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    „Ich werde Sie sehen lassen“ oder: Über Möglichkeiten und Grenzen interaktiver Kulturvermittlung

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    Der Beitrag beschreibt, wie es im Verlaufe einer Exkursion zwischen einem polnischen Exkursionsleiter und einem Großteil der deutschen Exkursionsteilnehmer zu einem „interkulturellen Mißverständnis“ kommt. Er zeigt, daß und wie der engagierte Versuch der Kulturvermittlung des polnischen Exkursionsleiters von den deutschen Studenten als etwas ganz anderes wahrgenommen wird: Sie sehen in dem ambitionierten Versuch der Kulturvermittlung eher eine unangemessene Form der Selbstdarstellung und Selbstgefälligkeit. Es zeigt sich, daß für das Zustandekommen des interkulturellen Mißverständnisses unter schiedliche Aspekte eigenkultureller Befangenheit verantwortlich sind: Neben der fraglosen Typisierung fremdkultureller Phänomene mit eigenkultureller Begrifflichkeit und der kulturell geprägten Möglichkeiten des Redens über Kultur spielen auch unterschiedliche Traditionen des Erzählens von national bedeutsamen Ereignissen eine Rolle. Die Analyse fuhrt zu einem Modell interaktiver Kulturvermittlung als gemeinschaftlicher Aufgabe für alle Beteiligten und zu einer Argumentation für eine Heuristik maximaler Kulturdifferenz: zum einen für den Umgang von Kulturvermittlem mit ihren Adressaten, zum anderen als Grundlage der interaktiven Mitarbeit der Adressaten

    Ein realistischer Blick auf das Deutsche (nicht nur) als Wissenschaftssprache

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    During the 19th century German became similar to French and English in its general importance. This position was largely due to the influence of the newly reformed system of education and research in which German speaking countries played an important role. Obviously, things have changed since then, the use of German nowadays reflects its status as a large European language, with the international language being English. This change in status is often seen as a fundamental loss. But, taking into account all the prerequisites and historical developments of the linguistic landscape, German has been rather successful. Arguments for this position – and corresponding facts - are presented in the following pape

    Sprichwörter aus (kontrastiv-)linguistischer, lexikografischer und didaktischer Sicht. Zum Projekt SprichWort

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    Dieser Text ist eine Kurzbeschreibung der grundlegenden Idee und der Inhalte des internationalen Projekts SprichWort (Referenznummer 143376-LLP-1-2008-1-SI-KA2-KA2MP), welches die Europäische Kommission im Rahmen der Aktion Lebenslanges Lernen zwischen 2008 und 2010 mitfinanziert hat. Das Projekt koordinierte die Abteilung der Germanistik an der Philosophischen Fakultät der Universität Maribor (Projektkoordinatorin: Vida Jesenšek), mitbeteiligt waren Partner-Universitäten aus Graz (TU Graz, IICM, Leiter: Denis Helić), Trnava (Universität des hlg. Cyrill und Methodius, Philosophische Fakultät, Lehrstuhl für Germanistik, Leiter: Peter Ďurčo), Szeged (Universität Szeged, Philosophische Fakultät, Institut für Ungarische Sprache und Literatur, Institut für Deutsche Sprache und Literatur, Leiter: Tamás Forgács), Zlín (Tomas-Bata-Universität in Zlín, Humanwissenschaftliche Fakultät, Institut für Sprachen, Leiter: Libor Marek) sowie das Institut für Deutsche Sprache in Mannheim (Leiterin: Kathrin Steyer). Die teilnehmenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus sechs Ländern haben in dieses interdisziplinär angelegte Projekt exzellente Kenntnisse und reiche Forschungserfahrungen in allen projektrelevanten Bereichen komplementär eingebracht (linguistische Phraseologie- und Parömiologieforschung, Metalexikografie, Korpuslinguistik, Fremdsprachendidaktik, Informationstechnologie). Im Beitrag werden fachliche Hintergründe, Projektziele und Hauptergebnisse des Projekts in einem kurzen Überblick dargestellt: eine mehrsprachige Datenbank mit ausgewählten Sprichwörtern in fünf Sprachen (Deutsch, Slowenisch, Slowakisch, Tschechisch und Ungarisch), die einheitlich und mehrdimensional linguistisch beschrieben sind, didaktische Inhalte mit speziellen parömiologischen Lern- und Lehrmaterialien und die Sprichwortcommunity, wodurch allen Interessierten die Möglichkeit gegeben wurde, sich an einigen Projektaktivitäten selbst zu beteiligen. Somit versteht sich der Text als Einleitung in die vertiefte Diskussion ausgewählter projektbezogener Problembereiche, die auch auf der projekteigenen internationalen Tagung (am 27. und 28. September 2010 am IDS in Mannheim) eine zentrale Rolle einnahmen und deren Ergebnisse in diesem Sammelband präsentiert werden

