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Konnektoren als prototypische Tempusmarker. Versuch einer kognitivistisch basierten Reanalyse
Auf Grund einer panchron orientierten Untersuchung der ursprünglichen Funktion konjunktionaler Konnektoren und des Sprachwandels im Bereich der Konnexion wird die These überprüft, dass die prototypische Funktionsgeltung einer konjunktionalen Verknüpfung sich unmittelbar aus der Versprachlichung des Zeitkonzepts ergibt. Als primäre Tempusmarker werden die Konnektoren als Signale der Satzlinearität interpretiert, welche die temporale Abfolge ikonisch symbolisiert. Daher werden die Konnektoren auf der Ebene der Prädikation platziert, unabhängig davon, ob sie oberflächlich Satzprädikate oder aber andere Satzglieder bzw. Satzgliedteile verbinden. Die ursprüngliche und die davon abgeleiteten Funktionsleistungen der Konnektoren werden etymologisch, kategorialsemantisch, konzeptorientiert und dependenzgrammatisch analysiert. Es wird u.a. gezeigt, wie die prototypische temporale Funktion der Konnektoren im Laufe der Sprachentwicklung in die kausale, finale, konzessive, konsekutive etc. umschlägt. Darüber hinaus wird der genuine Unterschied zwischen Konnektoren und Relatoren (Präpositionen) postuliert, welcher ebenfalls etymologisch, kognitiv-semantisch und dependenzgrammatisch begründet wird. Die Hauptthese beruht hier darauf, dass den Relatoren im Unterschied zu den Konnektoren das Raumkonzept als deren genuine Funktionsleistung zugewiesen wird
Lexicography and neology: building bridges through a multilingual approach with ENEOLI
Neology, the study of new word formations and new word meanings, remains an underrepresented yet critical dimension of linguistic research. This paper explores the efforts of the European Network on Lexical Innovation (ENEOLI) COST Action, launched in October 2023, in addressing key gaps in the study of lexical innovation in connection with lexicography. With 343 participants from 51 countries as of March 2025, ENEOLI seeks to build a comprehensive, multilingual approach to neology research. This initiative focuses on developing digital resources, comparative studies, and professional training to elevate the understanding of neology within the linguistic community, including the development of a multilingual glossary of the meta-terminology of neology. By integrating lexicographic and computational methodologies, ENEOLI sets a benchmark for multilingual research. This initiative not only contributes to a deeper understanding of neology but also provides resources that support its application across diverse academic and professional contexts, including translation, education, and digital humanities. Through its collaborative framework, ENEOLI highlights the significance of lexical innovation in understanding language evolution and its cultural and social dimensions.Die leksikografie en neologie: Die smee van bande deur 'n veeltalige benadering met ENEOLI. Neologie, die studie van nuwe woordvormings en nuwe woordbetekenisse, bly 'n onderverteenwoordigde dog kritieke aspek van taalkundige navorsing. Hierdie artikel ondersoek die pogings van die Europese Netwerk vir Leksikale Innovasie (ENEOLI) COST-aksieplan, wat in Oktober 2023 van stapel gestuur is, om sleutelkwessies in die bestudering van leksikale innovasie rakende die leksikografie aan te pak. ENEOLI streef met 343 deelnemers uit 51 lande (teen Maart 2025) daarna om 'n omvattende, veeltalige benadering tot neologienavorsing te volg. Hierdie inisiatief fokus op die ontwikkeling van digitale hulpbronne, vergelykende studies en professionele opleiding om die begrip van neologie binne die taalkundige gemeenskap te bevorder, insluitend die ontwikkeling van 'n veeltalige glossarium van die metaterminologie van neologie. Deur leksikografiese en rekenaargebaseerde metodologieë te integreer, stel ENEOLI 'n maatstaf vir veeltalige navorsing. Dié inisiatief dra nie net by tot 'n dieper begrip van neologie nie, maar voorsien ook hulpbronne wat die toepassing daarvan oor diverse akademiese en professionele kontekste, insluitend vertaling, opvoedkunde, en digitale geesteswetenskappe, ondersteun. Met sy samewerkingstruktuur beklemtoon ENEOLI die belangrikheid van leksikale innovasie in die verstaan van taalontwikkeling en die kulturele en sosiale dimensies daarvan
Exploring digitally-mediated communication with corpora. Methods, analyses, and corpus construction
Specialized corpora of the language of Computer-mediated Communication and Social Media are increasingly vital for the analysis of the "unparalleled and rapidly evolving diversity in terms of speakers and settings" in digital contexts, as well as of "language evolution seen through the lens of user-generated content, which gives access to a number of variants, socio- and idiolects" (Barbaresi 2019: 29–30).
