13672 research outputs found
Sort by
Beschluss und Wissenschaftliche Begründung zur Empfehlung der STIKO für eine Standardimpfung gegen Erkrankungen durch Respiratorische Synzytial-Viren (RSV) für Personen ≥ 75 Jahre sowie zur Indikationsimpfung von Personen im Alter von 60 bis 74 Jahren mit Risikofaktoren
Die STIKO empfiehlt allen Personen ≥ 75 Jahre eine einmalige Impfung gegen RSV. Außerdem wird Personen im Alter von 60 bis 74 Jahren, die eine schwere Form einer Grunderkrankung haben und/oder die in einer Einrichtung der Pflege leben, eine einmalige RSV-Impfung empfohlen. Zu den Grunderkrankungen gehören u. a. schwere Formen chronischer Erkrankungen der Atmungsorgane, Nieren oder des Herz-Kreislauf-Systems. Die RSV-Impfung sollte möglichst im September/Anfang Oktober erfolgen, um bereits in der darauffolgenden RSV-Saison (Oktober-März) einen bestmöglichen Schutz zu bieten
Wochenbericht zur hitzebedingten Mortalität KW 35
Hitzeperioden führen in Deutschland regelmäßig zu einem Anstieg der Mortalität. Um über die aktuelle Lage in Deutschland zu informieren, wird dieser Bericht während des Sommers 2024 (Juni-September) wöchentlich aktualisiert. Der aktuelle Bericht umfasst Schätzungen der hitzebedingten Sterbefälle im Zeitraum der Kalenderwochen (KW) 15 bis 35/2024
Diabetes-Surveillance – Baustein einer Surveillance für nicht übertragbare Krankheiten in Deutschland
Not Peer Reviewe
Energiepreisanstieg 2022, Trinkwasser-Temperatursenkung und Legionellose-Inzidenz – sind Zusammenhänge erkennbar?
Legionellen sind im Wasser vorkommende Umweltkeime, die sich insbesondere bei einer Wassertemperatur zwischen 25 und 45° C gut vermehren und auch technische Trinkwasserinstallationen besiedeln. Oberhalb von 55° C wird ihr Wachstum gehemmt. Im Rahmen der Energiekrise im Jahr 2022 kam es zu einem deutlichen Anstieg der Energiepreise, was auch die Erwärmung des Trinkwassers verteuerte. Im Projekt TESLI (Temperatursenkung und Legionellose-Inzidenz) wurde untersucht, ob es im Jahr 2022 zu Veränderungen der Trinkwassertemperatur kam und ob in dem Zusammenhang ein Inzidenzanstieg bei Fällen von Legionärskrankheit zu beobachten war. Dargestellt wird, wie sich die mittleren Trinkwassertemperaturen im zeitlichen Verlauf verhielten und wie hoch der Anteil der Haushalte mit heruntergestellter Temperatur war. Diese Daten wurden auf Bundeslandebene mit der Inzidenz von Legionärskrankheitsfällen korreliert
Häufigkeitsunterschiede zwischen administrativen und elternberichteten ADHS-Diagnosedaten von Kindern und Jugendlichen unter Berücksichtigung soziodemografischer Faktoren – Ergebnisse aus dem Projekt INTEGRATE-ADHD
Hintergrund: Im Projekt INTEGRATE-ADHD wurden administrative und elternberichtete ADHS-Diagnosedaten von Kindern und Jugendlichen erstmals auf Personenebene miteinander verknüpft. Der Beitrag untersucht Diskrepanzen zwischen den Datenquellen unter Berücksichtigung soziodemografischer Faktoren.
Methode: Eltern von 5.461 im Jahr 2020 bei der bundesweit tätigen gesetzlichen Krankenkasse DAK-Gesundheit versicherten 0- bis 17-Jährigen, die in mindestens einem Quartal (M1Q-Kriterium) eine gesicherte administrative ADHS-Diagnose (ICD-10 F90.0-9) aufwiesen, wurden zur ADHS-Diagnose ihres Kindes und weiteren gesundheits- und versorgungsbezogenen Themen online befragt. Mittels logistischer Regression wurden Zusammenhänge des Vorliegens eines Elternberichts der administrativen ADHS-Diagnose des Kindes mit soziodemografischen Prädiktoren untersucht.
Ergebnisse: 71,6 % der Eltern berichteten die administrative ADHS-Diagnose ihres Kindes in der Befragung. Die Diagnose wurde signifikant seltener für Mädchen, jüngere Kinder, Kinder mit Migrationshintergrund sowie aus Kernfamilien mit beiden leiblichen Eltern berichtet. Unterschiede nach elterlicher Bildung, Urbanizität (Stadt/Land) oder fachärztlicher Versorgungsdichte gab es nicht. Die Ergebnisse bestätigten sich im multivariablen Modell.
