suburban. zeitschrift für kritische stadtforschung
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    Impressum und Inhaltsverzeichnis

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    Digitalisierung, Raum und Konflikt: Kommentar zu Yannick Ecker, Tatiana López und Nicolas Schlitz „Wichtiger denn je! Ein Plädoyer für eine intensivere Auseinandersetzung mit Arbeit in der kritischen Stadtforschung“

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    Dieser Debattenbeitrag widmet sich räumlichen Aspekten in der Transformation der Arbeit. An Beispielen digitaler Technologien, der Neuzusammensetzung der Arbeit und Auseinandersetzungen in der urbanen Plattform-Ökonomie wird argumentiert, dass die vielschichtigen Arbeitskämpfe eine zentrale Triebkraft in der Entwicklung der Plattform-Ökonomie darstellen. Damit wird vorgeschlagen, Konflikt als einen zentralen empirischen und konzeptuellen Ausgangspunkt zur Analyse von kapitalistischer Entwicklung und Raumproduktion im Sinne einer Labour Geography zu verwenden

    Labour Geographies im Dialog mit kritischer Stadtforschung: Kommentar zu Yannick Ecker, Tatiana López und Nicolas Schlitz „Wichtiger denn je! Ein Plädoyer für eine tiefere Auseinandersetzung mit Arbeit in der kritischen Stadtforschung“

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    Eckers, López und Schlitz plädieren dafür, Arbeiter_innen – ihre Arbeitstätigkeit, soziale Reproduktion, Arbeitskämpfe und die damit einhergehenden Raumproduktionen – in der kritischen Stadtforschung stärker zu berücksichtigen. Aufbauend auf diesen Überlegungen reflektiert dieser Debattenbeitrag, was die Labour Geographies in umgekehrter Richtung von einem vertieften Dialog mit der kritischen Stadtforschung gewinnen können. Er zeigt auf, wie die kritische Stadtforschung den Blick der Labour Geographies auf Proteste jenseits von Arbeitskämpfen im engsten Sinne und für sich verändernde urbane Raumaneignungen als Ermöglichungsräume für Mobilisierungen erweitern kann. Am Beispiel des Schweizer Frauen*Streiks illustriert der Beitrag, wie stadt- und arbeitspolitische sowie feministische Mobilisierungen miteinander verschmelzen und darin Arbeitskämpfe ausgetragen werden

    Signatures of authoritarian urbanism in Switzerland: A comparison of police and regulatory services’ expulsion from public spaces

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    International wird seit den 1990er-Jahren eine Zunahme an staatlichen Kontrollpraktiken im öffentlichen Raum beobachtet, die sich gegen sozial marginalisierte Personen und Gruppen richten. In der Schweiz erhielt die Polizei mit dem Instrument der Wegweisung weitreichende Befugnisse, um missliebige Personen aus öffentlichen Gebieten auszuschließen. Parallel dazu richteten viele Städte und größere Gemeinden nichtpolizeiliche Ordnungsdienste ein, um Störungen der öffentlichen Ordnung soziokommunikativ anzugehen. Anders als die Polizei operieren diese mit ihrem Soft Policing unterhalb einer hoheitlichen Schwelle, womit die Eingriffsautorität des Staates kaum mehr greifbar wird. Demgegenüber inszeniert sich die Polizei als legitimes Autoritätsverhältnis qua Recht. Mit ihrer repressiven Wegweisung begibt sie sich jedoch in eine legitimatorische Grauzone, die rechtsstaatlich nicht ausreichend eingehegt und abgesichert werden kann. Sowohl die Polizei als auch die Ordnungsdienste agieren mit einem illegitimen Autoritätsanspruch, der Ausprägungen eines gegenwärtigen autoritären Urbanismus erkennen lässt und in rechtsstaatlicher Hinsicht problematisch ist.Internationally, an increase in state control practices in public spaces directed against socially marginalized individuals and groups has been observed since the 1990s. In Switzerland, the instrument of expulsion gave the police extensive powers to exclude people who were perceived as disorderly and disruptive. Simultaneously, many cities and larger municipalities established non-police order services to address public disorder in a socio-communicative manner. Unlike the police, these services operate with soft policing below the threshold of the sovereign state, making the state’s authority to intervene barely tangible. In contrast, the police present themselves as a legitimate authority qua law. With their repressive expulsion, however, they enter a legitimatory gray zone that cannot be sufficiently contained and safeguarded by the rule of law. Both the police and the order services act with an illegitimate claim to authority, which reveals characteristics of a current authoritarian urbanism and is problematic in terms of the state under the rule of law

