Kirchlicher Dokumentenserver
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Hilde Steppe als Wegbereiterin der Pflegeprofessionalisierung – Eine Analyse ihres wissenschaftlichen und beruflichen Wirkens
Hintergrund:
Die Bachelorarbeit untersucht das wissenschaftliche und berufspolitische Wirken von Hilde Steppe im Kontext der Professionalisierung der Pflege in Deutschland seit den 1980er-Jahren. Theoretische Grundlage bilden drei Professionsmerkmale nach Schaeffer, die theorieübergreifend als grundlegend gelten: wissenschaftliche Fundierung, Werteorientierung im Dienst des Gemeinwohls und berufliche Autonomie.
Forschungsfrage:
Welche konkreten Impulse setzte Hilde Steppe seit den 1980er-Jahren durch ihr wissenschaftliches und berufspolitisches Engagement für die Professionalisierung der Pflege in Deutschland?
Methodik:
Zur Beantwortung wurde eine deduktiv-induktive Textanalyse von dreizehn Veröffentlichungen Steppes aus den Jahren 1983 bis 1994 durchgeführt. Die Auswertung orientierte sich an den drei Professionsmerkmalen nach Schaeffer. Ergänzend erfolgte eine biografische Rekonstruktion, um die Entstehung ihrer theoretischen Positionen im beruflichen und historischen Kontext zu verorten.
Ergebnisse:
Steppe leistete auf allen drei Ebenen der Professionalisierung wesentliche Beiträge:
- Sie betonte die Bedeutung einer theoriegeleiteten Pflegepraxis und prägte maßgeblich die Entwicklung eines landesweiten Bildungskonzepts sowie die Etablierung akademischer Studiengänge. Mit ihren historischen Forschungen leistete sie einen wichtigen Beitrag zur wissenschaftlichen Fundierung und Wissensentwicklung der Pflege.
- Im Bereich der Werteorientierung formulierte Steppe konkrete Impulse für eine professionelle Pflegepraxis durch ein ethisch begründetes, patientenorientiertes Pflegeverständnis.
- Mit ihren Analysen zur Abhängigkeit von der Medizin und zur Fragmentierung der Pflegeorganisation setzte Steppe zentrale Impulse für die berufliche Autonomie der Pflege. Durch ihre theoretischen Arbeiten, den Aufbau des Pflegearchivs und die Mitgründung der DGP förderte sie die Entwicklung einer eigenständigen und selbstbewussten Pflegeprofession
Untergehen: Klimakrise und Kosmologie im Diskursfeld des globalen Christentums und dessen Bedeutung für Theologie und Kirche in Deutschland
Die Klimakrise beeinflusst das soziale Zusammenleben und die Weltanschauungen und Philosophien der Menschen. Grundsätzlich stellt sich die Frage, wie dies in kosmologischer und metaphysischer beziehungsweise ontologischer Perspektive eingeordnet werden kann. Gleichzeitig werden der theologische Diskurs und die kirchliche Praxis im Christentum in den Blick genommen. Die Forschungsfrage dieser Arbeit lautet: „Inwiefern wird die Klimakrise als kosmologisches und metaphysisches Phänomen innerhalb des Diskursfeldes des globalen Christentums rezipiert und welche Rolle spielen dabei Epistemologien und Theologien aus Pasifika?
Erlebte Kompetenzentwicklung von jungen Erwachsenen bei Freiwilligendiensten im Ausland. Eine Interviewstudie mit deutschen jungen Erwachsenen nach einem Kurzeinsatz im Ausland
In der folgenden Arbeit wird untersucht, welchen Einfluss die Erfahrungen bei Freiwilligendiensten im Ausland auf die erlebte Kompetenzentwicklung von jungen Erwachsenen haben. Durch qualitative Sozialforschung mit vier Freiwilligen der Organisation "Impact" (Liebenzeller Mission) wird erfragt, in welchen Kompetenzen sich die jungen Erwachsenen entwickeln und inwieweit dabei die Teilkompetenzen Selbstreflexion, Empathie, Ambiguitätstoleranz und Lernbereitschaft beeinflusst werden.
Zunächst wird in einem literaturbasierten Teil die Kompetenz betrachtet und das Ziel von internationalen Jugendfreiwilligendienste dargestellt. Anschließend folgt die Beantwortung der Forschungsfrage durch qualitative Interviews.
Es zeigt sich, dass die Freiwilligen von Veränderungen während ihres
Auslandseinsatzes berichten und eine Kompetenzentwicklung stattfindet. Diese bezieht sich nicht nur auf interkulturelle Kompetenzen, sondern darüber hinaus vor allem auf die sozialen Kompetenzen. Die Kompetenzentwicklung geschieht durch die Auseinandersetzung mit den Faktoren Kultur, Menschen und Herausforderungen. Dabei kann keine einheitliche Gewichtung der Kompetenzen in ihrer Entwicklung
festgestellt werden.
Dies bedeutet für die Praxis, dass in der Vorbereitung von Freiwilligendiensten der Fokus nicht ausschließlich auf Interkulturalität gerichtet sein soll. Zusätzlich sollte in der Forschung ein Schwerpunkt auf die Gewichtung der einzelnen Kompetenzbereiche gesetzt werden.The following study examines the influence of experiences during experiences during voluntary service abroad on the skills development experienced by young adults.
Through qualitative social research with four volunteers from the organisation "Impact" (Liebenzell Mission), the competences in which the young adults develop adults develop and to what extent the sub-competences of self-reflection, empathy empathy, tolerance of ambiguity and willingness to learn are influenced.