Schlussfolgerungen: Ca. ein Drittel der Eltern berichten die administrative ADHS-Diagnose ihres Kindes nicht. Die Wahrscheinlichkeit eines Elternberichts variiert nach soziodemografischen Faktoren. Dies sollte bei der Einordnung der Datenquellen zukünftig berücksichtigt werden.Peer Reviewe
ARE-Wochenbericht KW 25
Die ARE-Aktivität liegt insgesamt auf einem vergleichsweise hohen Niveau für diese Jahreszeit. Das ARE-Geschehen wird weiterhin hauptsächlich durch Erkältungsviren wie Rhinoviren bestimmt. In den verschiedenen Systemen finden sich jedoch Hinweise für eine leichte Zunahme der SARS-CoV-2-Aktivität, ausgehend von einem anhaltend niedrigen Niveau. Die Zahl schwer verlaufender Atemwegsinfektionen bleibt auf einem niedrigen Niveau.
Die Aktivität akuter respiratorischer Erkrankungen (ARE) in der Bevölkerung ist in der 25. KW 2024 im Vergleich zur Vorwoche stabil geblieben.
Auch im ambulanten Bereich ist die Zahl der Arztbesuche wegen ARE in der 25. KW im Vergleich zur Vorwoche insgesamt und in allen Altersgruppen stabil geblieben.
Im NRZ für Influenzaviren wurden in der 25. KW 2024 in insgesamt 49 der 85 eingesandten Sentinel-proben respiratorische Viren identifiziert, darunter hauptsächlich Rhinoviren (35 %), gefolgt von SARS-CoV-2 (11 %), Parainfluenzaviren (PIV; 9 %), humanen Metapneumoviren (hMPV; 5 %), Adenoviren (2%) sowie humanen saisonalen Coronaviren (hCoV) und Influenzaviren mit einer Positivenrate von jeweils 1 %. Respiratorische Synzytialviren (RSV) wurden in der 25. KW nicht nachgewiesen.
Im Rahmen der ICD-10-Code basierten Krankenhaussurveillance (ICOSARI) blieb die Zahl schwerer akuter respiratorischer Infektionen (SARI) in der 25. KW 2024 weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Der Anteil der Influenza-, RSV- bzw. COVID-19-Diagnosen bei SARI-Patientinnen und -Patienten liegt bereits seit April 2024 unter 5 %. In der 25. KW wurde bei 4 % der SARI-Fälle eine COVID-19-Diagnose vergeben und bei weniger als 1 % eine Influenza-Diagnose.
Die Zahl der an das RKI übermittelten COVID-19 Fälle ist in der 25. Meldewoche (MW) im Vergleich zur 24. MW weiter gestiegen. Im Abwassermonitoring lag die aggregierte SARS-CoV-2-Viruslast bei ebenfalls steigendem Trend auf einem niedrigen Niveau. In Deutschland sind die Sublinien JN.1 und KP.3 vorherrschend. Der Anteil von JN.1 lag zusammengefasst für die 22. und 23. KW bei 39 %, der Anteil von KP.3 bei 35 %
ARE-Wochenbericht KW 27
Die ARE-Aktivität liegt insgesamt auf einem vergleichsweise hohen Niveau für diese Jahreszeit. Auf Bevölkerungsebene zeigt sich ein erneuter Anstieg akuter Atemwegserkrankungen. Das ARE-Geschehen wird weiterhin hauptsächlich durch Erkältungsviren wie Rhinoviren bestimmt. Die Zunahme der SARS-CoV-2-Aktivität, die in den letzten Wochen beobachtet wurde, hat sich aktuell nicht in allen Systemen fortgesetzt. Die Zahl schwer verlaufender Atemwegsinfektionen bleibt insgesamt auf einem niedrigen Niveau, COVID-19 wurde vorwiegend bei älteren SARI-Patienten und -Patientinnen diagnostiziert. Die Sommerferien in mehreren Bundesländern können einen Einfluss auf die ARE-Aktivität und die Surveillance-Systeme haben (weniger Übertragungen in Kitas und Schulen, geändertes Konsultationsverhalten).
Die Aktivität akuter respiratorischer Erkrankungen (ARE) in der Bevölkerung ist in der 27. KW 2024 im Vergleich zur Vorwoche deutlich gestiegen.
Im ambulanten Bereich ist die Zahl der Arztbesuche wegen ARE in der 27. KW im Vergleich zur Vorwoche insgesamt stabil geblieben.
Im NRZ für Influenzaviren wurden in der 27. KW 2024 in insgesamt 51 der 99 eingesandten Sentinelproben respiratorische Viren identifiziert, darunter weiterhin hauptsächlich Rhinoviren (27 %), gefolgt von SARS-CoV-2 (12 %), Parainfluenzaviren (PIV; 7 %), humanen Metapneumoviren (hMPV; 5 %), Adenoviren (4 %) sowie humanen saisonalen Coronaviren (hCoV) und Influenzaviren mit einer Positivenrate von jeweils 1 %. Respiratorische Synzytialviren (RSV) wurden in der 27. KW nicht nachgewiesen.
Im Rahmen der ICD-10-Code basierten Krankenhaussurveillance (ICOSARI) ist die Zahl schwerer akuter respiratorischer Infektionen (SARI) in der 27. KW 2024 gesunken. Der Anteil der COVID-19-Diagnosen bei SARI-Patientinnen und -Patienten lag in der 27. KW bei 5 %, der Anteil der Influenza-Diagnosen unter 1 %.
