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Research methods in language attitudes, edited by Ruth Kircher and Lena Zipp, Cambridge and New York, Cambridge University Press, 2022, xx + 409 pp., £89.99 / 39.99 (pbk), ISBN 978-1-108-49117-4 (hbk), ISBN 978-1-108-81166-8 (pbk) [Rezension]
Individuelle linguistische Variabilität in sozialen Medien. Ein multimediales Korpus
Das multimediale Textkorpus TwiBloCoP (Twitter+Blog Corpus – Parenting) enthält Twitterund Blogtexte von insgesamt 44 Personen, die über familienbezogene Themen auf selbstgeführten Blogs und Twitter-Accounts berichten. Das Korpus stellt 468 Blogposts und 81.440 Tweets als Rohtext sowie satzsegmentierte und tokenisierte XML-Dateien zur Verfügung. Das Korpus ermöglicht die Untersuchung individueller sowie medienspezifischer linguistischer Variation anhand einer vergleichenden Analyse von Texten derselben Autorinnen und Autoren in den sozialen Medien Blog vs. Twitter. Das gesamte Korpus ist anonymisiert und für die wissenschaftliche Forschung nutzbar. Es wurden darüber hinaus durch uns ausgewählte Modalpartikeln und Intensivierer im Korpus manuell annotiert
Gebäude/Technik: Ethnomethoden und implizite Typologietheorien
Im Zentrum meiner Überlegungen steht die Frage, was die Fallstudien (Kirche, Radiostudio, Chemieraum, Schulzimmer, Museum) zusammenhält und trennt und ob sich daraus etwas Allgemeineres über Interaktionsarchitektur, Sozialtopografie und Funktionsraum lernen lässt. Das wichtigste Desiderat der hier vorliegenden Studien ist wohl, dass von den Autoren kaum Bezüge hergestellt werden zwischen den Studien. Es ist unklar, warum die Autoren die je spezifischen Fälle ausgesucht haben und nicht andere und ob es irgendeine Leitidee gibt, wie sich die Fälle aufeinander beziehen oder sich voneinander abgrenzen. Im Folgenden versuche ich aus einer bestimmten Perspektive, die architekturtheoretische Studien zu Typologien mit Akteur-Netzwerktheoretischen Analysen von Gebäuden verbindet, eine solche Einordnung vorzunehmen
Adamzik, Kirsten/Petkova-Kessanlis, Mikaela (Hg.) (2020): Stilwechsel und ihre Funktionen in Textsorten der Fach- und Wissenschaftskommunikation. Tübingen: Narr Francke Attempto (Europäische Studien zur Textlinguistik, 20). 408 Seiten. € 78,00 ISBN 978-3-8233-8223-2 [Rezension]
Variation im Bereich der schwachen Substantive. Wege zur Korpuszusammenstellung und -auswertung
Die linguistische Forschung hat prinzipiell zwei Möglichkeiten, wie sie das sprachliche Material erwerben kann, mit dem sie die Ergebnisse ihrer wissenschaftlichen Arbeit begründet. Es handelt sich einerseits um selbst kreierte, die präsentierte Hypothese unterstützende Beispiele, die weitgehend auf Kenntnissen und dem Sprachvermögen des jeweiligen Linguisten beruhen. Diese Beispiele können jedoch auch absichtlich und zweckmäßig gewählte Belege konkreter sprachlicher Äußerungen darstellen. Andererseits entstehen immer häufiger empirisch verankerte Arbeiten, die sich bewusst einzig an der konkret belegten Sprachverwendung orientieren und deskriptiv arbeiten. Diese zwei methodologischen Zugänge repräsentieren die markanten Endpunkte einer Skala, zwischen denen jedoch mehrere Übergangsstufen festzustellen sind, die bei der Untersuchung diverser Phänomene auf allen Ebenen des Sprachsystems erfolgreich anzuwenden sind
Datenbanklinguistik. Eine Weiterentwicklung der Korpuslinguistik?
Meine These lautet, dass neben der Korpuslinguistik in der nächsten Zeit auch eine andere, verwandte Form der Sprachwissenschaft Karriere machen wird, die Datenbanklinguistik. Dabei ist es vielleicht nur ein kleiner Makel dieser These, dass das Wort Datenbanklinguistik – soweit ich sehe – noch gar nicht existiert. Eine entsprechende Abfrage mit den einschlägigen Internet-Suchmaschinen liefert jedenfalls keine auswertbaren Treffer. Das semantisch noch nicht profilierte Wort Datenbanklinguistik gestattet es mir daher, seine Bedeutung erst festzulegen. Sie ist freilich aufgrund der Bestandteile des Kompositums einigermaßen transparent. Ich verstehe also unter der Prägung Datenbanklinguistik eine spezifische, methodisch-technische Form der Sprachwissenschaft, bei der die Arbeit mit (Computer-)Datenbanken in methodischer, praktischer und wissenschaftstheoretischer Sicht einen hervorgehobenen Status einnimmt. Genauso wie bei der jüngeren Geschichte der Korpuslinguistik wird die Datenbanklinguistik durch die technologische Entwicklung gestützt und vorangetrieben
Modeling, learning, and processing of text-technological data structures
Researchers in many disciplines have been concerned with modeling textual data in order to account for texts as the primary information unit of written communication. The book “Modelling, Learning and Processing of Text-Technological Data Structures” deals with this challenging information unit. It focuses on theoretical foundations of representing natural language texts as well as on concrete operations of automatic text processing. Following this integrated approach, the present volume includes contributions to a wide range of topics in the context of processing of textual data. This relates to the learning of ontologies from natural language texts, the annotation and automatic parsing of texts as well as the detection and tracking of topics in texts and hypertexts. In this way, the book brings together a wide range of approaches to procedural aspects of text technology as an emerging scientific discipline
Investigating Wikipedia. Linguistic corpus building, exploration and analysis
The present volume is intended as a reference book on Wikipedia corpus studies, from corpus construction to exploration and analysis. Wikipedia is a complex object, difficult to manipulate for linguists and corpus researchers. In addition to the encyclopedic articles consulted by millions of users, it contains vast spaces of written discussions, aka talk pages, where Wikipedia authors negotiate the collaborative editing of articles, make evaluations, or discuss related topics. The proposed volume covers Wikipedia articles, their revision histories, and discussions, with a focus on discussions, which have not been studied extensively so far and have also been neglected in previous corpus building efforts. Wikipedia discussions are instances of computer-mediated communication (CMC), thus constituting a completely different, interaction-oriented linguistic genre. Sophisticated tools and methods of linguistic annotation and corpus exploration are needed to exploit the huge and valuable corpus resources that can be constructed from the Wikipedia discussions. The present volume aims at encouraging and facilitating Wikipedia corpus studies, providing standards, recommendations, and innovative methods to build and explore Wikipedia corpora, and presenting corpus studies that make the most of the peculiarities of Wikipedia
forasagin, Beckerin, Coachin: Die in-Movierung früher und heute
In diesem Beitrag wird die Geschichte der Endung -in nachgezeichnet, die im Deutschen zur Bildung von weiblichen Personenbezeichnungen äußerst frequent ist. Nach einer kurzen Abgrenzung des Gegenstands und der Verortung innerhalb der Personenbezeichnungen des Deutschen wird zunächst in die Vergangenheit, dann in die Gegenwart und schließlich ein wenig in die Zukunft geblickt. Dabei geht es um die Entstehung von -in, die Funktion der Endung in vergangenen Jahrhunderten und ihren Funktionswandel in neuerer Zeit, wobei auch gesellschaftliche Entwicklungen eine Rolle spielen