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Das unregelmäßige Verb und seine Bildungen im Definitionskorpus des Langenscheidt-Wörterbuchs
Der Anlass zu der vorliegenden Untersuchung ergab sich aus einer Unterrichtsstunde an der Pädagogischen Fakultät in Budweis, in der ein Internet-Artikel über „gesunde“ Sportarten (siehe Literaturverzeichnis) gelesen wurde. Die Bedeutung des adjektivierten Partizips „verschlissen“ im Satz „Für Menschen mit verschlissenen Gelenken ist Laufen nicht geeignet“ wurde zwar von den Studierenden ungefähr begriffen; als sie aber ihre Einschätzung im Wörterbuch überprüfen wollen, fanden sie den Ausdruck, der als lexikalisiertes Partizip sehr gut vorstellbar wäre, weder in den 1 200-1 700-seitigen Großwörterbüchern Langenscheidt (2008), Pons (2004) und WAHRIG (2008), noch im Wörterbuch Deutsch als Fremdsprache (2000). Das Partizip verschlissen war zwar unter verschleißen zu finden; wer allerdings die Verben schleißen oder sich verschleißen nicht kennt, die bei der Bestimmung der Bedeutung geholfen hätten, oder wer das Partizip nach dem historischen Wortbildungsmodell ei – i – i nicht ableiten kann, hat eigentlich keine Chance, das Wort zu finden. Wie wichtig verschlissen für die geläufige Kommunikation auf dem B1-B2-Niveau ist, konnten DaF-Lernende nicht einschätzen; ihnen fehlte die erlebte sprachliche Realität dazu. Die von mir gefragten Lehrerinnen und Lehrer schätzten die Anzahl der unvermeidlich zu lernenden unregelmäßigen Verben auf 60 bis 80
Wortbildung in Wörterbüchern - Zwischen Anspruch und Wirklichkeit
Unter der Thematik „Wortbildung in Wörterbüchern“ wird sowohl diskutiert, wie im Wörterbuch Beziehungen und Vernetzungen der Wörter untereinander - wie sie im Wortschatz vorliegen - verdeutlicht werden können, als auch, wie Regelmäßigkeiten in der Wortbildung abgebildet werden können. In diesem Beitrag werden zunächst die Gründe für Wortbildungsangaben aus der Forschungsliteratur der letzten 20 bis 30 Jahre skizziert. Anschließend werden die daraus resultierenden Empfehlungen zur Darstellung und Gestaltung von Wortbildungsbeziehungen vorgestellt, wobei sich die Vorschläge hauptsächlich auf gedruckte Wörterbücher beziehen. Selbst die Literatur des vergangenen Jahrzehnts blendet die elektronischen Wörterbücher noch weitgehend aus. Inwieweit die Forderungen aus der Metalexikographie umgesetzt wurden, soll an aktuellen deutschen Print- und elektronischen Wörterbüchern - sowohl allgemeinsprachlichen als auch Lernerwörterbüchern - überprüft werden (Kap. 3). Der Überblick wird von einer umfangreichen Literaturliste zur Thematik abgeschlossen
Problemzonen der Wortbildung und der Eintrag im Wörterbuch
Ein Sorgenkind der Wörterbuchmacher war lange Zeit die Wortbildung. Das lag teilweise ganz einfach nur am Platzmangel, da die Lemmata im Volumen starken Einschränkungen unterworfen und andere Angaben schlicht wichtiger waren, sodass Informationen zu Affixen oder ähnlichen Strukturelementen nicht integriert werden konnten. Wenn Wortbildungsinformationen überhaupt vorlagen, erwiesen sie sich fast immer als inkonsistent. Da für Lexikologen und Lexikographen unterschiedliche Untersuchungsziele gelten, dürften sich auch die Probleme, die sich mit dem Thema Wortbildung verbinden, jeweils anders darstellen. Dieser Beitrag will daher einige Aspekte aus Sicht der Lexikologie beleuchten, die erfahrungsgemäß Schwierigkeiten machen, für die aber nicht klar ist, inwiefern sie Berücksichtigung in Wörterbüchern finden sollten
Phraseological change - a book with seven seals? Tracing the diachronic development of German proverbs and idioms by a combination of corpus and dictionary analyses
Dictionaries and collections of proverbs, idioms, or phrasemes usually provide synchronic information with only little evidence of actual use. While various extensive dictionaries and collections are available for German, a comprehensive description of structural and semantic ehanges of phrasemes over time is still lacking. Our article highlights some issues and challenges, and presents a semiautomatic corpus-based approach for the diachronic investigation of phraseme development. We argue for a combination of dictionary exploration and corpus-based methods, to provide reliable information about the diachronic development of German phrasemes
Constructing a canonicalized corpus of historical German by text alignment
