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Gott sei Dank?
Anhand des Spiralmodells analysiert Jana Pecikiewicz die Durchsetzung von Menschenrechtsnormen in Polen vor dem Zusammenbruch des Kommunismus. Besonderes Augenmerk legt sie dabei auf die Rolle der Katholischen Kirche als transnationalem Akteur und auf die Religiosität der in der Gewerkschaft Solidarność organisierten Oppositionsbewegung.
Frauke Scholvin überprüft in ihrer Arbeit das Erklärungspotential des konstruktivistischen Ansatzes von Rittberger und Hasenclever anhand der Rolle von Religion in den Auseinandersetzungen zwischen Buddhisten und Muslimen in Myanmar.
Valentin Striebel erklärt, wie sich die Position des Heiligen Stuhls zu Militäreinsätzen gewandelt hat. Anhand der Theorie vom gerechten Krieg stellt er dar, nach welchen Kriterien der Heilige Stuhl westliche Interventionen in den drei Irakkonflikten beurteilt.
Außerdem haben wir eine Rezension in unser Journal aufgenommen. Manuel Iretzberger stellt das Buch „The Global Transformation“ von Barry Buzan und George Lawson, ein Plädoyer für historische Ansätze in den IB, kritisch vor.
Inhalt:
Jana Pecikiewicz
RELIGION AND OPPOSITION
Human Rights Norms in Communist Poland
Frauke Scholvin
WENN MÖNCHE MÖRDER WERDEN
Zum Erklärungspotenzial eines konstruktivistischen Ansatzes bezüglich der Rolle von Religion in Konflikten am Beispiel der Auseinandersetzungen zwischen Buddhisten und Muslimen in Myanmar
Valentin Striebel
KRIEG IM LAND ADAM UND EVAS?
Der Heilige Stuhl in den Irakkonflikten
Manuel Iretzberger
THE GLOBAL TRANSFORMATION
by Barry Buzan and George Lawson: a book revie
Embedding a Multimedia Metadata Model into a Workflow-driven Environment Using Idiomatic Semantic Web Technologies
The Semantic Web exists for about 20 years by now, but its applicability as well as its presence does not live up to the standards of its original idea. Incorporated Semantic Web Technologies do have an initial barrier to learn and apply, which can discourage many potential users. This leads to less available data overall in addition to decreased data quality.
This work solves parts of the aforementioned problem by supporting idiomatic entry to those Semantic Web Technologies, allowing for "easier" accessibility and usability. Anno4j is a Java library that implements a form of Object-Relational Mapping for RDF data. With its application, RDF data can be created via a mapping by simply instantiating Java objects - an object-oriented programming concept the user is familiar with. On the other side, requesting persisted data is supported by a path-based querying possibility, while other features like transactional behaviour, code generation, and automated validation of input contribute to a more effective, comprehensive, and straightforward usage.
A use-case is provided by the MICO Platform, a centralized software instance that connects autonomous multimedia extractors in a workflow-driven fashion. This leads to a rich metadata background for the inserted multimedia files, enabling them to be used in diverse scenarios as well as unlocking yet hidden semantics. For this task it was necessary to design and implement a metadata model that is able to aggregate and merge the varying extractor results under a common denominator: the MICO Metadata Model.
The results of this work allow the use case to incorporate idiomatic Semantic Web Technologies which are then usable natively by non-Semantic Web experts. Additionally, an increase has been achieved in forms of data integration, synchronisation, integrity and validity, as well as an overall more comprehensive and rich implementation of the multimedia extractors
Regionen im Aufwind. 20 Jahre Best Business Award: Beiträge prämierter Unternehmen zur nachhaltigen Regionalentwicklung in der Europaregion Donau-Moldau.
