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Long COVID bei Erwachsenen – eine aktuelle Bestandsaufnahme zu gesundheitlichen Langzeitfolgen nach SARS-CoV-2-Infektion in Deutschland
Hintergrund: SARS-CoV-2-assoziierte gesundheitliche Langzeitfolgen stellen Public Health und Gesundheitsforschung weltweit vor große Herausforderungen.
Methode: Basierend auf einer fortlaufenden Literaturrecherche wurde ein narratives Review (Stand Juni 2025) zu Epidemiologie und Public-Health-Auswirkungen von Long COVID bei Erwachsenen erarbeitet.
Ergebnisse: Anhand von bevölkerungsbezogenen, kontrollierten Studien treten Long-COVID-Symptome mit einer Häufigkeit von etwa 10 – 15 % bei SARS-CoV-2-
infizierten Erwachsenen auf. Neben dem COVID-19-Impfstatus und der Virusvariante wird das Risiko für Long-COVID-Symptome vor allem durch gesundheitliche Vorbelastungen und soziodemografische Faktoren beeinflusst. Bei den meisten Betroffenen bilden sich die Long-COVID-Symptome innerhalb eines Jahres zurück. Insbesondere multiple und länger anhaltende Beschwerden können mit erheblichen Einschränkungen von Lebensqualität, Funktionsfähigkeit und Teilhabe sowie einem erhöhten medizinischen Versorgungbedarf einhergehen. Darüber hinaus mehren sich Hinweise auf einen infektions-assoziierten Anstieg an neu diagnostizierten Symptomkomplexen, Organschäden und chronischen Erkran-kungen, was zur fortwährenden Public-Health-Relevanz von Long COVID beiträgt.
Schlussfolgerungen: Long COVID stellt nicht nur für Betroffene und ihre Angehörigen eine große Belastung dar, sondern geht auch mit nicht einschätzbaren längerfristigen Folgen für die Bevölkerungsgesundheit und das Versorgungssystem einher.Peer Reviewe
Alters-Perioden-Kohorten-Analyse der Inzidenz von Ovarialkarzinomen nach histologischem Subtyp in Deutschland, 1999–2022
Wie haben Alters-, Perioden- und Geburtskohorteneffekte die Inzidenz des Ovarialkarzinoms insgesamt und nach histologischem Subtyp in Deutschland von 1999 bis 2022 beeinflusst?Das Ovarialkarzinom ist die tödlichste gynäkologische Krebserkrankung, dennoch liegen für Deutschland bislang nur begrenzte umfassende Analysen langfristiger Inzidenztrends vor. Bisher wurde keine Alters-Perioden-Kohorten-Analyse der Ovarialkarzinom-Inzidenz insgesamt und nach histologischem Subtyp durchgeführt. Unter Verwendung aggregierter Daten des Zentrums für Krebsregisterdaten (ZfKD) werden altersspezifische und altersstandardisierte Inzidenzraten berechnet, zeitliche Trends analysiert und Unterschiede zwischen Geburtskohorten identifiziert.Die Ergebnisse sollen zu einem besseren Verständnis der Veränderungen in der Epidemiologie des Ovarialkarzinoms beitragen und können als Grundlage für zukünftige Präventions- und Früherkennungsstrategien dienen. Die angeforderten Daten werden ausschließlich zu wissenschaftlichen Forschungszwecken im Rahmen der Masterarbeit verwendet.
Forschungsziele:
1. Untersuchung der Alters-, Perioden- und Kohorteneffekte auf die Inzidenz des Ovarialkarzinoms in Deutschland im Zeitraum 1999–2022.
2. Bewertung des Beitrags von Alters-, Perioden- und Geburtskohorteneffekten zu den Inzidenztrends des Ovarialkarzinoms insgesamt sowie nach histologischem Subtyp
Perceived health risks from paid work in Germany in 2014/2015 and 2024
Background: Paid work can have a significant impact on employees’ health. This article describes the perceived health risks associated with paid work in Germany.
Methods: Data from full-time and part-time employed persons aged 18 to 64 from the GEDA 2014/2015-EHIS study (6,782 women; 6,170 men) and the 2024 ‘Health in Germany’ panel (10,634 women; 8,907 men) were analysed. The perceived health risk posed by paid work was measured using a four-point Likert scale and evaluated on an age-standardised basis by gender and level of qualification.
Results: Approximately one quarter of the working population reported a high or very high health risk from their paid work in both survey periods. Among women, the prevalence in 2024 was higher than around ten years earlier. The highest prevalence was found among men with a low level of qualification.
