Hochschulschriftenserver der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe
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    sich ein_lassen. Radikale Partizipation imaginieren

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    Die Arbeit sich ein_lassen. Radikale Partizipation imaginieren untersucht, wie Partizipation in Kulturinstitutionen so praktiziert werden kann, dass sie strukturelle Veränderungen nicht nur anstößt, sondern langfristig und wirksam verankert. Im Zentrum steht die Annahme, dass Partizipation, wenn sie radikal gedacht wird, eine wesentliche Voraussetzung für institutionelle Transformation bildet und entscheidend zur Öffnung des Kunst- und Kulturbetriebs beitragen kann. Partizipation wird hierbei nicht als universelle Lösung oder als harmonisierende Praxis verstanden, sondern als vielschichtiges Aushandlungsfeld, in dem unterschiedliche unterschiedliche Interessen, Bedürfnisse, Bedarfe und Ansprüche an institutionelle Arbeit aufeinandertreffen. Dementsprechend ist es unvermeidbar, im Kontext von Partizipation in Kulturinstitutionen über deren Strukturen nachzudenken. Die Arbeit versteht sich nicht als konkrete Handreichung, als Anwendungsempfehlung oder Leitfaden, sondern als eine unterstützende Orientierung und Impulsgeberin für den wissenschaftlichen und praxisbezogenen Diskurs der Lesenden. Sie möchte neue Perspektiven auf kulturelle Institutionen eröffnen, theoretische und praktische Bezüge zueinander in Beziehung setzen und zeigen, wie ein radikales Denken, das an den Wurzeln institutioneller Strukturen ansetzt, Veränderung ermöglichen kann. Es wird ein Denkmodell radikaler Partizipation entworfen, das über bestehende Formate hinausweist und den Blick auf Reziprozität und Sozialität als zentrale Dimensionen institutioneller Transformation richtet

    Die Potenziale von Musik (-unterricht) zur Prävention von Gewalt an Schulen

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    In dieser Arbeit wird untersucht, inwiefern Musik als Unterrichtsfach zur Gewaltprävention beitragen kann. Dafür werden zunächst die Begriffe Gewalt und Gewaltprävention definiert, anschließend die Wirkung von Musik genauer erläutert und zuletzt die beiden Bereiche zusammengeführt. Praktische Unterrichtsvorschläge runden die Arbeit ab. Bestehende schulische Gewaltpräventionsprogramme werden hinsichtlich der musikalischen Inhalte analysiert. Musikalische Erkenntnisse werden durch Studien umrahmt und Unterrichtsvorschläge aus eigenen Ideen entworfen. Abschließend werden Forschungsperspektiven aufgezeigt und mögliche Entwicklungen bildungspolitisch dargelegt. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Musik eine gewaltpräventive Wirkung hat und es wird aufgezeigt, wie man dies in der Schule konkret umsetzen kann. Es ist zu beobachten, dass Musik bisher nicht bewusst und breitflächig für die Gewaltpräventionsarbeit eingesetzt wurde. Daraus entsteht die Forderung, diese aktiver als Gewaltpräventionsprogramm einzubauen oder dem Musikunterricht in der Schule mehr Wertung und Wochenstunden einzuräumen

    Das Potenzial von Service Learning für eine inklusive Social Entrepreneurship Education

