Wuppertal Institute for Climate, Environment and Energy
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Promovieren im Design - Möglichkeiten und Herausforderungen : Ergebnispapier wpn2030, Strategie-Denkwerkstatt #1 und #2
Gesellschaftliche Wahrnehmung und Akzeptanz der Industrietransformation sowie einzelner Technologiepfade : Grundverständnis, Annahmen und Formate
Lebenswerte Straßen: öffentliche Räume für Begegnung, Grün und Mobilität : Nachlese zum Offenen Netzwerktreffen im Mai 2025
Zahlreiche Städte und Gemeinden haben bereits erkannt, dass Straßen eine Schlüsselrolle in der nachhaltigen Transformation spielen. Sie planen Straßen für Menschen, die eine hohe Aufenthaltsqualität bieten, klimaangepasst sind, zur Biodiversität beitragen und bei denen der PKW-Verkehr nur noch eine untergeordnete Rolle spielt. Bei der konkreten Planung und Umsetzung werden die unterschiedlichen, teils konkurrierenden, Nutzungsansprüche an diese linearen öffentlichen Räume sichtbar. Insbesondere der Wegfall von Parkplätzen ist ein heiß diskutiertes Thema und lässt schnell starke Emotionen aufkommen. Wie können wir diese meist knappen öffentlichen Räume gerecht verteilen und dabei die unterschiedlichen Nutzer*innengruppen mitnehmen? Welche innovativen Ansätze fördern eine nachhaltige Transformation hin zu lebenswerten Straßen
Effiziente Anreize für den Einsatz von Rezyklat : das Konzept handelbarer Rezyklat-Zertifikate
Eine zentrale Zielstellung der Kreislaufwirtschaft ist die Substitution von Primärrohstoffen durch Recyclingmaterial, aus ganz verschiedenen Gründen: Zum einen sind Rezyklate in der Herstellung deutlich weniger CO2-intensiv als Primärmaterial - für PE geben Material Economics (2022) Einsparungen von etwa 80 Prozent an. Neben den ökologischen Vorteilen betont beispielsweise der Clean Industrial Deal der Europäischen Kommission die Bedeutung der Unabhängigkeit von Rohstoff-Importen und volatilen Preisentwicklungen sowie die möglichen Beiträge zur Wettbewerbsfähigkeit, wenn Rohstoffe nicht zu Abfall werden, sondern möglichst lange in der Wertschöpfungskette verbleiben. Am Beispiel Kunststoff zeigt sich jedoch, dass die Industrie aus unterschiedlichen Gründen noch ganz überwiegend auf primäre (erdöl-basierte) Materialien setzt - so beträgt der Rezyklatanteil in Deutschland nur ca. 16 Prozent
Gute Beispiele für eine gelingende Transformation : Impulse für nachhaltige Lebenswelten
Das Wuppertal Institut wurde vom Rat für Nachhaltige Entwicklung beauftragt, Beispiele erfolgreicher Transformationen hinsichtlich ihrer Gelingensfaktoren zu analysieren, um daraus bundespolitische Maßnahmen zur Förderung und Skalierung kommunaler Nachhaltigkeitsaktivitäten ableiten zu können. Dafür wurden 14 Beispiele aus sechs Transformationsbereichen mit einem eigens konzipierten Analyseraster untersucht und in Factsheets kompakt aufbereitet.
Als kleiner Ausschnitt eines vielfältigen Engagements im Nachhaltigkeitsbereich zeigen die ausgewählten Beispiele, wie günstige Rahmenbedingungen eine Ermöglichungskultur schaffen, die die Diffusion erfolgreicher Praktiken erleichtert. Auf Bundesebene bedeutet dies einen Wandel vom steuernden zum ermöglichenden Staat, der lokale Spielräume erweitert und gleichzeitig die Koordination und Richtungssicherheit sowie die horizontale und vertikale Kohärenz der Instrumente sicherstellt. Trotz projektspezifischer und teils hoher Hürden lassen sich zentrale Gelingensfaktoren identifizieren: Anschlussfähigkeit an bewährte Maßnahmen, Sicherstellung der langfristigen Finanzierbarkeit, aktive Beteiligung lokaler Akteur*innen und eine geringe Konfliktwahrscheinlichkeit in der Umsetzung. Besonders hohe Akzeptanz genießen zudem Maßnahmen, die unter Einbindung und Vernetzung verschiedener gesellschaftlicher Akteur*innen umgesetzt worden sind.
