Kirchlicher Dokumentenserver
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„Ich will nie wieder mit dir Spielen!“
Konflikte im Kindesalter sind Teil der Lebensrealität und sind sogar wichtig für die Entwicklung. Das Ziel dieser Arbeit ist, herauszustellen, was die entwicklungspsychologische Forschung zu der Streitfähigkeit und Konfliktkompetenz von Kindern im Alter zwischen 5 und 6 Jahren bereits herausgefunden hat.
Da das ganze spätere Leben von Konfliktsituationen geprägt ist, ist eine früh ausgebildete Konfliktlösekompetenz hilfreich. Somit soll die vorliegende Arbeit einen Beitrag dazu leisten, Handlungsempfehlungen bezüglich der Interaktion in Konfliktsituationen dieser Altersgruppe für pädagogische Fachkräfte herauszustellen. Denn pädagogische Fachkräfte nehmen eine gewichtige Position in der Erziehung und Prägung der Kinder in der Vorschule ein. Die Frage lautet demnach: Wie können die Erziehenden daher Kinder in Konfliktsituationen am besten unterstützen und so zu einer Lösung beitragen?
Ein weiteres Ziel dieser Arbeit ist, das Konzept der gewaltfreien Kommunikation nach Marshall Rosenberg sowie die Giraffensprache als Weg der Konfliktbearbeitung für Kinder zwischen 5 und 6 Jahren zu analysieren. Hinterfragt wird, wie angemessen diese Evaluationsmaßnahme für diese Altersgruppe ist und welche Vor- und Nachteile gewaltfreie Kommunikation in diesem Kontext mit sich bringt. Letztlich wird untersucht, welche Maßnahmen getroffen werden können, um die Effektivität dieser Konfliktlösungsstrategie zu sichern
Das deutsche Steuerstrafrecht - eine neue Klassenjustiz?
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob die Rechtsordnung und die Rechtsprechung wohlhabende StraftäterInnen besser behandeln als arme StraftäterInnen.
Dazu werden die Delikte Sozialbetrug und Steuerhinterziehung verglichen und unter dem Gesichtspunkt betrachtet, ob es sich bei der Privilegierung von Steuerstraftaten um eine neue Form der Klassenjustiz handelt. Der Vergleich der Delikte bietet sich an, da sie einen sehr ähnlichen Aufbau haben, sich aber sowohl in den Personengruppen der TäterInnen als auch darin, wie sie behandelt werden stark unterscheiden.
Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass die insgesamt mildere Behandlung in der Strafzu-messung und die strukturellen Privilegien von SteuerhinterzieherInnen ungerechtfertigt sind.This paper examines whether the legal system and jurisprudence treat wealthy offenders better than poor offenders.
For this purpose, the offences of social fraud and tax evasion are compared and evaluated from the point of view of whether the privileging of tax offences is a new form of class justice. The comparison of the offences is appropriate because they have a very similar structure, but differ greatly both in the groups of perpetrators and in the way they are treated.
The study comes to the conclusion that the overall lenient treatment in sentencing and the structural privileges of tax evaders are unjustified
Das Verhältnis von Partizipation und Raum in stationären Altenhilfeeinrichtungen
Hintergrund: Partizipation hat in der Gerontologie, Altenhilfepolitik und -praxis seit einigen Jahren Konjunktur. Dabei spielt das Verhältnis von Partizipation und Raum in der Diskussion um Quartiersorientierung eine Rolle. Wenig berücksichtigt werden bisher Zusammenhänge zwischen Partizipation und Raum innerhalb stationärer Altenhilfeeinrichtungen.
Material und Methoden: Qualitative Daten aus 2 Studien zur stationären Altenhilfe werden sekundäranalytisch im Sinne einer „supra-analysis“ mittels der qualitativen Inhaltsanalyse hinsichtlich Partizipation in Bezug auf Raum und Raum in Bezug auf Partizipation untersucht.
Ergebnisse: Fast alle Stufen der berücksichtigten Partizipationsleiter sind hinsichtlich der Mitgestaltung von Räumen zu finden, wobei Bewohner_innen mit Demenz weniger Partizipationsmöglichkeiten eingeräumt werden. Zudem können Räume durch ihre Anordnung Voraussetzungen für Partizipation schaffen. Wechselseitige Bezüge verdichten sich in Prozessen der Raumaneignung, Raumgestaltung und Raumplanung. Fehlen hierfür Zugänge, ist eine selbstbestimmte Alltagsgestaltung eingeschränkt.