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    Inklusive Bildung gewinnt angesichts zunehmender ökologischer und sozialer Krisen sowohl auf politischer als auch auf gesellschaftlicher Ebene zunehmende Bedeutung. Neben Menschen mit Beeinträchtigung zählen im weiten Inklusionsverständnis alle Personen mit Teilhabeerschwernissen. Sie zeichnen sich oft durch ungleiche Chancen und Benachteiligung aus. Inklusive Bildung kann mit Blick auf die Zielgruppen zwei Zielsetzungen verfolgen. Zum einen soll Inklusion jedem Menschen in allen gesellschaftlichen Lebensbereichen Zugang, Teilhabe, Diskriminierungsfreiheit und Selbstbestimmung ermöglichen. Zum anderen soll inklusive Bildung auch die nicht von Inklusion betroffenen Personengruppen für (regionale) soziale Probleme und Entwicklungsfragen sensibilisieren, in dem sie für Personen mit Teilhabeerschwernissen Empathie und Toleranz entwickeln. Sowohl Social Entrepreneurship Education als auch Service Learning können den Anforderungen an inklusive Bildung gerecht werden. Social Entrepreneurship Education initiiert Lehr-Lern-Prozesse, die gesellschaftliche Probleme auf Basis innovativer ökonomischer Problemlöseprozesse angehen. Service Learning gilt als projektorientierte Methode bei der Lernende zusammen mit regionalen Akteur:innen soziale, ökologische, politische oder kulturelle Tätigkeiten in Form von gemeinnütziger Projektarbeit ausüben, um das Gemeinwohl zu fördern und kommunale Herausforderungen anzugehen. Die Anreicherung von Service Learning mit unternehmerischem Denken und Handeln ermöglicht es Lernenden, gesellschaftliche, ökologische oder soziale Probleme auf Basis konkreter (wirtschaftlicher) Realisierungsmöglichkeiten zu lösen und dadurch nachhaltige, wirtschaftlich tragfähige Lösungen zu entwickeln. Der Beitrag geht der Frage nach, welchen Beitrag Service Learning als Methode einer Social Entrepreneurship Education sowie gleichzeitig inklusiven Bildung leisten kann. Zu diesem Zweck wird das Begriffsverständnis von Inklusion mit Bezug zur Social Entrepreneurship Education dargelegt und entsprechend zu fördernde Kompetenzen eingegrenzt. Darauf aufbauend wird Service Learning als Methode sowie ihr Beitrag zur inklusiven Bildung erörtert. Der Beitrag schießt mit einem didaktischen Design für ein Service Learning Projekt, das mit Social Entrepreneurship verzahnt wird und zeigt auf, welcher Mehrwert sich aus beiden Lehr-Lernzugängen für eine inklusive Bildung ergibt

    PHKA kompakt 2024/25

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    Als Zielvorgaben hat sich die Pädagogische Hochschule Karlsruhe eine hohe Praxisnähe ihrer Studiengänge, die gesellschaftliche Relevanz ihrer Forschung und einen gelingenden Wissenschaft-Praxis-Transfer gesetzt. Wichtige Meilensteine wurden im Berichtszeitraum erreicht. Am 5. Dezember 2024 wurde die Karlsruhe School of Education (KSE) als gemeinsame Einrichtung des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe (PHKA) eröffnet. In der School of Education werden künftig gemeinsam mit weiteren Akteuren Ideen entwickelt, um die Lehrkräftebildung in Karlsruhe und darüber hinaus voranzubringen. Eine Transformation ihres Studiengangportfolios ist der PHKA im außerschulischen Bereich gelungen, und dies, wie hinzugefügt werden muss, allein mit eigenen Haushaltsmitteln. Das erste Zulassungsverfahren für die Studiengänge „Master Biodiversität und Ökologische Bildung“ und „Master Migration, Bildung, Demokratie“ ist erfolgreich abgeschlossen. Im Wintersemester 2026/27 wird das Angebot nochmals erweitert. Im Forschungsbereich ist die Anzahl von DFG-Projekten, wenn auch immer noch ausbaufähig, angestiegen. Über die Ergebnisse unserer erziehungswissenschaftlichen, fachdidaktischen und fachwissenschaftlichen Forschung informiert neu ein „Forschungsticker“ auf der Homepage

