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Zur Begrenzung der Staatsverschuldung im föderalen Staat
Seit geraumer Zeit wird den öffentlichen Haushalten in der Bundesrepublik Deutschland und hierbei insbesondere den Haushaltsdefiziten sowie dem Schuldenstand eine große Aufmerksamkeit zuteil. Dazu beigetragen hat nicht nur der enorme Anstieg der Schulden der öffentlichen Hand und die damit einhergehende Zinslast nach der Wiedervereinigung. Auch die Verpflichtung Deutschlands, als Mitglied der Europäischen Währungsunion übermäßige öffentliche Defizite zu vermeiden und im Rahmen des europäischen Stabilitäts- und Wachstumspakts in den kommenden Jahren sogar einen ausgeglichenen Staatshaushalt auszuweisen, lässt sich als Ursache für diese Entwicklung ausmachen. Vor dem Hintergrund der Frage, wie es zukünftig gelingen kann, das gesamtstaatliche Defizit und damit auch den Anstieg des Schuldenstandes des Staates zu begrenzen, werden zunächst auf der Grundlage der langfristigen Auswirkungen der Staatsverschuldung auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung die Grenzen der Staatsverschuldung herausgearbeitet. Daraufhin werden die Grenzen der Staatsverschuldung aus ökonomischer Sicht mit jenen Grenzen der Staatsverschuldung verglichen, die sich aus dem Grundgesetz ergeben. In diesem Zusammenhang wird dargelegt, dass die institutionellen Grenzen der Staatsverschuldung zum einen weiter gefasst sind, als dies aus ökonomischer Sicht sinnvoll ist. Zum anderen wird aufgezeigt, dass sich aus der Finanzverfassung für die Entscheidungsträger darüber hinaus Anreize ergeben, den verfassungsrechtlichen Rahmen in einem Umfang in Anspruch zu nehmen, der zu einem Überschreiten der ökonomischen Grenzen der Staatsverschuldung führt. Vor diesem Hintergrund wird ein Vorschlag zur Reform der Finanzverfassung vorgestellt, der den ökonomischen Anforderungen besser Rechnung trägt als die derzeitigen Regelungen und der gleichzeitig mit der bundesstaatlichen Ordnung des Grundgesetzes vereinbar ist.For some time public finances especially public deficits and debt have attracted intense interest in the Federal Republic of Germany. This is the result not only of the enormous increase in public debt especially since the reunification, it is also due to Germany`s obligation as a member of the European Community to avoid excessive public deficits and - especially - under the "stability and growth pact" to produce balanced budgets. Focused on the question of how to limit budget deficits and national debt in the future, the thesis analyses the impact of national debt on economic growth, and - from an economic point of view - highlights the limits to budget deficits and national debt. These economic limits are then compared to the constitutional limits of budget deficits in the German "Grundgesetz". It turns out that the constitutional limits are too generous in comparison to the economic limits. Furthermore the constitution provides federal and state governments with incentives to increase the indebtedness beyond the economic limits as defined. Based on these results there follows a proposal for a constitutional reform that complies with the economic limits discussed and is also compatible with the federal structure of the "Grundgesetz"
Interkulturelle Bildung und Erziehung im Fremdsprachenunterricht der Grundschule. Begründung - Konzepte - Bewährung
Die durch Globalisierungsprozesse ermöglichte Unbegrenztheit der Kommunikation und der durch Migration verursachte multikulturelle Charakter unserer Gesellschaft fokussieren ihren Bildungsanspruch auf den Bereich der Kommunikation und der interkulturellen Verständigung. Dem Bedürfnis einer pädagogischen Antwort auf die historisch völlig neue Lebenswelt entspricht die Institution Schule unter anderem mit dem Frühbeginn des Fremdsprachenunterrichts und der interkulturellen Bildung und Erziehung im Primarbereich. Ziel der empirischen Studie war es, zu eruieren, inwieweit die gegenwärtige unterrichtliche Praxis der interkulturellen Bildung und Erziehung im Rahmen des Fremdsprachenunterrichts der Grundschule den Herausforderungen einer globalisierten und multikulturellen Lebenswelt gerecht werden kann. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen den aktuellen Stand des interkulturellen Lehrens und Lernens im Rahmen des Fremdsprachenunterrichts der Grundschule. Sie lassen eine kritische Beurteilung verschiedener Konzepte hinsichtlich ihrer interkulturellen Effizienz zu und verdeutlichen deren Möglichkeiten und Grenzen. Sie geben Aufschluss über das Verhältnis von Theorie und Praxis und decken Schwachstellen auf
