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ARE-Wochenbericht KW 15
Das ARE-Geschehen wird zunehmend durch Erkältungsviren wie Rhinoviren bestimmt, jedoch zirkulieren weiterhin auch RSV. Die RSV-Welle hält nach RKI-Definition weiter an. Die Influenza-Aktivität geht weiter zurück. Es deutet sich ein Ende der Grippewelle an. Die Zahl der schwer verlaufenden ARE ist seit einigen Wochen rückläufig.
Die Aktivität akuter respiratorischer Erkrankungen (ARE) in der Bevölkerung ist in der 15. KW 2025 im Vergleich zur Vorwoche relativ stabil geblieben.
Im ambulanten Bereich ist die Zahl der Arztbesuche wegen ARE in der 15. KW 2025 im Vergleich zur Vorwoche gesunken.
Im Nationalen Referenzzentrum (NRZ) für Influenzaviren wurden in der 15. KW 2025 in insgesamt 58 (68 %) der 85 eingesandten Sentinelproben respiratorische Viren identifiziert, darunter hauptsächlich Rhinoviren (28 %), Respiratorische Synzytialviren (RSV; 16 %), Influenza A- und B-Viren sowie humane saisonale Coronaviren (hCoV) ( je 9 %). Unter den acht Influenzavirusnachweisen waren sechs B-Viren und jeweils ein A(H1N1)pdm09- und A(H3N2)-Virus. Zudem wurden humane Metapneumoviren (hMPV; 8 %), Parainfluenzaviren (PIV; 7 %) sowie Adenoviren (4 %) nachgewiesen. SARS-CoV-2 und Influenza C-Viren wurden nicht detektiert.
Im Rahmen der ICD-10-Code basierten Krankenhaussurveillance (ICOSARI) ist die Zahl schwerer akuter respiratorischer Infektionen (SARI) in der 15. KW 2025 weiter gesunken. Der Anteil der Influenza-Diagnosen bei SARI-Patientinnen und Patienten ging ebenfalls weiter zurück und lag in der 15. KW bei insgesamt 8 %. RSV-Infektionen wurden bei 7 % und COVID 19 bei 1 % der Fälle diagnostiziert.
In der virologischen SARI-Surveillance des NRZ für Influenzaviren wurden in der 15. KW 2025 in fünf der zwölf eingesandten Proben respiratorische Viren nachgewiesen, darunter Influenza A- und B-Viren sowie PIV, Rhinoviren und hCoV.
Die Werte der aggregierten Influenza-Viruslast im Abwasser gehen seit mehreren Wochen zurück. Die Werte der RSV-Last im Abwasser sind für RSV A und RSV B zurzeit rückläufig
Zeitliche Entwicklung der Mortalität der koronaren Herzkrankheit in Deutschland von 1998 bis 2023
Hintergrund: Die koronare Herzerkrankung (KHK) stellt die führende Todesursache in Deutschland dar. Bisher fehlen jedoch umfassende Analysen zu Langzeittrends in der KHK-Mortalität mit differenzierter Betrachtung des akuten Myokardinfarkts (AMI) sowie nicht-AMI-bezogener chronischer KHK.
Methode: Es wurden altersspezifische und altersstandardisierte KHK-Mortalitätsraten für den Zeitraum 1998 – 2023 auf Basis von Daten der Todesursachenstatistik des Statistischen Bundesamtes berechnet. Jährliche prozentuale Veränderungen (APC) und durchschnittliche jährliche prozentuale Veränderungen (AAPC) wurden mittels Joinpoint-Regressionsmodellen geschätzt.
Ergebnisse: Zwischen 1998 und 2023 lag die durchschnittliche jährliche Veränderung der altersstandardisierten KHK-Mortalitätsraten für Frauen bei -3,9 % ((-4,1) – (-3,7)) pro Jahr im Vergleich zu -3,2 % ((-3,3) – (-3,0)) bei Männern. Vor allem im Altersbereich zwischen 60 und 74 Jahren zeigte sich jedoch seit den 2010er-Jahren eine Abflachung des Abwärtstrends der KHK-Mortalität. In der Analyse nach ICD-Untergruppen sanken die Mortalitätsraten für chronische KHK im gesamten Zeitraum 1998 – 2023 weniger stark ab als für AMI, insbesondere bei Männern.