Diskussion: Die Ergebnisse tragen zu einer raumbezogenen Weiterentwicklung von Partizipationskonzepten bei, denn sie zeigen, in welchen räumlichen Zusammenhängen Partizipation in institutionellen Settings im Zusammenspiel unterschiedlicher Akteure hergestellt wird, und wie sie raumbezogen spezifisch verteilt ist. Zur Förderung von Partizipation in Einrichtungen ist eine Reflexion zu vorhandenen Möglichkeiten zur Raumaneignung, -gestaltung und -planung vor dem Hintergrund institutioneller Rahmenbedingungen bedeutend
Mentalizing Capacity Partially Mediates the Relationship Between Attachment and Stress, Depression, and Anxiety in Social Work Students
Social work students experience high levels of stress, which makes them vulnerable to stress-related disorders such as depression. Attachment security has been associated with better stress regulation. Another factor that is closely associated with attachment is mentalization, i.e., the ability to reflect about one's own and others’ mental states, which may also influence the way people cope with stress. The main aim of the study was to investigate the impact of attachment and mentalization on stress, depression, and anxiety in social work students. 460 social work students completed the short version of the "Experiences in Close Relationships-Revised questionnaire” (ECR-RD8), “Relationship Questionnaire” (RQ-2), “Certainty About Mental States Questionnaire” (CAMSQ), “Perceived Stress Scale” (PSS-10) as well as the “Patient Health Questionnaire” (PHQ-9) and the “Generalized Anxiety Disorder Scale” (GAD-7) in a cross-sectional research design. The majority of the current social work students (71.1%) were assigned to an insecure attachment style and reported noticeably high levels of stress, depression, and anxiety. Insecurely attached students showed even higher levels of stress, depression, and anxiety compared to securely attached students. Moreover, the results indicate that securely attached students have better mentalizing skills and that mentalizing skills (partially) mediated the effect of attachment security on perceived stress, depression, and anxiety. Due to the importance of mentalization for stress regulation, mental health, and the quality of relationships, programs promoting mentalization in social work students should be implemented in social work education programs
Apollos in the eyes of Paul and Luke
"In the present study, we have examined in depth the portrait of Apollos in the writings of two New Testament authors - Paul and Luke - in order to highlight or approach the rhetorical-pragmatic implications they have for the authorial audience. Historical implications aside, or in addition to that, and despite the generational and generic (genre) difference between the two works, the effect of these two literary approaches on the figure of Apollos seems to have been aimed at bringing about a change in the audience’s perception.
Die Konfrontation mit der eigenen Endlichkeit
Die szenische Bearbeitung von Sterben und Tod verfolgt das Ziel, angehende Pflegefachkräfte in ihrer Persönlichkeit und ihren Widerstandkräften zu stärken. Mit dieser Haltung sind sie in der Lage, sich vor der intensiven Nähe zum Tod emotional zu schützen, ohne dabei den sterbenden Menschen wie ein „Routineobjekt“ (Oelke; Meyer 2014, S. 344) zu pflegen.
Um derart offene Lernprozesse zu planen, ergeben sich folgende erkenntnisleitende Fragen: Welche emotionalen Herausforderungen erleben angehende Pflegefachkräfte wie in der Konfrontation mit Sterben und Tod? Wie können die Todeserlebnisse der Auszubildenden didaktisch-methodisch in der generalistischen Pflegeausbildung aufgearbeitet werden, um reflexive und personale Kompetenzen anzubahnen?
In der vorliegenden Arbeit wird diesen Fragen theoretisch und praktisch nachgegangen. Der Theorieteil bildet die wissenschaftliche Grundlage der Ausarbeitung und legt unter anderem das Pflege-, Bildungs- und Lernverständnis offen, die im Hinblick auf die professionelle Bewältigung emotional belastender Sterbe- und Todeserlebnisse in der generalistischen Pflegeausbildung zum Tragen kommen. Darauf aufbauend wird mittels des szenischen Spiels als Lehr-Lern-Form aufgezeigt, wie die Erfahrungen der Auszubildenden didaktisch-methodisch aufbereitet werden können, um emotionale Lernprozesse anzustoßen.
Der praktische Teil der Arbeit zeigt die Bildungserfahrungen der Autorin qualitativ auf, die sie während der szenischen Bearbeitung von Sterben und Tod sowohl als Teilnehmerin als auch als Spielleiterin szenischer Lerneinheiten gesammelt hat. Dabei werden ausgewählte szenische Verfahrensweisen exemplarisch auf der Mesoebene beschrieben und deren Auswirkungen auf die Haltungen der Beteiligten gedeutet. Ein Fazit rundet die Arbeit schließlich ab.
[Aus Kapitel 1.2, S. 2f.
