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    Zur Einführung: Gesprochenes Deutsch

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    Dialektmorphologie zwischen formaler Autonomie und funktionaler Auslastung

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    Dieser Beitrag versucht eine kritische Evaluation des Umlauts im Deutschen, und zwar insbesondere hinsichtlich seines Funktionsspektrums und seiner funktionalen Auslastung. Durch ihre größere Natürlichkeit sind Dialekte hervorragend für diese Zwecke geeignet, und minimale Systemkontraste, wie sie sich bei diesen Varietäten zeigen, sind von großem Interesse fur die Kalibrierung theoretischer Ansätze. Auf dieser Grundlage wird dafür argumentiert, dass es neben der allseits bekannten phonologischen Umlautphase und der anschließenden - und äußerst komplexen - Morphologisierung des Umlautes auch eine dritte Eskalationsstufe gibt, und zwar die morphomische. Während morphologischer Umlaut ein Marker ist, der abgeleitete Kategorienwerte verschiedenster Auspragung (z. B. Plural, Konjunktiv, Komparativ/Superlativ usw.) signalisiert, dient morphomischer Umlaut nichts anderem als der internen Kohärenz von Flexionsklassen

    „Antisemitismus, ganz normal [?]“. Diskriminierungsvorwürfe als Störungen polizeiinterner Diskursordnungen

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    In der öffentlichen Debatte über Rassismus und Diskriminierung im Polizeiwesen spielen implizite normative Erwartungen an den Sprachgebrauch von Polizeibeamt:innen eine Rolle. Das wiederum führt ihrerseits nicht selten zu einer Verunsicherung im eigenen Sprachgebrauch. Das Projekt der ‚Arbeitsstelle für linguistische Gesellschaftsforschung‘ an der Universität Magdeburg zu ‚Rassistischer und diskriminierender Sprache‘ ist ein anwendungsbezogenes Forschungsprojekt, in dem ein Workshop-Programm mit dem Ziel der Aufklärung über rassistische und diskriminierende Sprache, speziell für Angehörige der Landespolizei, entwickelt wurde. Die Basis der Workshopkonzeption, problemzentrierte Interviews mit Mitgliedern der Polizei Sachsen-Anhalt, entspricht dem diesem Beitrag zugrundeliegenden Forschungskorpus. Anhand ausgewählter Textbelege lässt sich exemplarisch zeigen, auf welche Weise polizeiinterne diskursive Ordnungen gestört werden, wie auf diese Irritation(en) sprachlich und metakommunikativ reagiert wird, welche Positionierungen im Rahmen eines ‚Störungsvorfalls‘ auftreten und welche gesellschaftlichen Akteur:innen daran beteiligt sind.In the public debate about racism and discrimination within police force, implicit normative expectations regarding the language used by police officers are significant. These expectations often lead to uncertainty in their own use of language. The project on racist and discriminatory language of the ‚Arbeitsstelle für linguistische Gesellschaftsforschung‘ (AlGf ) at the University of Magdeburg addresses this issue. It was developed as an application-oriented research project that educates members of the state police about racist and discriminatory language with the help of a workshop program that is based on problem-centered interviews with members of the Saxony-Anhalt police force. These interviews also correspond to the research corpus on which this article is based. Using selected textual evidence, it can be illustrated how the police' internal discursive orders are disrupted, how these irritation(s) are negotiated linguistically and metacommunicatively, which positionings occur in the context of a ‘disruptive incident’ and which social actors are involved

    Sprachenvielfalt und Sprachenpolitik in der Spätphase der Donaumonarchie (1848-1918)

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    Der nachstehende Beitrag präsentiert sich „intermedial“, so dass sich den geneigten Leserinnen und Lesern mehrere Möglichkeiten bieten, von seinem Inhalt Kenntnis zu nehmen: a) durch die einfache Lektüre des nachfolgenden Textes, der zwar mit dem im Juni 2007 in Berlin verlesenen Vortragsmanuskript weitestgehend identisch ist, jedoch um kommentierende Anmerkungen und zahlreiche bibliografische Hinweise ergänzt wurde; b) durch die audiovisuelle Konsultation der beiliegenden CD, die (im Verzeichnis „Goebl“) nicht nur den vom Autor gesprochenen Vortragstext, sondern - vor allem - die Gesamtheit jener (zur Gänze mehrfarbigen) Grafiken und Landkarten' enthält, die das eigentliche „Salz“ der Berliner Präsentation ausgemacht haben; c) durch eine Kombination der Möglichkeiten a) und b). Klarerweise bietet die erstgenannte Variante (a) die geringsten Vorteile, wohingegen die Variante b) die Leser (utriusque generis) immerhin imstande setzt, sich in den Besitz der in Berlin präsentierten bildhaften und gesprochenen Informationen zu setzen. Ganz gewissenhafte und entsprechend informationshungrige Leser werden freilich zur Variante c) greifen und dabei die in den Fußnoten und im bibliografischen Annex gebotenen Hinweise zur Kenntnis nehmen

