suburban. zeitschrift für kritische stadtforschung
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    Subaltern subjectivities and research mirroring social relations: Review of Nora Keller (2024): „Stärker als das, was uns trennt“. Kriminalisierungen und Solidarität am „gefährlichen Ort“ Kottbusser Tor in Berlin Kreuzberg. Münster: Westfälisches Dampfboot.

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    Kellers für Kriminolog*innen und Geograph*innen gleichermaßen relevante Dissertation untersucht die Effekte der Sicherheitsdiskurse über ein marginalisiertes Berliner Stadtviertel. Auf der Basis von Interviews und Beobachtungen zeichnet die Autorin detailliert die ungewöhnlich solidarischen lokalen Debatten nach. Bisweilen hätte sich die Rezensentin mehr kritische Einordnung gewünscht, doch in der Gesamtschau zeichnet das Buch ein komplexes Mosaik verwobener Machtverhältnisse, die trotz und durch die linke Bearbeitung von Marginalität entstehen.Keller’s dissertation, which is equally relevant for criminologists and geographers, examines the effects of security discourses on a marginalised Berlin neighbourhood. Based on interviews and observations, the author traces the unusually solidarity-based local debates in detail. At times, the reviewer would have wished for more critical contextualisation, but overall, the book draws a complex mosaic of interwoven power relations that arise despite and through the leftist treatment of marginality

    Municipalities and landlords as producers of borders: Comment on Nihad El-Kayed „Segregation als Grenzformation“

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    Dieser Beitrag greift den Debattenaufschlag von Nihad El-Kayed auf, Segregations- und Grenzforschung stärker als bisher zusammenzudenken. Er nimmt den wohnungspolitischen Umgang mit ethnischer Segregation zum Anlass, um zwei Kontinuitäten im deutschen Diskurs aufzuzeigen: Erstens ist es üblich, im Hinblick auf Kommunen Grenzen der Belastbarkeit städtischer Infrastruktur zu postulieren. Die Suche nach Schwellen- und Grenzwerten und deren Übertragung in Zuzugsbegrenzungen war lange Zeit üblich. Zweitens produzieren Wohnungsanbieter:innen seit Jahrzehnten im Dienste der Herstellung vermeintlich sozial ausgewogener Bewohner:innenstrukturen alltäglich Grenzen. Das Leitbild der Mischung weist den institutionellen Vermieter:innen erhebliche Handlungsspiele bei der Auswahl, Ablehnung und raumbezogenen Sortierung von Personen zu.This article takes up Nihad El-Kayed’s call for greater integration of segregation and border research. It uses a housing policy approach to ethnic segregation as an opportunity to highlight two continuities in the German discourse: First, it is common to assert that cities have limits in terms of urban infrastructure and become overburdened by immigration. The search for thresholds and limits and their translation into restrictions on the influx of new residents to certain neighbourhoods has long been a common practice. Second, housing providers have been producing boundaries in the service of creating a supposedly socially balanced resident structure on a daily basis for decades. The guiding principle of social mix gives institutional landlords considerable leeway in the selection, rejection and spatial sorting of individuals

    Impressum und Inhaltsverzeichnis

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    Regression as a Departure? A Response

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    In order to clarify what makes far-right visions of the future appealing, electable and evocative for many, we have brought together contributions from different theoretical perspectives, disciplinary backgrounds and empirical experiences in our debate “Regression als Aufbruch?”. Our contributors shed light on the propulsive moments of far-right mobilisations and projects as well as on their materialisations in multifaceted geographies. In a concluding response, we seek to combine these dimensions and propose the mode of intervention as a task for critical (urban) research.Um zu klären, was rechte Zukunftsentwürfe für viele ansprechend, wählbar und aufrüttelnd macht, haben wir in der Debatte „Regression als Aufbruch?“ Beiträge aus unterschiedlichen theoretischen Perspektiven, fachlichen Verortungen und empirischen Erfahrungshintergründen versammelt. Ihre Antworten betonen die vorwärtstreibenden Momente rechter Mobilisierungen und Projekte ebenso wie die vielgestaltigen Geographien, in welchen sie sich materialisieren. In einer abschließenden Replik wollen wir diese Dimensionen zusammenführen und eine Intervention als Aufgabe der kritischen (Stadt-)forschung vorschlagen

    Displacement policy by the “Problem Properties Task Force“: Urban security production in Duisburg-Hochfeld