Versicherungsprodukte für den Internetabsatz. Eine empirische Analyse des deutschen Direktversicherungsmarktes
Ziel dieser Arbeit ist es, ausgehend von der Marktsituation der deutschen Direktversicherungsunternehmen, eine Perspektive für den Absatz von Versicherungsprodukten über das Internet zu entwickeln. Im Anschluss an die einführenden Überlegungen werden die technischen Grundlagen des Internets kurz dargestellt sowie ein kurzer historischer Abriss des Internets skizziert. Dann werden ausgewählte Aspekte des Internetzugangs, die verschiedenen Dienste im Internet unter besonderer Betonung des World Wide Web (WWW) als Kerndienst des Internets in den Vordergrund gerückt. Anschließend werden die Grundlagen des Produktes Versicherungsschutz in der privatwirtschaftlich orientierten Versicherungswirtschaft dargestellt. Auch wird die zentrale Leistung des Versicherungsvorgangs sowie seine volkswirtschaftliche Bedeutung vorgestellt. Die Wiedergabe der Ergebnisse der empirischen Untersuchung des deutschen Direktversicherungsgeschäftes im Erstversicherungsmarkt bildet den Schwerpunkt dieser Arbeit und dient als Argumentationsbasis für die im Folgekapitel vorgenommene Betrachtung des Absatzbereiches des Internetvertriebs von Versicherungsprodukten. Sodann wird die Bedeutung der Informationsbeschaffung für das Marketing angesprochen. Es werden die Probleme, welche bei der Informationsbeschaffung mittels Onlinestichproben auftreten, ausführlich vorgestellt und untersucht sowie, - unter der Berücksichtigung der gefundenen Schranken der Onlinedatenerhebung - künftige Einsatzmöglichkeiten für das Internet als Befragungsinstrument im Internet aufgezeigt. Im Anschluss daran werden die Implikationen des Internets auf das absatzpolitische Instrumentarium der Versicherungsunternehmen bearbeitet, wobei unterstellt wird, dass ein Versicherer den Absatzkanal Internet als Vertriebsorgan in seine Organisation miteinbeziehen möchte. Im Rahmen des absatzpolitischen Instrumentariums wird kurz die Produktpolitik, die Preispolitik und die Kommunikationspolitik unter Einbeziehung des Internets als Absatzkanals im Absatzprogramm eines Versicherungsunternehmens bearbeitet
Entwicklung eines mediendidaktischen Konzepts zur Erstellung eines internetgestützten Lernprogramms über Struktur und Funktion der Orchideenmykorrhiza – Fachwissenschaftliche Analyse, didaktische Aufbereitung und mediale Umsetzung
Die biologiedidaktische Dissertation befasst sich in erster Linie mit der Struktur und Funktion der Orchideenmykorrhiza, d.h. mit dem symbiotischen Zusammenleben zwischen Orchideenwurzeln und Pilzen. Nachdem die Bedeutung des Online-Lernens vor allem im Hochschulbereich stark zunimmt und didaktisch ausgereifte Lernangebote fehlen, wird versucht, ausgehend von einem mediendidaktischem Konzept, die komplexe Thematik mit Hilfe eines internetgestützten Lernprogramms mit dem Namen "Orchideenmykorrhiza-Online" zu visualisieren. Hierbei wird geprüft, ob durch die Berücksichtigung mediendidaktischer und softwareergonomischer Gestaltungsrichtlinien Lernprozesse via Internet optimiert werden können. Die wissenschaftliche Abhandlung ist in drei Teilbereiche gegliedert. Im ersten Abschnitt erfolgt ein detaillierter Überblick über den aktuellen Forschungsstand der Orchideenmykorrhiza als wichtige Voraussetzung für eine Online-Präsentation. Die darauf folgende mediendidaktische Analyse enthält wichtige Aspekte für die Umsetzung von Darstellungsformen wie Text, Bild und Animation sowie Gestaltungskriterien für eine Realisierung von Interaktions-formen (z. B. Navigation) im Internet. Der dritte Teil beschäftigt sich schließlich mit der Konzeption, Umsetzung und Evaluation von "Orchideenmykorrhiza-Online"
Die Einkaufsstättenwahl von Konsumenten unter transaktionskostentheoretischen Gesichtspunkten. Theoretische Grundlegung und empirische Überprüfung mittels der Adaptiven Conjoint-Analyse
