its somewhat overlapping strategic or analytical frameworks: hoarding, evading and repairing. We follow with a reflection about the book’s engagement with, and tensions around, narrating history and the present from marginalised positions without essentialising and universalising identity and the terms used to describe or document it
About wayward experiments, queer lives and rigorous black women : Review of Saidiya Hartman (2022): Wayward Lives, Beautiful Experiments. Intimate Histories of Riotous Black Girls, Troublesome Women, and Queer Radicals. Berlin: Claassen.
Der Text beschäftigt sich mit dem Buch von Saidiya Hartman in seiner deutschen Übersetzung und bettet es sowie seine Bezüge in schwarze theoretische Zugänge ein.The text deals with Saidiya Hartman\u27s book, its German translation and embeds the book and its references in black theoretical approaches. 
Rebellion um Raum: Rezension zu Gruppe Panther & Co. (Hg.) (2021): Rebellisches Berlin. Expeditionen in die untergründige Stadt. Berlin: Assoziation A.
Der Sammelband des Herausgeber:innenkollektivs Gruppe Panther & Co. macht auf unkonventionelle Weise die Widerstandsgeschichte Berlins sichtbar. Er enthält 61 Beiträge, darunter Zeitzeug:innenberichte, Interviews, Aufsätze und Stadtrundgänge und bietet damit einen breiten Überblick über die rebellische Stadtgeschichte Berlins
Warum die Frage nach dem verwendeten Stadtbegriff „vorkritisch“ ist: Beitrag zur Debatte „Was ist Stadt? Was ist Kritik?“
Zu einem bei sub\urban im Jahr 2019 eingereichten Aufsatz zum Themenheft Urbane Politische Ökologien bekam ich in einem der Reviews unter dem Stichwort „Gliederung des Beitrages“ die Aufforderung zur Erläuterung „welches Stadtverständnis ist relevant?“ Diese Frage hat mich gleichermaßen überrascht wie verärgert, stellt sie doch für mich einen Rekurs auf die „vorkritische Stadtforschung“ dar. Mein Umgang mit dieser Frage im Prozess der Beitragsüberarbeitung hat mich ebenfalls überrascht wie verärgert: zwar konnte ich mich bremsen, einen Absatz einzufügen, warum diese Frage für die kritische Stadtforschung im Allgemeinen und die urbane verkörperte Ökologie im Besonderen irrelevant bis kontraproduktiv ist, aber sie hat mich anhaltend beschäftigt
Was ist Stadt? Beitrag zur Debatte „Was ist Stadt? Was ist Kritik?“
Großstädte wie Berlin, Köln oder Hamburg, aber auch sehr viele Kleinstädte sind Beispiele für eine wachsende Attraktivität städtischer, mobiler, diverser und hochindividueller Lebensformen. Das gilt nicht nur für Deutschland, sondern weltweit. Ablesen lässt sich das an Studierenden, Singles und jungen Familien genauso wie an Geflüchteten, die alle in eine Stadt wollen, um urban leben zu können. Und es gilt für alle Altersgruppen und für jede Herkunft. Die städtische Lebensform ist ganz generell zu einem ubiquitären Narrativ, zu einem Urbanitätsnarrativ geworden. Mit ihm werden Erwartungen an neue Chancen und Spielräume für ein besseres Leben, an mehr Anerkennung für die eigenen Lebensvorstellungen sowie Hoffnungen auf neue gesellschaftliche Möglichkeitsräume kurz gesagt zu einem Lebenskonstrukt polis verknüpft