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Der Einsatzort im Kommunikationsvollzug. Zur Einbettung digitaler Medien in multimodale Praktiken der Navigation und Orientierung – am Beispiel der Feuerwehr
Wie gelingt es den Beteiligten an Brandeinsatzübungen der Feuerwehr, die ‚Einsatzräume‘ durch multimodale Interaktion herzustellen? Wie machen sie Orte unter der Perspektive des Einsatzes als organisationale Schauplätze erst verständlich und damit benutzbar? Und welche Rolle spielen alte und neue technische Medien für die Orientierung und Navigation? Institutionelle Handlungspraktiken von Feuerwehrleuten mit eigens für und durch sie (mit )entwickelten neuen digitalen Medien – sogenannten ‚Landmarken‘ – werden beispielhaft für derartige Interaktionsprozesse analysiert und Settings mit ausschließlich herkömmlichen Hilfsmitteln gegenübergestellt. Methodisch schließt die Untersuchung an die Angewandte Gesprächsforschung und die ethnomethodologisch-konversationsanalytisch geprägten ‚Studies of Work‘ und ‚Workplace Studies‘ an.
Die Arbeit wurde von der Gesellschaft für Angewandte Linguistik (GAL) mit dem doctima-Preis 2015 ausgezeichnet
Die Ermahnung und ihre Realisierungsmittel im Deutschen
Der Beitrag setzt sich mit dem Problem der Ermahnung und ihrer Realisierungsmittel auseinander. Die Analyse verortet sich im Bereich der Pragmalinguistik. Es wird der Versuch unternommen, das spektrum an Ausdrucksmitteln festzustellen, das Sprecher in der Regel zum Ausdruck von Ermahnungen verwenden. Es handelt sich dabei um spezifische Mittel, durch die der sprecher seine Einstellung zum Adressaten zeigt, seine Position und Ermächtigung unterstreicht
Vorfeldkommas und Mittelfeldkommas. Theorie und Empirie in der Schriftlinguistik
Die normgerechte Kommasetzung ist im Deutschen deklarativ und sehr elegant von Beatrice Primus (1993, 2007) erfasst worden. Sie bindet Kommas primär an syntaktische Konzepte wie ‚Satzgrenze‘ und ‚Subordination‘. Nun gibt es allerdings ein Komma, das sich nicht ins System fügen will, das aber immer häufiger wird: das Vorfeldkomma wie in Gegen so eine starke Übermacht, konnten die deutschen Truppen nichts mehr ausrichten. Dieser Beleg stammt aus einer rezenten Abiturarbeit. Hier wird – entgegen den geltenden Rechtschreibregeln – das Vorfeld der Sätze mit einem Komma abgetrennt; es handelt sich um systematische Abweichungen von der Norm. Wir können die Faktoren, die ihre Verteilung steuern, empirisch gut erfassen. Weit weniger klar ist, ob diese Beobachtungen theoretische Konsequenzen haben sollten, und wenn ja, welche. Das soll in diesem Beitrag diskutiert werden, neben einigen anderen Problemfällen, die die Empirie der Theorie beschert
Orthografieentwicklung und Orthografiereform im Deutschen
Das Ziel des Beitrages ist es, die Orthografiereform 1996–2006 in den Entwicklungsprozess der deutschen Rechtschreibung seit der Herausbildung der Einheitsorthografie einzuordnen, ihre Stellung in diesem Prozess zu kennzeichnen und ihre Ergebnisse zu benennen. Ausgehend von einer Charakterisierung der besonderen Merkmale der Orthografie als Norm der Schreibung sowie des Begriffes Orthografiereform, werden zunächst die Endphase der Herausbildung der deutschen Einheitsorthografie und ihr Abschluss durch die Orthografiereform von 1901 beschrieben. Dem folgt die Darstellung der Besonderheiten der deutschen Orthografieentwicklung im 20. Jahrhundert bis zum Jahr 1996. Ein wichtiger Bestandteil des Beitrages ist dann die Herausarbeitung der Grundlagen und Bestimmungsfaktoren einer Orthografiereform unter heutigen Bedingungen und die Anwendung dieser Grundsätze auf den Prozess der Entstehung und Umsetzung der Orthografiereform 1996–2006. Abschließend werden die Ergebnisse dieses Prozesses in vier Punkten zusammengefasst die auch gleichzeitig die Bedeutung dieser Sprachlenkungsmaßnahme in der deutschen Orthografiegeschichte kennzeichnen
Neue Konzepte und Zugänge zur Zeichensetzung im Amtlichen Regelwerk
