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Abwasser enthält Informationen für die öffentliche Gesundheit: Mögliche Anwendungen für eine Abwassersurveillance
Abwassersurveillance ist die systematische Erfassung von gesundheitsrelevanten Indikatoren im Abwasser, die Bewertung der Daten und die Darstellung der daraus entstehenden Erkenntnisse, um Maßnahmen zum Gesundheitsschutz der Bevölkerung durchzuführen. Die infektionsepidemiologische Abwassersurveillance fokussiert sich aktuell auf den Nachweis von Krankheitserregern wie SARS-CoV-2, Influenzaviren oder Polioviren, besitzt aber auch Potenzial für weitere Anwendungsfälle. Im Epidemiologischen Bulletin 34/2024 werden mögliche Anwen-dungsgebiete von infektionsepidemiologischer Abwassersurveillance aufgezeigt und – wo möglich – in die Surveillancelandschaft eingeordnet
GrippeWeb-Wochenbericht KW 38
Die Aktivität akuter Atemwegserkrankungen (ARE-Inzidenz) in der Bevölkerung ist in der 38. KW 2024 im
Vergleich zur Vorwoche nochmals deutlich gestiegen und lag bei rund 9.400 ARE pro 100.000 Einw.
(Vorwoche: 6.800). Die Inzidenz der grippeähnlichen Erkrankungen (ILI) ist im Vergleich zur Vorwoche
ebenfalls gestiegen und lag bei rund 2.000 ILI pro 100.000 Einw. (Vorwoche: 1.400). Auch wenn ein starker
Anstieg der ARE-Inzidenz in dieser Jahreszeit üblich ist, vollzog er sich in diesem Jahr besonders rasch und
erreichte vorläufig ein vergleichsweise hohes Niveau.
Die geschätzte COVID-19-Inzidenz in der Bevölkerung basierend auf Angaben der GrippeWeb-Teilnehmenden
ist in der 38. KW auf rund 1.500 COVID-19-Erkrankungen pro 100.000 Einw. gestiegen (Vorwoche: 800). In der
virologischen Überwachung in der Bevölkerung (GrippeWeb-Plus) wurde seit der 36. KW 2024 hauptsächlich
Rhino-/Enteroviren nachgewiesen, mit Abstand gefolgt von SARS-CoV-2 sowie vereinzelt von anderen Viren
oder Bakterien des Erregerpanels.
Die für die Bevölkerung in Deutschland geschätzten Inzidenzen beruhen auf den Selbstauskünften von
Personen, die sich bei GrippeWeb registriert haben. Für die 38. KW 2024 haben bisher 7.997 GrippeWeb-
Teilnehmende eine Meldung abgegeben, von diesen hatten 732 eine ARE und 154 eine ILI (Datenstand:
24.9.2024, 0:00 Uhr). Durch Nachmeldungen, die bis zu vier Wochen lang möglich sind, können sich noch
Änderungen ergeben.
Neue Teilnehmende sind herzlich willkommen. Mehr Informationen zu GrippeWeb finden Sie hier. Eine
Registrierung ist jederzeit und in wenigen Schritten möglich
ARE-Wochenbericht KW 06
Das ARE-Geschehen wird weiterhin durch eine hohe Influenza- und RSV-Aktivität bestimmt. Sowohl die Grippewelle als auch die RSV-Welle halten laut RKI-Definition weiter an. Influenzaerkrankungen betreffen aktuell alle Altersgruppen und führen zu einer hohen Zahl an Arztbesuchen und Hospitalisierungen. Influenza A(H1N1)pdm09-Viren werden am häufigsten detektiert. Von einer Krankenhauseinweisung mit RSV-Infektion sind insbesondere Kleinkinder betroffen. Bei älteren Menschen führen aktuell häufig Influenzaerkrankungen und deutlich seltener COVID-19 zu schwer verlaufenden Erkrankungen.
Die Aktivität akuter respiratorischer Erkrankungen (ARE) in der Bevölkerung ist in der 6. KW 2024 im Vergleich zur Vorwoche insgesamt leicht gesunken. Im ambulanten Bereich ist die Zahl der Arztbesuche wegen ARE in der 6. KW im Vergleich zur Vorwoche ebenfalls leicht gesunken.