Ziel der Arbeit war die Entwicklung eines theoretischen Bezugsrahmens auf Basis der Transaktionskostentheorie, um die Einkaufsstättenwahl von Konsumenten unter transaktionskostentheoretischen Gesichtspunkten analysieren zu können und die anschließende empirische Überprüfung der theoretischen Erkenntnisse. Nach der Darstellung bisheriger Ansätze zur Erklärung der Einkaufsstättenwahl von Konsumenten wurde der Transaktionskostenansatz ausführlich beschrieben und geprüft, ob die Transaktionskostentheorie auf die Einkaufsstättenwahl anwendbar ist. Nachdem die grundlegende Frage des Einsatzes der Transaktionskostentheorie geklärt war, wurden die einzelnen Arten an Transaktionskosten, die bei der Einkaufsstättenwahl anfallen können, herausgearbeitet. Ein Konsument sucht die Einkaufsstätte auf und kauft dort seine Ware, wo seine subjektiven Gesamtkosten, die sich aus dem Preis sowie Transaktionskosten und -nutzen zusammensetzen, am geringsten sind. Ausgehend von den theoretischen Erkenntnissen erfolgte eine ausführliche Analyse der Betriebstypenevolution unter transaktionskostentheoretischen Gesichtspunkten. Anschließend wurden Untersuchungshypothesen aufgestellt, um die unter transaktionskostentheoretischen Gesichtspunkten für die einzelnen Betriebstypen entscheidungsrelevanten Kriterien herauszufiltern und mögliche Einflussfaktoren festzustellen. Nach Auswahl des Untersuchungsobjektes, Operationalisierung der Modellvariablen und der Messmodelle sowie Bestimmung des Erhebungsdesign wurden die Hypothesen in einer empirischen Untersuchung getestet. Ein Teil der Befragung erfolgte dabei computergestützt mittels der Adaptiven Conjoint-Analyse. Als Ergebnis lässt sich festhalten, dass die Einkaufsstättenwahl von Konsumenten neben dem Preis von Transaktionskosten und Transaktionsnutzen abhängig ist. Die Transaktionskostentheorie liefert einen leistungsfähigen Bezugsrahmen, um die oft schwer nachzuvollziehende Einkaufsstättenwahl von Konsumenten wissenschaftlich zu erhellen
Deduction-Based Software Component Retrieval
Deduction-based software component retrieval is a software reuse technique that uses formal specifications as component descriptors and as search keys; matching components are identified using an automated theorem prover. This dissertation contains a detailed theoretical investigation of the concept as well as the first substantial experimental evaluation of its technical feasibility.Deduktionsbasiertes Kompenentenretrieval ist eine Softwarereusetechnik, in der formale Spezifikationen zur Beschreibung von Komponenten sowie als Anfragen verwendet werden; passende Komponenten werden mit Hilfe eines automatischen Theorembeweisers ermittelt. Diese Arbeit enthält eine detaillierte theoretische Untersuchung dieses Konzeptes und die erste ausführliche experimentelle Evaluierung seiner technischen Realisierbarkeit
Konzentrationsursachen der europäischen Versicherungsmärkte - eine theoretische und empirische Untersuchung
Untersuchungsziel dieser Arbeit ist es, die Ursachen von Konzentrationsveränderungen - hierunter fallen sowohl Konzentration als auch Dekonzentration - in der europäischen Versicherungsbranche zu analysieren. Anhand industrieökonomischer Konzepte wird theoretisch und empirisch erforscht, auf welche der vorgestellten Ursachen die Konzentrationsveränderung in der europäischen Versicherungsbranche zurückzuführen ist. Die Systematisierung der Konzentrationsursachen wird in der vorliegenden Arbeit an den verschiedenen Gliedern der Kausalkette vorgenommen. Konzentrationsursachen können hiernach in direkte und indirekte Ursachen differenziert werden. Direkte Konzentrationsursachen wirken sich unmittelbar auf das Konzentrationsniveau aus. Unter die direkten Konzentrationsursachen werden vier Ereignisse subsumiert: Marktzutritt, Marktaustritt, internes Wachstum und Zusammenschluß von Unternehmen. Indirekte Konzentrationsursachen beeinflussen hingegen die direkten Konzentrationsursachen. Dadurch üben sie indirekt einen Einfluß auf das Konzentrationsniveau aus. Indirekte Konzentrationsursachen sind Veränderungen wirtschaftlicher und rechtlicher Gegebenheiten. Diese Arbeit fokussiert dabei auf Entwicklungen des Nachfragepotentials und des Nachfrageverhaltens, der Informations- und Kommunikationstechnologien sowie der gesetzlichen Rahmenbedingungen
