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Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut 2024
Die Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) wurden auf der 106. Sitzung der STIKO verabschiedet. Die folgenden Ausführungen ersetzen die im Epidemiologischen Bulletin des RKI 4/2023 veröffentlichten Impfempfehlungen. Inhaltliche Änderungen gegenüber 2023 sind geblaut und zusätzlich mit einem Balken am Rand gekennzeichnet. Die aktuellen Empfehlungen werden auch im Pocket-Format veröffentlicht oder können über die STIKO-App aufgerufen werden
ARE-Wochenbericht KW 09
Das ARE-Geschehen wird weiterhin durch eine erhöhte Influenza- und RSV-Aktivität bestimmt, jedoch zirkulieren aktuell auch andere Erkältungsviren wie Rhinoviren und humane saisonale Coronaviren. Die Zahl der ARE-Erkrankungen durch Influenza-Infektion geht seit einigen Wochen zurück, auch bei der Zahl der RSV-Erkrankungen deutet sich ein Rückgang an. Sowohl die Grippewelle als auch die RSV-Welle halten jedoch laut RKI-Definition an. Influenzaerkrankungen betreffen weiterhin alle Altersgruppen. Influenza A(H1N1)pdm09-Viren werden am häufigsten detektiert. Von einer Krankenhauseinweisung mit RSV-Infektion sind insbesondere Kleinkinder betroffen. Bei älteren Menschen führen aktuell weiterhin häufig Influenzainfektionen zu schwer verlaufenden Erkrankungen sowie vereinzelt auch RSV-Infektionen und COVID-19.
Die Aktivität akuter respiratorischer Erkrankungen (ARE) in der Bevölkerung ist in der 9. KW 2024 im Vergleich zur Vorwoche insgesamt leicht gestiegen. Im ambulanten Bereich ist die Zahl der Arztbesuche wegen ARE in der 9. KW im Vergleich zur Vorwoche gesunken.
Im NRZ für Influenzaviren wurden in der 9. KW 2024 in insgesamt 134 der 212 eingesandten Sentinelproben respiratorische Viren identifiziert, darunter hauptsächlich Influenzaviren (27 %), mit Abstand gefolgt von Respiratorischen Synzytialviren (RSV; 13 %) humanen saisonalen Coronaviren (hCoV; 9 %) und Rhinoviren (8 %). Weitere Viren des Erregerpanels wurden vereinzelt nachgewiesen, darunter auch SARS-CoV-2.
Im Rahmen der ICD-10-Code basierten Krankenhaussurveillance (ICOSARI) ist die Zahl schwerer akuter respiratorischer Infektionen (SARI) in der 9. KW 2024 im Vergleich zur Vorwoche insgesamt erneut deutlich gesunken, aber liegt weiterhin auf einem erhöhten Niveau. Unter allen in der 9. KW 2024 wegen einer schweren Atemwegserkrankung hospitalisierten Patientinnen und Patienten sank der Anteil der Influenza-Diagnosen weiter auf 20 %. Der Anteil der RSV-Diagnosen ist seit einigen Wochen relativ stabil und lag in der 9. KW insgesamt bei 9 %. Bei Kindern unter zwei Jahren ging der Anteil der RSV Diagnosen leicht zurück und lag bei 42 %. Der Anteil der COVID-19-Diagnosen ging ab der 51. KW 2023 deutlich zurück und lag in der 9. KW 2024 bei 2 %.
Bei den Daten aus dem Meldewesen gemäß IfSG ist die Anzahl der Influenzavirus- und RSV-Infektionen sowie der COVID-19-Fälle in der 9. MW 2024 im Vergleich zur Vorwoche weiter gesunken.
In Deutschland dominiert weiterhin die BA.2.86-Sublinie JN.1. Ihr Anteil lag in der 7. KW bei 84 %
Traditional bullying and cyberbullying at schools in Germany: Results of the HBSC study 2022 and trends from 2009/10 to 2022
Background: Bullying is a form of violence that is carried out repeatedly, with the intention of causing harm and with an imbalance of power between those involved. Bullying has serious negative effects on the mental health of adolescents and thus represents a significant health risk in childhood and adolescence.
