Publikationsserver des Instituts für Deutsche Sprache
Not a member yet
11061 research outputs found
Sort by
Weniger ist mehr? Eine Analyse zur „Neigung zum Hinzufügen“ im Deutschen anhand des neuen Häufigkeitsdatensatzes DeReKoGram
Laufen als interaktionsstrukturierende Ressource – Körper und Sprache in der Interaktion am Beispiel von Theaterproben. (Aus der Rubrik „Wörter und Wörterbücher“)
Nachdenken über Sprache. Laienansichten über Sprache in Internetforen, Leserbriefen und Sprachratgebern
Diese Monografie setzt sich neu mit Laiengedanken zur deutschen Sprache auseinander. Mit einem kleinen, aber aussagekräftigen Korpus von rund 480 schriftlichen Äußerungen muttersprachlicher und nichtmuttersprachlicher Laien zwischen 1992 und 2023 fokussiert sie sich durch viele Detailanalysen erstens auf Themen, die Laien bewegen, zweitens auf Argumente, die Laien zur Bekräftigung ihrer Ansichten anführen, und drittens auf Ausdruckstopoi, mit denen Laien argumentieren.
Die Monografie ist Ideengeber vor allem für linguistische, soziolinguistische, psychologische und gesellschaftspolitische Projekte zum Laiendiskurs im öffentlichen Raum, speziell für Projekte zu brisanten, aktuell heftig diskutierten Themen wie Antirassismus und Gendern, für Projekte zu Anglizismen, für Projekte zu Sprachwandel, Sprachverfall, Sprachpflege und Sprachpurismus, für Projekte zu Jugendsprache und Generation sowie für Projekte zur Sprache als Herrschaftsinstrument
Polizeivernehmungen von Migranten. Eine gesprächsanalytische Studie interkultureller Interaktionen in Institutionen
Die gesprächsanalytische Studie untersucht Gespräche im Spannungsfeld von institutioneller und interkultureller Kommunikation. Dazu werden Interaktionen zwischen deutschen Polizeibeamten und Immigranten, die nicht über muttersprachliche Kenntnisse des Deutschen verfügen, in natürlichen Zeugen- und Beschuldigtenvernehmungen sowie Erst-Kontakt-Situationen an der Anmeldung der Polizeiinspektion analysiert. Die Interaktionen werden zum einen auf institutioneller Ebene hinsichtlich der Asymmetrien sowie dem Umgang der Beteiligten mit den für die Institution typischen Schemata untersucht. Zum anderen rücken auf interkultureller Ebene die Verstehenssicherung und kulturbedingte Kommunikationsstörungen in den Fokus. Dabei zeigt sich, dass die Klienten teilweise über ein (kulturell) anderes Rahmenwissen verfügen und sich daher Divergenzen hinsichtlich des Verständnisses des Kommunikationstyps ‚Vernehmung‘ zwischen Beamten und Klienten auftun
Linguistic Landscapes – Sprachlandschaften
Seit einigen Jahren beschäftigt sich der sprachwissenschaftliche Ansatz der „Linguistic Landscapes“ mit der systematischen Erforschung von sprachlichen und anderen Zeichen in der Öffentlichkeit. Welche Sprachen sehen wir wo? Welche Zeichen drücken politische Meinungen aus? Wie schafft Werbung Realitäten? Wo gibt es Gegenreaktionen zu offiziell sanktionierten sprachlichen Ausdrucksweisen
Reading poetry and prose: eye movements and acoustic evidence
We examined genre-specific reading strategies for literary texts and hypothesized that text categorization (literary prose vs. poetry) modulates both how readers gather information from a text (eye movements) and how they realize its phonetic surface form (speech production). We recorded eye movements and speech while college students (N = 32) orally read identical texts that we categorized and formatted as either literary prose or poetry. We further varied the text position of critical regions (text-initial vs. text-medial) to compare how identical information is read and articulated with and without context; this allowed us to assess whether genre-specific reading strategies make differential use of identical context information. We observed genre-dependent differences in reading and speaking tempo that reflected several aspects of reading and articulation. Analyses of regions of interests revealed that word-skipping increased particularly while readers progressed through the texts in the prose condition; speech rhythm was more pronounced in the poetry condition irrespective of the text position. Our results characterize strategic poetry and prose reading, indicate that adjustments of reading behavior partly reflect differences in phonetic surface form, and shed light onto the dynamics of genre-specific literary reading. They generally support a theory of literary comprehension that assumes distinct literary processing modes and incorporates text categorization as an initial processing step
