Kirchlicher Dokumentenserver
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Evaluation des Tübinger Präventionskonzepts gegen Kinderarmut „Gute Chancen für alle Kinder“ - Ergebnisbericht
Kinderarmut in Deutschland ist ein soziales Problem, das sowohl für die Kinder als auch für die Gesellschaft insgesamt schwerwiegende Folgen hat. Laut Statistiken leben in Deutschland mehr als zwei Millionen Kinder in Armut. Diese haben oft nicht die gleichen Möglichkeiten wie andere Kinder was Bildung, Gesundheit und Teilhabe an der Gesellschaft betrifft. Kinderarmut kann auch langfristige negative Auswirkungen auf die psychische Gesundheit und die künftigen Lebensperspektiven der Kinder haben. Eine ökonomisch schwierige Lage bedingt also eine Beeinträchtigung des Zugangs zu zentralen Teilhabebereichen des Lebens.
Um diesen Folgen entgegenzutreten, wurde in der Universitätsstadt Tübingen im Jahr 2014 der Runde Tisch gegen Kinderarmut „Gute Chancen für alle Kinder“ von der Stadt, der Liga der freien Wohlfahrtspflege sowie dem Tübinger Bündnis für Familien gegründet. Er hat das Ziel, Unterstützung und Förderung für betroffene Familien bereitzustellen, um die langfristigen Auswirkungen von Armut auf die Entwicklung von Kindern zu minimieren und dadurch deren Entwicklungs- und Teilhabemöglichkeiten zu verbessern. Seit 2014 ist ein umfängliches Angebots- und Maßnahmenprogramm zur Prävention von Kinder- und Jugendarmut in Tübingen entstanden, welches im Tübinger Präventionskonzept gegen Kinderarmut mit seinem mehrdimensionalen Ansatz und Handlungsfeldern – Lebensweltbezug und Lebensphasenbezug (Präventionsketten) sowie Sozialraumorientierung – zusammengefasst dargestellt ist.
Der vorliegende Bericht beinhaltet die Ergebnisse der Evaluation des Programms „Gute Chancen für alle Kinder“. Im Rahmen der Evaluation wurden die bestehenden Angebote und Maßnahmen des Tübinger Präventionskonzeptes gegen Kinderarmut in den Blick genommen, um so weitere Möglichkeiten der Bekämpfung von Kinder- und Jugendarmut bzw. (Familien-) Armut in Tübingen aus Sicht der betroffenen Adressat*innen sowie die Wirkungsweise kommunaler Prävention zu identifizieren. Im Rahmen der formativen Evaluation wurden dabei Anpassungsmöglichkeiten des Programms herausgearbeitet
Ich sehe was, was Du nicht siehst!“
Ein Hauptziel der Themenzentrierten Interaktion (TZI) ist es, die Sichtbarkeit, das gegenseitige Sehen und Gesehenwerden, der Menschen untereinander zu erhöhen. Diese gilt als Basis, um Menschlichkeit zu fördern und zu bewahren. Dazu beitragen kann die bewusste Entscheidung zur Anwendung eines antidiskriminierenden Sprachgebrauchs.
Betroffene von Diskriminierung kritisieren, dass sie sich durch die (deutsche) Sprache nicht repräsentiert fühlen. Sie empfinden sich als unsichtbar (vgl. Seckendorff, 2022, S. 133). Ändern kann das nur die Mehrheitsgesellschaft, indem sie den Betroffenen zuhört, sie ernst nimmt. Ein Begriff, den auch Ruth Charlotte Cohn in ihrer Arbeit immer wieder betont: Andere Menschen, Lebewesen und die Erde als solche ernst zu nehmen (vgl. Cohn, 1994, S. 345). Grund genug zu überlegen, inwiefern die TZI die theoretische Basis dafür liefern kann, eine gerechte Sprache zur Unterstützung gesellschaftlich gerechterer Strukturen zu fordern, um so den Blick auch sprachlich auf mehr Menschlichkeit zu richten und auf diese Weise Werte zu erhalten, die Demokratien und Leben schützen (vgl. Seckendorff, 2022, S. 133).One of the main goals of Theme-Centered Interaction (TCI) is to increase the visibility, the mutual seeing and being seen, of people among themselves.This is considered the basis for promoting and preserving humanity. A conscious decision to use anti-discriminatory language can contribute to this.
People affected by discrimination criticize that they do not feel represented by the (German) language. They feel invisible (cf. Seckendorff, 2022, p. 133).