    Phonological restrictions on English word-formation

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    Word-formation rules differ from syntactic rules in that they, apart from obeying morphological and semantic constraints, can also be − and often are − restricted phonologically. The present article includes an overview of the relevant phenomena in English and discusses the consequences for the representation of words in the mental lexicon and for grammar

    Islambezogene Verwendung des Deutschen: Ein linguistischer Beschreibungsversuch

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    Ein Sprachgebrauch, der fachlich intuitiv zum Migrantendeutsch zu zählen ist und zusätzlich als ein prestigeträchtiger (früher „elaborierter“) Code und insofern eine Besonderheit unter den aktuellen Varianten des Deutschen darstellt, wurde bisher – abgesehen von einigen jüngeren Publikationen, die erwähnt werden – kaum wahrgenommen. Gemeint ist ein Sprachgebrauch des Deutschen, das heute in der (digitalen) Öffentlichkeit vor allem Deutschsprecherinnen und -sprecher islamischen Glaubens sprechen. Dieser Sprachgebrauch ist an besondere Verwendungs- und Situationskontexte gebunden – und zwar an die, wenn in mündlichen und schriftlichen Texten bei unterschiedlichen Redeanlässen islamisch-religiöse Konzepte in verschiedenen Textsorten versprachlicht werden, was für die allermeisten islamisch sozialisierten Menschen zu ihrem alltäglichen Sprachgebrauch gehört. Es geht beispielsweise um Belege wie in den im Beitrag enthaltenen Instagram-Postings

    Learning by analyzing – wie DaF-Lernende für die syntaktische Variation in weil-Sätzen sensibilisiert werden können

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    Im geschriebenen Deutsch leitet weil einen Nebensatz mit Verbletztstellung (VL) ein. Dieses syntaktische Format wird so auch im DaF‑Unterricht eingeführt – oft veranschaulichend für VL in Nebensätzen. Dass VL in weil‑Sätzen im gesprochenen Deutsch tatsächlich nur für eine inhaltliche Kausalitätsmarkierung auftritt und weil‑Sätze häufig auch mit Verbzweitstellung (V2) vorkommen, bleibt dabei meist unerwähnt, wenngleich zahlreiche Forschungsbeiträge immer wieder zu einer stärkeren Integration der gesprochenen Sprache in den DaF‑Unterricht aufrufen (Richter, 2002; Vorderwülbecke, 2008; s. auch Beiträge in Moraldo & Missaglia, 2013), auch spezifisch in Bezug auf weil‑Sätze (Bendig et al., 2016; Okamura, 1991; Vandergriff, 2005; Watzinger‑Tharp, 2006). Der vorliegende Beitrag stellt eine Vermittlungsmöglichkeit für die syntaktische Variation von weil‑Sätzen im DaF‑Unterricht vor und fokussiert dabei insbesondere auf eine Sensibilisierung für die Form‑Funktionspaare von VL und V2 anhand authentischer spontansprachlicher Datenbeispiele. Die gezielte Auseinandersetzung mit interaktionalen Daten und eine induktive Erarbeitung der Form‑Funktions‑Variation von weil je nach syntaktischer Realisierung in sogenannten ›Datensitzungen‹ (Betz, 2024) bildet dabei das Kernstück der Unterrichtseinheit für Lernende. Neben gezielten Ideen zur Förderung einer ›Meta‑Interaktionskompetenz‹ diskutiert der Beitrag außerdem eine geeignete Bewertungsmöglichkeit für die vorgeschlagene Unterrichtseinheit. Die Datenbeispiele stammen aus dem Forschungs‑ und Lehrkorpus Gesprochenes Deutsch (Schmidt, 2014; s. auch Reineke et al., 2023) und können so von DaF‑Lehrkräften nach Registrierung bei der Datenbank für Gesprochenes Deutsch (Leibniz‑Institut für Deutsche Sprache, Mannheim) für den Unterricht aufgerufen und genutzt werden

