Institut für Höhere Studien - Institute for Advanced Studies
IRIHS - Institutional Repository at IHSNot a member yet
6516 research outputs found
Sort by
Kapitel 16. Geld- und Finanzsystem
Dieses Kapitel bewertet, inwiefern Anreizstrukturen des Geld- und Finanzsystems die Transfor-mation zu einer klimafreundlichen und nachhaltigen Lebensweise in Österreich begünstigen oder behindern. Zudem trifft es eine literaturbasierte Einschätzung darüber, in welche größeren wirt-schaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen das Geld- und Finanzsystem in Österreich einge-bettet ist. Bereits eingeleitete und potenzielle zukünftige Reformen des Finanzsystems und Än-derungen des bestehenden Geldsystems werden dahingehend überprüft, inwiefern sie Kapital-ströme mobilisieren können, die für die Finanzierung der Strukturen für eine klimafreundliche Lebensweise notwendig sein werden
Theorie reflexiver Modernisierung als Anregung zur Kritik an Politiken zur Anerkennung und Validierung von Kompetenzen
Dieser Beitrag untersucht Verbindungen zwischen der Theorie reflexiver Modernisierung und dem Thema der Anerkennung und Validierung von Kompetenzen und Qualifikationen. Im Zentrum der Argumentation steht die Rekonstruktion der Theorie, die durch die Wiedergabe von Formulierungen im „Originalton“ illustriert wird.
Die Architektur der zentralen Konzepte der Theorie wird skizziert, und die Positionierung des Bildungswesens in dieser Architektur durch ihre wichtigsten Architekten wird analysiert. Wissen, Lebensformen/Sozialstruktur, Geschlechterbeziehungen/
Familienstrukturen, and Arbeit/Beschäftigung werden als die wesentlichen gesellschaftlichen Dimensionen angesprochen, in denen die Modernisierungsdynamik mit dem Bildungswesen verbunden ist. Aber gleichzeitig gibt es in dieser Theorie kein
grundlegendes theoretisches Verständnis des Bildungswesens, und es hat auch keinen expliziten Stellenwert in der Theoriearchitektur. Nichtsdestoweniger können viele Zusammenhänge gedacht werden, in denen das Bildungswesen indirekt in der (reflexiven) Modernisierung mitspielt, die jedoch in der Theorie selbst nicht direkt angesprochen werden. Im ersten einleitenden Abschnitt wird das Verständnis der Moderne und der Dynamik der Modernisierung von der historischen ersten Moderne in die zweite reflexive Moderne rekonstruiert, die Basisinstitutionen der Moderne unterminiert, wobei als wichtige Veränderungen „Normalisierungen der Moderne“ pluralisiert werden und sich auch das „moderne“ Verständnis des Wissens verändert. Die reflexive Modernisierung findet noch ein gewisses Echo in der zeitgenössischen Analyse der Modernisierung, aber in ihren wesentlichen Zügen ist sie eher vergessen (das ist insbesondere in der Frage der Analyse der Wissensdynamik zu bedauern). Die Politik in Beziehung zu Anerkennung und Validierung von Kompetenzen wird vorwiegend in Begriffen der ersten Modernisierung modelliert, ohne dass ein reflexiver Ansatz gegenüber der Modernisierungsdynamik eingenommen wird
Sind Einkommensunterschiede zu groß? Eine Analyse von Einstellungen in der österreichischen Bevölkerung. Is income inequality too high? An analysis of attitudes in the Austrian population
Im Zentrum dieser Forschungsnotiz steht die Frage nach der Bewertung von Einkommensungleichheit in der österreichischen Gegenwartsgesellschaft. Anhand von ISSP- und SSÖ-Daten können unsere Analysen diesbezüglich zeigen, dass Einkommensungleichheit von einer großen Mehrheit aktuell als zu hoch wahrgenommen wird. Zudem sehen die Menschen in Österreich sehr häufig den Staat in der Verantwortung Einkommensungleichheit abzubauen; viel häufiger als das in anderen europäischen Ländern der Fall ist. Während der Bereich Gesundheit und Pension seit Mitte der 1980er von der überwiegenden Mehrheit als staatliche Aufgabe gesehen wurde, liegt die Verantwortung für den Abbau von Einkommensungleichheit auf einem niedrigeren Zustimmungsniveau. Die Befürwortung der Absicherung von Arbeitslosen als Verantwortung des Staats nimmt aktuell eher ab, trotz der gestiegenen Arbeitslosigkeit zu Beginn der Pandemie. Schließlich zeigen unsere Regressionsanalysen, dass Unterschiede in der Beurteilung von Einkommensungleichheiten u. a. durch sozio-demographische Faktoren, die berufliche Stellung, das Haushaltseinkommen aber auch durch persönliche Einstellungen und Gerechtigkeitsüberzeugungen erklärt werden können.