Im NRZ für Influenzaviren wurden in der 6. KW 2024 in insgesamt 232 der 305 eingesandten Sentinelproben respiratorische Viren identifiziert, darunter hauptsächlich Influenzaviren (46 %), mit Abstand gefolgt von Rhinoviren (12 %), Respiratorischen Synzytialviren (RSV; 11 %) bzw., humanen saisonalen Coronaviren (hCoV; 9 %) und SARS-CoV-2 (6 %).
Im Rahmen der ICD-10-Code basierten Krankenhaussurveillance (ICOSARI) ist die Zahl schwerer akuter respiratorischer Infektionen (SARI) in der 6. KW 2024 im Vergleich zur Vorwoche insgesamt leicht gesunken. Die Fallzahl befindet sich insgesamt weiterhin auf einem hohen Niveau. Unter allen in der 6. KW 2024 wegen einer schweren Atemwegserkrankung hospitalisierten Patientinnen und Patienten sank der Anteil der Influenza-Diagnosen leicht auf 34 %. Der Anteil der RSV-Diagnosen insgesamt lag in der 6. KW wie in der Vorwoche bei 10 %. Bei Kindern unter zwei Jahren ging der Anteil der RSV-Diagnosen zurück auf 43 %. Der Anteil der COVID-19-Diagnosen ist seit der 51. KW 2023 rückläufig und lag in der 6. KW 2024 bei 4 %.
Bei den Daten aus dem Meldewesen gemäß IfSG hat sich der Anstieg der Zahl der Influenzavirusinfektionen in der 6. KW 2024 abgeschwächt. Der Anstieg der gemeldeten RSV-Infektionen hat sich nicht fortgesetzt. Die Zahl der gemäß IfSG gemeldeten COVID-19-Fälle ist weiter rückläufig.
In Deutschland dominiert weiterhin die BA.2.86-Sublinie JN.1. Ihr Anteil vergrößerte sich in der 4. KW 2024 auf 86 %. In der Abwassersurveillance gab es nach einem stetigen Rückgang seit der 50. KW 2023 keine relevanten Änderungen der SARS-CoV-2-Viruslast seit der 4. KW 2024.
Bei der Interpretation der Daten sind die Schulferien in einigen Bundesländern zu beachten
Milchnahrungszubereitung für Früh- und Neugeborene in Kliniken– Prävention nosokomialer Infektionen durch Hygienemaßnahmen
In Kliniken sind Milchküchen für neonatologische Intensiv- und Überwachungsstationen kritische Bereiche, in denen Erregertransmissionen auf Neu- und Frühgeborene stattfinden können. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Berichte über nosokomiale Infektionen bei Früh- und Neugeborenen in Verbindung mit kontaminierter Säuglingsnahrung. Im vorliegenden Beitrag werden die Ergebnisse von neun qualitativen Interviews vorgestellt, in denen interdisziplinäre Expertinnen und Experten für Milchküchen in Krankenhäusern über die Arbeitsabläufe in Milchküchen sowie die Kontaminationsrisiken von Milchnahrung für Früh- und Neugeborene befragt wurden
GrippeWeb-Wochenbericht KW 12
Die Aktivität akuter Atemwegserkrankungen (ARE-Inzidenz) in der Bevölkerung ist in der 12. KW 2024 im Vergleich zur Vorwoche insgesamt erneut leicht gestiegen und lag bei rund 7.400 ARE pro 100.000 Einw. (Vorwoche: 7.000). Dabei sind die Werte bei den 0- bis 14-Jährigen stabil geblieben, jedoch bei den Erwachsenen ab15 Jahre gestiegen. Die Inzidenz der grippeähnlichen Erkrankungen (ILI) ist im Vergleich zur Vorwoche leicht
gesunken und lag bei rund 1.300 ILI pro 100.000 Einw. (Vorwoche: 1.500). Die Gesamt-ARE-Inzidenz befand sich über dem Wertebereich der vorpandemischen Jahre zu dieser Zeit, die Gesamt-ILI-Inzidenz lag im unteren Wertebereich. Die geschätzte COVID-19-Inzidenz in der Bevölkerung basierend auf Angaben der GrippeWeb-Teilnehmenden lag in der 12. KW deutlich unter 100 COVID-19-Erkrankungen pro 100.000 Einw. In der
virologischen Überwachung in der Bevölkerung (GrippeWeb-Plus) wurden seit der 10. KW 2024 hauptsächlich Rhino-/Enteroviren und humane saisonale Coronaviren (hCoV) nachgewiesen sowie zu niedrigeren Anteilen auch andere Erreger. Gemäß den Daten aus der Arbeitsgemeinschaft Influenza deutet sich ein Ende der Grippewelle an. Die RSV-Welle endete nach Definition des Robert Koch-Instituts mit der 10. KW 2024.