Methods: Based on data from the Health Behaviour in School-aged Children (HBSC) study from the survey year 2022 in Germany (N = 6,475), the prevalence of school bullying and cyberbullying among 11-, 13- and 15-year-olds in Germany was analysed. In addition, the prevalence of school bullying and cyberbullying was analysed as a trend from 2009/10 to 2022 (bullying) and from 2017/18 to 2022 (cyberbullying).
Results: Around 14 % of the learners surveyed reported direct experience of bullying at school, and around 7 % reported cyberbullying experiences as bullied and/or bullying victims. Adolescents who identified as gender diverse were particularly likely to report bullying experiences. School bullying decreased over time, but remained stable between 2017/18 and 2022. Cyberbullying, on the other hand, increased in 2022 compared to 2017/18.
Conclusions: Experiencing bullying at school and online is an everyday experience for many children and young people, so there is still a need for the broad implementation of effective anti-bullying measures in schools
Syphilis in Deutschland in den Jahren 2020-2022
Die Syphilis ist eine bakterielle, durch die Spirochätenart Treponema pallidum verursachte Erkrankung, die nur beim Menschen vorkommt und sexuell, durch Blut und intrauterin von der Mutter auf das Kind übertragbar ist. Sie verläuft typischerweise in drei Stadien und kann durch Antibiotika geheilt werden, wobei wiederholte Infektio¬nen möglich sind.
Seit Inkrafttreten des Infektionsschutzgesetzes werden neu diagnostizierte, behandlungsbedürftige Syphilis-Infektionen gemäß § 7 Abs. 3 nichtnamentlich an das Robert Koch-Institut gemeldet. Nachdem es während der COVID-19-Pandemie in den Jahren 2020 und 2021 gegenüber dem jeweiligen Vorjahr zu einem Rückgang der Syphilis-Meldungen gekommen war, wurden 2022 8.305 Fälle gemeldet. Mit diesem Anstieg um 23,1 % erreichte die Anzahl der Syphilis-Fälle in Deutschland somit einen neuen Höchststand und die seit 2010 zu beobachtende deutliche Zunahme der Fallzahlen setzt sich weiter fort.Peer Reviewe
Kinder- und Jugendgesundheit – Ressourcen und Potenziale der internationalen Studie Health Behaviour in School-aged Children (HBSC )
Mit der Gründung der „Health Behaviour in School-aged Children (HBSC)“-Studie im Jahr 1982 von Forscherinnen und Forschern aus Finnland, Norwegen und England in Kooperation mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Europa wurde der Grundstein für eine der größten Studien zur Kinder- und Jugendgesundheit weltweit gelegt.
Seit den Anfängen der Studie hat das internationale HBSC-Netzwerk über 1.300 Publikationen veröffentlicht und auf internationaler Ebene mit zentralen Akteurinnen und Akteuren der Kinder- und Jugendgesundheit kooperiert, wie z. B. mit der WHO oder UNICEF.
Die Lehren aus den vergangenen Jahren zeigen, dass wir regelmäßig untersuchen sollten, was Heranwachsende für ein gesundes Aufwachsen brauchen und welche Herausforderungen besonderer Berücksichtigung bedürfen. Daher ist regelmäßiges Monitoring der Kinder- und Jugendgesundheit anhand sich ergänzender Studien unabdingbar. Die HBSC-Studie sieht es als ihre Verantwortung, einen Beitrag für die notwendige Bestandsaufnahme durchzuführen, um den Kindern und Jugendlichen damit eine Stimme zu verleihen
GrippeWeb-Wochenbericht KW 16
Die Aktivität akuter Atemwegserkrankungen (ARE-Inzidenz) in der Bevölkerung ist in der 16. KW 2024 im Vergleich zur Vorwoche insgesamt deutlich gestiegen und lag bei rund 5.900 ARE pro 100.000 Einw. (Vorwoche: 4.600). Die Inzidenz der grippeähnlichen Erkrankungen (ILI) ist im Vergleich zur Vorwoche bei rund 900 ILI pro 100.000 Einw. stabil geblieben. Die Gesamt-ARE-Inzidenz befand sich über dem Wertebereich
der vorpandemischen Jahre zu dieser Zeit und die Gesamt-ILI-Inzidenz im mittleren Wertebereich. Die geschätzte COVID-19-Inzidenz in der Bevölkerung basierend auf Angaben der GrippeWeb-Teilnehmenden lag in der 16. KW unter 100 COVID-19-Erkrankungen pro 100.000 Einw. In der virologischen Überwachung in der
Bevölkerung (GrippeWeb-Plus) wurden seit der 13. KW 2024 hauptsächlich Rhino-/Enteroviren nachgewiesen sowie zu niedrigeren Anteilen auch andere Erreger. Gemäß den Daten aus der Arbeitsgemeinschaft endete die Grippewelle mit der 12. KW 2024, die RSV-Welle endete mit der 10. KW 2024.
