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„Sind wir noch Deutsche?“. Der deutsch-englische Sprachkontakt als Thema des öffentlichen Diskurses in der Gegenwart
Der vorliegende Beitrag schließt den von Norbert Richard Wolf begonnenen und von Angelika Linke (beide in diesem Band) weitergeführten chronologischen Überblick über die Auseinandersetzung der Deutschen mit ‘ihrer’ Sprache ab, indem er den Blick auf die metasprachlichen Diskurse der Gegenwart lenkt, insbesondere auf die in den Massenmedien geführten Kontroversen zu aktuellen Sprachkontaktphänomenen. Er tut dies aus einer soziolinguistischen Perspektive, wird also sprachliche Praktiken in ihrem konkreten gesellschaftlichen Umfeld betrachten, wobei auch der Diskurs zum Sprachkontakt primär als Praktik verstanden wird: als metasprachliche und metapragmatische Praktik.
Da der Beitrag nur einen Ausschnitt aus diesem komplexen Gegenstandsbereich beleuchten kann, konzentriert er sich auf zwei zentrale Aspekte: die historische Tradition, in der der Diskurs steht, und die sprachtheoretischen Konzepte, die ihm zugrunde liegen. Entsprechend ist der Beitrag in zwei Teile gegliedert: Der erste Teil (Abschnitt 2) skizziert die Entstehung und Entwicklung des Diskurses, im zweiten werden dort dann einige zentrale Positionen herausgearbeitet (Abschnitt 3), welchen anschließend (in vielerlei Hinsicht konträre) soziolinguistische Positionen gegenübergestellt werden (Abschnitt 4). In diesem Teil wird gleichzeitig gezeigt, wo die zentralen Punkte und Probleme dieses Diskurses aus Sicht der Soziolinguistik liegen
Echorede – Eine Form der Redewiedergabe in literarischen Texten und in gesprochener Sprache
Die Literatur zur Rede- und Gedankenwiedergabe geht üblicherweise von einem relativ festen Repertoire an Wiedergabetypen aus: direkte Rede, indirekte Rede, berichtete Rede, erzählte Rede, erlebte Rede und innerer Monolog (vgl. etwa Fabricius-Hansen 2002; Brunner 2015, Martínez & Scheffel 2019). Eine spezielle Redewiedergabeform, die in literarischen Texten, Filmdialogen und gesprochener Sprache (v.a. Telefongesprächen) auftritt, ist dabei allerdings bisher übersehen worden. Wir wollen sie
hier als „Echorede“ bezeichnen. Ein Beispiel für Echorede bietet das
Telefongespräch zwischen der an Tuberkulose erkrankten und in
einem Schweizer Sanatorium lebenden Lillian und ihrem Freund Boris
in Erich Maria Remarques „Der Himmel kennt keine Günstlinge“
Grammatik- und Rechtschreibwissen für Schule, Studium und Spracherwerb. Ein Werkstattbericht
Der vorliegende Werkstattbericht dokumentiert Arbeiten des von 2022 bis 2025 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten und am Leibniz-Institut für Deutsche Sprache (IDS) in Mannheim beheimateten Projekts „LernGrammis: Lernzentrum Sprache – Grammatik interaktiv und systematisch“, online aufrufbar unter https://grammis.ids-mannheim.de/lerngrammis/. Insbesondere führt er in die methodische Konzeption und Online-Implementierung digitaler Lehr- und Lernmaterialien für Grammatik und Schreibung ein. Dabei berücksichtigt er den aktuellen Forschungskontext und begründet getroffene Entscheidungen unter Verweis auf einschlägige Fachliteratur sowie eine Nutzungsstudie. Nicht enthalten ist eine umfängliche Dokumentation oder gar Diskussion verwandter (multidisziplinärer) Ansätze und Arbeiten. In diesem Sinne sind die nachfolgenden Ausführungen tatsächlich ein reflektierter Werkstattbericht – aus der Praxis für die Praxis
Argumentstruktur
Eintrag zum Wort "Argumentstruktur" im Projekt "Wörterbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft (WSK) Online"
Wenn man den Konjunktiv bemerkt hätte. Eine Replik auf Stickel und Zifonun „Genderinklusive Umformulierung von Pressetexten: Anmerkungen zu einer Korpusstudie des IDS“ in Deutsche Sprache 53, S. 91–95