    Zugang zu Sprichwortbedeutung und -gebrauch mit Hilfe von Korpora

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    In der Tat können Sprichwörter – trotz ihrer Kürze – dazu dienen, die komplexesten und vielfältigsten Botschaften auf dennoch prägnante Art und Weise zu transportieren. In dieser Eigenschaft scheint einer der Gründe für die nicht nachlassende Faszination zu liegen, die vom Phänomen ‘Sprichwort’ ausgeht. Die hier geschilderte Kombination aus Prägnanz und Komplexität wird besonders dann evident, wenn man ein Sprichwort nicht in Isolation von seinem Kontext betrachtet – „in der Sammlung ist das Sprichwort tot“ (Röhrich /Mieder 1977, S. 81) –, sondern tatsächliche Verwendungssituationen berücksichtigt. Eine solche Erfassung von „Sprichwörter[n] in ihrer Gebrauchssituation“ (Röhrich / Mieder 1977, S. 80) ist das zentrale Anliegen des vorliegenden Beitrags, in dem der Fokus auf der Erfassung der Bedeutung und des Gebrauchs deutscher Sprichwörter liegt. Es wird gezeigt, inwiefern man auf der Basis von Korpora, d. h. durch den Rückgriff auf „geronnenes sprachliches Wissen“ (Steyer 2004, S. 92) zu einer auch im Hinblick auf den aktuellen Sprachgebrauch adäquaten lexikografischen Beschreibung von Sprichwörtern gelangen kann

    Autonomes Lernen von Sprichwörtern am Beispiel eines systematisch aufgebauten Konzepts interaktiver Aufgaben und Übungen auf der Sprichwortplattform

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    Internetbesucher können die Sprichwortplattform aus verschiedenen Gründen nutzen: Beispielsweise dann, wenn sie etwas Neues ausprobieren, sich die Sprichwörter nur aus Neugierde anschauen, ihr Wissen über die Spezifika der Sprichwörter vertiefen oder sich mit den Sprichwörtern eingehender auseinandersetzen wollen, um sie in einer Kommunikationssituation sinnvoll einsetzen zu können. Damit diese und andere Ziele erreicht werden können, bietet die Lernplattform nicht nur die Möglichkeit, sich mit den Informationen über die Bedeutung, das Vorkommen, die Verwendung oder die Besonderheiten der in den Datenbanken vorgestellten Sprichwörter bekannt zu machen, sondern sich die Sprichwörter im Prozess des gesteuerten Lernens auch aktiv anzueignen. Dementsprechend steht im didaktischen Teil der Sprichwortplattform für Lernende, Lehrende und Interessierte ein abwechslungsreiches Angebot von interaktiven Aufgaben und Übungen, Tests und Selbstevaluationsbögen zur Verfügung. In diesem Beitrag soll dem Konzept der Aufgaben und Übungen besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden

    Ich habe mich völlig umsonst unterdrücken lassen. Scheitern des traditionellen Ehemodells

