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ARE-Wochenbericht KW 03
Zusammenfassende Bewertung der epidemiologischen Lage:
Das ARE-Geschehen wird durch die Zirkulation von Influenzaviren bestimmt, insbesondere in der Altersgruppe der Kinder ist die ARE-Aktivität im Vergleich zur Vorwoche deutlich angestiegen. Die Grippewelle 2024/25 hat laut RKI-Definition mit der 1. KW 2025 begonnen. Influenzaerkrankungen werden in allen Altersgruppen verzeichnet, der dominierende Influenzavirussubtyp ist A(H1N1)pdm09, gefolgt von Influenza B-Viren. Influenza A(H3N2)-Viren zirkulieren in geringerem Ausmaß ebenfalls.
Die Aktivität akuter respiratorischer Erkrankungen (ARE) in der Bevölkerung ist in der 3. KW 2025 im Vergleich zur Vorwoche insgesamt gestiegen, wie es auch in den meisten Vorjahren beobachtet wurde.
Im ambulanten Bereich ist die Zahl der Arztbesuche wegen ARE in der 3. KW 2025 im Vergleich zur Vorwoche insgesamt leicht gesunken, in der Altersgruppe der Kinder aber weiter angestiegen.
Im Nationalen Referenzzentrum (NRZ) für Influenzaviren wurden in der 3. KW 2025 in insgesamt 160 der 210 eingesandten Proben aus dem ARE-Praxis-Sentinel respiratorische Viren identifiziert, darunter hauptsächlich Influenza A- und B-Viren (53 %). Die im NRZ charakterisierten Influenza A(H1N1)pdm09-Viren gehören zur Klade 5a.2a und der Subklade C.1.9. Die sequenzierten Influenzaviren der B/Victoria-Linie konnten der Klade V1A.3a.2 und den Subkladen C.5.1, C.5.6 und C.5.7 zugeordnet werden. Respiratorische Synzytialviren wurden in 5 % der Proben nachgewiesen und SARS-CoV-2 in 1 %.
Im Rahmen der ICD-10-Code basierten Krankenhaussurveillance (ICOSARI) ist die Zahl schwerer akuter respiratorischer Infektionen (SARI) zunächst nicht weiter angestiegen. Der Anteil der Influenza-Diagnosen bei SARI-Patientinnen und -Patienten nahm seit einigen Wochen zu und lag in der 3. KW bei 24 %. RSV wurde bei 8 % der Fälle diagnostiziert und COVID-19 bei 3 %.
In der virologischen SARI-Surveillance des NRZ für Influenzaviren wurden in der 3. KW 2025 in 18 der 40 eingesandten Proben respiratorische Viren nachgewiesen, darunter hauptsächlich Influenza A- und B-Viren (18 %), hCoV und hMPV (je 8 %) sowie Rhinoviren (5 %).
In der 3. Meldewoche (MW) 2025 ist die Zahl der an das RKI übermittelten Influenza- und RSV-Fälle nochmals gestiegen, die Zahl der übermittelten COVID-19-Fälle ist weiter leicht gesunken.
Im Abwassermonitoring ist für die letzten Wochen kein klarer Trend der aggregierten SARS-CoV2-Viruslast zu beobachten, die Viruslast von Influenza A- und B-Viren stieg in den letzten Wochen dagegen deutlich an
Wastewater-based Surveillance
In the AMELAG project, SARS-CoV-2, influenza viruses and respiratory syncytial virus (RSV) are monitored in wastewater. Nationwide, 168 wastewater treatment plants were participating by the end of 2024; up to 70 sites are expected to participate in 2025. The data collected will be integrated into this report in the coming weeks. For the calendar week 7 data from 55 WWTPs for SARS-CoV-2, from 55 WWTPs for influenza A virus and influenza B, from 25 WWTPs for RSV A and B and from 27 WWTPs of RSV A/B (joint measurements of RSV A and B) were available. Data from other WWTP are provided continuously.