Diese Studie untersucht die Wechselbeziehungen zwischen ausgewählten Unternehmen, die in den letzten 20 Jahren mit dem Best Business Award ausgezeichnet wurden, und der jeweiligen Region, in der diese Unternehmen ansässig sind. Sie verdeutlicht den positiven Einfluss, den nachhaltige Unternehmensführung auf die Unternehmen direkt sowie auf die Teilregionen der Europaregion Donau-Moldau indirekt ausübt. Auf Basis qualitativer Interviews mit Geschäftsführern prämierter Unternehmen und politischen Entscheidungsträger*innen sowie der Analyse relevanter Wirtschaftsdaten wird die Bedeutung wirtschaftlicher Netzwerke und nachhaltiger Unternehmensführung für die Entwicklung einer Region erarbeitet. In diesem Kontext werden zentrale Felder einer zukunfts- und wettbewerbsfähigen Region identifiziert
How Securitization Theory Can Benefit from Psychology Findings
Securitization Theory has been applied and advanced continuously since the publication of the seminal work “Security – A New Framework for Analysis” by Buzan et al. in 1998. Various extensions, clarifications and definitions have been added over the years. Ontological and epistemological debates as well as debates about the normativity of the concept have taken place, furthering the approach incrementally and adapting it to new empirical cases. This paper aims at contributing to the improvement of the still useful framework in a more general way by amending it with well-established findings from another discipline: Psychology. The exploratory article will point out what elements of Securitization Theory might benefit most from incorporating insights from Psychology and in which ways they might change our understanding of the phenomenon. Some well-studied phenomena in the field of (Social) Psychology, it is argued here, play an important role for the construction and perception of security threats and the acceptance of the audience to grant the executive branch extraordinary measures to counter these threats: availability heuristic, loss-aversion and social identity theory are central psychological concepts that can help us to better understand how securitization works, and in which situations securitizing moves have great or little chances to reverberate. The empirical cases of the 9/11 and Paris terror attacks will serve to illustrate the potential of this approach, allowing for variances in key factors, among them: (point in) time, system of government and ideological orientation. As a hypotheses-generating pilot study, the paper will conclude by discussing further research possibilities in the field of Securitization
Go East
Das Passauer Journal für Sozialwissenschaften (PJS) gibt Studierenden die Möglichkeit, Forschungsergebnisse einem größeren Publikum zu präsentieren. Die erste Ausgabe trägt die Überschrift „Go East“. Was alle Beiträge verbindet, ist ihre geographische Ausrichtung gen Osten.
Inhalt:
Daria Ivleva
KANTS EIGENTUMSTHEORIE
Eine kritische Auseinandersetzung
Svende Alice Feilke
EIN AMATEUR IN WASHINGTON
Eine Untersuchung der Kritik an Jimmy Carters Außenpolitik
Daniel Helwig
WAS HAT ER, WAS ICH NICHT HABE?
Der Aufstieg semi-peripherer Staaten durch Rohstoffpolitik
Hannah König
LIVES SAVED IN BOSNIEN-HERZEGOWINA
War die humanitäre Intervention des Westens erfolgreich
Europäisiert Euch!
In seinem Buch „Empört euch!“ hat Stéphane Hessel im vergangenen Jahr mehr Anteilnahme und Engagement seitens der Bürger in der Politik eingefordert. Der Aufruf des ehemaligen Diplomaten richtete sich gegen die Auswüchse des Finanzkapitalismus, die Zerstörung der Umwelt und die desolate Lage der Menschenrechte in der Welt. Wir knüpfen in dieser PJS-Ausgabe daran an und erweitern die Empörung durch Europäisierung.
Wir haben bei der Auswahl der Beiträge das Augenmerk bewusst nicht auf die gegenwärtige Eurokrise gelenkt, sondern Arbeiten einen Raum gegeben, die sich mit anderen Politikfeldern der EU befassen. So fragt Stefan Daller, inwieweit sich das österreichische Parteiensystem und die Parteien selbst nach dem EU-Beitritt verändert haben. Ebenfalls mit der Wechselwirkung zwischen nationaler und europäischer Ebene beschäftigt sich der Beitrag von Lukas Zech. Ihn interessiert der Einfluss des Richtlinienentwurfs der EU-Kommission zur Energieeffizienz auf die deutsche Innenpolitik. Mit der EU als eigenständigem Akteur in der internationalen Politik befassen sich die zwei anderen Beiträge. Zum einen steht die Vorreiterrolle der EU in Klimafragen zur Debatte, der Franziska Koch in ihrem Beitrag zu den Verhandlungen von Kopenhagen und Cancún auf den Grund geht. Zum anderen befasst sich Stephan Liebscher in seinem Artikel mit den Menschenrechten als einem Integrationsfaktor der EU.
Inhalt:
Stefan Daller
EUROPÄISIERUNG DES ÖSTERREICHISCHEN PARTEIENSYSTEMS
Eine Betrachtung von 1995 bis 2012
Franziska Koch
THE EU AND INTERNATIONAL CLIMATE GOVERNANCE
The Role of the EU at the UNFCCC Conferences in Copenhagen and Cancún
Stephan Liebscher
DIE MENSCHENRECHTE
Ein entscheidender Integrationsfaktor der EU
Lukas Zech
GAME OVER?!
Die deutsche Diskussion um die Energieeffizienzrichtlini
Fehler im System?