Schlussfolgerungen: Die starke Trendabflachung der KHK-Mortalität insbesondere im mittleren Altersbereich während der letzten Dekade sowie der geringere Rückgang der chronischen KHK-Mortalität v. a. bei Männern bedürfen weiterer Abklärung auf Basis spezifischer Modellierungen, um ungedeckte Bedarfe auf verschiedenen Ebenen der Prävention für spezifische Lebensphasen zu ermitteln. Zudem sollte der Einfluss der COVID-19-Pandemie auf die KHK-Mortalitätsentwicklung weiter erforscht werden.Peer Reviewe
Wastewater-based Surveillance
In the AMELAG project, SARS-CoV-2, influenza viruses and respiratory syncytial virus (RSV) are monitored in wastewater. Nationwide, 168 wastewater treatment plants were participating by the end of 2024; up to 70 sites are expected to participate in 2025. The data collected will be integrated into this report in the coming weeks. For the calendar week 16 data from 49 WWTPs for SARS-CoV-2, from 48 WWTPs for influenza A virus and influenza B, from WWTPs for RSV A and B and from 19 WWTPs of RSV A/B (joint measurements of RSV A and B) were available. Data from other WWTP are provided continuously.
The aggregated SARS-CoV-2 viral load is currently on a low level. The values of the aggregated influenza A and B viruses have been declining for a couple of weeks and are currently on a low level. The RSV load values in wastewater are declining for RSV A and RSV B. The aggregated viral load of the combined measurements of RSV A and B is also declining. The development observed over the last few weeks may still change due to late notifications
Einordnung der Rauchprävalenz im Kontext der Tabakkontrollmaßnahmen in Europa
Hintergrund: Das Rahmenübereinkommen der Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Tabakkontrollmaßnahmen, deren Umsetzung in Europa mit der Tabakkontrollskala bewertet wird. Ziel dieser Analyse ist es, das Rauchverhalten in den europäischen Ländern vor dem Hintergrund der nationalen Maßnahmen zur Eindämmung des Tabakkonsums zu untersuchen.
Methode: Zusätzlich zur Analyse des aktuellen Tabakkonsums wurde der Zusammenhang zwischen Ergebnissen der Tabakkontrollskala 2019 inklusive der Maßnahmenbereiche und der Rauchprävalenz in 29 europäischen Ländern auf Basis der Daten der dritten Welle des European Health Interview Survey (EHIS 3) untersucht. Dieser wurde anhand von Streudiagrammen visualisiert und mittels Pearson-Korrelationskoeffizienten ausgewertet.
Ergebnisse: In Europa rauchen durchschnittlich 24,4 % der Erwachsenen, mit starken Unterschieden zwischen den Ländern. Auch zeigen sich zum Teil deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern, wobei in allen untersuchten Ländern anteilig mehr Männer als Frauen rauchen. Ein höherer Gesamtwert bei der Tabakkontrollskala ist mit einer niedrigeren Rauchprävalenz sowohl bei Frauen als auch bei Männern assoziiert. Auch die Maßnahmenbereiche Unterstützung beim Rauchstopp und Werbeverbote zeigen negative Korrelationen mit der Rauchprävalenz.