Recently, a slightly decreasing aggregated SARS-CoV-2 viral load can be observed. Aside from the current week, the values of influenza A and B viruses have increased significantly in recent weeks, with higher values for influenza A than for influenza B. The values of RSV have increased significantly in recent weeks, with higher values for RSV B than for RSV A. The development observed over the last few weeks may still change due to late notifications
Update zu cVDPV2-Nachweisen im Abwasser
Am 28.11.2024 hatte das RKI erstmals zu cVDPV2-Nachweisen aus Abwasser in Deutschland berichtet. Es wird zu den Beprobungsstandorten und den Testergebnissen ein Update gegeben. Bisher wurden in Deutschland keine Polioverdachtsfälle gemeldet. Weiterhin wird auf die Meldepflicht und das Einsenden von Proben bei Polioverdachtsfällen an das NRZ hingewiesen. Gleichzeitig wird dazu aufgerufen, den Impfstatus von Kindern und Personen, die in Gemeinschaftsunterkünften leben, zu überprüfen bzw. versäumte Impfungen nachzuholen.PolioAbwasserSurveillancecVDPV2Schluckimpfun
GrippeWeb-Wochenbericht KW 06
Die Aktivität akuter Atemwegserkrankungen (ARE-Inzidenz) in der Bevölkerung ist in der 6. KW 2025 im
Vergleich zur Vorwoche stabil geblieben und lag weiterhin auf einem für die Jahreszeit hohen Wert von rund
9.400 ARE pro 100.000 Einw. (Vorwoche: 9.500). Die Werte sind insbesondere bei den Schulkindern weiter
ungewöhnlich hoch. Die Inzidenz der grippeähnlichen Erkrankungen (ILI) ist in der 6. KW im Vergleich zur
Vorwoche gesunken und lag bei rund 2.600 ILI pro 100.000 Einwohner (Vorwoche: 3.200). Die basierend auf
Angaben der GrippeWeb-Teilnehmenden geschätzte COVID-19-Inzidenz lag in der 6. KW bei rund 100 COVID-
19-Erkrankungen pro 100.000 Einw. In der virologischen Überwachung in der Bevölkerung (GrippeWeb-Plus)
wurden seit der 4. KW 2025 hauptsächlich Rhino-/Enteroviren, Influenzaviren und humane saisonale
Coronaviren nachgewiesen. Die Grippe-Aktivität ist weiterhin hoch
Machine-Learning-basierte Prädiktion von Überlebens-Outcomes bei Patient:innen mit Lungen- und Kolorektalkarzinomen in späten Therapielinien
Da Behandlungsleitlinien oftmals nur Erst- und Zweitlinientherapien abdecken, sollen in diesem Projekt flächendeckende Krebsregisterdaten (des ZfKD) genutzt werden, um die Diversität von Behandlungsstrategien in späten, nicht-leitlinienbasierten Therapielinien zu untersuchen. Dafür werden zwei Entitäten fokussiert: Das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom (NSCLC) und das kolorektale Karzinom (KRK).
Zur Vorverarbeitung des Datensatzes wird eine bereits bestehende Softwarelösung (aus Eigenentwicklung) zum Datenqualitäts-Assessment und Feature-Engineering verwendet. Mithilfe eines ebenfalls selbst entwickelten und von Expert:innen validierten Algorithmus zur Annotation von Therapielinien wird für jede:n Patient:in eine Sequenz systemischer Therapielinien rekonstruiert. Patient:innen mit ähnlichen demographischen und diagnostischen Merkmalen sowie frühen Therapieverläufen (1st Line, 2nd Line), werden ggf. in der Folge über ein Propensity-Score-basiertes Verfahren gematched.