This volume brings together corpus-based, language-centered research on CMC and social media in linguistics, philologies, communication sciences, media, and social sciences with research questions from the fields of corpus and computational linguistics, language technology, text technology, and machine learning. It features research in which computational methods and tools are used for language-centered empirical analysis of CMC and social media phenomena as well as research on building, processing, annotating, representing, and exploiting CMC and social media corpora, including their integration in digital research infrastructures
Jürgen Spitzmüller: Soziolinguistik. Eine Einführung. Stuttgart: J.B. Metzler 2022, 322 Seiten (ISBN: 978-3-476-05860-7, kart.., 24,95 Euro). Eva Gredel/Judith Purkarthofer: Soziolinguistik. Heidelberg: Universitätsverlag Winter 2022 (Reihe Literaturhinweise zur Linguistik, Band 11), 98 Seiten (ISBN: 978-3-8253-4958-5, kart., 14 Euro) [Rezension]
Wer spricht (noch) Deutsch in Tschechien? – Über moderne Mehrsprachigkeitskonstellationen
In der Geschichte der Region, die heute die Tschechische Republik ist, spielte über Jahrhunderte neben der tschechischen auch die deutsche Sprache eine relevante Rolle. Durch die Vertreibung eines Großteils der sogenannten ‚Sudetendeutschen‘ nach dem zweiten Weltkrieg, weitere Abwanderung nach Deutschland aufgrund der suppressiven Politik in der darauffolgenden kommunistischen Phase und die weitgehende Assimilation der verbliebenen Deutschen hat die deutsche Sprache in Tschechien bis heute jedoch deutlich an Relevanz verloren. Nichtsdestoweniger gibt es nach wie vor Deutsch-Muttersprachler/-innen in der Tschechischen Republik. Neben Angehörigen der ‚traditionellen‘ deutsch(sprachig)en Minderheit ziehen immer wieder auch Menschen aus deutschsprachigen Ländern in die Tschechische Republik, meist aus beruflichen Gründen. Darüber hinaus gibt es viele Deutschlernende, deren Interesse beispielsweise in der Familienhistorie, Chancen auf dem Arbeitsmarkt oder der deutschen Kultur und Literatur begründet liegt. So entstehen verschiedene Interessengruppen, für die die deutsche Sprache im Alltag eine größere oder kleinere Relevanz besitzt. Um nähere Erkenntnisse über die gegenwärtige Stellung der deutschen Sprache in der Tschechischen Republik zu gewinnen, wurden im Jahr 2023 leitfadengestützte Interviews mit 23 Auskunftspersonen geführt, in deren Leben Deutsch (zu einem bestimmten Zeitpunkt) eine relevante Rolle spielt(e). Im vorliegenden Beitrag soll es neben gesellschaftlichen und politischen Hintergründen darum gehen, wer diese Menschen sind und was sie über die deutsche Sprache und ihre Zukunft in Tschechien denken
Journal for Language Technology and Computational Linguistics. Special issue on LLM fails – failed experiments with generative AI and what we can learn from them
This JLCL special issue focuses on linguistic and NLP experiments with generativeAI that did not yield the desired results. All papers explore the extent in which their failed experiment can contribute to knowledge gain regarding the work with generative AI
Sprachkritik als sozialer Stil. Johannes Gross als Sprachkritiker „von oben herab“