Only the majority society can change this by listening to those affected and taking them seriously. A concept that Ruth Charlotte Cohn also emphasizes again and again in her work: taking other people, living beings and the earth as such seriously (cf. Cohn, 1994, p. 345). Reason enough to consider to what extent TCI can provide the theoretical basis for calling for a just language to support socially more just structures, in order to direct the view also linguistically towards more humanity and in this way to preserve values that protect democracies and life (cf. Seckendorff, 2022, p. 133)
Körperliche Aktivität als Mittel zur Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit onkologischen Erkrankungen im palliativen Setting
Der Erhalt und die Förderung der Lebensqualität ist ein wichtiger, wenn nicht sogar
der wichtigste Faktor in der Hospizarbeit und der Palliative Care. Pflegende, die in
diesen Bereichen tätig sind, stehen vor besonderen Herausforderungen. Wie kann Lebensqualität erhalten oder gefördert werden? Diese Arbeit ist der Frage nach- gegangen, welchen Einfluss die körperliche Aktivität dabei haben könnte. Es wurde eine systematische Literaturrecherche in den Datenbanken CINAHL, Pub Med und Cochrane durchgeführt, bei der insgesamt eine Längsschnittstudie, drei Querschnitt- studien, sechs quasiexperimentelle Studien, drei randomisierte kontrollierte Studien und drei systematic Reviews gefunden wurden.
Es wurden unterschiedliche Arten von Interventionen durchgeführt. Dazu gehörten Sportprogramme, wie Krafttraining und Ausdauertraining, Übungen zur Alltags- bewältigung, Beratungen und Empfehlungen zur Bewegung und ein Programm zur Behandlung von Lymphödemen und den indirekten Einfluss auf die Lebensqualität.
Es waren keine unerwünschten Ereignisse zu beobachten. Die Durchführung jedweder Bewegungsintervention hat sich als sicher und möglich erwiesen. Bewegung hat einen positiven Einfluss auf die Lebensqualität. Insbesondere die Fatigue als Begleitsymptom scheint durch Bewegung vermindert zu werden.
Für die Bewegung als Behandlungsmöglichkeit anderer Symptome, die typisch für pal- liative Situationen sind, wie Schmerzen, Depressionen, Angstzustände oder Atemnot, kann keine eindeutige Empfehlung ausgesprochen werden
The Right to Education in Germany and India in the light of the Capability Approach
This thesis examines the topic of access to justice from a contrastive perspective and observes how the capability of taking advantage of the judicial system is ensured for people through
the lens of the Capability Approach. The question addressed here is whether the constitutional
right to education enables the surpassing of a certain capability threshold and thereby promotes access to justice.
This approach offers a broad perspective of the implications of constitutional rights to education, and interconnects it with ethical considerations of justice.
The thesis begins with a short overview of access to justice (2.) and how it relates to the Capability Approach (3.). This is followed by a conceptualized functionalist comparison of the German and Indian constitutional rights to education (4.). Subsequently, the implementation in practice is analyzed using the 4-A scheme developed by the United Nations (5.). The final segment relates to the capability threshold and utilizes the results of the comparison to establish guidelines for policymakers in the education sector (6.).
Overall, this thesis finds that achieving the capability of literacy, a major aspect of legal literacy, can ultimately lead to the promotion of access to justice
Lebensnah oder realitätsfremd?
Diese Masterthesis befasst sich mit der Thematik, ob Personen mit einer
Beeinträchtigung diese in Bilderbüchern als lebensnah oder
realitätsfremd dargestellt wahrnehmen. Andere Forschungen gibt es
dazu bislang keine. Dabei ist es in einer inklusiven Gesellschaft
unabdinglich, dass alle vertretenen Personengruppen wahrgenommen
und repräsentiert werden, um Diskriminierung, egal ob direkt oder
indirekt vorzubeugen. Bereits in der jungen Generation mittels
Bilderbüchern ein Bewusstsein dafür zu schaffen, kann dabei helfen.