Darauf aufbauend werden im ersten Schritt deskriptive Statistiken über die abgebildete Kohorte (demografische, diagnostische, therapeutische Informationen, Follow-Up, Outcomes) sowie die späten, nicht-leitlinienbasierten Therapielinien berechnet. Zur Identifikation der häufigsten Substanzregime (späte Therapielinien) werden hierarchische Clustering-Methoden hinzugezogen. Darauffolgend werden Verfahren der Time-To-Event-Analyse (z.B. Kaplan-Meier, Cox Proportional Hazards Modell) angewandt, um einerseits den Effekt der gewählten späten Therapielinie auf das Gesamtüberleben (OS) / das progressionsfreie Überleben (PFS) zu berechnen; andererseits sollen für einen Vergleich Methoden des supervidierten maschinellen Lernens (z.B. Random Forest) eingesetzt werden, um OS und PFS zu prädizieren.
Gegeben zeitlicher Ressourcen werden die im Rahmen des Projekts eingesetzte Software zur Datenkuration und -augmentierung veröffentlicht, sowie ein Report zur Datenqualität und den späteren Therapielinien erzeugt. Es wird angestrebt die Ergebnisse in einer internationalen, wissenschaftlichen Fachzeitschrift mit Peer-Review zu publizieren.
Forschungsziel:
- Algorithmische Annotation von späten systemischen Therapielinien (ab der dritten Therapielinie) bei
Patient:innen mit NSCLC und KRK.
- Exploration und Beschreibung der Varianz von späten, systemischen Therapielinien bei Patient:innen mit NSCLC und KRK.
- Effektschätzung des Einflusses der gewählten, späten, nicht-leitlinienbasierten Therapielinien (ab der
dritten Therapielinie) auf OS und PFS bei Patient:innen mit NSCLC und KRK anhand
inferenzstatistischer Verfahren.
- Prädiktion von OS und PFS mithilfe von supervidierten ML-basierten Methoden
Gesundheitsmonitoring am Robert Koch-Institut – Auswirkungen eines veränderten Studiendesigns auf Stichprobenzusammensetzung und Prävalenzschätzer durch den Start des Panels „Gesundheit in Deutschland“
Hintergrund: Das Robert Koch-Institut (RKI) beobachtet mit wiederholten Datenerhebungen kontinuierlich zentrale Gesundheitsindikatoren in der Allgemeinbevölkerung. Da Änderungen im Erhebungsdesign die Prävalenzschätzungen beeinflussen und somit eine Trendinterpretation erschweren können, wurde der Start des RKI-Panels „Gesundheit in Deutschland“ durch eine Methodenstudie begleitet.
Methode: Das RKI-Panel beruht auf einer Zufallsstichprobe aus Einwohnermeldeamtsdaten und selbstadministrierter schriftlicher Befragung (online oder Papier). Stichprobenzusammensetzung, Prävalenzschätzer und Antwortverhalten wurden mit parallel erhobenen Daten des Telefonsurveys GEDA 2024 verglichen. Zur Quantifizierung methodenbedingter Unterschiede in den Prävalenzschätzern wurden Daten früherer Surveys zur Modellierung einbezogen.
Ergebnisse: Im RKI-Panel 2024 konnten junge Erwachsene, Hochaltrige und Personen mit niedriger Bildung besser erreicht werden. Die Prävalenzschätzungen weichen teils deutlich von GEDA 2024 ab, insbesondere bei Indikatoren der psychischen Gesundheit und deren Einflussfaktoren. Im RKI-Panel zeigt sich bei Hochaltrigen häufiger eine eingeschränkte körperliche, bei jungen Erwachsenen eine schlechtere psychische Gesundheit. Über die Modellierung kann meist – trotz methodenbedingter Prävalenzunterschiede – der Trendverlauf beurteilt werden.