Il "De Principatu" e gli altri scritti: Machiavellismo e metodo nel pensiero politico di L. Ducci
Il qui presente lavoro si fonda sulla trascrizione del manoscritto del "De Principatu", un trattato politico rimasto incompleto, composto da Lorenzo Ducci a cavallo tra il Cinque e il Seicento. Nella parte introduttiva si tenta di dare un quadro d insieme della vita e delle opere del letterato pistoiese. Alla parte centrale, che include la trascrizione del testo latino, fa seguito una analisi dei nuclei tematici fondamentali del trattato. La finalita di questo lavoro è dimostrare come il pensiero del Machiavelli influenzi, seppur in maniera velata, l opera del Ducci e quindi, di conseguenza, come esso paradossalmente informi di sé anche quella produzione politica successiva alla Controriforma all interno della quale va ascritto il "De Principatu" e che proprio nella confutazione delle teorie del segretario fiorentino vedeva la sua ragione di esistere. Inoltre, si vuole dimostrare come non solo in Francia, dove le teorie di De la Ramèe spopolavano, bensì anche in Italia agli inizi del Seicento la querelle sul metodo assuma un ruolo preponderante, riconoscibile nelle acribiche ed estese riflessioni metodologiche presenti nel "De Principatu" e in tutte le altre opere del Ducci.Die vorliegende Arbeit basiert auf der Transkription von Lorenzo Duccis Manuskript De Principatu aus der Biblioteca Vaticana, Rom. Es handelt sieh dabei um einen sehr umfangreichen, systematischen politischen Traktat, verfasst gegen Ende des 16. Jahrhunderts, der methodisch sämtliche Aspekte eines Staatswesens abhandelt und nach mehr als 900 S., mitten in der Behandlung der Tyrannis, abbricht. Der Verfasser, Lorenzo Ducci, war Sekretär des Kardinals Biandrate, während des Übergangs von Ferrara an den Kirchenstaat in Ferrara tätig und hat zwischen 1600-05 eine ganze Reihe seiner Schriften ebendort in den Druck gegeben. Der erste Teil der Arbeit untersucht die biographischen Quellen zu Lorenzo Ducci sowie seine gedruckten Schriften, soweit sie in Zusammenhang mit De Principatu stehen. Danach folgt im zweiten Teil die Transskription ausgewählter Passagen (ca. 1/3) aus De Principatu sowie ein Überblick über den Aufbau des gesamten Manuskripts und des Manuskriptbestandes von Lorenzo Ducci in der Biblioteca Vaticana insgesamt. Der dritte und wichtigste Teil der vorliegenden Arbeit besteht aus einem Kommentar zu De Principatu. Hier geht es um den Nachweis, dass Ducci in militärischen Fragen Machiavelli (den er natürlich nie zitiert) folgt und in religiösen Jean Bodin (der durchaus auch explizit genannt wird). Insofern steht Duccis De Principatu selbstverständlich einerseits in der Tradition katholischer, "gegenreformatorischer" Staatsraisonslehren (G. Botero u.a), ist aber andererseits Beleg für eine durchaus problematische Orthodoxie, was auch in Duccis gedruckten Schriften und sonstigen Manuskripten seine Bestätigung findet. Der kurioseste Aspekt aller Arbeiten von Lorenzo Ducci besteht zweifellos in ihrem "methodischen" Aufbau. Auch hier folgt Ducci protestantischen Autoren (vor allem Petrus Ramus) und kann somit als eines der seltenen Exempel des italienischen Ramismus gelten. Die vorliegende Arbeit bestätigt somit die schon verschiedentlich geäusserte Vermutung, dass die italienische Ramus-Rezeption nicht gerade bei den erstrangigen Autoren erfolgt ist. Die Kombination des "methodischen" Ramismus (protestantischer Herkunft) mit fast schon staatsreligiösen Ansätzen, mit einer intensiven Aufnahme des politischen Platonismus und mit einem militärischen Machiavellismus (das Bürgerheer als "militia romana") muss bei einem Autor, der als Sekretär eines Kardinals tätig war, am Ende des 16. und zu Beginn des 17. Jahrhunderts doch überraschen
Verwendungsweisen des Begriffs der "Ganzheitlichkeit" in der Pädagogik. Eine Problematisierung