Die für die Bevölkerung in Deutschland geschätzten Inzidenzen für die 16. KW 2024 beruhen auf den Angaben von 7.370 GrippeWeb-Teilnehmenden, von diesen meldeten 430 eine ARE und 70 eine ILI (Datenstand: 23.4.2024, 0:00 Uhr). Durch Nachmeldungen, die bis zu vier Wochen lang möglich sind, können sich noch
Änderungen ergeben
Wastewater-based Surveillance on SARS-CoV-2
The SARS-CoV-2 viral load in wastewater is being monitored as part of AMELAG (“Abwassermonitoring für die epidemiologische Lagebewertung”, German for wastewater monitoring for epidemiological situation assessment). Data from 164 sites, i.e. wastewater treatment plants (WWTP), are currently included in the analyses. For the calendar week 22 data from 82 sites were available. Data from other sites will be provided later.
The viral loads are currently low but showing a slight increase. Last week’s development may still change due to late notifications, especially due to late notifications from sites with large population coverage
Anforderungen an die Hygiene bei der Reinigung und Desinfektion von Flächen: Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut
This recommendation of the Commission for Hospital Hygiene and Infection Prevention (KRINKO) addresses not only hospitals, but also outpatient health care facilities and compiles current evidence.
The following criteria are the basis for the indications for cleaning and disinfection: Infectious bioburden and tenacity of potential pathogens on surfaces and their transmission routes, influence of disinfecting surface cleaning on the rate of nosocomial infections, interruption of cross infections due to multidrug-resistant organisms, and outbreak control by disinfecting cleaning within bundles. The criteria for the selection of disinfectants are determined by the requirements for effectiveness, the efficacy spectrum, the compatibility for humans and the environment, as well as the risk potential for the development of tolerance and resistance. Detailed instructions on the organization and implementation of cleaning and disinfection measures, including structural and equipment requirements, serve as the basis for their implementation. Since the agents for surface disinfection and disinfecting surface cleaning have been classified as biocides in Europe since 2013, the regulatory consequences are explained. As possible addition to surface disinfection, probiotic cleaning, is pointed out. In an informative appendix (only in German), the pathogen characteristics for their acquisition of surfaces, such as tenacity, infectious dose and biofilm formation, and the toxicological and ecotoxicological characteristics of microbicidal agents as the basis for their selection are explained, and methods for the evaluation of the resulting quality of cleaning or disinfecting surface cleaning are presented.In Deutschland werden die Anforderungen an die Hygiene im Gesundheitswesen in Form von Empfehlungen von der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) veröffentlicht. Die KRINKO und ihre ehrenamtliche Arbeit legitimieren sich aus dem Auftrag nach § 23 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG).
Die deutsche Originalfassung dieses Dokuments wurde im Oktober 2022 veröffentlicht und wird jetzt auf Englisch der internationalen Fachöffentlichkeit zur Verfügung gestellt.
