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    Lautwandel in Norddeutschland. Entwicklungen auf dialektaler und regiolektaler Ebene

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    Im öffentlichen Diskurs über den Wandel des gesprochenen Deutsch findet die Lautebene meist wenig Berücksichtigung. Auch die wissenschaftliche Forschung ist vor allem auf Lexik, Grammatik und Orthographie fokussiert. In meinem Beitrag soll die lautliche Entwicklungsdynamik des Deutschen an einigen Beispielen veranschaulicht und über mögliche Tendenzen der künftigen Entwicklung reflektiert werden. Hierbei wird zunächst auf neuere Befunde der Regionalsprachforschung eingegangen, mit Schwerpunkt auf der Beschreibung dialektaler und regiolektaler Wandelprozesse im „Norddeutschen Sprachatlas“ (NOSA). Davon ausgehend wird dafur plädiert, neben dem Abbau traditioneller Formen auch die Entstehung von lautlichen Neuerungen stärker als bisher in den Blick zu nehmen. Dies erfordert eine Einbeziehung rezenter Formen der Mehrsprachigkeit (z. B. Deutsch/ Türkisch, Deutsch/Arabisch, Deutsch/Englisch)

    Countering prior interactional conduct with responsive doch in German talk-in-interaction

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    This article explores the German response token doch, which, as earlier studies claim, rejects negatively polarized utterances and reaffirms the opposite. The study demonstrates that doch can be used in response to the Other’s conduct to mark a contrast to the Other’s understanding or push back against the Other’s challenging what the doch-speakers said before. When doch concerns the speaker’s own prior conduct, it indexes a “change-of-mind,” contradicts a produced or projected disaligned/disaffiliative/dispreferred action, and (re-)establishes consensus between the participants. The analysis shows that doch can be used after turns that do not contain grammatical or lexical negation. The results of the study reveal that a response token doch has a core meaning of indexing a contrast, contradiction, or counter to the Other’s or the doch-speaker’s prior conduct. The study concludes by discussing the implications of the results for our understanding of responsivity and negative polarity. Data are in German

    ДО ПИТАННЯ ПОЛІТОЛІНГВІСТИКИ В УКРАЇНІ

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    Політична лінгвістика (також політолінгвістика або лінгвополітологія) хоча і перебуває в Україні на стадії розвитку, однак завдяки політичним подіям останнього року стрімко набирає важливості і популярності. Адже предметні області політичної лінгвістики – це не тільки використання мови політиків, але й розмови про політику та мова політичних ЗМІ (див. Niehr, Politolinguistik, с. 16-17)