Conclusions: Working conditions remain key entry points for prevention and health promotion – also with regard to health equity.Peer Reviewe
Methodenhandbuch zu institutionellen Lernprozessen: Planung, Durchführung und Nachbereitung von Intra- und After-Action-Reviews während und nach epidemisch bedeutsamen Lagen für den Öffentlichen Gesundheitsdienst
RKI-Ratgeber Pneumokokken, invasive Infektion
Streptococcus pneumoniae (allgemein Pneumokokken) sind grampositive, lanzettförmige, fakultativ anaerobe Bakterien, welche häufig den Nasenrachenraum des Menschen besiedeln. Durch lokale Ausbreitung können Pneumokokken Krankheiten des oberen (Sinusitis, Otitis media) und unteren Respirationstraktes (Pneumonie) verursachen. Besonders schwerwiegend sind invasive Pneumokokken-Erkrankungen (IPD) wie Bakteriämien bzw. Sepsisfälle und Meningitiden. Trotz der Verfügbarkeit von Impfstoffen und der recht guten Behandlungsmöglichkeiten mit Antibiotika stellen Pneumokokken-Pneumonien und IPD-Fälle weiterhin eine ernstzunehmende Krankheitslast dar. Der RKI-Ratgeber gibt einen Überblick über Erregereigenschaften, Krankheitszeichen, Diagnostik und Therapie sowie verschiedene Infektionsschutz- und Hygienemaßnahmen.RKI guideline to pneumococci, invasive infection
Streptococcus pneumoniae (commonly known as pneumococci) are Gram-positive, lancet-shaped, facultative anaerobic bacteria that frequently colonize the human nasopharynx. Through local spread, pneumococci can cause diseases of the upper (sinusitis, otitis media) and lower respiratory tract (pneumonia). Invasive pneumococcal diseases (IPD) such as bacteremia, sepsis, and meningitis are particularly serious. Despite the availability of vaccines and good treatment options with antibiotics, pneumococcal pneumonia and IPD cases continue to represent a serious disease burden. The RKI guide provides an overview of pathogen characteristics, symptoms, diagnosis, and therapy, as well as hygiene and preventive measures.Peer Reviewe
Beschluss und Wissenschaftliche Begründung zur Aktualisierung der Empfehlung der STIKO zur Indikationsimpfung für Kinder und Jugendliche mit Risikofaktoren im Alter von ≥ 2 bis 17 Jahren gegen Pneumokokken-Erkrankungen
Neben Kleinkindern und älteren Erwachsenen haben auch Personen mit Risikofaktoren bzw. Grunderkrankungen ein erhöhtes Risiko schwer an Pneumokokken zu erkranken. Für diese Gruppe besteht eine Indikationsimpfempfehlung. Aufgrund der Verfügbarkeit eines 20-valenten Pneumokokken-Konjugatimpfstoffs (PCV20) aktualisiert die STIKO unter Berücksichtigung der verfügbaren Evidenz zur Sicherheit und Wirksamkeit von PCV20 die Indikationsimpfempfehlung für Kinder und Jugendliche im Alter von ≥ 2 bis einschließlich 17 Jahren mit Risikofaktoren für schwere Pneumokokken-Erkrankungen.Update of the STIKO vaccination recommendations on vaccination against pneumococcal disease for children and adolescents with risk factors aged ≥ 2 to 17 years
In addition to young children and older adults, people with risk factors or underlying medical conditions also have an increased risk of developing severe pneumococcal disease. Indication based vaccinations are recommended for this group. Due to the availability of a 20-valent pneumococcal conjugate vaccine (PCV20), the STIKO is updating its vaccination recommendations on vaccination for children and adolescents aged ≥ 2 to 17 years with risk factors for severe pneumococcal disease, taking into account the available evidence on the safety and efficacy of PCV20
A Study Using German Cancer Registry Data to Explore the Real-World Patient Characteristics, Treatment Patterns, and Clinical Outcomes in Advanced/Metastatic Gastroesophageal Adenocarcinoma in Germany
Die Adenokarzinome des distalen Magens, des proximalen Magens und des gastroösophagealen Übergangs (GEJ) werden gemeinsam als gastroösophageales Adenokarzinom (GEA) bezeichnet. Das lokal fortgeschrittene oder metastasierte (mGEA) bleibt trotz bedeutender Fortschritte durch biomarkerbasierte und immunonkologische Therapiekombinationen eine schwerwiegende Erkrankung mit hoher Mortalität.
