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    Zur Genese polyfunktionaler grammatischer Formen. Die Entwicklung des Default-Relativums was im Deutschen

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    Der Beitrag diskutiert die Entstehung polyfunktionaler grammatischer Formen am Beispiel der diachronen Ausbreitung von w-Relativa im Deutschen. Im Mittelpunkt steht die Beobachtung, dass die (ursprünglich verallgemeinernde) Form was den konkurrierenden Marker das als Default-Relativum abgelöst hat. Diese Umkehr der Markiertheitsverhältnisse wird auf eine Reanalyse der Lizenzierungsbedingungen für Relativa zurückgeführt, durch die im Frnhd. semantische Kriterien für die Wahl zwischen d-und w-Formen durch grammatische Bedingungen ersetzt wurden. Die Befunde legen nahe, dass polyfunktionale Marker nicht nur das Resultat von Formzusammenfall sind, sondern auch dadurch entstehen können, dass die Anwendungskontexte für einen konkurrierenden Marker spezifischer werden

    Analysis of language diversity on islands requires adequate statistical modelling

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    In a recent study, Bromham, Yaxley and Cardillo (BYC) assembled an impressive database of 1,197 languages spoken across 13,100 islands to examine how predictions from island biogeography theory (IBT) apply to linguistic diversity and whether islands act as drivers of language change. I commend the authors for the significant effort in compiling such a truly global dataset of island languages, and for quantitatively demonstrating that islands hold a disproportionately greater share of the world’s languages than expected based on their land area. However, I here contend that the core model used to test the predictions of IBT and the hypothesis that islands shape language evolution is empirically implausible and plagued by several critical issues

    Synchrone und diachrone Variation in der temporalen Struktur gesprochener Wörter in Varietäten der DACH-Region. Empirie, Simulation und ein interaktiv-phonetischer Lautwandelansatz

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    Akustische Messungen subphonemischer Verschluss- und Aspirationsdauern in apparent-time-Daten belegen die Neugewichtung akustischer Reize zur Signalisierung der intervokalischen Fortis/Lenis-Opposition in jüngeren Generationen einzelner DACH-Varietäten, die auf Kontakt mit in Deutschland gesprochenen Standardvarietäten zurückgeführt wird. Jüngere Gewährspersonen des Westmittelbairischen nutzen etwa vermehrt Aspiration bei schwindender Bedeutung des Verschlussdauerreizes. Die diachrone Kürzung langer Fortisplosive in der Zürcher Standardvarietät wurde zudem in einer agentenbasierten Computersimulation als Folge zufälligen Kontakts mit einer in Deutschland gesprochenen Standardvarietät rekonstruiert. Die Ergebnisse dieser sowohl kontaktinduzierten als auch graduellen Lautwandelprozesse werden im Rahmen eines interaktiv-phonetischen Lautwandelmodells diskutiert

    Gesprochenes Deutsch. Struktur, Variation, Interaktion

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    Die in diesem Band versammelten Beiträge zur Jahrestagung 2024 des Instituts für Deutsche Sprache geben einen Überblick zu aktuellen Erkenntnissen aus der empirischen Erforschung von phonetischen, lexikalischen und grammatischen Phänomenen und deren Variation im gesprochenen Deutsch. Da gesprochene Sprache meist in Face-to-face-Begegnungen verwendet wird, stehen dabei Fragen nach dem Verhältnis von sozialer Interaktion, Sprachstruktur und Funktion sprachlicher Formen im Zentrum. Sämtliche Beiträge untersuchen das gesprochene Deutsch auf Basis aktueller empirischer Methoden aus Interaktions- und Psycholinguistik, Dialektologie und Korpuslinguistik

    Zu den normativen Grundlagen der Sprachberatung. Sind Sie wirklich lebendig oder nur ein ziemlich lebensechter Automat?

