Publikationsserver des Instituts für Deutsche Sprache
Not a member yet
    11061 research outputs found

    Negationsanhebung

    No full text
    Eintrag zum Wort "Negationsanhebung" im Projekt "Wörterbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft (WSK) Onlin

    De-standardization in the Dutch Language Territory at Large

    No full text
    Der Beschreibung aktueller Destandardisierungstendenzen im niederländischen Sprachraum geht eine kurze Skizzierung der Standardisierungsentwicklung des Niederländischen voran. In den letzten Jahrzehnten hat sich nämlich herausgestellt, dass die herkömmlichen Standardisierungsfaktoren, der soziale Faktor in Holland und der sprachpolitische Faktor in Flandern, immer mehr an Gewicht verlieren und dass eben diese Entwicklung eine Erklärung für die jetzt entstehende Destandardisierung sein könnte. In Holland wird die von Stroop (1998) als Poldemederlands bezeichnete Entwicklung als eine solche betrachtet, und auch für Flandern werden zunehmend zentrifugale Deviationen der niederländischen Standardsprache gemeldet. Meist werden sie Verkavelingsvlaams oder Schoon Vlaams genannt. Der vorliegende Artikel widmet sich der daraus resultierenden Frage, ob wir es in beiden Fällen tatsächlich mit neuen 'standardisierten’ Codes zu tun haben. Ich bin der Auffassung, dass für diese These bis jetzt kein ausreichendes Beweismaterial vorhanden ist. Meines Erachtens macht sich hier vielmehr eine Tendenz bemerkbar, die auch in anderen Teilen Westeuropas häufig auftritt: Eine wachsende Gruppe von Sprechern bedient sich immer häufiger einer einzigen Sprachvarietät, die dann entsprechend der jeweiligen kommunikativen Situation geringfügig angepasst wird. Durch den Dialektverlust und die Ersetzung des Dialektes durch einen anderen informellen Code entsteht der Eindruck, dass man diesen Code auch in formellen Situationen benutzen kann. Ich versuche diese Hypothese anhand der Ergebnisse zweier neuerer Umfragen in West-Flandern und vieler Daten aus früheren in dieser Provinz durchgeführten Erhebungen plausibel zu machen. Die Behandlung West-Flandems ist durchaus angebracht, da sich gezeigt hat, dass die dortige Sprachsituation für unser Verständnis der Standardisierungsentwicklung in Flandern überhaupt von großer Bedeutung ist. Ich komme zur Schlussfolgerung, dass Poldemederlands wahrscheinlich nicht „die Sprachvarietät der Zukunft“ ist, sondern dass wir es vielmehr mit einem ständig wachsenden Einfluss der Stadtdialekte der Randstad zu tun haben, also mit einer zunehmenden ‘Hollandisierung’. Ob in Flandern das Schoon Vlaams wirklich zu einer konkurrierenden Hochsprache heranwächst, ist etwas schwieriger vorauszusagen. Wahrscheinlich aber ist, dass diese Varietät bleibt, was sie jetzt schon ist, nämlich eine Substandardvarietät, die entschieden brabantische Regionalmerkmale aufweist, die aufgrund von Alter, Sozialschicht, Geschlecht, Region oder sogar von Person zu Person variieren

    Between language repression and language preservation: The role of German as a minority language and its language policy actors in Georgia

    No full text
    The focus of this article is on the German-speaking minority in Georgia. They are descendants of ethnic Germans from the Russian Empire and the Soviet Union who had immigrated to the Transcaucasian regions in several phases since the end of the 18th century. German enjoyed a high reputation until the 1990s and was the most popular foreign language, especially in Georgia. At present, members of the Caucasian German minority have to contend with a globalised society in which pressure on the language from outside is constantly increasing. However, the Caucasian Germans continue to try to preserve their language and culture through various strategies, e.g. through regional consolidation, which takes place in groups such as the ‘Association of Germans of Georgia’ in Tbilisi. At the same time, the advantages of globalisation (e.g. visa-free travel between Georgia and Germany) and new media are now being used to support the minority group of Caucasian Germans across borders. This article presents the results of the language data I recorded from guided interviews with Caucasian Germans in Georgia. Firstly, it explores the different socio-situational circumstances, including linguistic repression, which play an important role in their language behaviour and language attitudes. Secondly, it reveals the various strategies of the minority and different groups of actors to strengthen and preserve the language, culture and identity of the Caucasian Germans in the context of language policy in the majority society

    Adelung und seine Gegner. Zur Bedeutung geschichtsphilosophischer Kategorien für die Sprachkunde der Spätaufklärung