    Potentiale der Sekundarstufe I

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    Mit unserem Heftthema „Potentiale der Sekundarstufe I“ stellen wir einen Abschnitt der Schulbildung in den Mittelpunkt, der für viele Kinder und Jugendliche im Alter von etwa 10 bis 17 Jahren eine herausfordernde und prägende Erfahrung darstellt, während er zugleich den - zumindest vorläufigen - Abschluss ihrer allgemeinen Bildungsbiographie bedeutet. In der Sekundarstufe I erhalten die einzelnen Schulfächer deutlich mehr Gewicht und bieten Gelegenheit, individuelle Interessen zu vertiefen oder neue Stärken zu entdecken. Auf vielfältige Weise entscheidet diese Schulstufe mit darüber, welchen Begabungen man folgt und welchen Berufsweg man später ergreift. Die Beiträge des DIALOG-Hefts unterstreichen, wie wichtig, ansprechend und bereichernd die pädagogische Tätigkeit in diesen mittleren, mitunter „wilden“ Jahren ist, und wie lebens- und praxisnah das Angebot der Fächer sein kann, auch und gerade, wenn es um die berufliche Orientierung der Schülerinnen und Schüler geht. In der Rubrik IM FOKUS finden Sie diesmal einen Zwischenruf aus der Schulleitungspraxis zu den laufenden Reformen an Haupt-, Real- und Gemeinschaftsschulen. Daneben gibt es wieder kurze Darstellungen zu aktuellen Forschungs- und Lehrprojekten an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe, wie etwa zum Bildungsweg von nicht-traditionellen Studierenden, zu videographierten Fallstudien im frühpädagogischen Bachelorstudium, und zur Kommunikation von Ergebnissen der Unterrichtsforschung für Lehrerinnen und Lehrer. Wie immer geben die PERSPEKTIVEN einen Überblick über neue Buchveröffentlichungen aus der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe. Erstmalig haben wir in diese Rubrik auch Zeitschriftenbeiträge (gedruckt und online) aufgenommen. Im Interview von NACHGEFRAGT sprechen wir mit Ingrid Lehr-Binder von der Bildungsakademie der Handwerkskammer Karlsruhe

    In welchen Situationen kann es sinnvoll sein, dass Lehrkräfte im Ethikunterricht ihre Meinung sagen?

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    In der vorliegenden Masterarbeit wird untersucht, in welchen Situationen es für Lehrkräfte sinnvoll sein kann, ihre eigene Meinung im Ethikunterricht zu äußern. Die Arbeit basiert auf einer Analyse des Bildungsplans für das Fach Ethik in Baden-Württemberg sowie auf theoretischen und didaktischen Überlegungen zur Rolle der Lehrkraft. Ein zentraler Bezugspunkt der Arbeit ist der Beutelsbacher Konsens mit seinen Prinzipien des Überwältigungsverbots, des Kontroversitätsgebots und des Neutralitätsgebots. Dabei wird kritisch reflektiert, inwieweit diese Prinzipien auf aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen und politische Einflussnahmen - insbesondere im Kontext von Neutralitätsdebatten und Meldeplattformen - anwendbar sind. Zudem wird untersucht, in welchen didaktischen Szenarien eine gezielte Meinungsäußerung der Lehrkraft zur Förderung der ethischen Urteilsbildung beitragen kann. Die Meinungsäußerung von Lehrkräften kann insbesondere dann sinnvoll sein, wenn sie die Schüler zur Reflexion anregt, unterschiedliche Perspektiven aufzeigt und dadurch die Urteilsbildung der Lernenden anregt, ohne dabei eine indoktrinierende Wirkung zu entfalten. Zudem wird betont, dass eine strikte Neutralität nicht immer praktikabel ist

    PHKA kompakt 2023/24

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    Wie in den Vorjahren war der allgemeine Lehrkräftemangel im Akademischen Jahr 2023/24 das bestimmende Thema für die Pädagogische Hochschule Karlsruhe. Erfreulicherweise konnten alle Studienplätze in den Bachelorstudiengängen des Lehramts besetzt werden. Sowohl im Bachelor- wie im Masterstudiengang zeigte sich das Lehramtsstudium Grundschule beliebter als jenes zur Sekundarstufe I. Eine künftige Herausforderung wird sein, den insbesondere im Lehramt Sekundarstufe I wachsenden Lehrkräftebedarf zu decken, eine Schulform, welche Abiturientinnen und Abiturienten selbst meist aus ihrer bisherigen Bildungskarriere unbekannt ist