Angesichts der immensen finanziellen Herausforderungen zur Schaffung und Wahrung nachhaltiger Lebenswelten stehen viele Kommunen vor einer fast unlösbaren Aufgabe, zumal tiefgreifende Veränderungen bis in die Lebensgewohnheiten der Menschen hinein nötig sind. Ein konsistenter und richtungssicherer Mix aus verschiedenen Lenkungsinstrumenten und von hoher Akzeptanz ist daher essentiell. Die untersuchten Transformationsbeispiele sind ein erster Einstieg in erforderliche Vertiefungsanalysen zur Wirkmächtigkeit potenzieller und konsistenter Politikpakete und deren Wechselwirkungen mit anderen Instrumenten im Mehrebenensystem
An estimation of the health and climatic impacts of household biomass consumption across Nigeria in 2018
In 2021, Nigeria became the first country in the world to state, quantitatively, how implementing their nationally determined contribution (NDC) to mitigate climate change could improve health. Nigeria's NDC stated that an estimated 30 000 premature deaths could be avoided annually by 2030 due to reduction in household air pollution caused by burning wood and charcoal for cooking. As Nigeria moves to implement its climate change commitments, there are two key questions that this paper aims to address. Firstly, across Nigeria, where are the greatest health burdens from household air pollution that could be targeted to achieve these health benefits, and secondly, to what extent does wood fuel consumption drive greenhouse gas emissions from the forestry and land use (FOLU) sector? To explore these questions this paper utilizes available statistical data on households primary cooking fuel choice at the state level in Nigeria to estimate the health impact from household air pollution due to households cooking using wood and charcoal. It also provides an estimate of the total wood fuel demand in the country and from this provides an estimate of the carbon dioxide emissions from the FOLU sector associated with these households' biomass use. In 2018, it was estimated that of the almost 116 thousand premature deaths attributable to household air pollution in 23% occurred in 3 states in Northern Nigeria. The biomass consumption for household energy consumption across Nigeria was estimated to contribute 78% of the 151 million tonnes of carbon dioxide emissions estimated within this analysis to be due to the FOLU sector in Nigeria. Hence action targeted at transitioning households to modern cooking fuels and technologies can have a large impact on achieving the dual climate and health goals Nigeria has set itself within its climate change commitment
Lokale Umweltbelastung und Armutssegregation : eine räumliche Analyse in Bochum
Während der Einfluss von Umweltbelastungen auf Gesundheitsschäden weithin nachgewiesen ist, ist ihr Einfluss auf Armutssegregation bislang weniger erforscht. Aufbauend auf theoretischen Überlegungen zu sozialer Ungleichheit und Segregation werden insbesondere Lärmbelastung, Luftverschmutzung und Hitzetage als relevante Umweltfaktoren bestimmt, deren gesundheitliche Risiken in der Forschungsliteratur gut dokumentiert sind und deren Einfluss auf Armutssegregation geprüft werden soll. Konkretes Ziel war es, zu prüfen, ob und inwieweit die lokalen Umweltbelastungen als Kontextfaktoren in Bochum einen Einfluss auf die räumliche Verteilung des ökonomischen Kapitals der Einwohner*innen auf Quartiersebene haben.
Auf Basis mehrerer kombinierter Datensätze wurde ein räumliches Maximum-Likelihood Regressionsmodell hergeleitet, das klassische Segregationsvariablen um ökologische Einflussgrößen erweitert und Nachbarschaftseffekte mit einbezieht. Weiter ergänzt wurde es durch Equilibrium Effekte, zur Interpretation langfristiger Auswirkungen. Im Vorfeld erfolgten uni- und bivariate Analysen und Korrelationen, um die Daten einzuordnen sowie eine Vereinheitlichung der Daten auf ein gemeinsames räumliches Format.
Die Analyse zeigt, dass Lärmbelastung und Luftverschmutzung jeweils eigenständige schwach negative Regressionskoeffizienten und die Hitzebelastung einen etwas stärkeren, leicht negativen Koeffizienten aufweisen. Die Kontrollvariablen zeigen hingegen in die gegengesetzte, positive Richtung. Den höchsten Einfluss auf die durchschnittliche Kaufkraft pro Haushalt weist der Anteil an Abiturient*innen auf. Zwischen diesem und den Umweltbelastungen liegt der Einfluss der 65-Jährigen und Älteren. Die Equilibrium-Effekte behalten diese Effekte geringfügig verstärkt bei.
Es konnte die Hypothese bestätigt werden, dass die Umweltbelastungen als Kontextvariablen einen schwachen, direkten negativen Einfluss auf die Armutssegregation haben und damit einen Einfluss auf die räumliche Verbreitung des ökonomischen Kapitals nehmen.
Die Untersuchung verdeutlicht, dass Umweltfaktoren ein eigenständiges Risiko für die Verschärfung von Armutssegregation darstellen, aber gleichzeitig nicht pauschal, sondern stadtspezifisch analysiert werden müssen. Besonders in benachteiligten Quartieren sollten Maßnahmen zur Reduzierung von Hitze, Lärm und Luftschadstoffen prioritär umgesetzt werden. Für Bochum ergibt sich daraus der Bedarf einer besonders gesundheitssensiblen Stadtentwicklung entlang der zentralen West-Ost-Achse