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    Gegenstand meines Beitrags ist die Heiratsmigrantin Gönül, die ihre Ehe mit einem Deutsch-Türken als „unglücklich“ charakterisiert. Gönül stammt aus Bursa und wurde als junges Mädchen mit einem Mann aus Deutschland verheiratet. Sie migrierte nach Deutschland und lebt seit 14 Jahren hier. Zum Zeitpunkt des Interviews ist Gönül bereits fünf Jahre von ihrem Mann getrennt. Sie ist 35 Jahre alt und Mutter von drei Kindern; zwei der Kinder erzieht sie allein, das älteste lebt bei den Schwiegereltern bzw. beim Vater. Ich habe Gönül im Deutschkurs kennengelernt, in dem ich unterrichtete. Hier erlebte ich sie als selbstbewusste und im Rahmen ihrer Möglichkeiten – sie verfügte nur über geringe Deutschkenntnisse – selbständige Frau. Sie hatte keine Scheu ihre Meinung offen auszusprechen, zu kritisieren und ihr Recht einzufordern. Sie hatte schon mehrmals im Unterricht über ihre Ehe und die Trennung von ihrem Mann erzählt, bevor ich sie um ein Interview bat. Nachdem sie sich vergewissert hatte, dass sie anonym bleibt, stimmte sie zu. Das Gespräch beginnt im Klassenzimmer der Schule. Als das Zimmer von einer anderen Klasse gebraucht wird, gehen wir in ein türkisches Café in der Nähe der Schule. Grundlage der folgenden Analyse ist das ca. zweistündige Gespräch mit Gönül

    Ich bin anders: ich bin eine Hochschulabsolventin und eine Intellektuelle – der kritische Blick auf Türken und Deutsche

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    Basis für die folgende Analyse sind zwei Gespräche mit der Heiratsmigrantin Sanem, die in einem Stadtteil in Mannheim lebt, der über einen hohen Migrantenanteil verfügt. Die Gespräche führten wir in Türkisch. Ich lernte Sanem in einem Deutschkurs kennen, den ich durchführte. Als Sanem in meinen Kurs kommt, ist sie bereits über ein Jahr in Deutschland. Das erste Gespräch (ca. 1,5 Std.) findet nach dem Unterricht im Klassenraum statt, das zweite (ebenfalls ca. 1,5 Std.)2 führten wir ungefähr fünf Monate später in einem türkischen Café. Sanem wurde als Informantin interessant, da sich ihr Verhalten, ihre Ausdrucks- und Sprechweise von den anderen Kursteilnehmerinnen unterscheidet. Sie spricht sehr gepflegt, ist wendig und mobil und kennt sich – im Gegensatz zu anderen Migrantinnen, die bereits seit Jahren in Mannheim leben – auch in anderen Stadtteilen Mannheims aus. Sie ist aktives Mitglied in einem türkischen Verein, der Arbeiterinteressen vertritt. Sie besucht Konzerte und Theater und organisiert kulturelle Veranstaltungen im Rahmen ihrer Vereinsmitgliedschaft. Sie betont mehrfach, dass sie nur an türkischsprachigen Aktivitäten teilnehmen kann, da ihr Deutsch noch nicht ausreichend ist. Ziel meiner Analyse ist die Rekonstruktion von Ausschnitten aus Sanems Biografie, in denen sie ihre Herkunftsfamilie, ihr Leben vor der Migration, das Kennenlernen des Mannes, die Heirat und das Leben in der Migration darstellt. Dabei werde ich folgende Fragen behandeln: — Wie charakterisiert Sanem ihre Herkunftsfamilie und sich selbst? — Wie positioniert sie ihre Familie und sich selbst in Relation zur Gesellschaft in der Türkei? — Über welche Eigenschaften/Handlungsweisen charakterisiert sie sich als „anders“? Welche Kontrastkategorien spielen eine Rolle? — Welche Partnermodelle und Lebensentwürfe spielen für sie eine Rolle? — Wie ist ihre Beziehung zu kulturellen Traditionen, wie sie in Verlobungs- und Hochzeitsritualen zum Ausdruck kommen? Wie geht sie damit um? — Wie erlebt sie die Migrantengemeinschaft in Deutschland? Wie positioniert sie sich in Relation dazu? — Wie sieht sie die deutsche Gesellschaft? — Und wie sieht sie ihre Zukunft in Deutschland? In die Analyse werde ich beide Gespräche einbeziehen; ebenso wie eigene Beobachtungen und Beobachtungen anderer aus meinem Lebensumfeld