Schlussfolgerungen: Eine konsequente Umsetzung von Tabakkontrollmaßnahmen ist mit einer niedrigeren Rauchprävalenz in Europa assoziiert. Das unterstreicht die Bedeutung umfassender Tabakkontrollstrategien zur Reduktion des Tabakkonsums.Peer Reviewe
Neues Konzept, neue Daten: Die RKI-Studienreihe „Gesundheit in Deutsch-land“ liefert erste Erkenntnisse
Beschluss und wissenschaftliche Begründung für die Erweiterung der Indikationsimpfempfehlung zur Herpes-zoster-Impfung mit dem adjuvantierten Subunit-Totimpfstoff für Personen ≥ 18 Jahre mit einem erhöhten Risiko, an Herpes zoster zu erkranken
Herpes zoster (HZ) ist die Sekundärmanifestation einer Infektion mit dem Varizella-zoster-Virus. Das Risiko, an HZ zu erkranken, nimmt mit dem Alter zu und ist auch bei Immunsupprimierten und Personen mit bestimmten Grunderkrankungen erhöht. Die STIKO passt ihre HZ-Indikationsimpfempfehlung an und empfiehlt die HZ-Impfung mit dem adjuvantierten Subunit-Totimpfstoff zukünftig für Personen ≥ 18 Jahre mit erhöhter Gefährdung, an HZ zu erkranken. Ziel ist es, die Häufigkeit von HZ zu reduzieren sowie Komplikationen und HZ-Folgeerkrankungen (z. B. postherpetische Neuralgien) zu verhindern. Die neue Indikationsimpfempfehlung ersetzt die bisher gültige Empfehlung, die für Personen ≥ 50 Jahre galt.Decision and scientific rationale for extending the indication for herpes zoster vaccinations with the adjuvanted subunit vaccine for individuals aged 18+ years with an increased risk of developing herpes zoster
Herpes zoster (HZ) is the secondary manifestation of an infection with the varicella zoster virus. The risk of developing HZ increases with age and is also elevated in immunocompromised individuals and those with certain underlying medical conditions. The STIKO is adapting the HZ vaccination recommendation with the adjuvanted subunit vaccine to include individuals aged 18+ years with an increased risk of developing HZ. The aim is to reduce the incidence of HZ and to prevent complications and HZ sequelae (e.g. postherpetic neuralgia). The new recommendation replaces the previously valid HZ vaccination recommendation which applied to persons aged 50+ years
ARE-Wochenbericht des RKI KW48
Die Aktivität akuter Atemwegserkrankungen ist auf Bevölkerungsebene und im ambulanten Bereich gestiegen und liegt auf einem moderaten bzw. hohen, aber nicht unüblichen Niveau. Die Zahl schwer verlaufender Atemwegserkrankungen ist weiter niedrig. Das ARE-Geschehen wird seit mehreren Monaten hauptsächlich durch die Zirkulation von Rhinoviren und SARS-CoV-2 bestimmt. Die Influenza-Positivenrate ist in den letzten zwei Wochen deutlich angestiegen, der Beginn der Grippewelle deutet sich an. Es zirkulierten bisher hauptsächlich Influenza A(H3N2)- und A(H1N1)pdm09-Viren.
Die Aktivität akuter respiratorischer Erkrankungen (ARE) in der Bevölkerung ist in der 48. KW 2025 im Vergleich zur Vorwoche gestiegen und lag auf einem hohen Niveau.
Im ambulanten Bereich ist die Zahl der Arztbesuche wegen ARE in der 48. KW im Vergleich zur Vorwoche leicht gestiegen und befand sich weiterhin auf einem moderaten Niveau.
Im Nationalen Referenzzentrum (NRZ) für Influenzaviren wurden in der 48. KW 2025 in insgesamt 102 der 137 eingesandten Sentinelproben respiratorische Viren identifiziert, darunter hauptsächlich Rhinoviren (26 %), gefolgt von SARS-CoV-2 (21 %) sowie Influenza A- und B-Viren (18 %). Von den 24 nachgewiesenen Influenzaviren waren 15 A(H3N2)- und neun A(H1N1)pdm09-Viren (siehe auch Charakterisierung der Influenzaviren).
Im stationären Bereich lag die Zahl schwerer akuter respiratorischer Infektionen (SARI) in der 48. KW 2025 weiterhin auf einem niedrigen Niveau. SARI-Patientinnen und -Patienten erhielten zudem spezifische Diagnosen: 10 % Influenza-, 9 % COVID-19- und 3 % RSV-Diagnosen.
