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Valenzalternation im Vergleich: Antikausativa im Deutschen, Französischen und Ungarischen
In seiner Typologie der inchoativ-kausativen Verbalternation argumentiert Haspelmath für eine Präferenz des antikausativen Typs in europäischen Sprachen. Im vorliegenden Beitrag werden auf dieser Basis Alternationspaare im Deutschen, Französischen und Ungarischen betrachtet. Dafür wird die Liste von Verben bzw. metasprachlichen Konzepten verwendet, die Haspelmath entlang einer Spontaneitätsskala anordnet. Diese von Haspelmath angewendete und in der Sprachtypologieforschung weit verbreitete Methode der metasprachlichen Konzeptliste als Vergleichsgrundlage wird kritisch hinterfragt und in ihrer Anwendbarkeit überprüft. Als Datengrundlage werden dabei neben Elizitierungen und Wörterbüchern auch Korpusabfragen herangezogen. Die Untersuchung liefert dadurch kritische Einblicke in das Spannungsverhältnis zwischen großflächiger typologischer Untersuchung und tiefergehender einzelsprachlicher Betrachtung sprachstruktureller Phänomene. Während die einzelsprachlichen Ergebnisse des Deutschen und die diachronen Befunde des Ungarischen in der generellen Tendenz die haspelmathsche These der Spontaneitätsskala stützen, zeigt eine genauere einzelsprachliche Untersuchung des Französischen, dass die haspelmathsche morphologische Typologie der Alternationspaarbildung um einen weiteren Typ, den antikausativ-labilen, erweitert werden muss. Die vorgelegten Daten liefern so auch interessante neue Ergebnisse für die arealtypologische Betrachtung Europas
Deutsche Sprache. Zeitschrift für Theorie, Praxis, Dokumentation. Themenheft: Studien zur Grammatik, Semantik und Pragmatik der Negation
Das Varietätengefüge in Lothringen um 1890. Ein Beitrag zur historischen Sprachminderheitenforschung
Die aktuelle Situation der Sprecherinnen und Sprecher der germanophonen Varietäten in Ost-Lothringen ist komplex; insbesondere ist das Verhältnis der lokalen, historisch deutschen Dialekte zum jetzt als exogen interpretierbaren Standarddeutschen vielfach unklar. Der Beitrag fokussiert die historischen Grundierungen der gegenwärtigen Situation. Mit dem mehrfachen Wechsel der politischen Zugehörigkeit dieses Raums änderten sich jeweils auch Funktionen und Zuschreibungen der verschiedenen dort gesprochenen Sprachen und Varietäten. Eine besondere Quelle für die Reichsland-Zeit sind die Fragebögen der für den Sprachatlas des Deutschen Reichs durchgeführten Erhebungen. Diese enthielten auch einige sprachsoziologisch orientierte Fragen; so wurde in Elsass-Lothringen z.B. auch nach dem Vorhandensein anderer Sprachen als Deutsch sowie nach zugehörigen Sprecherzahlen gefragt. Hier soll aus soziolinguistischer Sicht anhand der Wenker-Bögen untersucht werden, welche verschiedenen Konzepte von Mehrsprachigkeit und welche sprachideologischen Positionen aus den Antworten für diese Zeit ableitbar sind
Phonological input processing is reduced during speech planning in turn taking
In conversational turn taking, speech planning and language comprehension are known to frequently overlap in time, which has previously been found to lead to less efficient speech production due to parallel processing of linguistic input. Four experiments were conducted to investigate whether comprehension processes are also impaired by concurrent speech planning, or whether language comprehension is prioritised during process overlap in turn taking. In Experiment 1a, participants verbally responded to quiz questions while monitoring the auditorily presented question for a target phoneme. Phoneme detection performance was found to be reduced when the target phoneme was located at a position in the question where participants were already planning their response as compared to when they were not yet planning their response. A comparison with participants’ phoneme detection performance in Experiments 1b and 1c, featuring either no or a delayed speech planning task, shows that interlocutors prioritise speech planning in phases of limited processing capacity during turn taking situations. In Experiment 2, participants answered the same quiz questions used in Experiment 1a but had to detect tones instead of phonemes. A comparison with the phoneme detection performance in Experiment 1a suggests that speech planning interferes with phonological input processing in particular. Whether domain-general, non-linguistic auditory detection abilities are hindered by concurrent speech planning, as well as the social and processing-related causes and consequences of the common conversational strategy of planning during comprehension are discussed
„ein einträchtige Sprach, ein einträchtige Regierung, vnd Endlich Auch ein einträchtige Religion“. Pädagogik und Aufklärung am Beginn des Deutschen als National- und Kultursprache
Anfang Mai 1612 versammeln sich die Fürsten in Frankfurt, um einen neuen König zu wählen; schließlich wird Matthias II. gewählt werden. Am 7. Mai übergibt Wolfgang Ratke oder Ratichius, wie er sich latinisierend nannte, in Frankfurt den Fürsten ein „Memorial“, also eine Denkschrift, in der er sich als kundig und fähig darstellt, „Anleitung“ zu geben.