Die vorliegende kritische Untersuchung von Verwendungsweisen des Begriffs der "Ganzheitlichkeit" beginnt mit einer Systematisierung der vielschichtigen und auf den ersten Blick diffusen Verwendungspraxis des "Ganzheitlichkeits"begriffs. Sodann werden Probleme des "Ganzheitlichkeits"begriffs herausgearbeitet: Unter den für "Ganzheitlichkeits"begriffsverwendungen typischen Referenzräumen werden zwei detailliert dargestellt und kritisch analysiert. Bei der Untersuchung der Referenzen auf die sogenannten "neuen Naturwissenschaften" dient ein aufgezeigtes Konzept "Moderner Naturphilosophie" als methodologischer Bezugspunkt der Kritik. Aufgewiesen werden u.a. vielfache Differenzierungsdefizite innerhalb von Einheits- und Nichttrennbarkeits-Behauptungen ("Alles hängt mit allem zusammen") und deren Irrelevanz für pädagogische Sachverhalte. Einen ebenfalls sehr häufig bemühten Referenzraum stellen Bezugnahmen auf Pestalozzi und dessen Kopf-Herz-Hand-Formel dar. Ihre Untersuchung ergab sachlich falsche und ideologische Verwendungen des Gewährsmanns Pestalozzi. "Ganzheitliches Denken" wird oft mit vernetztem und systemischem Denken gleichgesetzt. Der "Ganzheitlichkeits"begriff vermag hier die jegliches (handlungsorientiertes) Denken kennzeichnende Reichweitebeschränkung und Selektivität und den darüber hinaus sozialtechnologischen Charakter bestimmter Denkweisen zu verschleiern. Systemlogiken unterschiedlichster Reichweiten und ethischer Qualitäten können gleichermaßen "Ganze" genannt werden. Darauf bezogenes "ganzheitliches Denken" kann aus der Sicht anderer "Ganzer" sehr fragmentarisch und borniert sein. Die vielfach getätigten Kontrastierungen zwischen "ganzheitlichem Denken" und empirisch-analytischer Wissenschaft wie zwischen "ganzheitlichem Denken" und rationalem Denken und die Beherrschungs- und Verdrängungsvorwürfe sind ein weiterer Untersuchungsgegenstand der vorliegenden Arbeit. "Ganzheit des Menschen" wird oft als Bezugspunkt pädagogischen Handelns verwendet. Es kann begründet bezweifelt werden, dass dies - ohne eine bestimmte und notwendigerweise normative Füllung des Begriffsinhalts - sachlich-logisch möglich ist. Gefordert wird, Denken und Fühlen bzw. Rationalität und Emotionalität zu verbinden bzw. zu integrieren. Sowohl bezüglich einer (nichtnormativen) Realisierbarkeit, als auch der pädagogischen Güte dieser Intention werden begründete Zweifel und ein anderer Vorschlag formuliert. Als Resultat der Arbeit wird zum einen festgehalten, dass der Ganzheitlichkeits"begriff nichtwissenschaftliche und nichthandlungsanleitende Funktionen erfüllt, aber mit sprachpragmatischen Kategorien gut zu beschreiben ist. Zum anderen werden Befunde vorgebracht, die gängige Assoziationen des "Ganzheitlichkeits"begriffs kontrastieren: "Ganzheitliches Denken" ist nicht notwendig auf normative Bezugspunkte fixiert und schon gar nicht auf einen universalethisch humanen und ökologischen, "ganzheitliches Denken" ist nicht umfassend und vollständig, sondern kann auch sehr partikulares und einseitiges Denken bezeichnen und nicht zuletzt können mit dem Begriff der "Ganzheitlichkeit" Begründungsnotwendigkeiten pädagogischen Handelns verdeckt werden
Vektorielle Mehrniveaupassung. Anwendungen in der Bildsegmentierung
Die Anwendungen der vektoriellen Mehrniveaupassung in der Bildsegmentierung stehen in unmittelbarer Nachbarschaft zum verbreiteten Ansatz, Bilder mit Methoden der Variationsrechnung über einen Energieterm zu segmentieren. Beiden Verfahren ist gemeinsam, daß sie versuchen, das gegebene Bild durch stückweise stetige Funktionen zu approximieren. Die maximalen Teilmengen des Definitionsbereichs, auf denen die approximierende Funktion stetig ist, bilden dann die Segmente. Im Gegensatz zu dem in der Literatur häufig unter dem Schlagwort Mumford-Shah-Modell bekannten Energieminimierungsverfahren ist der Raum der Funktionen, mit denen das Bild approximiert wird, bei der vektoriellen Mehrniveaupassung ein endlicher Vektorraum. Ein weiterer Unterschied zu diesem Ansatz ist das System der erlaubten Mengen. Es werden nur Segmentierungen erlaubt, deren Segmente aus diesem Mengensystem sind. Die durch diese Einschränkung schlankere Theorie führt zu einer gesicherten Existenz einer optimalen Lösung des Segmentierungsproblems, die der gängigen Vorstellung einer Segmentierung genügt. Die Berechnung lokaler Optima ist algorithmisch innerhalb der Theorie umsetzbar