    Korpuslinguistische Analyse interaktiver Einheiten: das Beispiel okay

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    „Es ist das meistgebrauchte Wort unserer Zeit und war das erste, das auf dem Mond fiel. Verstanden wird es in der ganzen Welt. Ein virales Wunder“ – mit diesen Worten beschreibt Uwe Ebbinghaus in der FAZ das Wort okay, als Verschriftlichung der Aussprache von O. K. [ˌəʊˈkeɪ], später auch O. k. bzw. o. k. sowie ohne Punkte als OK oder ok. Metcalf (2011) findet nicht weniger große Worte für die kleine Spracheinheit: „It’s America’s answer to Shakespeare. It’s an entire philosophy expressed in two letters“ (Metcalf 2011, S. ix). Die Beliebtheit des Wortes erklärt Metcalf (2011) auch aus linguistischer Sicht: One reason OK has spread throughout the world, [...], is that O and K are basic sounds found in most languages. [...] It is likely that many languages will have combinations that sound like OK, either complete words [...] or initials of words (Metcalf 2011, S. 90). okay ist in mündlichen Gesprächen heute beinahe allgegenwärtig, ob als kurze Frage am Ende einer Äußerung, als direkte Rückmeldung oder als international verstandenes Wort der Zustimmung. Sowohl die zunehmend häufigere Verwendung als auch die unterschiedlichen Gebrauchsmöglichkeiten sind Eigenschaften von okay, die das Wort schon vielfach zur Grundlage linguistischer Forschung gemacht haben. Das Hauptaugenmerk solcher Analysen lag vorrangig auf der Herausstellung unterschiedlicher Ge-brauchsweisen im mündlichen Diskurs. Doch okay ist keinesfalls ausschließlich ein Phänomen der gesprochenen Sprache: Der Ursprung von okay liegt in der Schrift. Die Funktion und Bedeutungvon okay im schriftsprachlichen Gebrauch stellen weitere, äußerst relevante Untersuchungsaspekte dar, da diese letztlich zu einer ganzheitlichen, wissenschaftlich fundierten Beschreibung des Wortes beitragen. So mussten bspw. durch die fehlende Intonation in Texten Entscheidungen bezüglich der Schreibweise von okay getroffen werden, was wiederum Anlass zur Entstehung vielfältiger Varianten gab. Neben der orthographischen Realisierung von okay ist gleichermaßen interessant, wie es sich seit seiner erstmaligen Verwendung in der deutschen Schriftlichkeit grammatikalisch entwickelt hat. Relevante Fragen sind hier etwa, ob okay ausschließlich als Responsiv genutzt wird, und auch, ob zwischen dem Gebrauch in text- oder interaktionsorientierter Schriftlichkeit Unterschiede festzustellen sind

    Abogeil! The language of German teens on YouTube

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    This book explores the vibrant linguistic world of young speakers through their YouTube comments. Combining linguistics, youth language and digitally mediated communication, this study is anchored in the groundbreaking NottDeuYTSch corpus, a collection of over 33 million words taken from YouTube comments spanning a decade (2008-2018). The book examines lexical, morphological, syntactic, and orthographic phenomena through three detailed corpus linguistic case studies. From the development of iconic slang terms to non-standard syntax and the creative use of graphical characters, Abogeil! reveals how young people innovate and reshape language in digital spaces. Essential for linguists, educators and anyone interested in digital youth culture, this work highlights the intersection of language, technology and identity in the 21st century

    Sprache und Diskurs

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    Authentizität ist eine Reflexionskategorie und für die Linguistik von großem Interesse. Denn Sprache ist »das zentrale Medium bei der kommunikativen Authentizitätsherstellung«, die selbst immer zwischen den Polen der »Wahrhaftigkeit und Inszenierung« angesiedelt ist (Felder / Gardt 2016; 2020). Die Sprachwissenschaft hat insofern eine besondere Aufgabe in diesem Zusammenhang. Authentizität wird sprachlich-diskursiv erzeugt und ist ein Aushandlungsergebnis, Authentisierungsakte sind die Realisate der Aushandlung. Unter dieser Voraussetzung ist der Gegenstand gesellschaftlich eminent relevant. Das haben die Arbeiten deutlich gemacht, die den Authentizitätsbegriff in Kunst, Wissenschaft und Wirtschaft, in Kommunikation und Öffentlichkeit, sowie hinsichtlich semantischer Strukturen dargestellt und beschrieben haben

    Mental Maps in EncycNet: Exploring Global Representation in a Historical, German Knowledge Graph

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    First popularized by Google in 2012 (Singhal 2012), knowledge graphs (KG) have now become a staple data representation method. KGs can be described as directed graphs, where the nodes (subject and object entities) represent any type of human knowledge. The edge specifies the relationship between subject and object. KGs are increasingly moving into the (digital) humanities. At their core, the humanities facilitate the preservation, dissemination, and analysis of cultural heritage knowledge. In all three aspects, this work is gradually changing towards the digital, such as digital thesauri. The network structure of KGs in particular opens up new possibilities for data aggregation and data analysis in the humanities. For one, KGs are an opportunity to interlink different fields of study through ontologies. They can also be used as additional sources for text preparation, as a new technology to query, aggregate, and analyze data in new ways, or to discover previously unseen relationships (Hawkins 2022, Zhang et al. 2021). In other words, as per Hyvönen (2020), KGs are not only good for data exploration and solving pre-set problems, they can also be employed for “finding research problems in the first place, for addressing them, and even for solving them automatically under the constraints set by the human researcher.” This abstract introduces the first openly published version of the EncycNet KG, a semantic knowledge graph built from historical German encyclopedias, as well as its potential for the digital humanities. In particular, using EncycNet and Wikidata, we analyze how the representation of countries in encyclopedias has changed from the 19th century until today