This research note focuses on the question of how income inequality is assessed in contemporary Austrian society. Using ISSP and SSE data, our empirical results show that income inequality is currently perceived as too high by a large majority. In addition, respondents very often see the state as being responsible for reducing income inequality; much more frequently than it is the case in other European countries. While health care and pensions have been seen as the responsibility of the state by the vast majority since the mid-1980s, the responsibility for reducing income inequality has been perceived at a lower level of approval. Support for protecting the unemployed as a government responsibility tends to decline currently, despite the increase in unemployment at the beginning of the pandemic. Finally, our regression analyses show that differences in the assessment of income inequality can be explained by socio-demographic factors, occupational status, household income, but also by personal attitudes and justice beliefs, among others
Deservingness als Heuristik oder als Automatismus?
Previous contributions have cogently addressed the effect of individual-specific and context-related features, preferences, and values on welfare attitudes. Imminent studies have also reviewed their collective impact on the construction and reform of social security systems. This article proceeds from subject- to object-related arguments and explores the effect, robustness, and stability of deservingness attributions on the willingness to enforce active labor market policies. We utilize a comprehensive survey experiment embedded with the European Social Survey (Round 8, fieldwork in 2016/17). Across twenty-three different countries, respondents were randomly assigned vignettes that characterize diverse levels of control, need, and reciprocity of benefit claimants. The empirical findings demonstrate that deservingness cues provide consistent and robust causal effects on the willingness to enforce active labor market policies. These findings are of scientific and political relevance because they enable self-interested political actors to frame benefit claimants and thus to impact political opinion on the welfare state more directly
So geht’s uns heute: die sozialen Krisenfolgen im vierten Quartal 2022 – Schwerpunkt: Erfahrungen mit Wohnungslosigkeit. Ergebnisse einer Statistik-Austria-Befragung
Der vorliegende Bericht beruht auf den Ergebnissen der von Statistik Austria quartalsweise durchgeführten Befragung „So geht’s uns heute“. Im Mittelpunkt der Analysen stehen finanzielle Schwierigkeiten in den Privathaushalten Österreichs. Durch den Vergleich der nunmehr fünf Befragungswellen können die Entwicklungen zwischen dem vierten Quartal 2021 (Welle 1) und dem vierten Quartal 2022 (Welle 5) nachgezeichnet werden. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Vergleich mit dem Vorquartal (Q3/2022) und dem Vorjahr (Q4/2021). Darüber hinaus wird in diesem Bericht ein Schwerpunkt auf jene Personen gelegt, die in ihrem Leben Erfahrungen mit Wohnungslosigkeit gemacht haben und für die in der fünften Welle erstmals Daten erhoben wurden
Towards Feminist Development Policy: Prioritizing the Foundational Economy and Universal Basic Services
This report departs from the research question “In how far can prioritizing the foundational economy (FE) and Universal Basic Services (UBS) in international development cooperation be seen as a transformative step towards feminist development policy?” To tackle this question, the report in a first step reviews academic and policy debates around FE and UBS with a focus on links to approaches and interventions from the Global South.1 In a second step, feminist development theories are introduced, different definitions of feminist development policy are considered, and a benchmark of what constitutes a ‘transformative’ (feminist development) policy is presented
So geht’s uns heute: die sozialen Krisenfolgen im ersten Quartal 2023 – Schwerpunkt: Energiearmut. Ergebnisse einer Statistik-Austria-Befragung
