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Wechselseitigkeit von Valenz und Konstruktion: Valenz als Grundvalenz
Valenz (Projektion) und Konstruktion bedingen sich wechselseitig. Die KxG kann auf Valenz (Projektion) nicht verzichten, da sie erklären muss, warum Argumentkonstruktionen nicht durch beliebige Köpfe instanziierbar sind. Die VT muss durch den konstruktionsgrammatischen Ansatz erweitert werden, wenn man erklären will, wie es einerseits zur Entstehung und Veränderung von Projektionen und andererseits zu nicht-projizierten Argumenten kommen kann
Marián Sloboda, Petteri Laihonen & Anastassia Zabrodskaja (eds.): Sociolinguistic Transition in Former Eastern Bloc Countries: Two Decades after the Regime Change. Frankfurt am Main, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Warszawa, Wien: Peter Lang, 2016. 494 pp. Prague Papers on Language, Society and Interaction 4. [Rezension]
When the parish turns into a classroom: teaching pluriliteracies in regional collateral languages through place-based education (the case of Latgalian)
Our paper discusses ways of connecting the acquisition of a regional language with learning processes related to specific places. For this aim, we relate the investigation of the Linguistic Landscape (LL) to the pluriliteracies teaching approach and to place-based learning. As an example, we use the case of Latgalian in Latvia: How can local multilingual and sociocultural realities as identified in the linguistic landscape enrich disciplinary content in regional language teaching, while also enhancing language awareness and active engagement among the students? And how can place-based education be used for developing (pluri)literacy in regional collateral languages? To this end, the paper first provides the background to place-based education, before turning to roles of Latgalian in public space and a recent LL study in Latgale. Then, we provide suggestions of how to ‘turn the parish into a classroom’, but also of how ‘to bring the parish into the class’ by using digital resources, e.g. language corpora. Finally, we suggest a set of components that influence place-based education for developing literacy in a regional collateral language and which may be taken into consideration when preparing educational projects. This paper is complementary to two other papers on Latgalian in this special issue
Deutsch in Lettland – Sprachbiographien, -praktiken und -identitäten der traditionellen Minderheit im mehrsprachigen Zusammenspiel
Der Interaktionsraum der politischen Diskussion
In diesem Beitrag sollen verschiedene Aspekte diskutiert werden, zu denen der Begriff des Interaktionsraums beitragen kann. Zum einen wird das Konzept entwickelt und dabei ein neuer Blick auf zentrale Themen der Konversationsanalyse eröffnet, beispielsweise den Sprecherwechsel, die Wahl des nächsten Sprechers, die Orientierung auf den aktuellen Sprecher, die Organisation polyadischer Interaktionen und die Organisation verschiedener Teilnahmeformate. Eine Betrachtung des Interaktionsraums hilft, diese Phänomene in ihrer situierten Komplexität besser zu verstehen. Zum anderen wird ein Typ institutioneller Interaktion betrachtet, der bislang kaum empirisch untersucht wurde: die politische Bürgerdebatte im Kontext partizipativer Demokratie. Der Beitrag analysiert im Detail einen Ausschnitt aus einer Bürgerversammlung, die im Rahmen eines Projekts zu partizipativer Stadtplanung aufgenommen wurde
Exponat – Alltagsgegenstand – Turngerät: Zur interaktiven Konstitution von Objekten in einer Museumsausstellung
Mit der Hinwendung zu multimodalen Aspekten von Face-to-Face Interaktion und dem in den Workplace Studies genährten Interesse an Situationen, in
denen Interaktionsteilnehmer sich mobil in ihrer Umwelt bewegen, gerät in
jüngster Zeit verstärkt die Dimension 'Raum' in den Fokus des interaktionsanalytischen Interesses (z.B. Mclllvenny/Broth/Haddington (Hg.) 2009). Die räumliche Situierung von sozialer Interaktion wird nicht mehr nur als externer, situativer Kontext beschrieben, sondern die Frage wird relevant, wie Teilnehmer 'Raum' in ihrer Interaktion herstellen, sukzessive verändern und als Ressource zur Organisation von Interaktion verwenden
OKAY. Form, Position, Funktion und Verbreitung eines Internationalismus in der digitalen Welt