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    Boring dystopias in fictional geography: Affective atmospheres of enclosure

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    Dieser Artikel untersucht das Verhältnis zwischen räumlichem Eingeschlossensein und dystopischem Alltag in fiktionalen Filmen. Unser empirischer Ausgangspunkt ist die Darstellung des Eingeschlossenseins in den Filmen Parasite (2019) und Dogtooth (2009). Beide Filme erzählen mit düsterem Humor verflochtene Geschichten über Erfahrungen des Einschlusses in sozialen Hierarchien (Parasite) und patriarchalischen Strukturen (Dogtooth) sowie über den unmöglichen Versuch, aus diesen Ordnungen auszubrechen. Wir lesen diese Erfahrungen als langweilige Dystopien, also als Dystopien, die in den Alltag eingeschrieben sind und eine grausame Realität normalisieren. Wir nutzen die fiktionalen Erzählungen von Dogtooth und Parasite für eine kulturgeographische Analyse, die das Eingeschlossensein neben seinen räumlichen und materiellen Bedingungen als eine affektive Atmosphäre (Anderson 2014) versteht. Aufbauend auf der zunehmenden Stadtforschung über Affekte und Emotionen vermittelt dieser Zugang, wie das Eingeschlossensein sich als alltägliche, dystopische Erfahrung normalisiert. Wir argumentieren, dass eine Analyse affektiver Atmosphären die unsichtbar gewordenen Gewalterfahrungen des Eingeschlossenseins greifbar machen kann.This article investigates the relationship between spatial enclosure and dystopic everyday lives in fictional film. Our empirical point of departure is the representation of enclosure in the films Parasite (2019) and Dogtooth (2009). Employing a strikingly dark humor, these films depict the experiences of violent enclosure within social positions (Parasite) and patriarchal structures (Dogtooth), as well as the attempts to escape these orders. We frame these experiences as boring dystopias, i.e. as dystopias in which horrible realities have been normalized as a part of everyday life. Drawing on a growing scholarship in urban studies around affect and emotion, we use these fictional narratives for a cultural geographic analysis. Beyond its spatial and material conditions, we also seek to understand the affective atmosphere of enclosure (Anderson 2014). The use of affective atmospheres facilitates an analysis of boring dystopias by rendering the invisibilized violence of enclosure tangible

    Mike Davis in platform urbanism – excavations in the (future) ruins of San Francisco’s tech booms: Commentary on Mike Davis’ „Festung L.A.“ (2006 [1990])

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    Anhand des Stadtteils Bunker Hill beschrieb Mike Davis Anfang der 1990er-Jahre, wie bewusste sozialräumliche Strategien im Zuge der Reagan-Jahre die Oberfläche von Los Angeles zunehmend verhärteten. Im Herzen des Plattform-Urbanismus im San Francisco der 2020er-Jahre, so die These dieses Beitrags, finden solche Verhärtungen hingegen zunehmend auch unter der Oberfläche statt. Hübsch bespielte pseudo-öffentliche Räume aktivieren Stadtbewohner*innen als Datenproduzent*innen, während sich Plattformfirmen die Kaperung der öffentlichen Infrastruktur auf die Fahne geschrieben haben. Der Festungsarchitektur wird von einer im Hintergrund ablaufenden Dateninfrastruktur der Rang abgelaufen. Die Privatisierung des öffentlichen Raums, die Verdrängung und Kriminalisierung von Unerwünschten und die Gewinnung profitträchtiger Daten aus dem städtischen Alltagsleben laufen dadurch vielleicht subtiler ab. Das Endprodukt sind aber genauso stark polarisierte, fragmentierte und künstlich aufbereitete städtische Räume, die ihren Versprechungen von Urbanität nicht nachkommen. Ein Streifzug zwischen den (zukünftigen) Ruinen des Techbooms in San Francisco, wo gegenwärtige „Ausgrabungen der Zukunft“ besonders ergiebig sind.In the early 1990s, Mike Davis described how deliberate socio-spatial strategies in the wake of the Reagan years led to what he described as a hardening of the urban surface, resulting in „hostile“ and fortified neighborhoods like L.A.’s Bunker Hill. In the heart of platform urbanism in San Francisco of the 2020s, by contrast, such processes increasingly also take place under the urban surface, this article argues, as data infrastructures operating in the background replace or optimize the openly hostile fortress architecture Davis describes. Instead, playful pseudo-public spaces activate urban dwellers as data producers, at the same time as platform companies attempt to capture the public infrastructure of the city itself. In the process, the privatization of public space, the displacement and criminalization of the unwanted, and the extraction of valuable data from everyday urban practices might play out more subtly. Ultimately, however, we find similarly fragmented, polarized, and simulated urban spaces. Where better to engage in a contemporary „excavation of the future“ than among the (future) ruins of San Francisco’s tech booms