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    Nach einer Reflexion dessen, was es allgemein und für Sprachberatung im besonderen heißt, einen Rat zu geben, wird anhand von Beispielen des Aachener Grammatischen Telefons gezeigt, welche Kategorien von Anfragen von normativen Erwartungen geleitet sind, aufgrund derer sich die entsprechende Art von Beratung wesentlich vom „guten Rat” in kritischen Lebenssituationen unterscheidet. Da sich Rat wie Beratung an akzeptablen Kriterien orientieren müssen, setzt Sprachberatungspraxis Grundsatzentscheidungen voraus, wie man sie betreiben will. Es wird zwischen einem normativen und einem Empfehlungsmodell der Sprachberatung unterschieden. Am Beispiel verschiedener Orthographieauffassungen wird diskutiert, ob eine variantenfreie Regelung überhaupt möglich und wünschenswert ist. Wenn Schrift und Schriftkompetenz nicht als kollektive, sondern als distributive Allgemeine verstanden werden, ergibt sich die Forderung, daß der Begriff des Idiolekts auch im Bereich der Schrift- und Orthographiediskussion Anerkennung finden müßte, zumal dies unabdingbar ist für ein zureichendes Verständnis der in jeder Form von Sprach- und Schriftberatung implizierten Normierungsproblematik

    Deutsch in der Grundschule

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    Dieser Band ermöglicht Grundschullehrkräften, sich gezielt den wesentlichen Aspekten der Deutschdidaktik zu nähern, indem er eine systematische Recherche didaktischer Fragestellungen, insbesondere zur Entwicklung von Schreib-, Erzähl- und Argumentationskompetenzen, unterstützt. Die Literatur sensibilisiert für die Vor- und Nachteile diverser Methoden, wobei der Schriftspracherwerb und die Lesekompetenz im Fokus stehen, da diese nicht ohne didaktische Anleitung erworben werden können. Ein wesentlicher Teil der Literatur adressiert aktuelle Herausforderungen, wie das Fehlen einheitlicher Vermittlungsmethoden oder die multifaktorielle Heterogenität in den Klassen. In diesem Zusammenhang sind interkulturelle Kompetenzen unerlässlich, um mit den unterschiedlichen Wissensständen und sprachlichen Voraussetzungen der Kinder umzugehen. Der Band diskutiert zudem neue Ansätze für den Einsatz digitaler Medien, bietet Informationen zu kompetenzfördernden Unterrichtsmaterialien und hebt die Bedeutung von Mehrsprachigkeit als Ressource hervor

    Sprachbewertung – Wozu?

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    Der Beitrag arbeitet die Funktion von Sprachbewertungen für einzelne Sprachteilhaber wie für Sprachgemeinschaften heraus. Zwei wesentliche Funktionen von Sprachbewertungen werden unterschieden: Auf einer Stufe I fördern sie die Herausbildung einer kommunikativen Kompetenz, die kommunikationsethischen Forderungen genügt; auf einer Stufe II bewahren und gestalten sie ein „kommunikatives Milieu”, das kommunikationsethisch wünschbare Ausprägungen dieser Kompetenz ermöglicht. Bestimmte Forderungen an das „kommunikative Milieu” werden in einer humanökologischen kommunikativen Ethik begründet und auf Sprachentwicklungserscheinungen bezogen, die durch Veränderungen der Kommunikationsbedingungen und der „Medienumwelt” in der Sprachgemeinschaft bedingt sind

    Vom „Anti-Väinämöinen“ zum „neuen Sibelius“. Die Imago der Komponistin Kaija Saariaho als Musterbruch im finnischen Musikdiskurs