In Europa besteht die Standard-Systemtherapie aus Platin-/Fluoropyrimidin-Dupletten als Chemotherapie-Grundlage, wobei zielgerichtete oder Immuntherapie-Partner entsprechend dem HER2-, PD-L1- (CPS), MSI/dMMR- und CLDN18.2-Status ausgewählt werden. Bei HER2-positiver Erkrankung sind Trastuzumab-basierte Regime der Standard, und Pembrolizumab + Trastuzumab + Chemotherapie ist von der EMA für Tumoren mit PD-L1 (CPS ≥ 1) zugelassen. Zanidatamab wird aktuell in der Phase-3-Studie HERIZON-GEA-01 untersucht. Erste klinische Daten zeigen eine vielversprechende Wirksamkeit und ein günstiges Sicherheitsprofil in Kombination mit Chemotherapie und Tislelizumab bei HER2-positivem mGEA.
Zur Unterstützung kommender Zulassungs- und Versorgungsentscheidungen soll die vorliegende Studie eine robuste, Real World Evidence (RWE) Grundlage spezifisch für Deutschland schaffen. Ziel dieser Studie ist die Beschreibung von Behandlungsmustern, Charakteristika von Patient:innen und klinischer Ergebnisse bei mGEA in Deutschland. Analysiert werden die Anwendung und Kombination von systemischen Therapien, Strahlentherapien sowie multimodale Behandlungsansätze. Zudem werden Überlebenszeitanalysen und regionale Unterschiede untersucht. Die Analysen werden stratifiziert für drei vordefinierte Subgruppen berichtet: HER2-positiv, PD-L1 sowie Tumorlokalisation. Die beantragten Daten werden ausschließlich anonymisiert im Rahmen dieser nicht-interventionellen, retrospektiven Beobachtungsstudie für wissenschaftliche Analysen verwendet.
Diese Studie wird keine vordefinierten Hypothesen testen, sondern auf deskriptive Weise die Charakteristika, Behandlungsmuster und klinischen Endpunkte von Patient:innen mit mGEA untersuchen. Dafür sind konkrete Forschungsziele definiert. Der Hauptstudie wird eine Machbarkeitsanalyse vorgeschaltet.
Die Forschungsziele sind wie folgt definiert:
Machbarkeitsanalyse: Bewertung der Eignung des ZfKD-Datensatzes zur Beantwortung der Studienziele durch Überprüfung der Vollständigkeit und Qualität zentraler Variablen zu Behandlungsmustern, klinischen Charakteristika der Patient:innen mit mGEA.
Das primäre Forschungsziel dieser Studie ist die Beschreibung von Erstlinie- (1L) bis Drittlinie- (3L) Systemtherapiemustern in der realen Versorgung bei Patient:innen mit mGEA in Deutschland, stratifiziert nach durch Behandlungs-Proxy identifiziertem Biomarker-Status (HER2 und PD-L1) sowie nach Tumorlokalisation. Die folgenden Endpunkte werden analysiert: Anteil der Patient:innen, die eine Strahlentherapie erhalten, Anteil der Patient:innen, die spezifische systemische Therapeutika oder Kombinationen erhalten und Beschreibung der Therapiesequenzen und multimodalen Therapieansätze.
Die beiden sekundären Forschungsziele sind (1) Die Beschreibung der Patientencharakteristika in der realen Versorgung bei Patient:innen mit mGEA in der 1L-Therapie in Deutschland, stratifiziert nach durch Behandlungs-Proxy identifiziertem Biomarker-Status (HER2 und PD-L1) sowie nach Tumorlokalisation; (2) Die Beschreibung klinischer Ergebnisse in der realen Versorgung, einschließlich Gesamtüberleben (Overall Survival, OS) und realweltlichem progressionsfreiem Überleben (real-world Progression-Free Survival, rwPFS), bei Patient:innen mit mGEA in der 1L-Therapielinie in Deutschland, stratifiziert nach durch Behandlungs-Proxy identifiziertem Biomarker-Status (HER2 und PD-L1) sowie nach Tumorlokalisation. Die folgenden Endpunkte werden für die sekundären Forschungsziele analysiert: (1) Soziodemografische und klinische Merkmale zum Zeitpunkt der inzidenten mGEA-Diagnose; (2) OS nach inzidenter mGEA-Diagnose, OS nach Beginn einer systemischen Therapie, rwPFS nach Beginn einer systemischen Therapie