Allerdings gilt es dabei zu beachten, dass Bilderbücher verwendet
werden, welche aus Sicht der Betroffenen realistisch sind. Die zentrale
Fragestellung dieser Masterarbeit lautet dementsprechend: Wie nehmen
Personen mit einer körperlichen Beeinträchtigung die Darstellung ihrer
eigenen Beeinträchtigung in Bilderbüchern wahr? Zur Erhebung der
Daten wurde eine qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring (2015)
durchgeführt. Die Datensätze dafür wurden aus Leitfadeninterviews mit
zwölf Freiwilligen gewonnen. Die Resultate ergaben, dass elf der zwölf
Befragten das Buch als realitätsnah einstuften. Für die Praxis, etwa in
der Schule, bedeutet das, dass diese Buch als alltagstaugliche
Darstellung einer Rollstuhlfahrerin verwendet werden kann.This Master’s thesis investigates how children’s picture books depict
people with an impairment and whether this representation is close to
reality. So far, no research has been conducted regarding this research question. A functioning and inclusive community must recognize and represent all members to ensure no discrimination against a particular group of people. One way to raise awareness already at a young age is by relying on children’s books. Picture books must represent the concerned group accurately and realistically. Since this is often difficult to judge for people belonging to a different group, the central question discussed in this thesis is how people with a physical impairment perceive the illustration of their disability in a picture book. We did a qualitative content analysis according to Mayring (2015) to answer this question. The data was acquired by performing guided interviews with twelve volunteers. Eleven out of twelve participants agreed that the chosen picture book truly represents their everyday life. Putting this in a more practical scenario, such as education in a primary school, we conclude that this specific book is suitable to represent people using a wheelchair accurately
Leselicht [zur Le Fort Erzählung „Die Abberufung der Jungfrau von Barby‟]
Gertrud von Le Forts Erzählung "Die Jungfrau von Barby" (1940) spielt in einem Zisterzienserinnenkloster in Magdeburg im Jahr 1524. Der Aufsatz stellt die Erzählung in den Kontext der Klosteraufhebungen im Dritten Reich, schildert die Handlung und vergleicht Le Forts Stück mit anderen Darstellungen von Klosterfrauen während des Zweiten Weltkrieges. Die Abschnitte sind überschrieben mit "Klöster als Provokation", "Verkannte geistliche Quellen – die Wiederentdeckung eines Erbes", "Die Klosterfrau in populärer Darstellung" und "Die Schilderung einer Cistercienserinnenabtei des 16. Jahrhunderts"
Über die Bedeutung der Heilpädagogik für die Obdachlosenhilfe
Zu Beginn erfolgt eine Darstellung der Heilpädagogik, wobei der Begriff Heilpädagogik
näher erläutert wird. Ebenso wird die Heilpädagogik im Kontext der Gesellschaft betrachtet.
Daraufhin werden ethische Grundlagen der Heilpädagogik beschrieben. Anschließend wird
der Gegenstand des heilpädagogischen Handelns dargelegt und es werden die jeweiligen
heilpädagogischen Handlungsfelder ausgeführt. Jene umfassen Kinder und Jugendliche mit
Behinderung, erwachsene Menschen mit Behinderung und alte Menschen, sowie Kinder
und Jugendliche mit Erziehungsproblematik und schließlich Menschen mit seelischer Belastung bzw. Verletzung. Darüber hinaus wird auf die gesellschaftliche Ausgrenzung von Menschen mit Behinderung eingegangen. Zusätzlich wird die Inklusion als relevantes Grundprinzip der Heilpädagogik betrachtet und in dieser Arbeit ausgeführt.
Des Weiteren werden zentrale Begriffe der Wohnungs- und Obdachlosenhilfe definiert. Hierbei werden die Termini angemessenes Wohnen, obdachlos und wohnungslos, sowie freiwillige und unfreiwillige Obdachlosigkeit näher erläutert. Darauffolgend findet eine Darlegung der Rechtsgrundlagen statt, wobei auf das GG und das SGB eingegangen wird. Weiterhin wird der Personenkreis der Wohnungs- und Obdachlosenhilfe beschrieben.
In diesem Punkt werden ergänzend die Ursachen von Wohnungs- und Obdachlosigkeit in Deutschland dargelegt, um anschließend auf die gesellschaftliche Ausgrenzung von wohnungs- und obdachlosen Menschen einzugehen. Schließlich werden die gesundheitlichen Folgen von Wohnungs- und Obdachlosigkeit anhand der SEEWOLF-Studie vorgestellt. Ferner wird die Struktur des Hilfesystems erklärt.