    Tailoring Informatics Education: Exploring and Addressing Pupils’ Dispositions

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    Digital literacy is considered crucial for social and professional participation. The current debate, therefore, focuses on promoting digital literacy in K-12 education. Various initiatives have been launched in and out of school to provide the necessary foundations. In addition to imparting knowledge, these initiatives are aimed at stimulating interest in informatics. The focus on raising interest is supported by relevant research, as interest is considered essential for learning success, motivation to learn, and later career choice. In the context of fostering interest, the literature suggests that pupils’ interest is more likely to be aroused and maintained if the learning context is selfrelated. In the field of selfreference, the literature emphasizes preferences for contextualization and object-related topics, highlighting individual variations in interest levels and their impact on learning motivation and success. This is discussed primarily in the context of gender by showing that female learners tend to be more interested in contextualization and may not feel addressed by object-oriented lessons. Although the essential characteristics of interest are well described in the literature, there are still unanswered questions about the assessment, expression, and distribution of interest in K-12 informatics education. Moreover, the influence of dispositions on interest in informatics, learning outcomes, or programming approaches is rarely explored. To fill this research gap, this thesis explores interest in informatics related to pupils’ inclinations. Therefore, it examines if preferences for social or object-oriented topics in K-12 education can be identified and whether they relate to interest in informatics, learning success, or programming approaches. The overarching goal is to derive teaching concepts adapted to the learners’ dispositions to increase their interest in informatics. The results show that interest groups in K-12 education can be identified in terms of interest in contextualization and factual tasks. During interviews, learners emphasized the importance of individualized learning. They highlighted that personalized learning helps them stay motivated and gain a deeper understanding of the tasks. Based on this, several informatics interventions are implemented, and learning success and interest in informatics are correlated with the preferences. The findings reveal that learners choose different programming approaches depending on their disposition. For example, learners interested in social aspects tend to program stories with dialogues, while learners interested in object-oriented topics tend to program objects or games. In addition, it was identified that interest in informatics and problem-solving skills tend to be evenly distributed across both interest groups. Therefore, it cannot be said that a strong interest in objects or their functionality goes hand in hand with a higher interest in informatics or higher problem-solving skills. Based on related work and the research results, integrating dispositions into task design is recommended, and practical guidelines and examples are provided. Hence, this dissertation develops a practical approach to evaluating and adapting learning materials to meet both sets of preferences. Additionally, it explores how integrating informatics into other subjects can create a link between different interest groups and informatics. This aims to create interventions tailored to learners’ interests, fostering a sustainable interest in informatics

    Kooperationen und ihr Einfluss auf die Ganztagsgrundschule

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    Das deutsche Bildungssystem der Primarstufe wird zunehmend von Begriffen wie Kooperation, Zusammenarbeit und Koordination geprägt. Die Ursache dafür liegt in dem derzeitigen Entwicklungsprozess von der Halbtags- zur Ganztagsgrundschule. Durch die Einführung eines Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter ab dem Schuljahr 2026/2027 verschärft sich die Thematik in der aktuellen Bildungspolitik. Im Zuge dessen steht auch das Land Baden-Württemberg vor einem umfangreichen Entwicklungsprozess. Diese Masterarbeit möchte diesem Prozess Beitrag leisten und stützt sich dafür auf der Grundannahme von Ilse Kamski (2009), dass „Kooperation bzw. die Zusammenarbeit verschiedener Personen und Institutionen doch nahezu alle Bereiche ganztagsschulischen Wirkens [tangiert]“ (Kamski 2009, S. 110). Es ist das Kernanliegen dieser Arbeit, Kooperationen und ihren Einfluss auf die Ganztagsgrundschule zu analysieren. Ein besonderes Forschungsinteresse liegt auf inner- sowie außerschulischen Kooperationen, die die Qualitätsentwicklung von ganztägigen Grundschulen vorantreiben. Eine konkrete Auswahl an Kooperationsmöglichkeiten und -partnern Partner aus unterschiedlichen Beispielbereichen wie der musikalisch-kulturellen Bildung, der Bildung für nachhaltige Entwicklung sowie der Erziehung, zeigt dabei den Handlungsspielraum auf, den ganztägige Grundschulen zum Heranziehen von zielführenden Kooperationen haben. Die Arbeit enthält eine ausführliche Bestimmung der Begriffe des Ganztags und der Kooperation sowie eine Überprüfung der theoriegeleiteten Erkenntnisse durch die Auswertung zweier Expert/innen-Interviews. Wegen der Grundannahme einer weitläufigen Einflussnahme von Kooperationen auf ganztägige Grundschulen, können die zahlreichen Aussagen, Argumente und Schlussfolgerungen dieser Master-Thesis nicht als endgültig angesehen werden. Es wird dennoch der Versuch unternommen Kooperationen und ihren Einfluss auf die Ganztagsgrundschule greifbar zu machen, indem die Chancen und Potenziale ganztägiger Bildung für das Land Baden-Württemberg erfasst werden