Der vorliegende Bericht beruht auf den Ergebnissen der von Statistik Austria quartalsweise durchgeführten Befragung "So geht's uns heute". Im Mittelpunkt der Analysen stehen finanzielle Schwierigkeiten in den Privathaushalten Österreichs, deren Entwciklungen im Zeitverlauf - insbesondere im Vergleich zum Vorjahr (Q1/2022) und zum Vorquartal (Q4/2022) - nachgezeichnet werden. Darüber hinaus wird in diesem Bericht ein Fokus auf das Thema Engergiearmut gelegt
Build EU industrial policy on innovation, not subsidies
Don’t let geopolitical pressures warp the next Framework Programme, say Thomas König and Klaus Weyerstras
Wie kann eine Kultur der Philanthropie aufgebaut werden? Verhaltenswissenschaftliche Maßnahmen mit Fokus auf Vermögende
Charitable donations are an essential cornerstone for the functioning of our society. In absolute terms, wealthy people donate higher amounts than less wealthy people. Relative to both wealth and income, however, the wealthy donate less. It is therefore also in the interest of society to increase the potential of donations in general and major donations in particular by promoting a culture of philanthropy. The goal of this study was to develop measures that promote a culture of philanthropy, meaning collective practices, values and emotions that could lead to more philanthropic engagement in our society. Based on an analysis of the behavioural science literature, 15 qualitative interviews and two focus groups with wealthy individuals as well as two expert workshops were conducted. The present results show that it is primarily personal imprinting and associated intrinsic motives such as the need for social justice that motivate wealthy people to donate. Compared to international literature, the feeling of responsibility is more often seen as an important reason for philanthropic commitment in the present study. Finally, effectiveness is seen as an essential prerequisite for philanthropic commitment. The pre-vailing Austrian mentality that the state is responsible for solving problems and rejection of large donations by society, also in the form of tax legislation, are seen as barriers to philanthropic engagement. A total of 36 measures were developed to promote a culture of philanthropy. Two measures in particular were elaborated in more detail as being particularly promising: The promotion of a lowthreshold exchange between philanthropists and the promotion of a differentiated public discussion on the topic of donations and philanthropy.
Spenden für gemeinnützige Zwecke sind ein wesentlicher Eckpfeiler für das Funktionieren unserer Gesellschaft. Vermögende Menschen spenden absolut betrachtet höhere Beträge als weniger vermögende. Relativ sowohl zum Vermögen als auch zum Einkommen, spenden Vermögende im Durchschnitt jedoch weniger. Es ist daher auch ein gesamtgesellschaftliches Interesse, das Potenzial von Spenden insgesamt und Großspenden im Speziellen über die Förderung einer Kultur der Philanthropie zu steigern. Ziel der vorliegenden Studie war es, Maßnahmen zu entwickeln, die eine Kultur der Philanthropie, das heißt kollektive Praktiken, Werte und Emotionen fördern, die zu mehr philanthropischem Engagement in unserer Gesellschaft führen können. Auf Basis einer Analyse der verhaltenswissenschaftlichen Literatur wurden 15 qualitative Interviews und zwei Fokusgruppen mit Vermögenden sowie zwei Expert:innen-Workshops durchgeführt. Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass vor allem die persönliche Prägung und damit einhergehende intrinsische Motive wie das Bedürfnis nach sozialer Gerechtigkeit Vermögende zum Spenden motiviert. Im internationalen Vergleich wird in der vorliegenden Studie das Gefühl der Verantwortung häufiger als Grund für philanthropisches Engagement angeführt. Schließlich wird Effektivität als wesentliche Grundvoraussetzung für philanthropisches Engagement angesehen. Die in Österreich vorherrschende Mentalität, dass der Staat für das Lösen von Problemen zuständig ist und die ablehnende Haltung durch die Gesellschaft, auch in Form der Steuergesetzgebung, werden als Barrieren für philanthropisches Engagement genannt. Insgesamt wurden 36 Maßnahmen zur Förderung einer Kultur der Philanthropie entwickelt. Insbesondere zwei Maßnahmen wurden als besonders vielversprechend detaillierter ausgearbeitet: Die Förderung eines niederschwelligen Austauschs zwischen Philanthrop:innen und die Förderung einer differenzierten öffentlichen Diskussion zum Thema Spenden und Philanthropie