    Die Rezeption und Wirkung von Johann Christoph Adelungs „Grammatisch-kritischem Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart“ in Österreich

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    Im Folgenden untersuchen wir bloß die Rezeption und Wirkung von Adelungs „Grammatisch-kritischem Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart“ in Österreich und damit insbesondere die Festlegung eines schriftsprachadäquaten Wortschatzes. Das ist deshalb von grundlegender Bedeutung, weil es gegenüber dem ostmitteldeutsch-norddeutschen Wortgebrauch Adelungs oberdeutsch-österreichische lexikalische Unterschiede gibt. Das aber löste die Frage nach der gültigen Norm aus. Sie wurde unterschiedlich beantwortet, und bekanntlich gibt es im Rahmen der standardsprachlichen Varietäten heute noch das österreichische Deutsch. Die österreichische Rezeption und Wirkung der weiteren sprachwissenschaftlichen Werke Adelungs bleibt einer eigenen Darstellung „Johann Christoph Adelung und Österreich – Die Rezeption und Wirkung seiner sprachwissenschaftlichen Werke“ vorbehalten, die als Band 39 der „Schriften zur deutschen Sprache in Österreich“ im Verlag Peter Lang, Frankfurt am Main und Wien, erscheinen soll

    Adelungs Wörterbuch und die historische Semantik

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    Welchen Wert besitzt Adelungs Wörterbuch heute noch bei der semantischen Beschreibung der Lexik des 18. Jahrhunderts? Inwieweit kann man sich auf seine Bedeutungsangaben stützen? In welcher Relation stehen seine chronologischen, territorialen und soziostilistischen Markierungen zum zeitgenössischen Sprachgebrauch? Lassen sich aus seinen Wörterbuchartikeln Aussagen über den besonders in der Zeit um 1800 verstärkt zu beobachtenden Bedeutungswandel ableiten? Diese Fragestellungen sollen im Zentrum dieses Beitrags stehen. Ich möchte sie in einige Bemerkungen zum Wert historischer Wörterbücher als Quelle zur Beschreibung der Lexik historischer Sprachperioden, vorrangig des Frühneuhochdeutschen und des älteren Neuhochdeutschen einbetten

    Formale Aspekte bei Wortneubildungen und Probleme ihrer Beschreibung

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    Bei der Sammlung und Untersuchung von Wortneubildungen, also von nicht lexikalisierten und nicht usualisierten ad-hoc-Bildungen und Okkasionalismen vor allem im Bereich der Verbrauchsgüter (hier besonders Verkehr, Tourismus, Wellness, Kosmetik, Süßwaren) steht man immer wieder vor dem Problem, dass diese Wortneubildungen nur geschrieben vorliegen, dass es also keine authentischen lautlichen Realisierungen gibt. Für die Interpretation bleibt dem Linguisten wie dem normalen Sprachbenutzer nur die Schriftform, die in der bezüglich Wortneubildungen kreativen Werbung sehr normfern, da nicht an die offiziellen orthografischen Normen (wie auch an die Regeln der Wortbildung) gebunden, ist. Mir geht es hier nur am Rand um die Normproblematik, aber ein kurzer Überblick über die auftretenden Erscheinungen ist doch notwendig. Die Beispiele werden hier jeweils in der bzw. einer der belegten Schreibform(en) geboten; nicht gerade selten erscheinen dieselben Wortneubildungen ja, wie oben bereits erwähnt, in mehreren Schreibungen, teilweise sogar am gleichen Gegenstand, z.B. unterschiedliche Schreibungen in Produktname, Produktbeschreibung und Produktinformation. Die in diesem Aufsatz verwendeten Belege wurden nicht zielgerichtet für den Zweck dieses Aufsatzes gesammelt, sondern sind quasi Abfallprodukt der systematischen Erfassung von Wortneubildungen in verschiedenen Sachgebietenwie Kosmetik, Tourismus und unterschiedlichen Warengruppen. Die Quellen sind bei Printmedien jeweils direkt am Beleg angegeben; bei Funden auf Homepages (es wurden nur deutsche Internetseiten verwendet) ist jeweils nur ein Stichwort angegeben, die zugehörige URL findet sich in einer Liste am Ende des Literaturverzeichnisses

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