Daniel Bichler stellt sich in „Scheitert der Euro, scheitert Europa“ die Frage, warum der Bundestag trotz der verfassungsrechtlichen Bedenken das Gesetz über den Europäischen Finanzstabilitätsmechanismus annahm. Unter Anwendung des „Securitization“-Ansatzes kommt er zu dem Ergebnis, dass das Finanzhilfesystem als sicherheitsrelevant wahrgenommen und daher trotz aller Bedenken als „überlebenswichtig“ eingestuft wurde. Inwieweit die EU-eigenen Zielsetzungen bezüglich des Vertrags von Lissabon erreicht wurden, untersucht Julia Tauß in ihrem Aufsatz. In „Vier Jahre Vertrag von Lissabon“ liegt ihr Augenmerk auf dem Amt des Hohen Vertreters der Union für Sicherheits- und Außenpolitik. An diesem Posten – so das Ergebnis -, zeigt sich, wie unterschiedlich die Interessen der einzelnen Mitgliedstaaten und der Union noch sind. Matthias Distelkamp wählt in seinem Beitrag „Persönlichkeit und Außenpolitik – ein Zusammenhang?“ einen individuellen Ansatz zur Erklärung von internationaler Politik. Anhand des Hitler-Stalin-Pakts als Fallbeispiel analysiert er, welchen Einfluss Stalins personale Identität auf seine außenpolitischen Entscheidungen hatte. 2003 beteiligte sich Polen am Irakfeldzug, während andere EU-Mitgliedsstaaten wie Deutschland und Frankreich Kritik äußerten. Als 2011 die NATO in den libyschen Bürgerkrieg eingriff, enthielt sich Polen jedoch. Marcus Plahusch sucht abschließend in seinem Beitrag „Wandel der strategischen Kultur?“ nach Ereignissen in der polnischen Vergangenheit, die diese Veränderung erklären können.
Inhalt:
Daniel Bichler
SCHEITERT DER EURO, SCHEITERT EUROPA
Die Legitimierung des Europäischen Finanzstabilitätsmechanismus als „security issue“
Julia Tauß
VIER JAHRE VERTRAG VON LISSABON
Eine Prüfung der Verwirklichung der EU-eigenen Zielsetzung anhand des Amtes des Hohen Vertreters der Union für Außen- und Sicherheitspolitik
Matthias Distelkamp
PERSÖNLICHKEIT UND AUßENPOLITIK - EIN ZUSAMMENHANG?
Anwendungsfall Stalin und der Hitler-Stalin-Pakt
Marcus Plahusch
WANDEL DER STRATEGISCHEN KULTUR?
Die Beteiligung Polens bei den Einsätzen im Irak und in Libyen unter besonderer Beachtung der transatlantischen Beziehunge
B/Orders - Schwellen - Horizonte
Damit sind Grenzen ein, wenn nicht gar der prominenteste Untersuchungsgegenstand der Kultursemiotik, also derjenigen Teildisziplin der Wissenschaft von den Zeichen, die kulturelle Prozesse in ihren zeichenhaften Veräußerungen beschreibt. Dementsprechend bezeichnen Gräf/Schmöller die Grenze selbst als eine „semiotische Größe“, da sie stets in kulturellen kommunikativen Kontexten verankert ist. Die Kultursemiotik untersucht anhand medial materialisierter Texte, in welcher Weise Kulturen in ihren kommunikativen Akten und zeichenhaften Handlungen Grenzen und Ordnungen konstruieren und rekonstruiert darüber die historischen und diskursiven Kontexte des Denkens und Wissens, in denen jene verortet sind
Architektonische Grenzgänge zwischen Raum und Wahrnehmung Das Sanatorium Purkersdorf
Der Einfühlungsbegriff ist während des Fin de siècle eng verknüpft mit der medizinischen Erforschung der Nerven- und Muskelempfindungen. Es erscheint daher konsequent, diese Verbindung von medizinischer Praxis und psychologisierender Ästhetik in der Architektur am Beispiel eines Sanatoriums der Jahrhundertwende nachzuvollziehen. Jener Beziehung von Ausdruck und Eindruck einer Wiener Raumkunst beziehungsweise der Relation von Bauwerk und dessen Benutzer soll im Folgenden am Beispiel des Sanatoriums Purkersdorf nachgegangen werden
Der Wald des Mittelalters
‚Der Wald des Mittelalters‘ soll im Folgenden nicht allein als historisches Dokument beschäftigen – als kultureller Text im 11. bis 13. Jahrhundert, dessen Bedeutung von einem System symbolischer Formen (Ernst Cassirer) oder den Organisationsniveaus einer Semiosphäre (Jurij M. Lotman) bestimmt wird. Ergänzt um den Faktor des historischen Archivs steht darüber hinaus die Form seiner Erinnerung zur Diskussion, wodurch er vielmehr als historisches Monument erscheint (Michel Foucault), als Palimpsest, dessen verblasste Inschriften Zeugnis vom Wechsel historischer Vorschriften abgeben