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    Kaija Saariaho war die erste finnische Komponistin, die einen bemerkenswerten internationalen Ruf erlangte. Im Vergleich zu den etablierten Mustern, die das Bild finnischer Komponisten prägten – hauptsächlich, aber nicht ausschließlich, basierend auf der diskursiven Konstruktion von Jean Sibelius als prototypischem Beispiel –, kann das Auftreten von Saariaho auf mehreren Ebenen als ein störendes Ereignis betrachtet werden. Mein Artikel beginnt mit der Einführung definitorischer Konzepte von Mustern (als potentiell multimodale Zeichenkomplexe, die als Modelle dienen und reproduziert werden) und der Störung von Mustern (als Bruch eines Kanons). Mit besonderem Blick auf die Imago einer Künstlerpersönlichkeit werden in einem multimodalen Ansatz sowohl die Kernelemente beschrieben, die das Bild eines „kanonischen“ finnischen Komponisten prägen, als auch die störenden Aspekte in Saariahos Musik, Karriere und öffentlichem Image im Verhältnis zu diesen Mustern. Schließlich deutet die Analyse auf die Beobachtung hin, dass Musterunterbrechungen in künstlerischen Diskursen zu einer fast unmittelbaren Bildung neuer Muster oder Mustermischungen führen können, wodurch ihre Unterbrechungswirkung abgeschwächt wird. Auf der Grundlage dieses Hinweises könnten weitere Forschungen durchgeführt werden, die der Frage nachgehen, ob solche transformativen Unterbrechungen vielleicht eher der Normalfall als die Ausnahme in Diskursen im Zusammenhang mit der Kunst im Allgemeinen sind.Kaija Saariaho was the first female Finnish composer who gained a remarkable international reputation. In comparison to the established patterns that coined thenimage of Finnish composers – mainly, but not exclusively, based on the discursive construction of Jean Sibelius as the most prototypical example – the appearance of Saariaho can be regarded as a disruptive event on several levels. My article sets out by introducing definitory concepts of patterns (as potentially multi-modal sign complexes that serve as models and are being reproduced) and pattern disruption (as breach of a canon). With special regard to the imago of an artistic personality, a multi-modal approach is taken in both describing the core elements which form the image of a “canonic” Finnish composer and the disruptive aspects in Saariahoʼs music, career and public image in relation to those patterns. Finally, the analysis hints at the observation that pattern disruptions in artistic discourses may result into an almost immediate formation of new patterns or pattern blends, thus attenuating their disruptiveness. Further research might be conducted based on this indication, asking whether such transformative disruptions are perhaps the normal case rather than the exception in discourses related to the arts in general

    Verwendung von Wissensgraphen zur inhaltlichen Ergänzung kleinerer Textkorpora

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    Die Korpuserstellung ist einer der essenziellsten Schritte um ein Forschungsvorhaben im Bereich der Digital Humanities durchzuführen. Vor allem für speziellere Domänen (etwa bei der Analyse von Subgenres oder Dialekten) ist allerdings häufig nicht genügend Material verfügbar, um Methoden aus dem NLP Bereich nachnutzen zu können, da diese Gigabytes an Text verlangen. Dieser Aufsatz zeigt wie Wissensgraphen, welche zum Beispiel aus Wörterbüchern erstellt werden können, helfen, kleinere Textkorpora aufzuwerten. In dem hier durchgeführten Experiment wird ein auf 20 Megabytes trainiertes FastText Modell mit den Informationen aus GermaNet angereichert. Das resultierende Modell weist die selbe Performanz auf wie ein einfaches FastText Modell, welches auf etwa dreimal soviel Daten trainiert wurde. Ein Beitrag zur 8. Tagung des Verbands "Digital Humanities im deutschsprachigen Raum" - DHd 2022 Kulturen des digitalen Gedächtnisses

    On stance-taking with one-sided vs. two-sided shoulder lifts in German talk-in-interaction

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    Taking a stance toward events, objects, and other persons is fundamental to human interaction. We investigate one specific body movement that is involved in stance-taking in interaction: a shoulder lift, realized as either a one-sided or a two-sided movement. Using multimodal Conversation Analysis, we trace how interactants employ shoulder lifts in different positions within responsive turns in various interaction types in German. This study reveals how the actions to which shoulder lifts contribute are bound to specific turn and sequence positions. We demonstrate how shoulder lifts are used for disclaiming the speaker's accountability or responsibility by framing their turn as non-expandable or non-expansion-worthy, thus curtailing the sequence. Furthermore, the study shows how participants orient to different types of shoulder movements, i.e., lifts with one or with both shoulders, as accomplishing different interactional tasks. By showing that shoulder lifts are a positionally sensitive resource for speakers in building stances, we showcase the potential of conversation analytic and interactional linguistic approaches to further our understanding of multimodal stance-taking in interaction

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