Firstly, the competences are examined in a literature-based section and the aim of of international youth volunteer services. This is followed by The research question is then answered through qualitative interviews.
It emerges that the volunteers report changes during their
changes during their assignment abroad and that skills development takes place. This not only relates to intercultural skills, but also to social skills in particular. The development of competences takes place through by dealing with the factors of culture, people and challenges. No uniform weighting of the competences in their development can be determined.
In practice, this means that the focus should not be exclusively on interculturality when preparing should not focus exclusively on interculturality. Research should also focus on the weighting of the individual areas of competence
Vom Antijudaismus zum Hass auf Israel. Interventionen zur Kritik des Antisemitismus
Wie lässt sich der Hass auf Israel erklären? Woher kommt der tief verwurzelte Antisemitismus, der sowohl in der westlichen als auch in der arabischen Welt existiert? Stephan Grigat beleuchtet die verschiedenen Gesichter des Antisemitismus – von christlichem und islamischem Antijudaismus über modernen Antisemitismus bis hin zum Antizionismus. Er untersucht, wie diese Formen des Hasses nicht nur aus historischen Wurzeln hervorgehen, sondern auch als Ideologien in politischen Bewegungen auf beiden Seiten des politischen Spektrums agieren – vom arabischen Nationalismus bis zum politischen Islam.
Die Beiträge des Bandes bilden antisemitismuskritische Debatten im deutschsprachigen Raum in den letzten zwei Dekaden ab und verdeutlichen die Konsequenzen aus diesen Debatten für aktuelle Auseinandersetzungen – insbesondere seit dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 in Südisrael, den Hisbollah-Angriffen auf Nordisrael seit dem 8. Oktober 2023 und den daran anschließenden Diskussionen über israelbezogenen Antisemitismus in Deutschland. Durch die Dokumentation von Interviews, die der Autor in den Monaten nach dem Hamas-Massaker gegeben hat, können politische Interventionen in die Diskussion über den Nahost-Konflikt und seine Rezeption in der deutschen Öffentlichkeit nachvollzogen werden.
Ausgehend von Darstellungen der christlichen und islamischen Tradition des Antijudaismus und der Zuspitzung im modernen, rassistischen Antisemitismus des 19. und 20. Jahrhunderts wird der Fokus der sowohl historisch als auch theoretisch orientierten Beiträge auf die unterschiedlichen Ausprägungen eines antisemitischen Antizionismus gerichtet. Linke und rechte Theorietraditionen werden ebenso behandelt wie unterschiedliche Ausprägungen des Islamismus – der israelbezogene Antisemitismus wird als eine zentrale Integrationsideologie unserer Zeit analysiert.
Eingebettet in theoretische Erörterungen im Anschluss an die Kritische Theorie werden Ausdifferenzierungsprozesse in linken Positionierungen gegenüber Israel nachgezeichnet und die unterschiedlichen Ausprägungen des politischen Islam vor dem Hintergrund der Geschichte der Konflikte im Nahen Osten nachvollzogen. Ein besonderer Fokus wird auf die Analyse und Kritik der Holocaustleugnung und des eliminatorischen Antizionismus des iranischen Regimes und seiner Verbündeten gerichtet, die im Kontext des iranischen Atomwaffenprogramms und der deutschen Nahost-Politik diskutiert werden
Gruppendynamik und Theaterpädagogik im Dialog
Zwei soziale Felder im interdisziplinären Dialog. Im Fokus des Beitrags steht die Synthese theoretischer Perspektiven in Bezug auf den Begriff der „Rolle“ aus theaterpädagogischer und gruppendynamischer Sicht. Ausgearbeitet wird, inwiefern Konzepte aus der Gruppendynamik und der Theaterpädagogik Pädagog:innen unterstützen können, ihre eigene Rolle zu reflektieren und dadurch ihre professionelle Handlungskompetenz zu erweitern. Zwei Fallbeispiele im Kontext der Lehrer:innenbildung bzw. Schulentwicklungsberatung liefern hilfreiche praxisorientierte Ansätze. Das Interesse am Dialog zu diesem Thema ist in der langjährigen Zusammenarbeit der zwei Autorinnen verwurzelt. Beide eint die Arbeit in und mit Gruppen sowie die theoretische und praktische Beschäftigung mit dem Begriff der „Rolle“
Erzieht die Familienbildung? Zur Rekonstruktion impliziter Aufforderungen
Die Familienbildung wird als Kontext zwischen den Sozialräumen der Familie sowie des öffentlichen Raums verstanden, in dem implizites Erfahrungswissen der Adressat*innen relationiert wird. Nicht selten wird dieser Modus der Praxis der Familienbildung als „Austausch“ bezeichnet, in dessen Rahmen der Kursleitung eine moderierende Rolle zugeschrieben wird. Auf Basis zweier Gruppendiskussionen mit Fachkräften sowie Teilnehmenden der Familienbildung, ausgewertet anhand der Dokumentarischen Methode, werden Einblicke in ein laufendes Forschungsprojekt zu Facetten einer Theorie der Familienbildung möglich. Die ersten Rekonstruktionen verdeutlichen, dass eine deskriptive Beschreibung des entsprechenden Modus des „Austauschs“ zu kurz greift und werfen die Frage auf, inwieweit den Teilnehmenden der Familienbildung implizite Aufforderungen zugemutet werden und die Familienbildung somit erzieht