Schlussfolgerungen: Das RKI-Panel bildet die Bevölkerung in Deutschland realistischer ab als die bisherigen Telefonsurveys. Prävalenzabweichungen begründen sich in Effekten des Erhebungsmodus, des Fragebogendesigns sowie veränderter Stichprobenzusammensetzung.Peer Reviewe
Bestandsaufnahme der Bewegungsförderung in Kitas in Deutschland. Ergebnisse einer Querschnittbefragung des BeweKi-Projekts
Hintergrund: Bewegungsförderung sollte früh beginnen, da sich ein aktiver Lebensstil in jungen Jahren leichter etablieren lässt und sich positiv bis ins Erwachsenenalter auswirken kann. Kitas eignen sich besonders für Bewegungsförderung, da über 90 % der Kinder ab drei Jahren eine Kita besuchen. Trotz zahlreicher Programme fehlt eine wissenschaftliche Datenbasis zur Verbreitung konkreter Maßnahmen sowie ausreichende Evidenz zu Einflussfaktoren auf deren Umsetzung.
Methode: Mit der Befragung zum Stand der Bewegungsförderung in Kindertageseinrichtungen (BeweKi-Status 2022/2023) wurden Kita-Leitungen zu strukturellen Bedingungen und das pädagogische Personal zu bewegungsbezogenen personalen Merkmalen befragt. Es liegen Daten von 1.647 Kitas vor.
Ergebnisse: Die meisten Kitas nutzten mindestens einmal pro Woche Spaziergänge, Ausflüge und (externe) Hallen zur Bewegungsförderung, sehr selten digitale Angebote oder Schwimmbäder. Fast alle ermöglichten eine tägliche freie Bewegungszeit von mindestens einer Stunde. Nur ein Viertel bot eine ebenso lange strukturierte Bewegungszeit an, für die ein regelmäßiger Austausch im Team zu Bewegung, ausreichend Flächen in der Kita und gemeinsame Bewegung des Personals mit den Kindern förderliche Faktoren waren.
Schlussfolgerungen: Bewegungsförderung ist in Kitas verbreitet, aber strukturierte Bewegungszeiten sind nicht ausreichend etabliert. Um diese zu erhöhen, könnte an räumlichen und organisatorischen Bedingungen, aber auch am Bewegungsverhalten des Personals angesetzt werden.Peer Reviewe
Handreichung des RKI und des FLI zur intersektoralen Zusammenarbeit bei (Verdachts-)Fällen mit aviärer Influenza bei Tieren für eine koordinierte One-Health-Response
Dieser Überblick dient als Orientierung für eine koordinierte Zusammenarbeit zwischen dem Veterinär- und Humanbereich im Rahmen von Ausbrüchen mit aviärer Influenza. Er orientiert sich an Szenarien, bei denen eine Übertragung von Tieren auf Menschen möglich ist, z. B. mit initialen Verdachtsfällen unter Geflügel oder anderen Nutztieren in Haltung, Haustieren sowie Wildvögeln und wildlebenden Säugetieren
Ermittlungsarbeit im Gesundheitsamt bei Fällen von Legionärskrankheit
Bei Fällen von Legionärskrankheit ermitteln Gesundheitsämter mögliche Infektionsquellen, zu denen Erkrankte im Zeitraum der wahrscheinlichen Ansteckung exponiert waren. Ein detaillierter Ablaufplan zur Bearbeitung solcher Fälle ist im Leitfaden für Gesundheitsämter auf der RKI-Website festgehalten. Viele Gesundheitsämter engagieren sich, damit sowohl bei Erkrankten als auch bei den möglichen Infektionsquellen weiterführende Laboruntersuchungen durchgeführt werden, die zu einem Nachweis der Infektionsquelle führen sollen.Investigative work in public health departments in cases of Legionnaires' disease
In cases of Legionnaires' disease, public health departments investigate possible sources of infection to which patients were exposed during the period of likely infection. A detailed procedure for handling such cases is outlined in the guidelines for public health departments on the RKI website. Many public health departments are actively involved in ensuring that further laboratory tests are carried out on both patients and potential sources of infection, with the aim of identifying the source of infection.Peer Reviewe