suburban. zeitschrift für kritische stadtforschung
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    Impressum und Inhaltsverzeichnis

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    Subjective rationality: The search for visually perceivable principles of order in urban research until 1975

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    Die Qualität historischer Stadträume hat seit jeher eine besondere Faszination auf Stadtplaner*innen und Architekt*innen ausgeübt. Mit der Kritik an der modernen Stadt nach 1960 erfuhr die Betrachtung der alten Städte einen neuen Aufschwung. In Kombination unter anderem mit den technologischen Versprechungen des Computers war es so nur eine Frage der Zeit, bis diese Faszination für die Muster und Ordnungsprinzipien historischer Stadträume in mathematische Berechnungen und Prognosen überführt wurde. Der vorliegende Beitrag widmet sich dieser Entwicklung und ordnet die bisher wenig bekannten Forschungen des Architekten Wolfgang Rauda (1907-1971) in diesen historischen Kontext ein. Insbesondere Raudas Versuch, mithilfe einer mathematisch berechneten „Raumwertzahl“ die Qualität von Stadträumen zu bewerten, offenbart die Unverträglichkeit von Rationalität und Ästhetik: Das individuelle Stadterleben kann nicht durch quantitative Faktoren verallgemeinert werden.The quality of historical urban spaces has always held a special fascination for urban planners and architects. With the criticism of the modern city after 1960, the consideration of old cities experienced a new revival. In combination with the technological promises of the computational era, it was only a matter of time before this fascination with the patterns and ordering principles of historical urban spaces was translated into mathematical calculations and forecasts. This article is dedicated to this development and focuses on the so far little-known research of the architect Wolfgang Rauda (1907-1971). In particular, Rauda’s attempt to assess the quality of urban spaces with the help of a mathematically calculated „spatial value number“ reveals the incompatibility of rationality and aesthetics: the individual urban experience cannot be generalised by quantitative factors

    Chemical becoming: Embodied moments of urban belonging in Berlin

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    Der vorliegende Beitrag befasst sich mit Chemie, Körpern und Stadt in ihren intimen Verstrickungen und wechselseitigen Beeinflussungen. Er untersucht, wie sich die Stadt mittels Chemie auf verschiedene Weise in Körper einschreibt und gleichzeitig das Städtische in chemisch vermittelten Körperpraktiken ständig neu produziert wird. Ausgehend von einer ethnographischen Forschung in einem höherpreisigen Friseursalon in Berlin schlage ich vor, die intentionale und lustvolle Nutzung chemischer Substanzen mit ihren zugehörigkeitsstiftenden Effekten in den Blick zu nehmen. Urbane Zugehörigkeit wird dabei nicht als abgeschlossener Zustand verstanden, sondern als Fluchtpunkt, den einige Berliner*innen in sich überschneidenden Anwendungsformen von Schönheitsprodukten, Drogen und Pharmazeutika anstreben. Das Konzept des „Chemisch-Werdens“ begreift dabei spezifische Lokalitäten in Berlin, Körper in ihren intimen Beziehungen und Imaginationen des Städtischen als ein beständiges Wechselverhältnis. Ich stelle diese materiellen und affektiven Ko-Transformationen ethnographisch anhand von zwei Momenten des „Chemisch-Werdens“ vor: der Herstellung erstens von Looks mithilfe von Schönheitsprodukten im Salon und zweitens von Lust unter Zuhilfenahme von Drogen und der pharmazeutischen HIV-Prophylaxe PrEP in der (schwulen) Klubszene. In diesen Praktiken manifestiert sich urbane Zugehörigkeit nicht zwangsläufig in einer geteilten Identität oder festen Subkultur, sondern erscheint als affektives Zugewandt-Sein und materiell-körperliches Streben-nach.This paper focuses on chemistry, bodies and the city in their intimate entanglements and mutual interference. It explores how the city variously inscribes itself into bodies through chemistry and how the urban is constantly re-produced in chemically mediated body practices. Based on ethnographic research in an upmarket hair salon in Berlin, I analyze how the intentional and pleasurable use of chemical substances produces belonging. Urban belonging is not understood as a finished state. Instead, it constitutes a vanishing point that some Berliners aspire to in the intersecting usages of beauty products, drugs and pharmaceuticals. “Chemical becoming” describes specific localities in Berlin, bodily intimacies, and urban imaginaries as constantly constituting each other. I present these affective and material co-transformations through two ethnographic moments of “chemical becoming”: First, I analyze, how looks are produced with the help of beauty products in the salon and, second, how pleasure is achieved with help of recreational drugs and the pharmaceutical HIV prophylaxis PrEP in the (gay) club scene. In these practices, urban belonging does not necessarily translate into a shared identity or fixed subculture but appears as an affective orientation and material-corporeal striving