Der Beitrag dokumentiert eine Auswahl der wichtigsten Leitlinien, die die Grundlage für die Neukonzeption und -bearbeitung des Kapitels zur Zeichensetzung im Amtlichen Regelwerk bilden. Das wesentliche Ziel der mit der Bearbeitung des Kapitels Zeichensetzung befassten internationalen Arbeitsgruppe im Rat für deutsche Rechtschreibung (RfdR) in seiner aktuellen Amtsperiode (2018–2023) bestand darin, eine für die Nutzerinnen und Nutzer deutlichere und einfachere Darstellung dieses Teils des amtlichen Regelwerks (ARW) vorzulegen ebenso wie eine systematisch an einer semasiologischen Perspektive orientierte Erfassung der Funktion und der Verwendung der Interpunktionszeichen auf der Grundlage wissenschaftlicher Weiterentwicklungen
Konstruktionsgrammatik als Weg zur lexikografischen Erfassung und Bearbeitung von Phraseologismen in zweisprachigen Wörterbüchern. Eine Spurensuche
Dieser Beitrag stellt sich die Frage, ob Konstruktionsgrammatik, die ein gebrauchsbasiertes Sprachmodell darstellt (vgl. u.a. Lasch/Ziem 2011, S. 1), unter Berücksichtigung ihrer bedeutungstheoretischen Erkenntnisse diesen Defiziten entgegenwirken könnte. Und falls dies der Fall wäre, stellt sich anschließend die Frage, wie dann diese Erkenntnisse in die angewandten Bezugswissenschaften wie Lexikografie und/oder Phraseografie oder Fremdsprachenunterricht Eingang finden könnten. Um dieser Frage auf die Spur zu kommen, werden im Anschluss ausgewählte phraseografische Beispiele näher untersucht
Genitivkonstruktionen und Possessorrealisierung im Deutschen
Ich gehe (mit Seiler 1983) davon aus, dass Possession die einzige genuine (d.h. nicht abgeleitete, sekundäre) Argumentbeziehung zwischen substantivischen Größen ist. Dass deprädikative Substantive Argumentbeziehungen des relationalen Prädikats "erben" (aber auch reduzieren oder umwandeln) können, von dem sie abgeleitet sind, bleibt davon ebenso unberührt wie die Tatsache, dass es vereinzelt auch andere Arten relationaler Substantive gibt, z.B. partitive wie Hälfte etc. Die possessive Argumentbeziehung ist asymmetrisch und geht vom Possessum-Substantiv aus. sie ist prototypisch Possessum-inhärent und wird bei Bedarf attributiv realisiert
A historical linguistics corpus of Portuguese (16th-19th centuries)
The aim of the present paper is to present and discuss a work in progress that involves:
- the creation of online editions of historical documents of a metalinguistic nature, which function both as publications and corpora, allowing for the comparison of manuscript images with the diplomatic edition and providing tools for analysis;
- the application and development of tools that can easily be manipulated by users and adapted to different kinds of historical texts. The project is still in its first phase, which involves inventorying the metalinguistic texts held by the Evora Public Library (BPE). A survey of the texts of this nature identified in the various catalogues of the library has been carried out. Until now, 43 manuscripts and 200 printed texts with metalinguistic interest, all coming from the reserved catalogues of the BPE, have been identified. In the old reading room cata- logue, further 313 works were also identified, while the modern catalogue is yet to be studied. As soon as the inventory is concluded, this will be followed by the organization and the online publication of a catalogue identifying and describing (biblio- graphical description) the works of a metalinguistic nature held by BPE. The texts’ digital processing shall begin after these previous tasks have been completed
Annotation driven concordancing: the PAX toolkit
We describe PAX, "Portable Audio Concordance System", a proof-of-concept prototype of a multipurpose, multilingual audio concordance toolkit. The primary goal is to support efficient grammar and lexicon construction in the documentation of unwritten languages; languages currently included are Ega, Anyi, and Koulango (Ivory Coast), additional samples in German and English. The approach combines methods from corpus linguistics, annotation theory and practice, phonetics and lexicography
Legal status and regulation of the German language in the Federal Republic of Germany
Despite being an official language of several countries in Central and Western Europe, German is not formally recognised as the official language of the Federal Republic of Germany. However, in certain situations the use of the German language, including the spelling rules, is subject to state regulation (by acts of Federal Parliament orby administrative decisions). This article presents the content of this regulation, its scope, and the historical context in which it was adopted