Orthographie
Ausgehend von den Ergebnissen des letzten IQB-Bildungstrends (2021) zu den orthographischen Kompetenzen von Grundschüler:innen fragt der Beitrag nach Stellenwert und Funktion der Orthographie vor dem Hintergrund der Anforderungen, die an die sprachliche Bildung von Schüler:innen gestellt sind. Orthographie und orthographische Kompetenzen werden funktional im Bereich des Schreibens und einer zu entwickelnden Schreibkompetenz verortet. Wichtig ist dabei der Blick auf die Schreibflüssigkeit. Sie ist grundlegend für die anforderungsreichen Prozesse des Textschreibens. Ausgehend von Befunden neuerer Studien betrachten wir das Verhältnis von Orthographie und Schreiben und daraus resultierende Anforderungen an den schulischen (Recht-)Schreiberwerb
Sonderzeichen als typographische Kennzeichnung geschlechtersensiblen Sprachgebrauchs. Linguistische Überlegungen und experimentelle Befunde zum Genderstern
Neographeme wie Genderstern und Doppelpunkt werden zunehmend verwendet, um Personen unabhängig von ihrem Geschlecht einzubeziehen. Der Beitrag beleuchtet diese Sonderzeichen aus semantischer, typographischer und grammatischer Sicht, vergleicht sie mit anderen Typogrammen und diskutiert ihren Morphemstatus. Auch ihre metapragmatische Leistung der sprecherseitigen Verortung kommt in den Blick. In Bezug auf die Rezeption werden aus kognitionslinguistischer Perspektive die Lesbarkeit und die Funktionstüchtigkeit des Sterns betrachtet. Lesenden, die mit der Form vertraut sind, gelingt der Wortzugriff mühelos, und der Genderstern elizitiert inklusive mentale Repräsentationen. Diese Analysen und Befunde sprechen für die grundsätzliche Möglichkeit, Neographeme in die Sprache zu integrieren
Sentence-level effects of literary genre: behavioral and electrophysiological evidence
The current study used event-related brain potentials (ERPs) and behavioral measures to examine effects of genre awareness on sentence processing and evaluation. We hypothesized that genre awareness modulates effects of genre-typical manipulations. We manipulated instructions between participants, either specifying a genre (poetry) or not (neutral). Sentences contained genre-typical variations of semantic congruency (congruent/incongruent) and morpho-phonological features (archaic/contemporary inflections). Offline ratings of meaningfulness (n = 64/group) showed higher average ratings for semantically incongruent sentences in the poetry vs. neutral condition. ERPs during sentence reading (n = 24/group; RSVP presentation at a fixed per-constituent rate; probe task) showed a left-lateralized N400-like effect for contemporary vs. archaic inflections. Semantic congruency elicited a bilateral posterior N400 effect for incongruent vs. congruent continuations followed by a centro-parietal positivity (P600). While N400 amplitudes were insensitive to the genre, the latency of the P600 was delayed by the poetry instruction. From these results, we conclude that during real-time sentence comprehension, readers are sensitive to subtle morphological manipulations and the implicit prosodic differences that accompany them. By contrast, genre awareness affects later stages of comprehension
Zur Distribution von infiniten Komplementsätzen im Deutschen Fragen, Fakten und Faktoren
Thema dieses Beitrags ist die Schnittstelle zwischen Semantik und (syntaktischer) Valenz; dabei wird die Position vertreten, dass Valenz keine idiosynkratische Eigenschaft ist, sondern sich weitgehend aus der Bedeutung eines Lexems ableiten lässt