    Critical Urban Geography and Geography Education: Research-based Learning on the „Right to the City”: The Example of the “Tram-Cuddler” in Dresden

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    Die konzeptionellen Ansätze, empirischen Gegenstände und methodischen Zugänge einer kritischen Stadtforschung sind auch für die Geographiedidaktik und Bildungspraxis relevant. Vor dem Hintergrund bildungspolitischer Querschnittaufgaben wie Inklusion, politische Bildung, Bildung für nachhaltige Entwicklung oder Digitalisierung rücken kritisch-reflexive Fähigkeiten, gesellschaftliche Teilhabemöglichkeiten und emanzipatorische Veränderungen in ihren räumlichen Bezügen wie sie in kritisch-stadtgeographischen Debatten verhandelt werden in den Fokus einer emanzipatorischen Geographiedidaktik. Stadt ist in diesem Zusammenhang mehr als bloßer Vermittlungs- und Unterrichtsgegenstand. Städtisches Leben wird maßgeblich durch Bildung bestimmt und Bildung ist ein Schlüssel für gesellschaftliche Veränderungen. Allerdings stehen explizite gegenseitige Bezugnahmen zwischen Kritischer Stadtgeographie und einer emanzipatorischen Geographiedidaktik in der deutschsprachigen Debatte noch am Anfang. Im Beitrag möchten wir am Beispiel eines Konflikts um öffentliche Räume in der Dresdner Neustadt die Chancen, aber auch Herausforderungen einer engeren Verknüpfung zwischen Kritischer Stadtgeographie und Geographiedidaktik diskutieren sowie mögliche konzeptionelle wie auch bildungspraktische Anschlüsse aufzeigen.This paper combines approaches of critical urban theory with geography education. It uses the debate on the “Right to the City” within critical urban geography, theoretical considerations on transformative and research-based learning in geography education and the example of the “Schiefe Ecke” in the Dresden neighbourhood “Äußere Neustadt”. “Schiefe Ecke” is a public space which is widely used by young people in the evening and night hours, meeting and drinking there and sometimes even “cuddling” the by-passing tram. This use of public spaces leads to various conflicts. We propose that the “Right to the City” allows not only an analysis of these conflicts but also a connection between concepts of critical urban geography and the practise of geography education in schools. Therefore, we present a draft for a teaching unit on the “Right to the City” at the “Schiefe Ecke”

    #traumfabrikcb: The appropriation of the city promenade in Cottbus

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    An der Stadtpromenade in Cottbus wagt die #traumfabrikcb das Unmögliche. Austragungsort ist das ehemals glänzende, sozialistische Zentrum. Die seit Jahren mit Zäunen umstellte Brache ist das heißeste Thema der Stadt und Stein des Anstoßes. Mit einer lebensbejahenden und zukunftsgewandten Strategie nimmt sich die #traumfabrikcb diesem Komplex an und lotet mit einer breit angelegten Aktion Standpunkte aus, von der dem Ort wieder neues Leben eingehaucht werden soll. Mit Imagination, Lust und gesundem Trotz wird die Forderung immer lauter, dass der Lebensraum Stadt nicht vom Einzelnen, sondern gesamtgesellschaftlich verhandelt werden muss.On the city promenade in Cottbus, the #traumfabrikcb dares to do the impossible. The venue is the once shiny, socialist centre. The wasteland, which has been surrounded by fences for years, is the hottest topic in the city and a bone of contention. With a life-affirming and forward-looking strategy, the #traumfabrikcb takes on this complex and explores points of view with a broad-based action, from which new life is to be breathed into the place again. With imagination, joy and healthy defiance, the call becomes louder and louder that the living space of the city must not be negotiated by the individual, but by society as a whole