Dieses „Memorial“ ist ein erstaunliches Dokument: Ein Pädagoge stellt eine Reihe von Forderungen; dabei aber vermeidet er explizit Ausdrücke des Forderns, sondern stellt sich als einen Experten hin, der weiß, wie das Geforderte durchzuführen wäre. So fordert er nahezu die allgemeine Schulpflicht, zumindest aber die Errichtung von Schulen, in denen „Alle Künste vnd Faculteten“ unterrichtet werden können. Wichtig ist dabei, dass die Sprachen im Mittelpunkt seines Interesses stehen. In all dem steht Ratichius in der Tradition Martin Luthers, der schon im Jahre 1524 in seiner Schrift ‘An die Ratherren aller Städte deutsches Landes, daß sie christliche Schulen aufrichten und halten sollen’ (Luther 1899) die Errichtung von Schulen gefordert hatte
Belgien: offizielle Einsprachigkeit, individuelle Mehrsprachigkeit
Im ersten Teil des Beitrags wird der gesetzliche Hintergrund für individuelle und amtliche Ein- oder Mehrsprachigkeit in Belgien historisch beleuchtet: In welchem Rahmen spielt sich heute der Sprachgebrauch des Einzelnen in amtlichen Situationen ab? Da das Ergebnis des belgischen Kompromisses in den Brüsseler Randgemeinden immer wieder in Frage gestellt wird, was den weit und breit bekannten Sprachenstreit in Belgien schürt, sind die gesetzlichen Regelungen ständig in der Diskussion. In welchem Zustand sind die belgischen Institutionen heute?
Im Anschluss werden der Bedarf und der Gebrauch von mehreren Fremdsprachen(u.a. Deutsch) im Wirtschaftsleben untersucht. Schließlich wird die Herausbildung von Mehrsprachigkeit durch frühzeitige Immersion in konkreten erprobten Schulsituationen als mögliche Lösung für die nötige Mehrsprachigkeit jedes Einzelnen in Belgien erwogen
Building Bridges through Metadata within the NFDI
The accessibility of data for interdisciplinary research requires overarching metadata standards implemented across scientific fields. The Taskforce Metadata within the Section Metadata, Terminologies, Provenance of the German National Research Infrastructure (NFDI) aims to advance metadata standardization across the diverse scientific disciplines represented within NFDI. This effort aligns with the goals set by the “Bund-Länder Vereinbarung (BLV)” of the German federal and state governments, which mandate the NFDI consortia to work towards agreed upon metadata standards [1]. The primary objective of the Taskforce is to encourage the adoption of existing (cross-disciplinary) terminologies and metadata schemas to enhance interoperability among the consortia within the NFDI. To support this goal, the Taskforce will create recommendations and guidelines to help consortia integrate agreed-upon metadata schemas into their repository infrastructure. The Taskforce has outlined a roadmap to achieve this objective, starting with the identification and evaluation of generic metadata schemas currently used for research data. Based on this evaluation, the Taskforce will develop guidelines to: drive schema adoption and harmonization, provide motivation and assistance, and facilitate the integration of modular metadata schemas, initially focusing on more closely related domain clusters. Additionally, the Taskforce plans to create guidelines for the Czerniak et al. | Building Bridges through Metadata within the NFDI (2025) "CoRDI 2025” development and integration of modular metadata schemas, with an initial focus on consortia from related scientific domains. Through this, the Taskforce will deliver a comprehensive set of resources to support standardized metadata practices. The Taskforce fosters dialogue with the NFDI consortia by organizing a series of workshops. In preparation for the kick-off workshop, the Taskforce identified the Data Catalog Vocabulary (DCAT), DataCite Metadata Schema, and Schema.org as the most suitable generic metadata standards, which allow extensions or mapping to individual domains. These standards were then discussed during the 1st NFDI Metadata Workshop in Dresden in January 2025 with about 50 metadata experts, representing all 26 NFDI consortia and further stakeholders. The focus was on the applicability of these schemas from the perspective of the individual consortia, exploring which metadata fields should be mandatory, recommended, or optional. Early in the workshop, it was agreed that a set of core metadata fields across domains could facilitate interoperability. In fact, many consortia already support general information in mandatory fields, such as title, identifier, creator, and publisher. However, it was also apparent that some fields needed further clarification, like defining the creator for sensor-generated data. To address these challenges and ensure consistency, semantic integration is crucial, especially when discussing keywords, subjects, and topic categories based on controlled vocabularies. The workshop concluded that a single, uniform metadata schema is impractical due to the wide range of domain-specific data characteristics, funding organization requirements, and legal aspects, each imposing unique constraints that necessitate the coexistence of multiple metadata schemas. The 2nd workshop in June 2025 will continue the community process to create recommendations and guidelines for integration of standardized metadata schemas. During this workshop, we will gather best practices for implementations of the identified generic metadata schemas and mapping between the generic and the more expressive discipline-specific schemas. Results of the workshop will be presented in this contribution. The Taskforce invites participation in this process, contributing to the NFDI strategy on metadata harmonization and standardization framed within the agreement by the federal government and the states in Germany