Die linguistische Wissenschaftsprosa hat eine Reihe von Formulierungen hervorgebracht, die ich, seit sie mir das erste Mal begegnet sind, immer auch einmal für mein eigenes Schreiben nutzen wollte. Der „Dämon terminologischer Erfindung“, den Malinowski (1974, S. 350) sich selbst attestiert, gehört ebenso dazu wie Henne und Rehbocks (1981) „Schatten im Orakeldampf“. Und dann gibt es Kotthoff und Nüblings (2018, S. 99) wunderbare Formulierung „von dem Wunsch getragen, vom Glauben zum Wissen vorzudringen“, mit der sie ihr Referat einer empirischen Studie von Josef Klein einleiten. Dass die zweite der genannten Formulierungen aus einer (durchaus polemischen) Replik in einem IDS-Jahrbuch und die dritte aus einem kanonischen Grundlagentext zur Genderlinguistik stammt, ist Zufall. Es leitet aber schon zum Thema des vorliegenden Textes über, in dem ich diese Formulierungen wenigstens zitierend unterbringen kann
Quantifying the faithfulness of poetry translations in four closely related Slavic languages
Translating poetry is notoriously difficult — some would claim impossible — because it inherently requires making triage decisions what to preserve and what to sacrifice if necessary. Both form and meaning contribute to the esthetic effects of the original, but translations that faithfully preserve the metrical versification principles of the original might struggle to fully preserve lexically conveyed meanings and connotations, and vice versa. Other esthetically relevant sound-related features (e.g. phonemic patterns) are particularly challenging to preserve. This paper presents a pilot study to empirically test this intuition by assessing the faithfulness of translations to their original. Quantifying aspects of the beauty of sound and meaning, that is, the sonority and the esthetic affective potential, of selected poems and their translations in/from Russian, Polish, Czech, and Slovak, that is, a sample controlled for linguistic and cultural context, we measure the degree to which translations correspond to their originals along these dimensions. The results suggest that, for the poems and languages considered, the beauty of sound and meaning are preserved to varying degrees, which can be sensibly interpreted against specific features of the poems, linguistic distances, and cultural prestige. The study thus serves as a proof of concept that demonstrates the basic feasibility of the method applied and foreshadows its potential for advancing empirical studies in the field of comparative poetics
Wenn Kinder fragen. Antworten auf 21 Kinderfragen rund um die deutsche Sprache
Neugierige Kinder stellen kluge Fragen. Im vorliegenden Buch werden Antworten auf Kinderfragen gegeben, die so im Rahmen verschiedener Aktionen auch real von Kindern (zumeist) im Grundschulalter gestellt wurden. Die Autorin Anna Volodina, die zugleich die Illustratorin des Buches ist, beantwortet mit viel Charme Fragen rund um den Ursprung der deutschen Sprache, Fragen rund um Laute und Buchstaben, Fragen rund um Wörter sowie Fragen rund um den Satzbau
Bekanntgabe der neuen Kooperationsprojekte von Text+ für 2026
Text+ fördert jährlich ausgewählte Kooperationsprojekte – mit dem Ziel, das Angebot an Daten und Services kontinuierlich zu erweitern und der wissenschaftlichen Gemeinschaft langfristig zugänglich zu machen. Wir freuen uns, für 2026 die Förderung folgender fünf Projekte bekanntzugeben, die aus 14 eingereichten Vorschlägen ausgesucht wurden. Informationen zu bisher geförderte Projekten finden sich in unserer Blog-Reihe Text+Plus
Präskription und Deskription – Adelungs Grammatiken zwischen Tradition und Moderne
Adelungs Grammatiken changieren zwischen Präskription und Deskription. Sie stehen in der Tradition der lateinischen Schulgrammatik, lassen diese Kontexte aber ein gutes Stück hinter sich. Sie stellen sich in den Dienst der Didaxe, wahren aber explizit den Anspruch auf Wissenschaftlichkeit. Adelungs Grammatiken stehen in einer Linie mit den Arbeiten der Vorgänger, ragen jedoch auch deutlich über sie hinaus. Diese divergierenden, teilweise sogar kontradiktorischen Urteile lassen sich – dies soll im Folgenden anhand des Komplexes „Tempus und Temporalität“ exemplarisch illustriert werden – in einer stimmigen Gesamtinterpretation von Werk und Person aufheben, die Adelung zwischen Tradition und Moderne positioniert