OKAY erfreut sich ungebrochener Beliebtheit. In der Mündlichkeit wurde es bereits in den 1960er-Jahren erforscht. In der schriftlichen Online-Kommunikation begegnet uns OKAY in zahlreichen Kommunikationskontexten. Um aktiv an solchen Kontexten teilnehmen zu können, folgen Internetnutzer*innen den erforderlichen Praktiken der Netzkommunikation. Dieses Open Access Buch setzt an diesen Aspekten an: Neben der Herausstellung allgemeiner Verwendungsweisen von OKAY in digitalen Kontexten, galt es, die Forschungslücke zu schriftlichem OKAY aus interaktionsorientierter Perspektive zu schließen. Dafür wurden Artikeldiskussionsbeiträge der deutschen, englischen und französischen Wikipedia-Sprachversionen sprachkontrastiv analysiert. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass es Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen mündlichen und schriftlichen OKAYs sowie in Bezug auf sprachkontrastive OKAY-Gebrauchsweisen in den jeweiligen Wikipedia-Communities gibt. OKAY wird in der Schriftlichkeit, neben den Funktionsweisen, die es auch im Mündlichen aufweist, in teilweise aufwendige Einschub- und Erweiterungsmuster eingebunden, die so für OKAY in den mündlichen Daten nicht festgestellt werden konnten
Welche Bedeutung hat der Diskurs und wie können wir ihn verstehen?
Discourse is the very heart of universal human society and its cultural diversity. To make sense of the meaningless unspoken world around us and inside us, we give meaning to the sense data we perceive, translating them into experience. But meaning is not fixed. We as discourse participants negotiate the meaning of words, text segments and whole texts, always reserving the right to disagree. Thus it is discourse that drives our creativity. Or is it? Do not the recent Large Language Models, fed with discourse and trained to say the right things, demonstrate that they can perfectly emulate human utterances? Are we in charge of what we say or are we just the mouthpiece of discourse? Because meaning is not fixed, utterances must be interpreted. The quantitative approach of corpus linguistics is no more than a heuristic tool. Even if there will never be a true or final interpretation, it is the art and craft of hermeneutics that can make sense of what has been said. Exploring discourse as a fabric of intertextual links, interpretive linguistics takes account of the diachronic dimension of discourse. This is how linguistics finds its purpose at the centre of the social and human sciences
Urlaub vermochte die Lage nicht mehr zu verbessern. Norm(alitäts)vorstellungen und Toleranzgrenzen im Burnout-Diskurs
Der Begriff Burnout kommt in den 1980er Jahren in Deutschland in einer Zeit auf, in der bestehende Diagnosebegriffe in Frage gestellt und teilweise durch die Überarbeitung der Klassifikationssysteme aufgegeben wurden. Burnout ist demnach auch ein Index für sich verändernde Bedingungsgefüge und Beziehungen zwischen den klinischen und angewandten Fächern im Bereich der Medizin und Psychologie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und damit auch für die gesellschaftlichen und fachlichen Debatten, wo die Grenze zwischen (a)normaler Leistungsfähigkeit und Erschöpfung verläuft. Dieser Beitrag analysiert, wie Norm(al)vorstellungen, die im Diskurs sprachlich manifest werden, die Einordnung des Phänomens zwischen den Polen ‚gesund‘ und ‚krank‘ beeinflussen können. Im Anschluss daran wird gefragt, welche Macht diese Normalitätsvorstellungen entfalten, wenn sie über Einzeltexte hinweg regelmäßig auftreten, und in welcher Verbindung sie zu kodifizierten Normen gesellschaftlicher Bereiche stehen.The term burnout emerged in Germany in the 1980s at a time when existing diagnostic terms were being questioned and partly abandoned through the revision of classification systems. Accordingly, burnout is also an index for changing conditional structures and relationships between clinical and applied disciplines in the field of medicine and psychology in the second half of the 20th century – and thus also for social and professional debates about where to draw the line between (a)normal performance and exhaustion. This paper analyses how norms and notions of normality, manifested linguistically in discourse, can influence the classification between the poles of ’healthy’ and ’sick’. It then asks what power these normality conceptions unfold when they occur regularly across singular texts, and how they relate to codified norms of social domains