    No full text
    Die Rezeption Adelungs vollzieht sich seit einigen Jahren mehr in der Denkfigur fundierenden Erinnerns als in der einer kritischen Rekonstruktion. Bedeutendster Repräsentant der Inanspruchnahme Adelungs für gegenwärtige linguistische Zwecke ist Peter v. Polenz, der erklärt: „Adelung steht […] am Beginn einer Entwicklungslinie der Sprachgeschichtsschreibung, die in unserer postnationalistischen Zeit wirksamer geworden ist als im nationalromantischen 19. Jahrhundert.“ (Polenz 2002, S. 1). Adelungs Herleitung der Sprachgeschichte aus der Gesellschafts- und Kulturgeschichte sei zum Programm der gegenwärtigen Sprachgeschichte im Zeichen der Soziopragmatikgeworden, die die ideologisch aufgeladene und atomistische Sprachgeschichte des 19. Jahrhunderts hinter sich gelassen hat. Der Rückgriff auf Adelung, seine Stilisierung zum Ursprung einer Traditionslinie bei gleichzeitiger Distanzierung von den sprachgeschichtlichen Ansätzen des 19. Jahrhunderts ist typisch für wissenschaftshistorische Schwellensituationen, in denen nicht nur neue Denkstile entwickelt, sondern auch neue Zugriffe auf die Traditionen des eigenen Faches generiert werden, um die gegenwärtige Entwicklung zu legitimieren. Ein Band zum 200. Todestag Adelungs ist der geeignete Ort, solche Bezugnahmen und Traditionskonstruktionen kritisch zu untersuchen. In diesem Aufsatz verfolge ich drei aufeinander aufbauende Ziele: 1) Die Sprachnormendebatte der 1770er Jahre zwischen Adelung und den süddeutschen Sprachkundlern als den in der Adelung-Zeit (1766-1785) zentralen Kristallisationspunkt unterschiedlicher Auffassungen zur Sprache und damit auch zur Frage des „Hochdeutschen“ zu charakterisieren. 2) Anhand dieser Sprachnormendebatte der 1770er Jahre die zentrale Bedeutung geschichtsphilosophischer Kategorien für das Sprachdenken der spätaufklärerischen Sprachkunde zu verdeutlichen. 3) Die Differenz des aufklärerischen Sprachdenkens zum Denkstil der heutigen Sprachwissenschaft deutlich zu machen und von dort aus die Fragezu diskutieren, ob sich Adelung als Bezugspunkt einer gegenwärtigen Linguistik eignet

    Korpusgrammatik - grammatische Variation im standardsprachlichen und standardnahen Deutsch. Ein Arbeitsbericht aus dem Projekt des Leibniz-Instituts für Deutsche Sprache (IDS)

    No full text
    Variation im Sprachgebrauch bildet Möglichkeiten ab, die das Sprachsystem bereitstellt. Somit erlaubt das Varianteninventar bzw. die Variabilität des Kernsystems der Grammatik auf soziale und kommunikative Anforderungen an die Sprecherinnen und Sprecher zu antworten. Dies kann eine Antwort darauf geben, dass kaum vom Vorliegen freier Variation auszugehen ist, sondern vielmehr von funktional gebundener Variation. Um zu zeigen, in welcher Weise funktional gebundene Variation vorliegt, muss eine präzise methodische Erfassung und Beschreibung grammatischer Phänomene auf der Basis großer Korpora erfolgen. Im Beitrag wird dargelegt, wie diese umfassende Autgabe am Leibniz-lnstitut für Deutsche Sprache (Mannheim) in der Abteilung Grammatik umgesetzt wird, s. https://www.ids-mannheim.de/gra/projekte/ korpusgrammatik/, indem kontinuierlich Forschungsdesiderate integriert und Ergebnisse im intensiven Austausch mit der Forschungsgemeinschaft diskutiert und veröffentlicht werden. Insbesondere relevant sind die Arbeitsergebnisse für die Lehr- und Lernpraxis

    Allein auf weiter Flur? – Keinesfalls! Citizen Science trifft Sprachforschung

    No full text
    Beim Gedanken an Citizen Science fallen oft natur- und umweltwissenschaftliche Projekte als erstes ein – von Insekten zählen bis Plastik sammeln. Aber Citizen Science ist viel breiter aufgestellt. So gibt es auch Projekte an der Schnittstelle zwischen Citizen Science und Sprachwissenschaft – und zwar vielfältig, alltagsnah und greifbar; schließlich nutzen wir Sprache ganz alltäglich. In unserem Citizen-Science-Projekt „Die Sprach-Checker“ vom Leibniz-Institut für Deutsche Sprache in Mannheim erkunden Kinder und Jugendliche etwa ihre Sprache(n) wie auch die Sprachen in ihrem Umfeld

    Eröffnungen und Prä-Eröffnungen in medienvermittelter Interaktion: Das Beispiel Videokonferenz