    Literature und Language Awareness (LitLA) im Umgang mit migrationsmehrsprachiger Jugendliteratur – eine Entwicklungsforschungsstudie

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    Das Konzept Literature und Language Awareness (LitLA) verbindet literarisches und sprachliches Lernen in einem migrationsgesellschaftlich perspektivierten Literaturunterricht (vgl. Rösch 2021). Als Lernmedien stehen hierbei literarische Werke im Zentrum, die Migrationsmehrsprachigkeit poetisch gestalten. Das LitLA-Konzept richtet sich explizit an alle Lernenden, unabhängig von ihren jeweiligen spracherwerbsspezifischen Voraussetzungen. Die hier vorliegende Dissertationsschrift beschreibt erste empirisch fundierte Ergebnisse zu Röschs LitLA-Konzeption, welche anhand einer fachdidaktischen Entwicklungsforschungsstudie gewonnen wurden. Der Schwerpunkt des DBR-Projekts liegt auf der theoretischen und empirischen Spezifizierung und Strukturierung von LitLA als Lerngegenstand. Dabei steht ein migrationsmehrsprachiger Jugendroman als Lernmedium im Zentrum. Es handelt sich um den 2018 in der deutschen Übersetzung von Cordula Setsman erschienenen Text Nicu & Jess des britischen Autor:innenteams Sarah Crossan und Brian Conaghan. Der in freier Versform gestaltete Roman erzählt die Geschichte der Begegnung, Annäherung und unfreiwillig kurzen Liebesbeziehung der beiden fünfzehnjährigen Hauptfiguren. Auf literatursprachlicher Ebene bricht vor allem die Figurensprache Nicus mit Leseerwartungen. Denn seine durchgehend als Lerner:innenvarietät, mit einzelnen rumänischsprachigen Einschüben gestaltete Ausdrucksweise prägt als Erscheinungsform literarischer Migrationsmehrsprachigkeit den Gesamttext deutlich. In einem explorativen zweitteiligen Design-Experiment setzten sich neunzehn Lernende (9./10. Klassenstufe der nicht-gymnasialen Sekundarstufe) mit der ästhetischen Wirkung der literischen Migrationsmehrsprachigkeit im Text auseinander. Neben sprachlich-literarischen Präkonzepten im Rahmen der Erstbegegnung mit der Sprache der Figur Nicus wurden individuelle Lernwege entlang des im Rahmen der Studie theoriebasiert strukturierten LitLA-Lernpfads untersucht. Forschungs- und Entwicklungsprodukte sind u.a. der anhand der empirischen Daten modifzierte werkspezifische LitLA-Lernpfad sowie ein LitLA-Lernwegs-Diagramm, das Aufschluss über Verläufe und Gelingensbedingungen literarisch-sprachlicher Lernwegsmuster von Jugendlichen im Umgang mit einem mehrsprachigen Jugendroman gibt

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