Die für die Bevölkerung in Deutschland geschätzten Inzidenzen für die 12. KW 2024 beruhen auf den Angaben von 7.125 GrippeWeb-Teilnehmenden, von diesen meldeten 510 eine ARE und 89 eine ILI (Datenstand: 26.3.2024, 0:00 Uhr). Durch Nachmeldungen, die bis zu vier Wochen lang möglich sind, können sich noch Änderungen ergeben
Wastewater-based Surveillance on SARS-CoV-2
The SARS-CoV-2 viral load in wastewater is being monitored as part of AMELAG (“Abwassermonitoring für die epidemiologische Lagebewertung”, German for wastewater monitoring for epidemiological situation assessment). Data from 163 sites, i.e. wastewater treatment plants (WWTP), are currently included in the analyses. For the calendar week 24 data from 121 sites were available. Data from other sites will be provided later.
The viral loads are currently low but showing a slight increase. Last week’s development may still change due to late notifications, especially due to late notifications from sites with large population coverage
GrippeWeb-Wochenbericht KW 05
Die Aktivität akuter Atemwegserkrankungen (ARE-Inzidenz) in der Bevölkerung ist nach dem Rückgang um den Jahreswechsel seit der 3. KW 2024 gestiegen, jedoch im Vergleich zur Vorwoche in der 5. KW stabil geblieben. In der 5. KW lag die ARE-Inzidenz bei rund 7.300 ARE pro 100.000 Einw. (Vorwoche: 7.300). Die Werte sind sowohl bei den Kindern als auch bei den Erwachsenen relativ stabil geblieben. Die Inzidenz der grippeähnlichen Erkrankungen (ILI) ist im Vergleich zur Vorwoche deutlich gesunken und lag in der 5. KW 2024 bei rund 2.000 ILI pro 100.000 Einw. (Vorwoche: 2.600). Die Gesamt-ARE-Inzidenz befand sich leicht unter dem Wertebereich der vorpandemischen Jahre zu dieser Zeit. Die Gesamt-ILI-Inzidenz befand sich im unteren Wertebereich. Die geschätzte COVID-19-Inzidenz in der Bevölkerung basierend auf Angaben der GrippeWeb-Teilnehmenden ist in der 5. KW 2024 auf rund 300 COVID-19-Erkrankungen pro 100.000 Einw. (Vorwoche: 500) gesunken. Gemäß den Daten aus der Arbeitsgemeinschaft Influenza hält die Grippe- und RSV-Welle weiter an.
Die für die Bevölkerung in Deutschland geschätzten Inzidenzen für die 5. KW 2024 beruhen auf den Angaben von 7.380 GrippeWeb-Teilnehmenden, von diesen meldeten 536 eine ARE und 159 eine ILI (Datenstand: 6.2.2024, 0:00 Uhr). Durch Nachmeldungen, die bis zu vier Wochen lang möglich sind, können sich noch Änderungen ergeben
ARE-Wochenbericht KW 18
Das ARE-Geschehen wird durch Erkältungsviren wie Rhinoviren bestimmt, jedoch zirkulieren weiterhin auch Influenzaviren. In der 18. KW wurden vereinzelt Respiratorische Synzytialviren und SARS-CoV-2 nachgewiesen.
Die Aktivität akuter respiratorischer Erkrankungen (ARE) in der Bevölkerung ist in der 18. KW 2024 im Vergleich zur Vorwoche insgesamt gesunken. Auch im ambulanten Bereich ist die Zahl der Arztbesuche wegen ARE in der 18. KW im Vergleich zur Vorwoche gesunken.