In einem weiteren Schritt erfolgt eine Darstellung von möglichen Verbesserungsmöglich-keiten des Hilfesystems der deutschen Wohnungs- und Obdachlosenhilfe. Zuletzt wird diskutiert, inwiefern die Heilpädagogik eine sinnvolle Ergänzung für die Wohnungs- und Obdachlosenhilfe bedeuten kann. In diesem Teil der Arbeit wird abschließend ein Fazit gezogen
Familien mit Behinderungserfahrungen - Empfehlungen zur inklusiven Ausgestaltung von Beratungsstellen für Eltern, Kinder und Jugendliche
Das Kinder- und Jugendstärkungsgesetz führt zu Veränderungen in der Kinder- und Jugendhilfe, wobei diese sich durch die inklusive Ausrichtung an das System der Eingliederungshilfe annähern soll. Durch die Verzahnung beider Zuständigkeitsbereiche, sollen Beratungsstellen für Eltern, Kinder und Jugendliche für junge Menschen mit und ohne Behinderungserfahrungen zuständig sein. Wie die rechtlichen Zielsetzungen in die Praxis übertragen werden, ist noch nicht abschließend geklärt. Aktuell übernehmen die Fachkräfte in den Erziehungs- und Familienberatungsstellen diesen Auftrag. Welche Erfahrungen Berater_innen sammeln und wie ihrer Einschätzung nach Inklusion stattfinden kann, soll im Rahmen dieser Arbeit mit leitfadengestützten Expert_inneninterviews erhoben und anhand einer inhaltlich-strukturierenden, qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet werden. Die Ergebnisse beschreiben Anpassungsbedarfe des Angebotes, um Inklusion auf der Ebene der Fachkräfte, der Einrichtungen sowie der Vernetzung innerhalb der Versorgungslandschaften zu ermöglichen. Empfehlungen für den weiteren Verlauf des Ausgestaltungsprozesses können daraus abgeleitet werden
Die pädagogische Bedeutung von Architektur in der Primarstufe
Viele Kinder kommen voller Begeisterung in die Schule. Schülerinnen und Schüler haben nicht nur Erwartungen an die Lehrerin oder den Lehrer, sie wollen darüber hinaus lesen, schreiben, rechnen und sich mit spannenden Themen auseinandersetzen.
Diese anfängliche Euphorie kann sich bereits am ersten Schultag ändern, denn auch der, durch die Lehrperson vorbereitete Klassenraum, ist ein wichtiger Bestandteil. Kinder verbringen viele Stunden des Tages in dem jeweiligen Klassenraum und sollten sich dort natürlich auch wohlfühlen.
Der Raum als dritter Pädagoge wird in diesem Zusammenhang oft verwendet, denn nicht nur die Mitschülerinnen und Mitschüler, sowie die Lehrpersonen sind eine wichtige Instanz für die Lernenden, sondern auch der Raum.
In Hollywood Filmen sieht man riesige Klassenzimmer, die lichtdurchflutet sind, mit ausreichend Platz für jedes Kind. Doch wie sieht es in der Realität aus? Wie sehen die Klassenzimmer in Österreich aus? Können Klassenzimmer mit 25 Schülerinnen und Schüler ansprechend gestaltet werden? Auf was legen die Pädagoginnen und Pädagogen wert? Wird auf eine kindgerechte Klassenraumgestaltung geachtet? Diesen und weiteren Fragen wird speziell im Hinblick auf Deutschförderklassen in dieser Arbeit nachgegangen.
Darüber hinaus wird in dieser Arbeit nicht nur auf die Theorie, sowie auf die Erfahrungen der Lehrpersonen geblickt, sondern auch Schülerinnen und Schüler einer Deutschförderklasse in unterschiedlichen Unterrichtsformen beobachtet.
Demnach wird nicht nur der Raum als dritter Pädagoge näher betrachtet, sondern auch auf den Aspekt der Deutschförderklassen näher eingegangen und mit dem Konzept der Raumgestaltung zusammengeführt. Dabei werden auch unterschiedliche reformpädagogische Konzepte unter die Lupe genommen.Most children come to school full of enthusiasm. Children not only have expectations of the teacher but they also want to read, write, do arithmetic and deal with exciting topics. This initial euphoria can already change on the first day of school, because the classroom prepared by the teacher is also an important part. Children spend many hours of the day in the respective classroom and should of course also feel comfortable there. The room as a third teacher is often used in this context, because not only the classmates and the teachers are an important authority for the learners, but also the room. In Hollywood movies you see huge classrooms, flooded with light, with enough space for every child. But how does it look in reality? What are the classrooms like in Austria? Can classrooms with 25 students be made attractive? What do educators value? Is the classroom design suitable for children? These and other questions are addressed in this work, especially regarding to German remedial classes. In addition, this work not only looks at the theory and the experiences of the teachers, but also observes students in a German remedial class in different forms of teaching. Accordingly, not only the room as a third pedagogue is examined more closely, but also the aspect of the German remedial classes is dealt with in more detail and combined with the concept of the room design