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    Unter dem Motto „Wie wollen wir morgen leben“  wird 2027 in Duisburg-Hochfeld die Internationale Gartenausstellung stattfinden. Sie ist zugleich Teil laufender Aufwertungsprozesse im Stadtteil. Während dieser für wohlhabendere Bevölkerungsteile umgestaltet wird, verliert eine andere Gruppe ihr Recht auf Stadt: Seit 2014 führt die Stadt Duisburg mit der „Task Force Problemimmobilien“ unangekündigte Zwangsräumungen durch. Betroffen sind davon vor allem prekarisierte rumänische und bulgarische Bewohner*innen. Entgegen der offiziellen Begründung von Sicherheitsrisiken zeigen sich selektive und segregierende Mechanismen der Verdrängung. Diese städtische Politik folgt dem Muster einer urbanen Sicherheitsproduktion, die Armut und Migration als Bedrohung rahmt und über sicherheitspolitische Maßnahmen kontrolliert. Die Betroffenen verlieren nicht nur ihr Zuhause, sondern mit ihrer Meldeadresse auch ihren Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung und sozialen Rechten. Für viele Bewohner*innen von Duisburg-Hochfeld bekommt die Frage „Wie wollen wir morgen leben“ damit eine vollkommen andere Bedeutung.Under the motto “how do we want to live tomorrow”, the International Garden Exhibition will take place in Duisburg-Hochfeld in 2017. It is also part of ongoing urban upgrading processes in the district. While it’s being redesigned for wealthier sections of the population, another group is losing its right to the city: Since 2014, the city of Duisburg has carried out unannounced evictions through its “Problem Properties Task Force”. Those affected are primarily precarious Romanian and Bulgarian migrant residents. Contrary to the official justification of security risks, selective and segregating mechanisms of displacement become evident. This approach follows the pattern of neoliberal security production, in which poverty and migration are framed as threats and controlled through security policies. Those affected not only lose their homes, but also their access to healthcare, education, and social rights along with their registered address. Hence, for many residents of Duisburg-Hochfeld, the question “how do we want to live tomorrow” takes on an entirely new meaning

    Exploring the city by strolling?! Potential of urban walks for co-creative research

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    In den Planungswissenschaften sind Stadtspaziergänge eine etablierte Methode, um die gebaute Umwelt kennenzulernen. Ergänzungen um Werkzeuge unterschiedlicher Disziplinen ermöglichen es zudem, neben der materiellen Umwelt auch Geräusche, Gerüche und Interaktionen in den Fokus zu rücken und gleichermaßen zu untersuchen. Von dieser Idee ausgehend, fand im Winter- und Sommersemester 2023/2024 am Institut für Architektur der TU Berlin ein zweiteiliges Forschungsseminar statt. Die Forschenden identifizierten mithilfe von Stadtspaziergängen mögliche Indikatoren für die Wohnqualität im Quartier und erprobten Methoden, um die Wohnumwelt zu erfassen. Dabei kristallisierte sich für den Forschungsprozess der Dreiklang von (Stadt-)Spaziergang, multisensorischer Erfahrung und (Selbst-)Reflexion als besonders produktiv heraus. Mit dieser Erkenntnis denken wir den Stadtspaziergang als Methode weiter und fragen: Welches methodische Potenzial steckt in Stadtspaziergängen für eine ko-kreative Forschung?In urban planning sciences, city walks are an established method for understanding the built environment. Incorporating tools from various disciplines also allows focusing on and equally examining both the tangible and intangible aspects of the environment. Based on this idea, a two-part research seminar took place at the Institute of Architecture at TU Berlin during the winter and summer semesters of 2023/2024. Using city walks, researchers identified potential indicators for the quality of life in neighborhoods and tested methods to assess the living environment. The triad of city walks, multisensory experience, and self-reflection emerged as particularly important for the research process. With this insight, we give city walks a special role as a method. Under the question „What methodological potential lies in city walks for co-creative research?“, we reflect on their potential for knowledge generation and communication in this contribution

    Permeable borders through transformative practices from below : Comment on Nihad El-Kayed „Segregation als Grenzformation“

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    Es lohnt sich, konzeptionelle Perspektiven der Grenzforschung für die Segregationsforschung nutzbar zu machen und Segregation als Grenzformation zu verstehen, wie Nihad El-Kayed (2025) in ihrem Debattenaufschlag argumentiert. Dieser Kommentar plädiert insbesondere dafür, Segregation als sozialräumlichen Prozess der Grenzproduktion (process of bordering) in urbanen Räumen zu verstehen. Der Beitrag nimmt Bezug auf Forschungen zur räumlichen Gerechtigkeit und die Unterscheidung zwischen affirmativer und transformativer Gerechtigkeit. Transformative Veränderungen erfordern in der Segregationsforschung eine stärkere Integration der Wahrnehmungen von Menschen auf Peripherisierung sowie der Sichtweisen von Bewohnenden. Ich plädiere dafür, bei der Planung den Aufbau lokal verorteter Kapazitäten im Umgang mit den Herausforderungen vor Ort zu priorisieren. Gebietsbezogene Handlungsansätze sollten gezielt transformative institutionelle Praktiken fördern, die eine ungleiche Reproduktion sozialräumlicher Unterschiede im Stadtraum adressieren und zu strukturellen Verbesserungen der Lebens- und Wohnbedingungen in segregierten Gebieten beitragen.It is worthwhile to apply conceptual perspectives of border studies for segregation research, and to understand segregation as a form of border formation, as Nihad El-Kayed (2025) argues in the debate opening. This commentary particularly advocates an understanding of segregation as a socio-spatial process of border production (process of bordering) in urban spaces. The article draws on research on spatial justice, and the distinction between affirmative and transformative justice. Transformative changes requires segregation research to better integrate people’s perceptions of peripherisation and the perspectives of residents. I argue that planning should prioritise the development of locally based capacities to address local challenges. Area-based approaches should specifically facilitate transformative institutional practices that address the unequal reproduction of social-spatial differences in urban areas and contribute to structural improvements in living and housing conditions in segregated areas

    Sanctuary policies: Subnational migration policies in the U.S.: Review of Janika Kuge (2025): Right to stay beyond the nation-state: Struggles over Sanctuary Policy in the U.S. Münster: Westfälisches Dampfboot.