Historical text presents numerous challenges for Contemporary natural language processing techniques. In particular, the absence of consistent orthographic conventions in historical text presents difficulties for any system requiring reference to a static lexicon indexed by orthographic form. Canonicalization approaches seek to address these issues by assigning an extant equivalent to each word of the input text and deferring application analysis to these canonical forms. Quantitative evaluation of canoni- calization techniques in terms of precision and recall requires reference to a ground-truth corpus in which the canonical form for each corpus token has been manually verified, but such manually annotated corpora are difficult to come by and in general both costly and time-consuming to create. In this paper, we describe a method for bootstrapping a ground-truth canonicalization corpus with minimal manual annotation effort by means of automatic alignment of historical texts with current editions of the same texts, coupled with a two-phase manual review process
Sprachlandschaften gemeinsam erforschen: Citizen Science in der Schule
Zur Stärkung und Verstetigung von Citizen Science im lokalen Raum wurden weitere Preisgelder an die Preisträger*innen verliehen. Gefördert werden produkt- und handlungsorientierte Ideen, die auf den bisherigen lokalen Citizen-Science-Projekten aufbauen oder diese weiterentwickeln. Das Projekt „Die Sprach-Checker" gibt Einblicke
Nutzergruppenspezifische Zugänge zu mündlichen Korpora aus dem Archiv für Gesprochenes Deutsch: neue Tools, neue Forschungsperspektiven
Das Archiv für Gesprochenes Deutsch (AGD) am Leibniz-Institut für Deutsche Sprache (IDS) ist ein Forschungsdatenzentrum für Korpora des gesprochenen Deutsch (Stift und Schmidt, 2014). Es übernimmt Korpora aus abgeschlossenen Forschungsprojekten, archiviert sie und stellt sie anderen Forschenden für die Nachnutzung bereit. Seine Sammlung, hauptsächlich bestehend aus Gesprächs-, Interview- und Variationskorpora, wurde in verschiedenen Regionen im deutschsprachigen Raum und in extraterritorialen deutschsprachigen Gebieten erhoben und enthält umfangreiche Metadaten. Ein breites Spektrum von Themen und Kommunikationssituationen aus privaten, institutionellen und öffentlichen Lebensbereichen sowie digitalisierte und mit dem Audio-/Video-Signal alignierte Transkripte mit linguistischen Mehrfachannotationen ermöglichen die Erforschung vielseitiger linguistischer Fragestellungen und bieten darüber hinaus eine wichtige Datengrundlage auch für die Nachnutzung in anderen Disziplinen, wie etwa der empirischen Sozialforschung und Oral History Studies
Investigating reply relations on Wikipedia talk pages to reconstruct interactional strategies of Wikipedia authors
This chapter presents the annotation and analysis of interpretative reply relations on Wikipedia talk pages using data from the WikiDemoCorpus (WDC). Building on an approach of annotating interpretative reply relations to analyze these relations in Wikipedia talk page posts, the chapter presents nine reply relation categories found in the German WDC. Additionally, linguistic cues for each category and the Wikipedia discussion pages overall are explained in detail, illustrated through reply relation targets. The results of the linguistic annotation are threefold: First, we provide an annotation scheme that can be used by third parties to produce more data according to their needs. Second, we shed light on and quantify the numerous ways Wikipedia authors reply to each other’s posts on talk pages. Finally, we provide richly annotated data that can be used for further analyses, such as identifying interactional relations on higher levels or training tasks in machine learning algorithms
Verschriftung des Wolgadeutschen in Argentinien: System und Variation
This article provides the first empirical study on the spelling of the Volga German variety in Argentina, which is still one of the first graphemic language contact studies. On the basis of translation sentences from Spanish collected in the province of Buenos Aires among 36 Volga-German speakers, the grapheme-phoneme correspondences used by the writers in writing down their primary spoken variety are investigated and interpreted in the light of language contact. The results show a visible orientation towards the Spanish writing system in various aspects. Subsequently, two complementary approaches for analyzing the inter- as well as intraindividual spelling variation in the data are presented with initial findings. Overall, a considerable amount of variation is evident, but its controlling factors are still unclear. The present study also provides an empirical foundation for orthographical debates about Volga German in Argentina. This seems necessary because orthographic norms, if they are to have a chance of being applied, must not be detached from the actual writing intuition of the speakers