    The Housing Construction Programme CIS 1990–1996: 3 Housing Developments in Russia, Belarus and Ukraine – overview and classification

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    Zwischen 1990 und 1996 finanzierte die Bundesrepublik Deutschland ein Wohnungsbauprogramm für rückkehrende Soldaten der sowjetischen Streitkräfte in Russland, Belarus und der Ukraine – das Wohnungsbauprogramm GUS. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über die Organisation des Programms und zeichnet das Leitbild der sozialistischen Stadt nach. Die Analyse mittels eines infrastrukturzentrierten Ansatzes zeigt, dass die 43 Siedlungen des Programms formal der sozialistischen Stadt zuzuordnen sind, inhaltlich jedoch eng mit Militärstützpunkten und militärischer Logik verknüpft sind

    State in place of municipality: A legal basis for undermining municipal planning sovereignty in Hungary using the example of South Budapest

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    Die „Investitionen von herausgehobener volkswirtschaftlicher Bedeutung“ haben einen großen Einfluss auf die ungarische Stadtplanung. Als planungsbeschleunigendes Instrument können diese von der nationalen Regierung Ungarns eingesetzt werden, um Fristen für Genehmigungen zu verkürzen und rechtliche Vorgaben zu umgehen. Seit geraumer Zeit wird dieses Instrument zudem eingesetzt, um in oppositionell regierten Kommunen – wie der Hauptstadt Budapest – eine Stadtentwicklung durchzusetzen, die mit den Zielen der nationalen Regierung übereinstimmt. Dabei kann sehr weitreichend die kommunale Bauleitplanung auf entsprechend ausgewiesenen Flächen außer Kraft gesetzt werden, auch ohne Einvernehmen mit den betroffenen Kommunen. Dieses Vorgehen ist im Kontext des kontinuierlichen Rückbaus der Demokratie in Ungarn durch die Orbán-Regierungen zu betrachten, welcher auch geordnete demokratische Planungsverfahren unterminiert. Am Beispiel des Budapester Südens wird deutlich, wie die Eingriffe der Regierung in die kommunale Planungshoheit Budapests regierungsnahen Investor_innen entgegenkommen, während Belange unberücksichtigt bleiben, die für eine sozialverträgliche, ökologisch sowie denkmalpflegerisch ausgewogene Stadtentwicklungspolitik unerlässlich sind.The „Act on the acceleration and simplification of the implementation of investments significant for the national economy“ has a major influence on Hungarian urban planning. As a planning acceleration tool, it can be used by the Hungarian government to shorten deadlines for approvals and circumvent legal requirements. This instrument has also been used to force developments on opposition-led municipalities – such as the capital Budapest – that are in line with the goals of the national government. In doing so, municipal urban land-use planning can be extensively overruled in designated areas, even without the municipalities’ approval. This procedure must be seen in the context of the continuous dismantling of democracy in Hungary by the Orbán governments, which also undermines democratic planning procedures. The example of the southern part of the city illustrates how government interference in Budapest\u27s municipal planning sovereignty accommodates investors with close government ties, while neglecting concerns related to socially acceptable, ecologically balanced urban development that incorporates heritage preservation

    How does oppression spatialize? Review of Natalie Koch (Hg.) (2022): Spatializing authoritarianism. New York: Syracuse University Press.

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    Natalie Koch liefert mit Spatializing authoritarianism einen weiteren Beitrag zur immer stärker werdenden Debatte um die Zusammenhänge zwischen Politik, Planung und Raum. Die wichtigsten Intentionen der Publikation sind, den Paternalismus westlicher und US-amerikanischer Forscher_innen aufzubrechen und die Fixierung der kritischen Raumforschung auf den Nationalstaat zu überwinden. Ein reichhaltiges Material bietet die Kasuistik des Bandes: 17 Beiträge von 21 Autor_innen über 16 Länder. Die Fülle an Informationen ist sehr anregend, die theoretische Ausbeute bleibt aber gering.Natalie Koch\u27s Spatializing authoritarianism is another contribution to the growing debate on the interconnections between politics, planning, and space. The main intentions of the publication are to break down the paternalism of Western and US researchers and to overcome the fixation of critical spatial research on the nation-state. A wealth of material is offered by the volume\u27s casuistry, 17 contributions by 21 authors across 16 countries. The wealth of information is very stimulating, but the theoretical yield remains low

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