Sprachkritik hat vielerlei Motive und entsprechend unterschiedliche Aufgaben. Hier wird gezeigt, wie ein bestimmter Typus Sprachkritik im Dienste sozialer Stilisierung betrieben wird, und zwar anhand von Texten des Publizisten Johannes Gross, der von 1981-1999 im „Magazin“, einer Beilage der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, so genannte „Notizen“ verfasst hat, die später auch in Buchform veröffentlicht wurden. Es geht bei solcher Sprachkritik darum, sich die Zugehörigkeit zu einer Distinktionsklasse im Sinne Bourdieus zu sichern und seinen Lesern eine entsprechende Identität zu verheißen. Dabei steht die unreflektiert abbildtheoretische Grundlegung von Sprache im Widerspruch zu der gleichzeitig entfalteten Sensibilität für ihre soziale Geprägtheit, angesichts des beträchtlichen intellektuellen Niveaus des Autors nur erklärbar durch den Hang zur ungehemmt elitären Selbstdarstellung
Entwicklung, Ausdruck und Regulierung kindlicher Gefühle
In diesem Text wird Individualsprache auf Gefühle und Emotionen bezogen. Dabei ist „Sprache“ im wörtlichen und übertragenen Sinne gemeint. Mit Fokus auf die moralbezogenen Gefühle und Emotionen bei Kindern werden folgende Fragen analysiert: Was machen diese Emotionen aus? In welchem Alter entwickeln sie sich? Wie lernen Kinder, ihre Emotionen wahrzunehmen, sie sprachlich zu benennen und dafür zu sorgen, dass sie ihren Emotionen nicht hilflos ausgeliefert sind? Bei der Beantwortung dieser Fragen wird ein kognitives Emotionsmodell zugrunde gelegt, das Vorteile für den bewussten Umgang mit Emotionen birgt. Forschungsbefunde belegen, dass moralbezogene Emotionen bereits ab dem Vorschulalter eine Rolle spielen. Exemplarisch wird gezeigt, dass sich so auch komplexe Emotionen sowie Bereitschaften, sich für den Artenschutz einzusetzen bereits bei Grundschulkindern abbilden und fördern lassen. Fragen des sprachlichen Ausdrucks, des Umgangs mit Emotionen sowie ihre Auswirkungen auf Verhalten werden im Konzept der emotionalen Intelligenz aufgegriffen. Diese wird als Schlüsselkompetenz diskutiert, die entscheidenden Einfluss auf den Schul- und Lebenserfolg von Kindern hat. Da sich emotionale Kompetenzen fördern lassen, werden Wege vorgestellt, wie dies bei Kindern geschehen kann, bevor ein kurzer Ausblick auf die Gründe für die Prominenz des Konzepts der emotionalen Intelligenz gegeben wird
Supplementing CEFR-graded vocabulary lists for language learners by leveraging information on dictionary views, corpus frequency, part-of-speech, and polysemy
The study explores an approach to supplementing existing CEFR-graded vocabulary lists, which are often incomplete, by imputing CEFR levels for additional vocabulary items. This is achieved by analysing word-level data such as dictionary views, corpus frequency, part-of-speech, and polysemy. Using English as a test case, the study employs a variety of machine-learning models to predict CEFR levels for words not included in the initial set. The models significantly outperform a random baseline, indicating their effectiveness. The findings suggest that corpus frequency is the most influential predictor, followed by dictionary views and polysemy. The study reveals the potential of this semi-automatic approach to expand CEFR-graded word lists, making them more comprehensive and accessible for language learners. At the same time, human oversight is recommended to ensure the appropriateness of the imputed words for language learners, such as regarding the inclusion of potentially offensive terms. Future research may extend this methodology to other languages, provided that sufficient linguistic data is available