    No full text
    In diesem Beitrag wird die Eröffnung technisch vermittelter Interaktionen anhand eines Korpus von Videokonferenzen im professionellen Kontext untersucht. Videokonferenzen sind in diesem Zusammenhang insofern interessant, als sie zwar ebenso wie Telefongespräche technisch vermittelt sind, aber dem akustischen Kontakt auch Austausch auf visueller Ebene erlauben und zudem nicht auf zweit Teilnehmer beschränkt sind. Diese Unterschiede erlauben, die strukturierende Rolle der technischen Vermittlung über die von Schegloff (1968, 1972, 1986) für Telefongespräche bereits detailliert beschriebene Organisation hinaus zu untersuchen

    Empraxis und Displacement: Überblendete Räume in der Koch-Show-Interaktion

    Get PDF
    Im vorliegenden Beitrag wird die Fallanalyse eines aus einer Kochshow stammenden Beispiels vorgestellt, in welchem gleichzeitig gekocht und erzählt wird. Im Fokus meines Interesses steht erstens die Frage, wie diese beiden parallel ablaufenden und phasenweise miteinander konkurrierenden Aktivitäten, in die die Beteiligten jeweils auf unterschiedliche Weise involviert sind, interaktionsräumlich, beteiligungsstrukturell und zeitlich organisiert werden. Neben der Situierung konkurrierender Aktivitäten (Kochen und Erzählen) in dem von den Akteuren gemeinsam eingenommenen Bühnenraum der Kochshow spielt beim Erzählen ein zweiter Raumaspekt eine zentrale Rolle: die narrative (Re-)Konstruktion eines sinnlich nicht zugänglichen Vorstellungsraums. Die zweite Frage lautet daher, wie der sinnlich nicht zugängliche Vorstellungsraum konstruiert und in welche Beziehung er zum sinnlich zugänglichen, materiell vor- und zuhandenen Wahrnehmungsraum gesetzt wird

    Russisches parömiologisches Minimum: Theorie oder Praxis?

    Get PDF
    Die zunehmende Aufmerksamkeit, die die internationale Fachwelt der linguistischen Betrachtung von Sprichwörtern zukommen lässt, und die durch die immer stärkere Rolle der Parömien in den Massenmedien befördert wird, steht auch im Zentrum unserer Mannheimer Sprichwort-Tagung. Eine der theoretischen und zugleich praktischen Fragestellungen, die unsere Aufmerksamkeit erfordert, ist das ‘parömiologische Minimum’. Die Idee hierzu entwickelte im Jahre 1971 der bekannte Moskauer Sprichwortforscher L. Grigorij Permjakov, und seine Vorstellungen riefen sofort großes Interesse in der Fachwelt und bei Unterrichtenden hervor. Schließlich war die Idee verlockend, mit einem wissenschaftlich begründeten Herangehen diejenigen Sprichwörter einer Sprache herauszufiltern, die am häufigsten gebraucht werden, und somit den eigentlichen Kern dieses unheimlich reichen Vorrats solcher Spracheinheiten zu bestimmen, die die „Weisheit des Volkes“ ausdrücken und die von Generation zu Generation weitergegeben werden

    „und dann entstehen berge von Problemen“. Didaktischer Aufklärungsdiskurs und Kulturvermittlung

    Get PDF
    Der Beitrag teilt mit denen von Reinhold Schmitt und Ricarda Wolf die Grundannahme, daß interkulturelle Kommunikation nicht automatisch beim Zusammentreffen von Mitgliedern verschiedener Ethnien entsteht, sondern von den Gesprächsbeteiligten in der Interaktion jeweils erst hergestellt werden muß. Die hier vorgestellte Fallanalyse verfolgt speziell das Interaktionsgeschehen im Kontext einer Unterrichtskommunikation. Eine der Polnischlehrerinnen der Sommerkursgruppe unterstellt zuerst kulturelle Distanz zur polnischen Alltagswelt als wesentliches Element der Wahrnehmungsmöglichkeiten ihrer Lemergruppe; dann bestimmt sie als eine der Aufgaben ihres Unterrichts, die Lernenden mit einer polnischen Perspektive auszustatten, die bei der Überwindung der Distanz und bei der Vermeidung von kulturellen Mißverständnissen hilfreich sein kann. Sie tut dies, indem sie mit gängigen Stereotypen über Polen spielerisch umgeht und die Lernenden an der Entdeckung von stereotypen Wahrnehmungen beteiligt. Im Vergleich mit anderen Projektmaterialien wird deutlich, daß die Lehrerin einen ganz spezifischen Beitrag zum Thema „Kulturvermittlung“ leistet, indem sie über Aufgabendefinition, Interaktionsrollenverteilung und Beteiligtenstatus eine/Art interkultureller Aufklärung betreibt

    9,397

    full texts

    11,061

    metadata records
    Updated in last 30 days.
    Publikationsserver des Instituts für Deutsche Sprache is based in Germany
    Access Repository Dashboard
    Do you manage Open Research Online? Become a CORE Member to access insider analytics, issue reports and manage access to outputs from your repository in the CORE Repository Dashboard! 👇