Publikationsserver des Instituts für Deutsche Sprache
Not a member yet
11061 research outputs found
Sort by
Themenheft Studien zur Grammatik, Semantik und Pragmatik der Negation. Zur Einleitung
In den letzten beiden Jahrzehnten ist der Negation in der linguistischen Forschung eine beachtliche Aufmerksamkeit zuteil geworden
Neologisms and emotions in discourse and their lexicographic treatment
This paper examines the interplay between neologisms and emotions in German public discourses. Utilising a corpus-guided approach grounded in Critical Discourse Analysis, the study scrutinises how new lexical items, though not overtly emotional, carry significant evaluative weight and influence societal perspectives. By analysing recent terms such as Klimakleber, Doppelwumms and Rückführungspatenschaft, this research explores the mechanisms through which language not only reflects but actively shapes different emotions. The findings indicate that neologisms can provoke diverse responses, often serving to unify or divide public opinion based on their connotations. Furthermore, this study challenges traditional lexicographic practices by advocating for a meaning description and representation that encompasses both the discursive and emotional contexts of neologisms when attested in public language use. By applying complementary corpus methods where necessary, the paper explores and interprets the close relationship between words, meaning, emotions, and discourse with the help of illustrative examples. These demonstrate how a newly developed German neologism dictionary approaches emotionally charged lexical units by exploiting traditional investigations of concordances and collocation patterns with word-embedding analyses. Overall, the examination presented here highlights the importance of considering emotional undertones in understanding the societal impact of new words, contributing to an enriched lexicographic and linguistic comprehension
Michael Beißwenger et al. (Hg.). 2023. Korpusgestützte Sprachanalyse. Grundlagen, Anwendungen und Analysen (Studien zur deutschen Sprache 88). Tübingen: Narr Francke Attempto. 438 S. [Rezension]
Der vorliegende Band umfasst 25 Beiträge von 49 Autor:innen und eine Einleitung, die ich allesamt in meiner Besprechung berücksichtige, da sie die vielfältigen Möglichkeiten korpusgestützter Sprachanalyse widerspiegeln. Das ist durchaus nicht üblich und resultiert in einer umfangreicheren Rezension des Buches, das nicht nur Einblicke in grundlegende Fragen der Korpuslinguistik bietet, sondern auch aktuelle Forschungsarbeiten und Entwicklungen vorstellt und den Einsatz von Sprachkorpora im Schulunterricht und in der universitären Lehre thematisiert
„weißt du wenn du jetz zehntausend zurückbezahln musst […]“
Personalpronomen zählen zu den deiktischen Ausdrücken, mit denen auf Personen referiert werden kann. Neben der prototypischen Referenz wie beispielsweise ich auf den:die Sprecher:in/Schreiber:in, du auf ein einzelnes Gegenüber und wir auf eine Gruppe aus mindestens zwei Personen, die den:die Sprecher:in/ Schreiber:in einschließt, werden Personalpronomen jedoch häufig wesentlich flexibler eingesetzt. Ziel des Beitrags ist eine korpusbasierte übergreifende Analyse der nicht-prototypischen Verwendung der Pronomen ich, du und wir in der mündlichen Interaktion und ein Aufzeigen, in welchen Interaktionsdomänen und in welchen Funktionen diese Verwendung besonders häufig auftritt. Der Fokus auf eine Kookkurrenz mit Modalpartikeln soll verdeutlichen, ob hier ggf. eine Disambiguierungshilfe für die Interpretation einer nicht-prototypischen Verwendung vorliegt oder sogar von einer Konstruktion im Sinne von Günthner (2007) gesprochen werden kann. Der Beitrag wird zunächst Grundlegendes zur nicht-prototypischen Verwendung von Personalpronomen festhalten (Abschnitt 1) und den gewählten Untersuchungskontext – das gemeinsame Auftreten der Pronomen mit Modalpartikeln in Konditionalkonstruktionen – skizzieren (Abschnitt 2). Nach der Präsentation von Fragestellungen, Datenkorpus und Methodik werden in Abschnitt 4 die Ergebnisse der qualitativen und quantitativen Analysen präsentiert, bevor in Abschnitt 5 ein Fazit gezogen wird
Zum AADG und darüber hinaus: Projektergebnisse und ein Forschungsausblick
2006 wurde im IDS-Projekt „Variation des gesprochenen Deutsch“ mit der
Datenerhebung zum Korpus „Deutsch heute“ begonnen, seit 2011 wird der Atlas zur Aussprache des Deutschen Gebrauchsstandards (AADG) (Kleiner 2011–) online publiziert. In diesem Beitrag werden zum einen bisher ganz oder weitgehend unausgewertete Aspekte aus „Deutsch heute“ thematisiert: Der Fragebogen zur sprachlichen Selbsteinschätzung, die Aussprache „schwerer“ Wörter im Lesetext und lexikalische Variation in der Bildbenennungsaufgabe. Zum anderen werden mithilfe von multivariaten statistischen Verfahren auf der Basis aller AADG-Karten erstmals die hinter den lautlichen Einzelphänomenen stehenden übergeordneten Karten der Sprachräume gezeigt, die sich aus der Zusammenfassung der Daten gewinnen lassen
Declarative speech acts as a discursive practice of disruption. An analysis of same-sex marriage and blessings in German church discourse
In diesem Beitrag wird diskutiert, wie die Kategorie der deklarativen Sprechakte im Kontext der Diskursanalyse verwendet werden kann. Zu diesem Zweck werden sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede zwischen den Arbeiten von Searle und Foucault diskutiert, um die Möglichkeiten und Herausforderungen der Theoretisierung deklarativer Sprechakte als diskursive Praktiken zu verdeutlichen. Um diese Probleme zu erörtern, wird eine Studie über die Glücksbedingungen der Ehe in islamischen und christlichen Kulturen kritisch betrachtet. Der Beitrag schließt mit einer Analyse des Diskurses über die gleichgeschlechtliche Ehe sowie über Segnungszeremonien in deutschen Kirchen und den diskursiven Konflikten, die um diese Praktiken kreisen.This paper discusses how the category of declarative speech acts can be used in the context of discourse analysis. For this purpose, similarities as well as differences between the works of Searle and Foucault are being discussed in order to illustrate the possibilities and challenges of theorizing declarative speech acts as discursive practices.To elaborate on these problems, a study on the felicity conditions of marriage in Islamic as well as Christian cultures is critically reviewed. The paper ends with an analysis of the discourse of same-sex marriage as well as blessing ceremonies in German churches and the discursive conflicts revolving around those practices
Bewertungskriterien der Duden-Sprachberatung
Die Auskünfte, die die Duden-Sprachberatungsstelle erteilt, werden im wesentlichen durch die folgenden Kriterien bestimmt: Normgerechtheit, Adressatenbezug, Einheitlichkeit und Kontinuität, Forschungsorientiertheit, Materialbezogenheit und redaktionelle Sprachkompetenz. Der folgende Beitrag erläutert diese Kriterien im einzelnen und versucht sie pragmatisch zu begründen. Auf ihre jeweilige Problematik wird exemplarisch hingewiesen, Beispiele für ihre praktische Anwendung sollen die sprachpflegerische Position der Dudenredaktion illustrieren