Wirkung und Wirksamkeit in der Eingliederungshilfe - ein Vorgehen für die Praxis
Mit der Einführung des Bundesteilhabegesetzes ist eine umfangreiche und lebhafte Debatte über die Möglichkeiten der Erfassung von Wirkung und Wirksamkeit in der Eingliederungshilfe entstanden. Mit der Veröffentlichung von Eckpunkten zu diesem Thema durch den Deutschen Verein wurde versucht, diese Diskussion zu bündeln. Da die Umsetzung der im Gesetz festgeschriebenen Wirkungskontrolle und auch die Überprüfung der Wirksamkeit von Leistungen durch die Bundesländer erfolgt, wird dort aktuell in den Verhandlungen der Rahmenverträge festgehalten, wie zukünftig mit diesem Thema umgegangen werden soll. Schon jetzt ist absehbar, dass die Regelungen sehr unterschiedlich sein werden und zum Teil auch Wirkung und Wirksamkeit im eigentlichen Sinne nicht wirklich in den Blick nehmen. Insofern erscheint es sinnvoll, wie Tornow in einem Beitrag im Nachrichtendienst des Deutschen Vereins fordert, nun zügig von den Diskussionen in die konkrete Umsetzung in der Praxis zu kommen. Dieser Beitrag will dazu Vorschläge unterbreiten. Zuvor werden noch einige begriffliche und konzeptionelle Aspekte geklärt, da diese Auswirkungen auf die praktische Umsetzung haben
Präventive Hausbesuche für Seniorinnen und Senioren
Hintergrund: Aufgrund des demographischen Wandels sowie medizinischen und lebens- weltlichen Fortschritten steht die Gesellschaft vor der Herausforderung, für die zuneh- mende Bevölkerungsgruppe der alten und hochaltrigen Menschen „Versorgungs- und
Pflegekonzepte“ (BMBF, 2021) zu entwickeln. In diesem Kontext werden auch präventive
Ansätze diskutiert. Ein Angebot, welches national sowie international bereits erprobt und
punktuell in die Gesundheitsversorgung etabliert wurde, ist das Konzept der präventiven
Hausbesuche für Seniorinnen und Senioren. Auch das Seniorenamt der Stadt Bayreuth bietet eine solche Beratungsleistung in Form eines Modellvorhabens an.
Forschungsfrage / Zielsetzung: Im Auftrag des Seniorenamts Bayreuth sollte das Modell- projekt „präventive Hausbesuche für Seniorinnen und Senioren“ aus der Perspektive der Beratungsnehmer/-innen evaluiert werden. Im Fokus standen deren subjektives Erleben
und damit einhergehenden Veränderungen von Verhalten und Einstellungen.
Methodik: Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurde ein qualitatives Forschungsdesign
gewählt und Seniorinnen und Senioren (n = 5) aus dem Stadtgebiet Bayreuth mit leitfaden- gestützten Interviews befragt, welche im Jahr 2022 einen präventiven Hausbesuch erhielten. Die Auswertung des Interviewmaterials erfolgte regelgeleitet nach Kuckartz in Form einer inhaltlich–strukturierenden Inhaltsanalyse mit induktiver sowie deduktiver Kategorienbildung.
Ergebnisse: Unabhängig von den jeweiligen Beratungsinhalten erlebten alle befragten Senio- rinnen und Senioren die präventiven Hausbesuche als positiv und hilfreich.
Neben Veränderungen des subjektiven Erlebens und Verhaltens zeigte sich bei den Senio- rinnen und Senioren eine Verbesserung der Selbstwirksamkeit und Handlungskompetenz. Weiterhin konnten latent vorhandene, nur indirekt geäußerte Bedarfe und Beratungsanlässe herausgearbeitet werden.
Schlussfolgerung: Wie bereits aus der nationalen und internationalen Forschungsliteratur hervorgeht, stellt die Perspektive der beratenen Seniorinnen und Senioren einen zentralen Aspekt in der Diskussion um die Qualität und Zielsetzung von präventiven Hausbesuchen dar. Mit Hilfe der durchgeführten Interviews konnte die Sichtweise und Wahrnehmung der Klientinnen und Klienten dargestellt werden. Die Ergebnisse können nun Ausgangspunkt für weitere wissenschaftliche Begleitforschung und somit für evidenzbasierte Veränderungs- prozesse innerhalb des Modelprojekts in Bayreuth sein.Background: Due to demographic change as well as medical and lifestyle advances, society
faces the challenge of developing "care and nursing concepts" (BMBF, 2021) for the growing
population of the elderly and very old. In this context, preventive approaches are also being
discussed. One offer that has already been tested nationally as well as internationally and has
been established selectively in health care is the concept of preventive home visits for seniors.
The senior citizens' office of the city of Bayreuth also offers such a consulting service in the
form of a model project.
Research question / objective: On behalf of the senior citizens' office of Bayreuth, the model
project "preventive home visits for senior citizens" was to be evaluated from the perspective of
those receiving the advice. The focus was on their subjective experience and the associated
changes in behavior and attitudes.
Methodology: To answer the research question, a qualitative research design was chosen
and senior citizens (n = 5) from the city of Bayreuth who received a preventive home visit in
2022 were interviewed using guided interviews. The analysis of the interview material was ruleguided according to Kuckartz in the form of a content - structuring content analysis with
inductive as well as deductive category formation.
Results: Regardless of the respective counseling content, all seniors interviewed experi- enced the preventive home visits as positive and helpful.
In addition to changes in subjective experience and behavior, the seniors showed an improvement in self-efficacy and competence to act. Furthermore, latently existing, only indirectly expressed needs and reasons for counseling could be identified.
Conclusion: As can already be seen from the national and international research literature,
the perspective of the seniors being counseled represents a central aspect in the discussion about the quality and objectives of preventive home visits.
With the help of the interviews conducted, the perspective and perception of the clients could be presented. The results can now be the starting point for further scientific accompanying research and thus for evidencebased change processes within the model project in Bayreuth