Im NRZ für Influenzaviren wurden in der 18. KW 2024 in insgesamt 61 der 90 eingesandten Sentinel¬proben respiratorische Viren identifiziert, darunter hauptsächlich Rhinoviren (40 %), gefolgt von Parainfluenzaviren (PIV; 11 %), Influenzaviren (11 %), humanen Metapneumoviren (hMPV; 9 %), Adenoviren (3 %), Respiratorischen Synzytialviren (RSV; 2 %), SARS-CoV-2 (2 %) und humanen saisonalen Coronaviren (hCoV; 1 %).
Im Rahmen der ICD-10-Code basierten Krankenhaussurveillance (ICOSARI) ist die Zahl schwerer akuter respiratorischer Infektionen (SARI) in der 18. KW 2024 im Vergleich zur Vorwoche insgesamt stabil geblieben und lag auf einem niedrigen Niveau. Der Anteil der Influenza- und RSV-Diagnosen bei hospitalisierten Patientinnen und Patienten wegen SARI lag bereits seit einigen Wochen unter 5 %. In der 18. KW wurde bei 1 % der SARI-Fälle eine Influenza- und COVID-19-Diagnose vergeben. Der Anteil der RSV-Diagnosen lag in der 18. KW 2024 unter 1 %.
Die Zahl der an das RKI übermittelten COVID-19 Fälle ist im Vergleich zur 17. Meldewoche (MW) leicht gestiegen. In Deutschland dominiert weiterhin die BA.2.86-Sublinie JN.1. Nach mehreren Wochen niedriger SARS-CoV-2-Viruslast im Abwasser deutet sich seit Ende April (17. KW) ein leichter Anstieg der Viruslast an
Diabetesbedingte Amputationen in Deutschland im Trend 2015 – 2022 und nach sozialräumlicher Lage
Hintergrund: Diabetesbedingte Amputationen reduzieren die gesundheitliche Lebensqualität und sind Indikator für die Versorgung von Diabetes.
Methode: Mit der fallpauschalenbezogenen Krankenhausstatistik wurden für die Jahre 2015 – 2022 bevölkerungsbezogene altersstandardisierte Raten für diabetesbedingte Major- und Minoramputationsfälle berechnet und für 2022 nach regionaler sozioökonomischer Deprivation berichtet.
Ergebnisse: Diabetesbedingte Majoramputationen sind im Zeitraum 2015 bis 2022 bei Frauen von 6,8 auf 5,2 pro 100.000 Einwohnerinnen und bei Männern von 18,6 auf 17,5 pro 100.000 Einwohner gesunken. Bei Männern war zuletzt in den Jahren 2021 und 2022 keine Abnahme mehr im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Diabetesbedingte Minoramputationen sind im Zeitraum von 2015 bis 2022 bei Frauen gesunken, bei Männern hingegen angestiegen. In Regionen mit hoher Deprivation waren die Amputationsraten höher als in Regionen mit niedriger Deprivation.
Fazit: Die Versorgung von Diabetes sollte sozioökonomische Unterschiede in den Blick nehmen. Die Trends der Amputationen sollten weiter beobachtet werden.
Keywords: Diabetes, Amputationen, Versorgungsqualität, Diabetes-Surveillance, Soziale Deprivation, Deutschlan
Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) und der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit e.V. (DTG) zu Reiseimpfungen.
Die STIKO empfiehlt Reiseimpfungen zum individuellen Schutz Reisender mit einem Expositionsrisiko gegenüber bestimmten impfpräventablen Erkrankungen und um den Import von Infektionserregern in das bereiste Land oder bei Rückreise nach Deutschland zu verhindern.
Die im Epidemiologischen Bulletin 14/2024 veröffentlichten Empfehlungen zu Reiseimpfungen wurden von der STIKO-AG Reiseimpfungen in Zusammenarbeit mit externen Expertinnen und Experten erarbeitet. Enthalten ist dabei u. a. ein neues Kapitel zum Dengue-Virus mit Risikokarte. Aktualisiert wurden u. a. das Kapitel zu COVID-19, die Literaturliste und Reisekarten zu Influenza, Japanische und zeckenübertragene Enzephalitis sowie Tollwut