Die Zahl der an das RKI übermittelten COVID-19 Fälle ist in der 27. Meldewoche (MW) im Vergleich zur 26. MW relativ stabil geblieben.
Im Abwassermonitoring zeigt die aggregierte SARS-CoV-2-Viruslast weiterhin einen steigenden Trend.
In Deutschland ist die JN.1-Sublinie KP.3 vorherrschend. Ihr Anteil lag zusammengefasst für die 24. und 25. KW bei 51 %
GrippeWeb-Wochenbericht KW 33
Die Aktivität akuter Atemwegserkrankungen (ARE-Inzidenz) in der Bevölkerung ist in der 33. KW 2024 im
Vergleich zur Vorwoche insgesamt stabil bei rund 3.300 ARE pro 100.000 Einw. geblieben. Die Inzidenz der
grippeähnlichen Erkrankungen (ILI) ist im Vergleich zur Vorwoche leicht gesunken und lag bei rund 700 ILI pro
100.000 Einw. (Vorwoche: 800). Sowohl die Gesamt-ARE- als auch die Gesamt-ILI-Inzidenz befinden sich im
oberen Wertebereich der Vorjahre zu dieser Jahreszeit, sie nähern sich aber den üblichen Werten zunehmend
an. Die geschätzte COVID-19-Inzidenz in der Bevölkerung basierend auf Angaben der GrippeWeb-
Teilnehmenden war seit der 29. KW gesunken und lag in der 33. KW bei rund 500 COVID-19-Erkrankungen pro
100.000 Einw. In der virologischen Überwachung in der Bevölkerung (GrippeWeb-Plus) wurde seit der 31. KW
2024 – bei niedriger Probenanzahl – hauptsächlich SARS-CoV-2 nachgewiesen, gefolgt von Rhino-/Enteroviren,
Mycoplasma pneumoniae und Parainfluenzaviren.
Die für die Bevölkerung in Deutschland geschätzten Inzidenzen beruhen auf den Selbstauskünften von
Personen, die sich bei GrippeWeb registriert haben. Für die 33. KW 2024 haben bisher 7.331 GrippeWeb-
Teilnehmende eine Meldung abgegeben, von diesen hatten 235 eine ARE und 54 eine ILI (Datenstand:
20.8.2024, 0:00 Uhr). Durch Nachmeldungen, die bis zu vier Wochen lang möglich sind, können sich noch
Änderungen ergeben.
Neue Teilnehmende sind herzlich willkommen. Mehr Informationen zu GrippeWeb finden Sie hier. Eine
Registrierung ist jederzeit und in wenigen Schritten möglich
GrippeWeb-Wochenbericht KW 28
Die Aktivität akuter Atemwegserkrankungen (ARE-Inzidenz) in der Bevölkerung ist in der 28. KW 2024 im
Vergleich zur Vorwoche insgesamt gesunken und lag bei rund 4.900 ARE pro 100.000 Einw. (Vorwoche:
6.000). Die Inzidenz der grippeähnlichen Erkrankungen (ILI) ist im Vergleich zur Vorwoche ebenfalls gesunken und lag bei rund 1.200 ILI pro 100.000 Einw. (Vorwoche: 1.600). Trotz des Rückgangs befindet sich sowohl die Gesamt-ARE- als auch die Gesamt-ILI-Inzidenz weiterhin auf einem vergleichsweise hohen Niveau für diese Jahreszeit. Die geschätzte COVID-19-Inzidenz in der Bevölkerung basierend auf Angaben der GrippeWeb-Teilnehmenden blieb in den letzten drei Wochen relativ stabil bei rund 600/100.000 Einw. In der virologischen Überwachung in der Bevölkerung (GrippeWeb-Plus) wurden in den letzten drei Wochen hauptsächlich Rhino-/Enteroviren und SARS-CoV-2 nachgewiesen, gefolgt von u.a. Parainfluenzaviren und Adenoviren
Gesetzliche Verpflichtungen des RKI und BfArM im Rahmen der Einstufung von Reserveantibiotika
Antibiotikaresistenzen sind eine zunehmende Bedrohung und führen jährlich zu ca. 1,27 Millionen Todesfällen weltweit. Um dem zu begegnen, werden global und in Deutschland Konzepte entwickelt, die in der Regel auf multisektoralen Maßnahmen basieren. Zentrale Ziele sind dabei neben Infektionspräventionsmaßnahmen die Gewährleistung des Zugangs zu wirksamen Antibiotika und zur Erregerdiagnostik, die Erhaltung der Wirksamkeit bestehender Antibiotika durch Surveillance und Antibiotic Stewardship sowie die Förderung von Innovationen für neue Therapieansätze. Im vorliegenden Beitrag werden die Herausforderungen bei der Entwicklung neuer Antibiotika und deren Förderung in Deutschland durch gesetzliche Maßnahmen sowie die Rolle von RKI und BfArM bei der Regulierung von Reserveantibiotika beschrieben