Das Dokument enthält Empfehlungen für die Reinigung und Desinfektion von Oberflächen in Krankenhäusern und ambulanten medizinischen Einrichtungen. Anhand folgender Kriterien werden die Indikationen zur Reinigung und Desinfektion begründet: Infektiöser Bioburden und Tenazität potentieller Pathogene auf Oberflächen sowie deren Übertragungsmöglichkeiten, Einfluss der desinfizierenden Flächenreinigung auf die Rate nosokomialer Infektionen, Unterbrechung von Kreuzinfektionen durch multiresistente Erreger sowie Ausbruchkontrolle durch desinfizierende Flächenreinigung als Bestandteil von Interventionsbündeln. Als Kriterien zur Auswahl der Desinfektionsmittel werden die Wirkungsanforderungen, das Wirkspektrum, die Verträglichkeit für Mensch und Umwelt sowie das Risikopotential für die Entwicklung von Toleranz und Resistenz dargestellt. Detaillierte Hinweise zur Organisation und Durchführung der Reinigung und Desinfektion einschließlich baulicher und apparativer Voraussetzungen dienen als Grundlage für die Umsetzung der Maßnahmen. Da die Mittel zur Flächendesinfektion und desinfizierenden Flächenreinigung seit 2013 in Europa als Biozid eingestuft sind, werden die sich daraus ergebenden regulativen Konsequenzen erläutert. Als mögliche Ergänzung zur Flächendesinfektion wird auf die probiotische Reinigung hingewiesen. In einem informativen Anhang (nicht ins Englische übersetzt; als Electronic Supplementary Material in der Onlineversion der deutschen Originalfassung dieser Empfehlung) werden die für die Akquirierung von Flächen relevanten Erregermerkmale Tenazität, infektiöse Dosis und Biofilmbildung, die zur Auswahl der Mittel dienenden toxikologische und ökotoxikologische Merkmale mikrobizider Wirkstoffe sowie Methoden zur Bewertung der Ergebnisqualität der Reinigung bzw. desinfizierenden Flächenreinigung erläutert.Peer Reviewe
GrippeWeb-Wochenbericht KW 18
Die Aktivität akuter Atemwegserkrankungen (ARE-Inzidenz) in der Bevölkerung ist in der 18. KW 2024 im Vergleich zur Vorwoche insgesamt gesunken und lag bei rund 6.200 ARE pro 100.000 Einw. (Vorwoche: 6.900). Die Inzidenz der grippeähnlichen Erkrankungen (ILI) ist im Vergleich zur Vorwoche ebenfalls auf rund 1.000 ILI pro 100.000 Einw. gesunken (Vorwoche: 1.400). Die Gesamt-ARE-Inzidenz befand sich deutlich über dem Wertebereich der vorpandemischen Jahre zu dieser Zeit, die Gesamt-ILI-Inzidenz hingegen im Wertebereich. Die geschätzte COVID-19-Inzidenz in der Bevölkerung basierend auf Angaben der GrippeWeb-Teilnehmenden lag in der 18. KW bei rund 100 COVID-19-Erkrankungen pro 100.000 Einw. In der virologischen
Überwachung in der Bevölkerung (GrippeWeb-Plus) wurden seit der 16. KW 2024 hauptsächlich Rhino-/Enteroviren (Tendenz steigend) nachgewiesen sowie zu niedrigeren Anteilen auch andere Erreger.
Die für die Bevölkerung in Deutschland geschätzten Inzidenzen für die 18. KW 2024 beruhen auf den Angaben von 7.208 GrippeWeb-Teilnehmenden, von diesen meldeten 448 eine ARE und 78 eine ILI (Datenstand: 7.5.2024, 0:00 Uhr). Durch Nachmeldungen, die bis zu vier Wochen lang möglich sind, können sich noch Änderungen ergeben
Zur Situation bei wichtigen Infektionskrankheiten – Importierte Infektionskrankheiten 2023
Der Bericht basiert auf den Meldedaten gemäß Infektionsschutzgesetz, die dem Robert Koch-Institut mit Datenstand 1. März 2024 (für Malaria: 15. Mai 2024) übermittelt wurden. Dabei wird das Auftreten von Erkrankungen wie z. B. Malaria, Shigellose, Hepatitis A, Typhus abdominalis, Paratyphus und weiteren mit den Vorjahren verglichen. Durch die Meldepflicht werden nur Erkrankungen erfasst, die in Deutschland diagnostiziert werden. Nicht berücksichtigt werden in der Regel im Ausland erworbene Erkrankungen, bei denen sich die Betroffenen nach ihrer Rückkehr in Deutschland nicht mehr in ärztliche Behandlung begeben. Nach dem deutlichen Rückgang in den Jahren 2020 und 2021 aufgrund der Reisebeschränkungen während der COVID-19-Pandemie in den Jahren 2020 bis 2022 haben sich die Fallzahlen 2023 wieder dem Niveau von 2019 genähert. Im Jahr 2023 wurden keine Fälle von Fleckfieber, Läuserückfallfieber, Pest, Poliomyelitis oder Tollwut übermittelt.Peer Reviewe