    Was ist urban? Beitrag zur Debatte „Was ist Stadt? Was ist Kritik?“

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    „Urbanität“ ist ein epistemologischer Begriff, der keine zugrunde liegende Essenz besitzt. Aus geographischer Perspektive interpretiere ich diesen Begriff – grob anlehnend an Henry Lefebvres Arbeit zu Raum (Lefebvre 1991) – in verschiedener Weise. „Urban“ kann einen administrativen Raum beschreiben, der durch die territorialen Grenzen einer Stadtverwaltung bestimmt ist. Zum Beispiel definieren Stadtverwaltungen in New York, Berlin oder Toronto ihre Bevölkerung durch territoriale administrative Stadtgrenzen. In Kommunen werden zum Beispiel politische Auseinandersetzungen geführt, um Stadtbewohner_innen, denen der Nationalstaat Aufenthaltspapiere verweigert, als gleichberechtigte Bürger zu behandeln, die ein Recht auf kommunale Dienstleistungen besitzen. Auch andere soziale und politische Kämpfe, etwa um das Recht auf erschwinglichen Wohnraum werden häufig in diesem administrativen Raum ausgetragen

    Vom analogen zum digital-algorithmischen Urbanismus: Beitrag zur Debatte „Was ist Stadt? Was ist Kritik?“

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    Das „klassische“ Verständnis von Stadt und Urbanität hat sich an der „analogen“ Stadt entwickelt. Nun ist die digitale Revolution aber schon seit geraumer Zeit dabei, die überkommenen Ordnungen und das Welt- und Selbstverständnis der modernen bürgerlichen Gesellschaft aus den Angeln zu heben und damit auch ihre Städte radikal zu verändern. Der Artikel zeigt an einigen Beispielen, dass die immer weiter und tiefer greifende algorithmische Strukturierung institutionell-systemischer und auch individueller Handlungen und Entscheidungen an die Substanz des bisherigen Stadtverständnisses geht

    Fach, Gesellschaft und Wissenschaft: Beitrag zur Debatte „Was ist Stadt? Was ist Kritik?“

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    Der Aufruf, die Begriffe Stadt und Kritik in das Zentrum einer Debatte zu stellen, bietet die große Chance, uns weit über begriffliche Klärungen unseres gemeinsamen Arbeitsgegenstands hinaus – die ja auch für sich selbst sehr fruchtbar sein können – über die Funktion zu verständigen, die wir in der Gesellschaft ausüben, wenn wir räumliche Planung praktizieren, erforschen und lehren. Da in der Bundesrepublik nicht nur ein großer Bedarf, sondern auch eine beträchtliche Nachfrage nach öffentlicher Planung besteht und die planungsbezogenen Wissenschaften sich eines insgesamt stabilen institutionellen Standes erfreuen, laufen wir Gefahr, die gesellschaftspolitische Legitimation von Berufsfeld und Wissenschaft zu vernachlässigen, sie als gegeben zu behandeln. Wir müssen uns ja kaum rechtfertigen

    Conceptualising the urban: Contribution to the debate “What is city? What is critique?”

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    Das Verhältnis zwischen der fast schon nachlässigen umgangssprachlichen wie auch akademischen Verwendung des Begriffs „das Urbane“ – wir alle wissen, wo es liegt – und der Suche nach spezifischeren – oder gar wissenschaftlichen – Definitionen ist ein schwieriges. Auf den ersten Blick scheint es eine recht leichte Aufgabe, das Urbane der urbanen Politik zu identifizieren. Es ist ganz einfach die Politik, die in städtischen Gebieten stattfindet, welche in der Praxis üblicherweise durch die territorialen Grenzen definiert sind, in denen sich der lokale Staat konstituiert.  There is an uneasy relationship between the almost careless way in which the urban is often mobilised in popular and academic speech – we all know where it is - and the search for more specific – even scientific – definitions. At first sight, identifying the urban of urban politics seems a relatively easy task. It is simply the politics that takes place in urban areas, which in practice are usually defined through the territorial boundaries around which local states are constituted. 

    Wayward biographies and intimate capital: Review of Flaminia Bartolini (2021): Intimacy in illegality. Experiences, struggles and negotiations of migrant women. Bielefeld: transcript.

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    Menschen in vulnerablen Lebensbedingungen handeln in diesen. Sie interagieren eigensinnig und zu ihrem eigenen Vorteil: Sie gestalten ihre Leben in und trotz, beziehungsweise auch wegen, der illegalisierten Bedingungen, in denen sie leben.People in vulnerable living conditions act within them. They interact willfully and to their own advantage: they shape their lives in and despite, or even because of, the illegalised conditions in which they live

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