    Mehrsprachigkeit: Realität, Irrtümer, Visionen

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    Es gibt einen frappierenden Widerspruch zwischen dem Ausmaß von Zwei- und Mehrsprachigkeit in unserer Gesellschaft und im Individuum einerseits und andererseits einem Mangel an Bewusstsein dahingehend, was benötigt wird, um sie hervorzubringen und zu fordern. Dieser Beitrag setzt sich mit einigen populären Mythen auseinander, die einem Verständnis von Zwei-/Mehrsprachigkeit als einem normalen Zustand des Menschen im Wege stehen. Die Koexistenz und Koaktivierung von mehr als einem sprachlichen Kenntnissystem innerhalb eines Kopfes ermöglicht es Sprecherinnen sogar, Sprachmischungen sehr systematisch in den Dienst diskursiver und pragmatischer Funktionen zu stellen. Nach einer Illustration der damit verbundenen Kreativität anhand von Sprachkontaktdaten, die im Rahmen eines Projekts mit erwachsenen deutschen Auswander(inne)n in den USA erhoben wurden, wird gezeigt, wie früh bilinguale Kinder fähig sind, mit der Herausforderung durch koexistierende Inputsprachen umzugehen. Schließlich wird erörtert, wie dieses Potenzial im schulischen Kontext genutzt werden kann, um den Zweitspracherwerb und die Mehrsprachigkeit bei Kindern zu unterstützen.There is a curious contradiction between, on the one hand, the extent of bilingualism and multilingualism within our societies and within the individual, and, on the other hand, the lack of awareness of what it takes to foster it. This contribution discusses some popular myths which hamper our understanding of bilingualism/multilingualism as a normal state of the human mind. The coexistence and coactivation of more than one linguistic system within a single head even provides individual speakers with the unique opportunity for systematically employing language mixing for discourse- functional and pragmatic purposes. After an illustration of this resourcefulness with data from a project investigating language contact in adult German immigrants in the U.S., it will be shown how early young bilingual children are able to cope with the challenge of coexisting input languages. Finally, suggestions as to how this potential could be exploited in the field of education in order to empower and support second language acquisition and multilingualism in childhood will be proposed

    Nach Rom freilich führen viele Wege. Zur Interaktion von Informationsstruktur, Diskursstruktur und Prosodie bei der Besetzung der Nacherstposition

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    Deutsch gilt als strikte V2-Sprache. Dieser Einschätzung steht entgegen, dass einer Konstituente im Vorfeld eines deklarativen Verbzweitsatzes bestimmte schwachtonige satzverknüpfende Adverbien (Adverbkonnektoren) folgen können, wie z.B. freilich im Titel dieses Beitrags. Der Beitrag beschreibt die syntaktischen, semantischen und informationsstrukturellen Eigenschaften der mit diesen Adverbien gebildeten Konstruktionen und plädiert dafür, sie als eigenständigen Konstruktionstyp (und nicht etwa als nachgestellte Fokuspartikeln) zu analysieren. Das Spezifikum dieser Konstruktionen erweist sich als eine Amalgamierung der für Konnektoren genuinen lokalen satzverknüpfenden Funktion mit einer informationsstrukturierenden Funktion, die sowohl auf der lokalen Ebene der Satzstruktur als auch global auf der Ebene der Diskursstruktur wirkt. Der Beitrag ist wie folgt gegliedert: In einem ersten Schritt wird die Verteilung der nacherstfähigen Adverbkonnektoren auf semantische Klassen dargestellt. Abschnitt 2 widmet sich den formalen Eigenschaften der TAN-Konstruktion und grenzt sie von Fokuspartikeln ab. Abschnitt 3 beschreibt ihre (weitgehend lokalen) informationsstrukturellen Eigenschaften, Abschnitt 4 zeigt, wie sich die lexikalischen Bedeutungen einzelner Adverbkonnektoren für spezifische globale Diskursfunktionen eignen. Abschließend wird das Verhältnis der TAN-Konstruktion zu anderen Strategien der Informationsstrukturkodierung diskutiert

    Konnektoren in der deutschen und in der italienischen Wissenschaftssprache (am Beispiel der Einleitungen zu wissenschaftlichen Zeitschriftenaufsätzen)

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    Die vorliegende Untersuchung geht vom Versuch aus, die Mechanismen der Satzverknüpfung in deutschen und italienischen wissenschaftlichen Texten (genauer in Einleitungen zu wissenschaftlichen Zeitschriftenartikeln) zu analysieren und zu vergleichen. Insbesondere sollen hier die sprachlichen Ausdrücke, die als explizite semantische Satzverknüpfer (‘Konnektoren’) fungieren, sowie die Art der Relation, die sie herstellen, in den Vordergrund rücken, um ihren Gebrauch in den genannten Texten näher zu erfassen

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