In der virologischen SARI-Surveillance des NRZ für Influenzaviren wurden in der 48. KW 2025 in zehn der 23 eingesandten Proben respiratorische Viren nachgewiesen, darunter SARS-CoV-2 (17 %), Rhinoviren (11 %) sowie Influenza A- und B-Viren (6 %).
Sowohl die Zahl der an das RKI gemäß IfSG übermittelten COVID-19-Fälle, als auch die der Fälle mit Influenzavirus- bzw. RSV-Infektion sind in der 48. Meldewoche (MW) 2025 gestiegen.
Die rekombinante SARS-CoV-2-Linie XFG wurde in der 46. KW 2025 mit einem Anteil von 68 % weiterhin am häufigsten unter den zirkulierenden SARS-CoV-2-Linien nachgewiesen.
Sowohl die Werte der aggregierten SARS-CoV-2-Viruslast, der RSV- sowie der Influenza A-Viruslast im Abwasser sind in den letzten Wochen angestiegen
AMELAG-Wochenbericht vom 21.05.2025
Im Vorhaben AMELAG werden SARS-CoV-2, Influenzaviren und respiratorische Synzytialviren (RSV) im Abwasser überwacht. Bundesweit nahmen bis zum Jahreswechsel 2024/2025 168 Kläranlagen teil, im Jahr 2025 nehmen über 70 Standorte teil. Die dabei erhobenen Daten werden in den kommenden Wochen in diesen Bericht integriert. Für die 20. Kalenderwoche liegen Daten aus 71 Kläranlagen für SARS-CoV-2, aus 73 Kläranlagen für das Influenza A-Virus bzw. Influenza B-Virus, aus 40 Kläranlagen für RSV A bzw. RSV B und aus 33 Kläranlagen für RSV A/B (gemeinsame Messungen von RSV A und B) vor. Daten weiterer Kläranlagen werden nachgeliefert.
Die aggregierte SARS-CoV-2-Viruslast im Abwasser befindet sich auf einem niedrigen Niveau. Die Werte der aggregierten Influenza-Viruslast im Abwasser sind seit mehreren Wochen rückläufig und befinden sich für Influenza A und B mittlerweile wieder auf einem niedrigen Niveau. Die Werte der RSV-Last im Abwasser befinden sich für RSV A auf einem niedrigen Niveau und sinken weiter für RSV B. Die aggregierte Viruslast der gemeinsamen Messungen von RSV A und B ist ebenfalls rückläufig. Die Entwicklung der letzten Wochen kann sich aufgrund von Nachmeldungen jedoch noch verändern
Abwassersurveillance
Im Vorhaben AMELAG werden SARS-CoV-2, Influenzaviren und respiratorische Synzytialviren (RSV) im Abwasser überwacht. Bundesweit nahmen bis zum Jahreswechsel 2024/2025 168 Kläranlagen teil, im Jahr 2025 ist die Teilnahme von bis zu 70 Standorten geplant. Die dabei erhobenen Daten werden in den kommenden Wochen in diesen Bericht integriert. Für die 17. Kalenderwoche liegen Daten aus 62 Kläranlagen für SARS-CoV-2, aus 64 Kläranlagen für das Influenza A-Virus bzw. Influenza B-Virus, aus 31 Kläranlagen für RSV A bzw. RSV B und aus 29 Kläranlagen für RSV A/B (gemeinsame Messungen von RSV A und B) vor. Daten weiterer Kläranlagen werden nachgeliefert.
Die aggregierte SARS-CoV-2-Viruslast im Abwasser befindet sich auf einem niedrigen Niveau. Die Werte der aggregierten Influenza-Viruslast im Abwasser sind seit mehreren Wochen rückläufig und befinden sich für Influenza A und B mittlerweile wieder auf einem niedrigen Niveau. Die Werte der RSV-Last im Abwasser sind für RSV A und RSV B rückläufig. Die aggregierte Viruslast der gemeinsamen Messungen von RSV A und B ist ebenfalls rückläufig. Die Entwicklung der letzten Wochen kann sich aufgrund von Nachmeldungen jedoch noch verändern