    LDV-Info 2

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    Verfahren der Hörbarmachung von Raum: Analyse einer Hörfilmsequenz

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    In diesem Beitrag werden wir mit einem raumbezogenen Erkenntnisinteresse einen Ausschnitt aus einem Hörfilm analysieren. Unter Hörfilm versteht man einen Spielfilm, der für Sehbehinderte und Blinde mit Audiodeskription, d.h. mit einer Beschreibung bestimmter Aspekte des Visuellen versehen ist. Wir werden in diesem Beitrag zunächst die zentralen Charakteristika des Hörfilms einführen und danach den Anfang der Hörfilmfassung von "Der Untergang" (Deutschland, 2004) analysieren. Dabei stellen wir uns die Frage, wie die im Hörfilm präsenten Modalitäten - gesprochene Sprache, Musik und Geräusche - Raum als ein multimodales Angebot ausgestalten. Nach der Analyse fassen wir die Mittel der Hörbarmachung des Raumes zusammen und setzen uns abschließend mit den besonderen Implikationen des Hörfilms hinsichtlich der auditiven Konstitution von Raum auseinander

    Facetten des parömiologischen Rubik-Würfels. Kenntnis ≡ Bekanntheit [⇔ Verwendung ≈ Frequenz] ?!?

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    Die Einsicht in die Komplexität der Sprichwortkenntnis hat dazu geführt, frühere Annahmen einer parömischen Ebene der Sprache im Sinne einer statischen Systemebene aufzugeben und diese statt dessen als ein dynamisches und selbstregulierendes, synergetisches (Sub-)System zu verstehen, in welchem sich verschiedene Faktoren und Systembedürfnisse einander bedingen und wechselseitig steuern. Erste Eckpfeiler eines solchen Systems wurden bereits identifiziert und zur Diskussion gestellt (Grzybek 2009, 2011). Damit jedoch innerhalb eines solchen komplexen Systems nicht Äpfel mit Birnen verglichen (bzw. verwechselt) werden, muss als Erstes geklärt werden, was man jeweils unter ‘Kenntnis’, ‘Bekanntheit’, ‘Frequenz’ u.a.m. versteht bzw. was in der Vergangenheit in verschiedenen Untersuchungen darunter verstanden wurde. Insbesondere ist es von Relevanz zu wissen, wie die Ausmaße der genannten Kategorien jeweils erhoben (gemessen) wurden. Dabei geht es nicht nur darum, die Probleme der einzelnen Verfahren allgemein und die Frage der Kompatibilität der Ergebnisse einschätzen zu können, sondern vor allem zu prüfen, ob die eingesetzten Verfahren überhaupt effektiv und angemessen zur Beantwortung der gestellten Fragen sind. Vor diesem Hintergrund sollen in der vorliegenden Darstellung einige Vorschläge zur terminologischen, konzeptuellen und methodologischen Präzisierung der Konzepte von ‘Kenntnis’ und ‘Bekanntheit’ vorgenommen werden, die letztendlich Aufschluss sowohl über mögliche Beschränkungen als auch über die Leistungsfähigkeit der verschiedenen Ansätze geben sollen. Die verwendungs- und frequenzorientierter Analysen werden hier ausgeblendet. Ihnen wird an anderer Stelle in ähnlich differenzierter Manier nachzugehen sein

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