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    In Bleiberecht jenseits des Nationalstaats (2025) bietet Janika Kuge eine theoretisch und empirisch fundierte Untersuchung von Sanctuary Policies als subnationale Instrumente des Widerstands gegen die restriktive Einwanderungspolitik der Trump-Regierung. Auf der Grundlage der relationalen Staatstheorie und des TPSN-Ansatzes (territory, place, scale network) analysiert Kuge Sanctuary Policies in Kalifornien, Tucson (Arizona) und Austin (Texas). Sie zeigt, wie lokale Dynamiken, politische Strategien und Aktivist*innennetzwerke den Umfang und die Wirksamkeit solcher Maßnahmen prägen. Anstatt Sanctuary als Lösung zu präsentieren, betont Kuge dessen Ambivalenz – sowohl als pragmatischer Schutzmechanismus als auch prekär und durch neoliberale Logiken vereinnehmbar.In Right to stay beyond the nation-state (2025), Janika Kuge offers a theoretically and empirically grounded analysis of sanctuary policies as subnational instruments of resistance against the restrictive immigration policies of the Trump administration. Drawing on relational state theory and the TPSN framework (territory, place, scale, network), Kuge examines sanctuary policies in California, Tucson (Arizona), and Austin (Texas). She illustrates how local dynamics, political strategies, and activist networks shape both the scope and effectiveness of these measures. Rather than presenting Sanctuary as a solution, Kuge emphasizes its ambivalence – as both a pragmatic protection mechanism and a precarious practice susceptible to co-optation by neoliberal logics

    Think about borders in a more complex way: Comment on Nihad El-Kayed „Segregation als Grenzformation“

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    Unser Beitrag kommentiert Nihad El-Kayeds Vorschlag, die Segregationsforschung mit Perspektiven der Grenzforschung ins Gespräch zu bringen. Wir befürworten diesen Vorschlag ausdrücklich, glauben aber, dass die Perspektive der Grenzforschung noch stärker konturiert werden kann. In diesem Sinne schlagen wir vor, die Pluralität der Grenzforschung ernst zu nehmen, neben der Trennungsdimension auch die Verbindungskapazitäten von Grenzen zu perspektivieren und so der Komplexität von Grenzphänomenen gerecht zu werden.Our contribution comments on Nihad El-Kayed\u27s proposal to bring segregation research into dialogue with perspectives from border studies. We explicitly endorse this proposal, yet we believe that the perspective of border research could be outlined even more clearly. With this in mind, we propose taking the plurality of border research seriously, and, in addition to the dimension of separation, also considering the connecting capacities of borders, thus doing justice to the complexity of border phenomena

    Segregation as a Process of Border Formation

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    Sowohl Segregations- als auch Grenzforschung untersuchen Phänomene der Sortierung, Trennung und Anordnung sozialer Gruppen im Raum. Dabei liegt der Fokus der Segregationsforschung meist auf Wohnstandortmustern in städtischen Räumen, während sich die Grenzforschung eher auf nationalstaatliche Demarkationslinien konzentriert. Trotz des gemeinsamen Interesses an Prozessen der räumlichen Sortierung von Personen entlang sozialer Kategorisierungen und obwohl die Grenzforschung in den letzten Jahren zunehmend auch intrastaatliche, lokal verankerte Grenzprozesse in den Blick nahm, sind beide Forschungsfelder bisher kaum miteinander verbunden. Der Beitrag schlägt vor, Segregation als Grenzformation zu denken und fragt danach, wie sich die Segregationsforschung neu ausrichten ließe, wenn sie sich als Grenzforschung verstünde. Er vertritt die These, dass sich für die Segregationsforschung neue Impulse und Möglichkeiten ergeben, wenn man sie mit Perspektiven der Forschung zu Grenzprozessen und Grenzregimen zusammendenkt.Both segregation research and border studies examine phenomena of sorting, separation, and arrangement of social groups in space. Segregation research usually focuses on residential location patterns in urban areas, while border studies tend to concentrate on nation-state demarcation lines. Despite their shared interest in processes of spatial sorting of people along social categorizations, and although border studies have increasingly addressed intra-state, locally embedded border processes in recent years, the two fields of research remain largely disconnected. This article proposes conceptualizing segregation as a border formation and asks how segregation research could be reoriented if understood as border studies. It argues that new impulses and opportunities arise for segregation research from thinking it together with perspectives on border processes and border regimes

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